Majonäse darf wieder Mayonnaise heißen. Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat beschlossen, dass man Majonäse wieder Mayonnaise schreiben muss. Ein Sieg der Vernunft. Endlich ist es wieder erlaubt.  Na gut,  ich habe mich eh nie daran gehalten. Ich halte mich an den Duden.

Die neuen Regeln gelten ab sofort. Damit müssen von Amts wegen verordnete Wörter- und Regelbücher neu aufgelegt werden. Die Aktuellen, wie das Österreichische Wörterbuch des öbv, das in seiner letztgültigen 43. Auflage erst letztes Jahr erschienen ist – in Deutschland wird es Vergleichbares geben – sind schon wieder überholt. Der öbv, der Österreichische Bundesverlag Schulbuch, der dieses Wörterbuch im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung herausgibt, wird sich freuen. Die Kinder müssen halt damit leben, dass etwas, kaum dass sie es in der Schule gelernt haben, schon nicht mehr gültig ist. Die Halbwertszeit von Wissen ist manchmal kürzer als man glaubt. Hier bewahrheitet sich der Ausspruch Senecas mal wieder: Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir.

Dafür kommen neue Änderungen: So soll es den Großbuchstaben für das „scharfe s“ geben, damit man Namen, die diesen Buchstaben enthalten, auch in Großbuchstaben richtig schreiben kann. Das erscheint mir durchaus vernünftig. Aber wir werden sehen, wie lange diese Änderungen halten. Auf einer Tastatur gibt es ja den neuen Buchstaben noch nicht.

Mehr dazu:

http://diepresse.com/home/kultur/medien/5243758/Rechtschreibung_Schluss-mit-Majonaese-und-Ketschup?from=suche.intern.portal

Die zur Zeit geltenden Regeln und Wörter des Rats für deutsche Rechtschreibung: http://www.rechtschreibrat.com/regeln-und-woerterverzeichnis/

 

Rechtschreibung, auf die man sich verlassen kann, findet sich hier: http://www.duden.de/ oder Wahrig.

Quick-Mayonnaise

12 Comments

  1. Versprochen worden waren Vereinfachungen, beschert hat man Komplikationen und Absurditäten – sehr deutsch, eben. Ich habe die „neue deutsche Rechtschreibung“ nur meinen schulpflichtigen Kinder zuliebe fallweise beachtet, und da wir zur Zeit der Einführung in Österreich lebten, gab es wieder spezielle Abweichungen, so dass ich sie – wo immer möglich – ignoriert habe.
    Gerade das Wort Mayonnaise ist doch eines der besten Beispiele für den Humbug, von dem ich immer angenommen habe (und es beweist sich weiterhin), dass es sich bei der Verschlimmbesserungsreform um einen Schachzug des Verlagswesens handelt, und nicht um vernünftige Anpassungen. Millionen Eltern haben nicht mehr gewagt, ihren Kindern Kinderbücher oder Lexika aus den Jahren vor der Reform zu lesen zu geben.
    Im Land der ängstlichen Richtigmacher kann man sich auf seine Kundschaft verlassen, und nun kommt also eine neue Auflage – hurra!

Schreib was Schönes

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s