Grassnitzberger Rostbraten

Grassnitzberger Rostbraten

Vanille- oder Esterhazy-Rostbraten? Beim Vanille-Rostbraten wird der Rostbraten mit zerdrücktem Knoblauch eingerieben, die Soß wird aus dem Bratenansatz gemacht, mit nudelig geschnittenen Zwiebeln vermischt und verkocht. Beim Esterhazy-Rostbraten wird der Bratenansatz mit Sauerrahm vermischt, als Beilage gibt es Wurzelgemüse.

Oder doch lieber Zwiebelrostbraten?

Die Zutaten für beides sind vorhanden, gut abgehangenes Fleisch sowieso. Rostbraten wird vom hohen Beiried, auch Rostbratenried genannt, geschnitten, also vom „Englischen“, und sollte im Gewicht um die 160 g bis 180 g haben, so steht‘s im Sacher-Kochbuch. Unsere zwei Stück sind ein bisserl größer: einmal 330 g und einmal 294 g. Vom Fleckvieh oder Pinzgauer Rind, unglücklicherweise läßt sich der Produzent darüber nicht genauer aus, kann das eine wie das andere sein.

Rezept Vanillerostbraten

Die Rostbraten plattieren, am Rand etwas einschneiden, salzen, pfeffern und mit zerdrückten Knoblauchzehen („Vanille des armen Mannes“) einreiben. Schweineschmalz in einer Pfanne erhitzen. Auf einer Seite bemehlen und auf dieser in die Pfanne legen, kurz scharf anbraten. Wenden, wiederum scharf anbraten. Herausnehmen, in Alufolie wickeln und im Backrohr bei 100 °C durchziehen lassen. Den Bratenansatz mit Butter versetzen und aufschäumen lassen, etwas Mehl dazu. Die geschnittenen Zwiebeln darin goldbraun anrösten und mit Demi glace verkochen.  Dazu Bandnudeln und gemischten Salat.

Angelehnt an das Große Sacher-Kochbuch von 1975, S. 240


Wein: Sauvignon Blanc, Ried Grassnitzberg Riff, Tement, 2022,  S-Stmk. Steirische Klassik, in den 1950er Jahren bepflanzt, mittlerweile alte Reben, erste STK-Lage. Hanglage: 33 – 40 %, terrassenförmig angelegt, Südost-Kessel, das ist mit dem Traktor nicht machbar, dieser Wein geht nur handgelesen. Unfiltriert auf die Flasche gezogen. Dekantieren empfohlen! Das haben wir noch nie gemacht, bei einem Weißwein. Das brauchen wir eigentlich auch nicht, die Flasche stand aufrecht im Kühlschrank. Aber weil’s so schön ist. Schon das Dekantieren bereitet Vergnügen, der Wein gluckst heraus, wie bei einem Bacherl, das über Steine hinwegrinnt. Dann der erste Schluck: …, ich glaub, den kann man trinken, so schmeckt Sauvignon Blanc wirklich! Die Säure ist unvermittelt da, typisch Sauvignon blanc, aber es ist alles so harmonisch; nicht hart, nicht weich. Was ich mich nun frage: wie haltet man den Wein kühl, wenn die Flasche im Dekantiergerät steckt…. Ab nun nur mehr ungefilterte Weine. Das Filtrieren ist ja nur, um den Aufwand zu verringern, das kommt dem Zeitgeist entgegen, ich aber hab kein Problem damit, Wein zu dekantieren. Das ist aufwendig, zahlt sich aber aus. Den Gefilterten fehlt etwas. Der Unterschied ist wie Hopi-Eier und sonstige.

Fotos und Text © 2026 https://kuechenereignisse.com


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Von Küchenereignisse

In einer kleinen Kuchl verarbeitet die Hofköchin landwirtschaftliche Erzeugnisse, vorzugsweise aus unserem Landstrich. Dabei fallen regelmäßig Küchenereignisse an, über die wir auf diesem Blog berichten. Küchenereignis, das; -ses, -se: außergewöhnliches Ereignis, das mit schöner Regelmäßigkeit in der Küche anfällt.

4 comments

    1. Danke! Vanille war früher hochbegehrt, aber nicht zu haben. Deshalb musste der Knoblauch herhalten. Knoblauch ist die Vanille des kleinen Mannes. Vanillerostbraten gibt es auch heute noch in so manchem anständigen Gasthaus.

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