Strategem № 1: Aus der Not eine Tugend machen

Aufgrund eines Totalausfalls bedingt durch Corona konnten wir dieses Mal unsere samstägliche Tour zu den Stätten der Kulinarik in Wien nicht durchlaufen, das hat aber auch etwas Gutes: so kamen wir auf das Gurkerl, ein Unternehmen, das es sich zur ehrenvollen Aufgabe gemacht hat, allerlei Delikatessen prompt und zwar ohne Umständ zu liefern, was man sich sonst erst mühsam erlaufen müßte. Zum Beispiel einen Curry-Ei- oder einen Linsen-Aufstrich vom Schwarzen Kameel, einem Restaurant und seit 1618 eine Spezerei mitten in Wien; oder einen Guglhupf vom Café Landtmann gegenüber vom Burgtheater, das liegt auch nicht gerade auf unserem Weg. Das alles hätten wir an einem Samstag nie derglengt. Ich bin ja der Meinung, daß die Lieferdienste den Supermärkten über kurz oder lang sowieso das Wasser abgraben werden; es macht ja auch wirklich überhaupt keinen Sinn, x Supermärkte abzugrasen, im digitalen Zeitalter, nur um festzustellen, daß auch im letzten Einkaufstempel das gewünschte Produkt leider gut aber aus ist; wie mir das letztens passiert ist, als ich ein Packerl Oatly Barista besorgen wollte. Das Gurkerl hats. Die letzten Katzenzungen (auf ungar. genannt Macska nyelv [motschko njelv] hat das nicht einen liaben Klang…) vom Schwarzen Kameel haben wir erwischt, ohne uns je vom Diwan zu erheben. Wichtig ist allerdings neben guten Produkten, vernünftigen Preisen und prompter Lieferung ein gescheit aufgebauter Onlineshop; das sehe ich beim Gurkerl gegeben. Das ist nicht selbstverständlich, es gibt genug schlechte Beispiele, shöpping.at ist eines davon, dort haperts an allem. Onlineshoppen spart Zeit und Nerven, das Verkehrstohuwabohu, die Zahrerei mit den Einkaufssackeln und das Gfrett mit den Leuten … ist alles nicht notwendig. Na vielleicht das Plauscherl in der Fleischerei würd uns schon abgehen, aber: daß wir unsere Spezialgschäftln wie Ringl und Eishken Estate aufgeben, hab ich ja nicht gesagt. Den Gang zum Supermarkt können wir uns schenken.


Die Suppe von heute wurde gemacht aus einem Steirerhendl von Gurkerl.at. Die Brust wurde paniert und auf einer anderen Assiette serviert. Fleisch von der Keule und Karkassen sind in die Suppe gewandert. In die Suppe kamen noch Karotten, Champignons, Erbsen und Nudeln. Ist alles vom Gurkerl außer den Nudeln.

9 Kommentare

  1. olecordsen sagt:

    Beste Besserung! Aber köstlichst!

    1. Ja danke wird schon wieder

  2. haferlgucker sagt:

    Gute Besserung euch Beiden 🙂

    1. Danke, wir sind ganz alleine zu Hause und sind froh, daß es Lieferdienste gibt.

  3. Wonnie sagt:

    Witzig, auf den deutschen Ableger Knuspr bin ich auch gestoßen, als ich kürzlich mit Corona niederlag. War auch sehr angetan! Gute und schnelle Besserung wünscht Wonnie von den Münchner Küchenexperimenten

    1. haferlgucker sagt:

      Knuspr hier in München ist sensationell 🙂

    2. Danke. Nun scheinen ja schon mehr von Lieferdiensten und Co überzeugt zu sein, als ich annahm. Ein Bonmot, das mir heute untergekommen ist: The future is already here, it is just not very evenly distributed.“ Ja, aber sie breitet sich rasend schnell aus fast wie ein Virus.

  4. Allerbeste Genesung!

    1. Danke! 2 Jahre hat uns das Virus nicht erwischt und nun doch…

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