Sonntags-Schweinsbraten mit Kraut und Knödel

Am Sonntag hat man Zeit: Sieben Stunden war der Schweinsbraten im Backrohr, bei 110 Grad. So lange wie überhaupt noch gar nicht. Dabei wurde er nur ganz wenig gewürzt, um ihn nicht zu Tode zu würzen. Die Gewürze sollen ja den guten Geschmack unterstützen und nicht in den Hintergrund drängen. Es ist ähnlich wie bei der Malerei. Oder bei der Sachertorte. Man darf nicht zu viel Marmelade hineingeben, wenn man die Marmelade herausschmeckt, war es zu viel.

Rezept Sonntags-Schweinsbraten

Drei Kilogramm Schweinsschopf, mit sieben länglich geviertelte Knoblauchzehen spicken. Dafür mit einem spitzen Messer eine Tasche ins Fleisch schneiden und eine Knoblauchzehe darin versenken und anschließend mit der Hand gut verreiben, sodaß man das Loch nicht mehr sieht. Alsdann drei frische Rosmarinzweige abzupfen, ebenso sieben Zweige Thymian, grob zerzupfen (nix hacken) mit drei Teelöffel grobem Meersalz vermischen (auch hier: grob!) und einen Teelöffel bunten Pfeffer (eine Pfeffermischung halt) grob (nur grob!) mörsern und diese auf einem Backpapier auslegen. Den Schopf darauf legen und darauf wälzen. Das Fleisch nimmt die Gewürzmischung auf.

Manchmal muß man grob sein, damit etwas fein wird.

Ein begnadeter Gourmet aus Wien

Eine gußeiserne Pfanne mit reichlich Butterschmalz erhitzen. Wenn die Pfanne heiß ist, dann das Fleisch von allen Seiten scharf anbraten. In der Zwischenzeit zwei große (groß!) Zwiebel schälen und und dicke Scheiben (dicke!) schneiden. Das Suppengrün ebenso grob schneiden, Zwiebel und Gemüse in das Reindl legen. Das rundherum angebratene Schopfbraten hineinlegen, ein Viertelliter steirischen Weißwein dazu geben. Den Deckel drauf und ins Backrohr schieben. Bei 110 Grad sieben lange Stunden drinne lassen. Einmal haben wir dazwischen kontrolliert, ob noch genug Flüssigkeit enthalten ist. Es war aber genug da.

Acht kleine Semmelknödeln

In einer Pfanne mit zwei Eßlöffel Butter zwei kleine feingehackte Zwiebeln goldbraun anschwitzen. Den Herd herunter drehen. einen Bund fein gehackte Petersilie dazu geben, zirka 50 ml Milch dazu gießen, einmal aufkochen. Salz, Pfeffer und Muskatnuss einrühren. Noch heiß diese Mischung zu 200 g Semmelwürfel gießen. Ein Ei dazu geben und dann mit den Händen gut durchkneten. Wenn es zu trocken ist, etwas Milch dazu geben, wenn es zu naß ist, Weizenmehl. Mit nassen Händen Knödeln formen. In einem Topf mit Wasser und Dampfeinsatz die Knödeln 30 Minuten sanft dämpfen. Nicht im Wasser kochen! Ich weiß, das ist anspruchsvoller, aber der Unterschied gibt mir recht.

Nach geschlagenen sieben Stunden im Ofen dann endlich den Braten vorsichtig herausheben, denn der fällt schon auseinander. Den Saft durch ein Spitzsieb abgießen. Binden nach Bedarf. Mit Knödel und Sauerkraut servieren. Wir haben das Sauerkraut in wenig Öl nur erwärmt nicht gewässert und mit Weißwein abgelöscht.

Auf einem Stövchen die Sauce warm halten.


2 Comments

    1. Schon beim ersten Bissen war mir klar, dass es richtig gewürzt war.
      Das bereits gekaufte Schweinsbratengewürz wurde verschmäht und wir haben unsere eigene Kreation verwendet.
      Dabei ist es wichtig, die Gewürze nicht fein zu hacken oder gar zu vermahlen, wie das oft bei gekauften Gewürzen der Fall ist. Denn diese verbrennen und geben ihr Aromen schnell ab, die halten 7 Stunden im Backrohr bestimmt nicht aus.
      Grob gehacktes oder vielleicht sogar gar nicht gehackt, das kann man bei einem gekauften Gewürz nicht haben.
      Wieder einmal bewahrheitet sich die Weisheit: selbst gemacht ist besser.

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