Fischjäger-Burger

Im Grunde genommen ist das ein vollständiges Gericht. Wenn man es aufteilen würde, ergäbe es einen Teller mit einem gebratenen Lachs in Erdnuß-Sauce, als Beilagen in Butter gegarter Spinat, gegrillte Austernpilze und einen Radieschen-Salat.  Und ein Brötchen natürlich. Beim Burger ist halt alles zusammengestellt. Das Bun war aus einer kleinen Bäckerei (Kisbolt Kenyérgyári) in Tapolca (Toppoltz) am Plattensee, Ungarn. Man nennt es Buci oder Puffancs. Das gibt es dort schon seit Jahrzehnten. Überhaupt ist Burger vermutlich eine ungarische Erfindung oder geht auf Ungarn zurück. Burger ist wahrscheinlich eine Verballhornung eines ungarischen Wortes. Irgendwie ist der Burger dann nach Amerika gelangt. Hús pogácsa nennt man das Patty.


Rezept

Lachs 2 EL Sojasauce, 1 EL Ponzosauce, 1 EL Ahornsirup,1 Spritzer Limettensaft verrühren, Lachsfilet o.H. à 170 g 1 h marinieren. Erdnuß-Sauce 2 EL Sojasauce, 2 EL Ponzosauce, 2 EL Erdnußbutter, 1 EL jap. Wasabi-Mayo (aus Japan, also echt), 1 EL Mirin, 1 TL MIsopaste,  1 Spritzer Limettensaft, 1 EL Erdnußöl im Standmixer pürieren. 2 EL grob gehackte Erdnüsse unterheben und im Kühlschrank aufbewahren bis zum Servieren. Radieschen  8 Radieschen raspeln (Zauberette). Mit einer Marinade aus Limettensaft, Olivenöl, und Saltz vermischen und bis zum Servieren ziehen lassen. Bucis Die Bucis mit Honig bestreichen und mit grob gehackten Erdnüssen bestreuen. Halbieren und auf der Schnittfläche anbraten in Olivenöl. Austernpilze  in Olivenöl beidseitig anbraten, Warm stellen. Lachs aus der Marinade nehmen, in der Fischpfanne beidseitig anbraten. Spinat Butter in der Sauteuse zerlassen, Spinatblätter dazu geben. Ein paar Min. rühren. Salzen. Bis zum Servieren auf die Seite stellen. Anrichten Erdnußsauce auf unteren Buci-Teil bestreichen, Spinat darauf legen. Ein paar Chiliringerl darauf drapieren. Lachsstück drauf, dann Austernpilze, dann die Radieschenspäne, ein paar Spinatblätter darauflegen, mit Pak-Choi-Sprossen belegen, und den oberen Buci-Teil darauf legen. Dazu wurde ein Pilze-Kirschen-Salat serviert.


(Unser Burger*, S. 132 Salomon)

Fasten brechen mit Tomme de Brebis und einem Kalb

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Rezept Kalbssteaks mit Spinat, Ofentomaten und Tomme de Brebis

Getrocknete Knoblauchtomaten Blanchiere die roten Tomaten, ziehe die Haut ab, viertels und entferne die Kerne. Vermische gehackten Thymian und Salz in einer Schüssel. Lege die Tomaten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech. Schneide die Knoblauchzehen in Scheiben und legs auf die Tomaten. Schalte das Backrohr auf 140 Grad und trockne darin die Tomaten, etwa 1 ½ Stunden lang. Ofentomaten Blanchiere die großen Ofentomaten, ziehe die Haut ab, schneide die Kappe ab, legs in eine ofenfeste Form, beträufels mit Olivenöl, bestreus mit Salz und bestreichs mit etwas Honig.  Bedecks mit Folie und gare die Tomaten im Backrohr bei 140 Grad etwa eine Stunde lang. In der Zwischenzeit schneide die getrockneten Tomaten in grobe Stücke und verquirle den Schafsmilchtopfen mit etwas Knoblauchpaste, reibe den Tomme de Brebis. Wenn die Ofentomaten fertig sind, nimms heraus aus dem Ofen, gib auf jedes Tomatenstück einen Batzen Schaftopfen,  bestreus mit Käseabrieb. Schiebs nochmal in den Ofen für einige Minuten. Spinat Schneide die Wurzeln von den Spinatblättern, waschs und schleuders, gib Olivenöl in eine Kasserolle, spieße eine geschälte Knoblauchzehe auf eine Gabel, gib jeweils eine Handvoll Spinat in die Pfanne und rührs mit der Knoblauchgabel um. Wenn der Spinat in sich zusammengefallen ist, gib weitere Spinatblätter nach.

Frischer Spinat mit Wurzeln ist knackig und fällt nicht gleich zusammen wie das Gebilde aus der TK-Packung.

Und sieht auch viel schöner aus.

Kalbssteaks Erhitze einen Faden Olivenöl in einer Pfanne und brate die Kalbssteaks auf beiden Seiten an. Gib Knoblauchzehen und Thymianzweige dazu und gare ein paar Minuten nach. Anrichten erhitze Teller im Backrohr. Gib die Kalbssteaks auf die erhitzten Teller, stell die Pfanne zurück auf den Herd und lösche den Bratensatz mit dem gestern vorbereiteten Kalbsjus ab. Gib den Spinat auf den Teller, platziere eine Ofentomate darauf und beträufele die Steaks und das Gemüse mit der Sauce.


 Angelehnt an Ducasse Nature, S. 316. (Kein Zucker dabei wie bei Ducasse)

Kalbfleisch von der Fleischerei Ringl.

Dazu ein Glas von Umathums köstlichem königlichem Wein, dessen Rebsorte und Jahrgang es verboten ist, in Österreich zu nennen.

Nimm dies, tu das!

Im alten Sacherkochbuch von Maier-Bruck fand ich ein Exzerpt aus einem noch älteren Kochbuch, das im Imperativ geschrieben war. Also „Nimm“ statt „Man nehme“ was man heutzutage eigentlich auch nicht schreibt. Ich finde die Befehlsform gar nicht so schlecht, da sie das Verb voranstellt und man nicht erst einen Haufen Substantive lesen muß, um herauszufinden, was überhaupt damit geschehen soll, bei Aufzählungen ist das manchmal etwas mühsam. Also: Nimm!

Nimm ein kälbernen Schlegel, schneide Schnitzeln darvon, klopf es mit einem Messer wohl ab schön breit, spicks mit Speck, und bestreu es mit Semmelbresel, bachs ganz gäh in Schmalz heraus, hernach legs auf eine Schüssel, gehackte Sartellen, Milchram, Butter, Lemonisaft, und Schäller laß es ein wenig aufsieden, gibs auf die Tafel.

Aus „Kleines österreichisches Kochbuch“, 1798

1798 – offensichtlich handelt es sich hierbei um eine der ersten schriftlichen Aufzeichnungen eines Rezepts für Schnitzel, lange bevor das echte Wiener aufkam. Was auffällt, ist das Zusammenziehen eines im Imperativ stehenden Verbs mit seinem angeschlossenem Reflexivpronom; also zum Bespiel: „Nimm es“ wird zu „Nimms“, „Spicke es“ wird zu „Spicks“. Diese Syntax ist unserer heutigen Zeit verloren gegangen, sie ist nur mehr umgangssprachlich gebräuchlich. Wir habens in unserem Rezept wieder aufleben lassen.

Quelle: Franz Maier-Bruck: Das Große Sacher-Kochbuch, S. 270 Gebackene Schnitzeln.

Fastenbrechen

Zu Ehren des konspirativen Würstelessens im Hause Froschauer in Zürich gab es bei uns die Kalbssteaks mit Spinat, Ofentomaten und Tomme de Brebis. Das Würstelessen fand vor genau 500 Jahren statt, am ersten Sonntag der Fastenzeit und brach somit die Fastenzeit, was damals eine Ungeheuerlichkeit war. Dank 500 Jahren Aufklärung, Aufbruch in die Neuzeit und der großen Befreiung von der religiösen Bevormundung können wir uns selbst an einem Fastensonntag den Bauch vollschlagen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Gottseigelobt! Auf das europäische Projekt der Aufklärung!

Quelle:

NZZ Feuilleton „Was die Reformation unter Freiheit verstand“

Wiener Rindfleisch mit Spinat und Spiegelei

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Wiener Küche heißt Rindfleischküche, denn ein Schnitzel ist halt auch nicht vom Schwein, wenn‘s ein Wiener Schnitzel sein soll. Na gut, beim Schweinsbraten machen wir eine Ausnahme. Nun, wie auch immer, sie ist jedenfalls nicht vegan. Obwohl jede Menge Beilagen mit Gemüse dabei sind. Und so ist es auch in diesem Fall: es gibt Spinat! Mit Spiegelei und Kartoffeln.

Bei vegan

ist nichts dran

drum gibt`s Fleisch

mit viel Fleisch

Zitat eines lustigen Fleischverzehrers, der aber trotzdem gerne Gemüse ißt


Rezept Wiener Rindfleisch mit Spinat und Eiern

Die Kartoffeln in der Schale kochen schälen in Scheiben schneiden und in Butterschmalz in der Pfanne leicht anrösten. Drei Eßlöffel Rindsuppe erwärmen den gefrorenen Spinat dazu geben und zugedeckt auftauen. Mit Muskatnuß geriebenem Knoblauch Salz abschmecken und Schlagobers einrühren. Spiegelei vorbereiten und das gekochte Rindfleisch wieder in der Suppe erwärmen.


Rindfleisch: Schulterscherzel von der Fleischerei Ringl.

Zur Erklärung, was Fleisch und Fleisch bedeuten:

Obelix: „Das ist aber gut! Was ist denn da drin?“

Arvernerfrau: „Alsch erschtesch braucht man daschu viel Fleisch…“

Obelix: „Fleiß?“

Asterix: „Fleisch!“

Arvernerfrau: „Genau! Fleisch! Und Fleisch natürlich auch! Denn ohne Fleisch kein Preisch!“

René Goscinny, Asterix und der Arvernerschild, 1967

Ohne Fleiß kein Preis („Nil sine magno vita labore dedit mortalibus!“)

Geflügelte Redewendung von Horaz, 65 – 8 v.Chr.

https://www.comedix.de/lexikon/db/ohne_fleisch_kein_preisch.php


Skrei mit Spinat und Bierrettich

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Das ist total erfrischend, diese Kombination aus verfallenem Spinat mit dem knackigen Bierrettich, und darüber der Skrei, mit seinem muskulösen Fleisch, der über alles schwimmt. Passt gut zusammen. Und dazu passt bestens ein Bier, zum Beispiel das Schleppe Imperial IPA, das ist so bierig.

Rezept

Olivenöl in einem Topf erwärmen. 4 Knoblauchzehen hineinpressen und die frischen Spinatblätter nach und nach hineinrühren, bis er zusammenfällt. Bierrettich schälen, in hauchdünne Scheiben hobeln und kurz vor dem Servieren zum Spinat geben und unterrühren. Mit Zitrone beträufeln. Mit Salz, weißem Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Die Skreifiletstücke auf der Hautseite mehlieren, in der Bratpfanne auf der Hautseite braten, wenden und ein Stück Butter dazu geben, sofort servieren. Anrichten Spinat mit dem Bierrettich auf dem Teller platzieren, mit in der Pfanne gerösteten Pinienkernen bestreuen und den Fisch darauf legen.


Inspiriert von: selber ausgedacht.


Paprika-Palatschinken mit Spinat-Frischkäse-Füllung

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Sehr zeitaufwändig, aber es zahlt sich aus!


Milch, Salz und Buchweizenmehl mit dem Schneebesen verrühren, Eier dazu geben, sowie Teebutter und Öl und verrühren. Rasten lassen. Palatschinken in einer Palatschinkenpfanne (flach und rund) herausbacken. Den aufgetauten TK-Spinat klein schneiden. Roten und gelben Paprika schälen, das Gehäuse entfernen und würfeln. Bis auf einen kleinen Rest den Paprika mit Frischkäse, Spinat, weißem Pfeffer aus der Mühle, edelsüßes Paprikapulver, Zitronensaft und Salbei vermischen, auf den Palatschinken verteilen, einrollen, in eine gebutterte, feuerfeste Form geben, abdecken und im Backrohr bei 120 Grad 8 Minuten erwärmen. Dann herausnehmen, schräg in dicke Scheiben schneiden, mit Paprikawürfeln und Paprikapulver bestreuen, mit Salbeiblättern garnieren und gesalzenem und Zitronensaft vermengtem Sauerrahm servieren.


Und wieder ein Gericht inspiriert von einem Rezept von Meinrad Neunkirchner aus „Österreich vegetarisch“*.

Die Wiederentdeckung der Kartoffelknolle

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Die Kartoffel scheint eine Renaissance zu erleben: in Lea Linsters jüngstem Kochbuch „Mein Leben, meine Rezepte“ wird die Kartoffel prominent herausgestellt, darin wird ein „einfaches“ Kartoffelpüree nach Robuchon, einem der besten Köche aller Zeiten, gemacht, einfach, aber gewusst wie! In Moritz‘ und Martinas neuem, ihre besten Kartoffelrezepte versammelnden Kochbuch „Ein Tag ohne Kartoffelsalat ist, kulinarisch betrachtet, ein verlorener Tag“ wird das Hohelied der Kartoffel gesungen. Selbst Ottolenghis neues Kochbuch „Flavour“ geht am Püree nicht spurlos vorbei, darin findet sich ein Gericht namens „Portobello-Steaks mit Püree aus Riesenbohnen“, hoppla, das Püree ist tatsächlich ausschließlich aus Riesenbohnen, nein Ottolenghi und Kartoffel geht gar nicht. Aber bei uns geht es nicht ohne Kartoffel: wiiiir präsentiiiieren…

Quinoa Green

Quinoa weiß und rot, dazu ein Meer aus Grün: Avocado, Limetten und Spinat. Basilikum, Koriander und Frühlingszwiebel – das ist Quinoa Green auf Ocean Blue. Denn serviert wird auf einem Teller, der so weit ist wie das offene Meer. Ein paar Stücke edler weißer Thunfisch aus dem Glas vollenden den Salatgenuss.

Gründonnerstag

Braune Butter herstellen. 1 fein gehackte Zwiebel in 2 EL brauner Butter goldbraun anrösten. 450 g aufgetauten Spinat einrühren. Ein Achtel Sahne dazu geben. Salzen. Pfeffern. Ein paar Minuten köcheln. 3 zerdrückte Knoblauchzehen, 3 EL Crème fraîche einrühren. 5 Minuten köcheln lassen. Mit Salz abschmecken. Mit Spiegelei und Kartoffelrösti servieren.

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Eier mit Spinat und Pilzen

Champignons, Shiitake, Morcheln und Kräuterseitlinge. Auf einer Sauce mit Champignons. Darüber geschlagen ein Ei, das eine Stunde lang konstant bei 65° im Wasserbad gegart wurde. Ein königliches Mahl.