Karotten-Misosuppe mit Haselnuss-Wirsing, Mandel-Tofu und Chili-Pastinaken

Die einzelnen Gerichte kommen mit wenigen Zutaten aus, doch werden mehrere für ein Mahl zusammengestellt. Man kombiniert, genießt und schweigt. Wie es vielleicht ein Japaner tun würde.  Die Gerichte sind nicht typisch japanisch, Japaner verwenden keinen Wirsing. Aber was wäre, wenn ein Japaner mit Wirsing kochen würde? So vereinigt sich japanische Tradition mit deutscher Küche und es entsteht etwas neues Einmaliges.

Zu glauben, wir könnten uns in die japanische Seele hineinversetzen, maßen wir uns nicht an. Wir sind keine Weitgereisten, ja wir kennen nicht einmal einen Japaner persönlich. Malte Härtig hat die japanische Kochkunst während seines mehr als eineinhalb Jahre dauernden Aufenthalts in Japan kennengelernt. Wir haben sein Kochbuch, Zen und Sellerie*, dessen Rezepte er gemeinsam mit Jule Felice Frommelt ersonnen hat, erstanden. Und so kommen auch wir mit der japanischen Kultur in Berührung. Die deutsche Küche besteht aus vielerlei Einflüssen wie viele andere Küchen auch. Vielleicht ist das einer, der es wert ist, aufgenommen zu werden. Uns erscheint dies jedenfalls so.

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Das Zutatenbild sieht doch sehr aufgeräumt aus. Und doch sind Zutaten für 4 Gerichte zu sehen.

Misosuppe

Getrocknetes Algen-Suppenpulver in Wasser auflösen, erhitzen. Mirin (japanischer Reiswein), sowie rote und gelbe Karottenstreifen und den in feine Scheiben geschnittenen Wirsing dazugeben und kurz garen, bis das Gemüse bissfest ist. Die Hitze reduzieren und etwas helle Miso-Paste einrühren, nicht mehr aufkochen, bis zum Servieren ziehen lassen. Den Tofu in Würfel schneiden. Reismehl mit wenig Wasser verrühren, die Tofu-Würfel erst darin und anschließend in Sesamsamen wenden. In Olivenöl goldbraun anbraten. Anrichten Das Gemüse in eine Schale legen, die Suppe darüber gießen, die Tofu-Würfeln darauf platzieren.


Malte Härtig und Jule Felice Frommelt: Zen und Sellerie*, Seite 190 nachempfunden.

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Wirsing mit Haselnüssen

Wirsingblätter in mundgerechte, rautenförmige Stücke schneiden. Geröstete Haselnüsse grob zerstoßen. Olivenöl in der Pfanne erhitzen und den Wirsing zusammen mit den Haselnüssen und Zitronenschalen kurz andünsten. In der Zwischenzeit Wasser mit Mirin, Sake und Sojasauce verrühren. Die Mischung zum Wirsing geben, gut durchrühren und abgedeckt zirka 8 Minuten dünsten. Servieren.


Malte Härtig und Jule Felice Frommelt: Zen und Sellerie*, Seite 174 nachempfunden.

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Mandel-Tofu

Tofu in gleich große Stücke schneiden. Reismehl mit wenig Wasser verrühren, Tofu  erst darin und anschließend in den gehackten Mandeln wenden. In Olivenöl goldbraun anbraten.


Malte Härtig und Jule Felice Frommelt: Zen und Sellerie*, Seite 173 nachempfunden.

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Pastinaken, Sesam und Chili

Pastinaken schälen und der Länge nach in Stifte schneiden. In einer Pfanne Honig karamellisieren, Pastinake dazugeben, durch schwenken, wenig Öl hinzufügen und goldbraun anbraten. Vom Herd nehmen. Sojasauce, Mirin, in feine Ringe geschnittenen, roten Chili und Sesam unterrühren. Mit Salz abschmecken.


Malte Härtig und Jule Felice Frommelt: Zen und Sellerie*, Seite 170 nachempfunden.

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2 Kommentare

  1. Ich muss schon sagen, das sind alles sehr leckere einzelne Speisen. Aber als Menu kann ich mir das nicht vorstellen. Es fehlt da ein gewisser Zusammenhang. Aber es ist mein ganz persönlche unmassgebliche Ansicht. Ich mag auch nicht die berühmte „Indonesische Reistafel“ die man hier um die Ecke in Holland so gerne isst. Das ist mir zuviel Verschiedenes. Das Einzelne Gute geht unter. Viele Grüße aus Bonn am Rhein ins wunderschöne Wien Hartmut

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    1. Unsere Gebräuche beim Essen, und die daraus entspringenden Erwartungen, wie dass es Suppe am Anfang gibt, sind hinderlich. Das ist keine Suppe. Das ist kein Salat. Man muss mit Kinderaugen heran gehen und ausprobieren.
      Liebe Grüße nach Bonn!

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