Schon seit Jahren möchte ich zum Koó fahren, doch immer kam etwas dazwischen und die Anfahrt ist ja ziemlich weit: 2 Stunden mit dem Auto von Wien, sodaß wir uns vornahmen, aber wenn wir einmal im Burgenland wohnen, dann fahren wir hin. Nun wohnen wir im Burgenland.
Durch servusTV haben wir den Koó kennengelernt. Im Online Shop haben wir uns eingedeckt, etwa mit einer Indigo-Kochschürze, hier sieht man sie hängen in unserer alten Küche in Wien. Oder einem Brotkorb-Deckchen wie hier. Doch Hemd gab es keines.
Als wir in der Blaudruckerei in Steinberg-Dörfl ankamen, wir waren etwas zu früh, war noch die Vorbesucher-Gruppe da. Trotzdem wurden wir von Joseph Koó herumgeführt und er hat uns vieles erklärt, bei einem Blick in die Werkstatt! Seine Frau Miriam Koó betreut den Verkauf und stand uns beim Anprobieren mit Rat und Tat zur Seite!
Da ich mich nicht entscheiden konnte, welches Hemd ich nehmen soll, wurden daraus deren zwei. Die Walzen, mit denen das Muster für meine Hemden gedruckt wird, sind aus Karton und schon über 100 Jahre alt, natürlich werden sie immer wieder ausgebessert.
Diese gebackenen Igel-Stachelbart mit heurigen Petersilie-Erdäpfeln und Salat übertreffen sogar Kindheitserinnerungen! Gut, solche Pilze hat‘s nicht gegeben. Gebackene Champignons waren‘s damals. Diese Pilze schmecken wie Kalbfleisch, sie sind fest, nicht zäh. Immer wenn man etwas herausbackt, aber man kein Kalbfleisch verwendet, stattdessen etwa Schwein oder Huhn, dann sagt man: Schnitzeln auf die Wiener Art.
Zum ersten Mal dieses Jahr bekamen wir bei Iris Kartoffeln, die in diesem Jahr angebaut wurden, genannt Heurige! Ebenso wie der Salat frisch vom Feld gepflückt, ein weiterer Höhepunkt dieses mit Höhepunkten üppig gesäten Gerichts.
Rezept Vegane Schnitzeln auf die Wiener Art
Heurige in Salzwasser sprudelnd kochen. Schälen und in Scheiben schneiden. Butter in einem Topf auslassen, die Erdäpfel dazugeben. Frisch gehackte Petersilie und Salz darunter mischen und warmhalten.
Igel-Stachelbart in 1 cm dicke Scheiben schneiden, nicht salzen. Durch eine normale Panierstation ziehen, also Mehl, Ei, Semmelbrösel aus Frauenkirchen und in heißem Schweineschmalz knusprig herausbacken.
Salat: Kopfsalat von Iris. Mit weißem Balsamico-Olivenöl-Dressing. Und gerösteten Austernpilzen.
Ein veganes Essen, stimmt zwar nicht ganz, aber wir sind ja keine Prinzipienreiter.
So große Pastinaken habe ich noch nie gesehen, im Supermarkt gibt’s die ja nur in klein .
Den Einkauf bei Iris, Purbach, haben wir zum ersten Mal in der Gastrobox nach Hause gebracht. Auch die Marillen schmecken gut. Nicht nur Wachauer Marille schmeckt nach Marille.
Beim Porscheplatz (TU Wien) stiegen wir aus und gingen Möbel gustieren.
Einkauf bei Iris, GastroboxEcht große Pastinaken Gemüseeinkauf bei IrisSekt mit weißem Erdbeermus (Erdbeer Bowle) Sekt mit weißem Erdbeermus (Erdbeer Bowle)Panierstation, im Vordergrund die Igel-StachelbartIgel-StachelbartIgel-StachelbartHeurige Vegane Schnitzeln auf die Wiener ArtVegane Schnitzeln auf die Wiener ArtVegane Schnitzeln auf die Wiener ArtVegane Schnitzeln auf die Wiener ArtGarage unterm Porscheplatz (TU Wien)
Am Samstag waren wir bei Iris Gemüseraritäten, unsere Bestellung abholen. Das Gemüse wurde am Morgen geerntet und war ab 10:30 in Purbach abholbereit. Iris hatte uns telefonisch nicht erreicht, um zu erfragen, wann genau wir kämen. Sonst richtete sie uns alles her in einer Kiste, damit man es nur noch mitzunehmen brauchte. So blieb alles in der Kühlvitrine. Gemüse direkt vom Feld ist frisch. Und damit das auch so bleibt, auf der langen Fahrt nach Hause, werden wir uns eine Thermobox zulegen, wie uns das Iris empfohlen hat und die Gastronomie verwendet. Dieses Mal haben wir den Einkauf in Bastkörben nach Hause gefahren.
Die Große Transformation nimmt langsam Formen an. Der Lebensmittelhandel in Wien, sei es Supermarkt oder Lieferdienst, wird in Zukunft ohne uns auskommen.
In Eisenstadt beim Bauernladen versorgten wir uns mit Schafkäse, Topfen, Wurst, Eier, Fischsuppe, u.ä.. Die Rohmilch von Amtmann in Oberschützen/Burgenland war aus. Und so mußten wir zu Denn’s rüber und auf Rohmilch von Hirsch aus Artstetten/NÖ ausweichen. Im Bauernladen hängt eine Liste der liefernden Bauern, sie kommen aus Eisenstadt Umgebung (EU).
Liste der BauernEinkauf vom Bauernladen in EisenstadtVon Iris GemüseraritätenEinkauf Bauernladen, im Hintergrund: Iris GemüseraritätenAsia-Suppe mit BuchweizennudelnOfenkartoffeln mit KräutertopfenOfenkartoffeln mit KräutertopfenOfenkartoffeln mit KräutertopfenOfenkartoffeln mit Kräutertopfen
Am Freitag waren wir, das heißt ein guter Freund und ich, am Heldenplatz beim Oberösterreichischen Genuß & Erlebnis Festival. Der Heldenplatz ist der größte Platz in Wien und der war nötig, um all die Schätze aus Oberösterreich zu präsentieren! – von Steckerlfisch (Reinanke vom Traunsee) bis zum Whisky. Große Augen bekam ich, als ich einen Stand mit Mangalitza-Spezialitäten entdeckte. Nicht nur im Burgenland kennt man das Wollschwein und weiß es zu schätzen!
Obwohl es doch ein Sommerfrische-festival war, gab es auch Werbung für einen Urlaub im Advent im Salzkammergut. Nichts wie hin!
Thunfischaufstrich-Brot mit Jungzwiebel, Radieschen und Tomaten
Thunfischaufstrich vom Kulinarium Burgenland, Eisenstadt. Der Thunfischaufstrich war außerordentlich schmackhaft! Den hatte ich schon mal, aber woher bloß kenne ich den…
Pannonier, ein Roggenbrot, vom Kulinarium Burgenland, Eisenstadt. Daß es sich wohl um ein Sauerteigbrot handelt, steht unter Fernerliefen in der Zutatenliste: Roggenvollkornsauerteig, worauf auch die großen Hohlräume im Brotlaib deuten.
Jungzwiebel, Radieschen und Tomaten vom Hofladen „allerhand“ in St. Andrä.
Wildbratwürstel mit Ofenkartoffel und Topfencreme mit Gemüsegarnitur
Wildbratwürstel vom Kulinarium Burgenland, Eisenstadt. Das schmeckt so gut, daß man mit dem Senf sparsam umgeht, oder gleich gar keinen nimmt, um sich den Geschmack vom Würstel nicht zu verderben. Kein Wunder, sie bestehen zu 90% aus Hirsch- und Wildschweinfleisch.
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Die Vorbereitungen laufen. In Mörbisch am See gibt es einen Laden mit Spezialitäten aus der Region. Mangalitza, Schafskäse, Verjus, usw wir freuen uns auf die Neueröffnung in knapp 14 Tagen ist es so weit. Für heute fuhren wir zurück nach Rust, zum Triebaumer. Man kann parken direkt auf dem Rathausplatz, auf Parkplätzen ohne Parkgebühren, und es gibt sogar welche. Eingekauft wurde: das gemischte Bauernbrot, Mangalitza-Käsekrainer, Mangalitza-Leberwurst, Mangalitza-Schmalz, Mangalitza-Paprika-Speck, scharfes Chili, eingelegtes Sommergemüse im Glas. Dazu ein Traminer und ein Blaufränkisch „Ried Oberer Wald”.
Danach Eisessen in Mörbisch mit Blick auf eine der Hofgassen. Tatsächlich gibt es dort noch Aschenbecher auf den Tischen. Man fühlt sich zurückversetzt in lang vergessene Zeiten, und man kann bar zahlen.
Mörbisch am SeeMörbisch am SeeMörbisch am SeeMörbisch am SeeRustRustRustRustRustRustRustMörbisch am SeeMörbisch am SeeZurück in Wien
Wenn die Hofköchin den Paul-Bocuse-Wälzer hervorholt, dann weiß ich schon: es gibt was ganz Extraordinaires. Dabei wollte sie sich nur der genauen Mengenangaben vergewissern; – nicht, daß sie nicht weiß, wie eine Sauce béarnaise geht.
Das Menü
Grüne Spargelsuppe mit Croutons und Kapuzinerkresse und in Olivenöl angebratenen Spargelspitzen
Weißer Spargel im Sud von der Schale gedämpft, dazu gekochte, in brauner Butter gebratene Braterdäpfel, mit Sauce béarnaise und Mangaliza Prosciutto
Rhabarber-Kompott mit Topfenknödel aus Dinkelgrieß
Heute waren wir in Rust. Dort treibt ein gewisser Triebaumer sein Unwesen, dh eigentlich sind es zwei Brüder, der eine macht Weinbau, Ernst, der andere Mangaliza-Speck und Lardo, Richard. Von Unwesen kann natürlich keine Rede sein. Auf „servusTV“ waren sie schon zu sehen. Wir haben mitgenommen: einen „Maulwurf“, auf dem Rückenetikett steht „Enkeltaugliche Wirtschaftsweise…“ da hörte ich schon auf zu lesen, bis dorthin wo die Rebsorten aufgezählt werden, bin ich gar nicht gekommen. Es sind: Blaufränkisch, Merlot, Cabernet-Sauvignon. Eine frankophile Rust-Abstimmung für Freunde des roten Rebensaftes. Kaum einen Schluck genommen, ungelüftet, tuts mir schon leid, nicht mehr genommen zu haben. Wenn das naturbelassen ist, wie es draufsteht, bitte nur mehr naturbelassene Weine.
Hier trifft zusammen, was zusammen gehört: Rotwein und Mangaliza-Speck!
Auch in Purbach (Haus anschauen) waren wir, und in Breitenbrunn, wo Gottfried Kumpf, der Burgenland-Maler, in einem Streckhof gewohnt hat, in den Siebziger-Achtzigerjahren, da sind wir vorbei gefahren. Dort sind wir bis zum See gekommen, zum „neuen Strand“, auf einen Ingwer-Minze. Die segelhohen Sonnenschirme wurden entmantelt und so aus ihrem Winterschlaf gerissen, ein untrügliches Zeichen dafür, daß die Badesaison unmittelbar bevorsteht. Es ist zwar noch kühl, aber die Sonne brennt schon herunter.
Der Weiße ist mein Favorit!
Man müßte eine halbe Sau kaufen. Für die Speisekammer. Aber Mangaliza!
Mangaliza-Speck, Richard Triebaumer, Rust
Mangaliza-Lardo, Richard Triebaumer, Rust
ET 2023, Ernst Triebaumer, Rust, „Maulwurf“. Am Etikett steht: …rund, saftig und zuvorkommend (!).
Weiters mitgenommen aus Triebaumers feinem Laden am Ruster Rathausplatz: Safranfäden. (Kann man immer brauchen).
Brot hat es keines gegeben, das gibt es nur am Samstag und am Sonntag. Daher mußten wir noch nach Wien-Hietzing zu Öfferls neuer Filiale im Ekazent fahren.
Was soll man sonst noch sagen über Rust? Störche klappern auf den Dächern, ein Heuriger reiht sich neben den anderen, Aussicht auf den See, davor strohgelbes Meer. Ja, Ruster müßte man sein.
Derzeit noch nicht so viele Gäste, es wurlt noch nicht so.
Warum in die Ferne schweifen? Das Gute ist so nah!
Nach Johann Wolfgang v. Goethe, Die Entfernung Rust – Wien beträgt 50 km Luftlinie.
Seit Anbeginn aller Urzeiten ist der Gründonnerstag mit Spinat und Spiegelei verbunden. Die Möglichkeiten der Abwandlung sind begrenzt. Deshalb gibt es dieses Mal etwas ganz Neues, das lediglich auf den Grundzutaten aufbaut, Spinat und Ei.
Für 50 g Cremespinat kaufe ich keine Packung um 6 Euro. Da mache ich den Cremespinat gleich selber.
Die Küchenfee macht eine dezidierte Absage an die Tiefkühlpackung.
Rezept Spinatsoufflé
40 g Spinatblätter, 1 EL braune Butter (aus der Speisekammer), 250 g Topfen, 50 g Cremespinat (selbstgemacht), 4 Eiklar, 3 Dotter, 10 Pinienkerne, 50 g Maisstärke Salt, Pfeffer
Spinatblätter grob hacken und in brauner Butter dünsten. Pinienkerne rösten. In einen Topf den Topfen, Dotter, Cremespinat, Pinienkerne geben, dazu den gedünsteten Spinat, Mit Maisstärke glattrühren. Salzen, pfeffern. Die Souffléformen mit Butter ausstreichen und Mehl bestäuben. Eiklar salzen und mit dem Handrührgerät zu Eischnee schlagen. Eischnee mit dem Gummihund unter die Masse heben und in die Förmchen füllen. Im Backrohr ca. 25 Min. bei 200° C backen.
Rezept Spinatsalat
200 g Spinatblätter, 2 Elstar-Äpfel, Saft einer Zitrone, 1 TL Honig, 1 Jungzwiebel, 80 g Wurzelgemüse mit Karotte, Pastinake, Gelbe Rübe und Sellerie. Marinade: 1 TL scharfer Senf, 2 TL Marillenmarmelade, 1 EL Apfelessig, 4 EL Haselnußöl, Salz, Pfeffer. Pecorino, steirische Kürbiskerne
Die Spinatblätter in eiskaltem Wasser eine Viertelstunde stehen lassen. Äpfel schälen, würfeln. In Zitronensaft und Honig andünsten. Jungzwiebel fein hacken, Pastinake schälen, grob raspeln. Die Zutaten für die Marinade vermischen. Spinatblätter trocken schütteln. Mit den Äpfeln, Jungzwiebeln, Pastinake unter die Marinade mischen. Pecorino hobeln, steirische Kürbiskerne hacken und den Salat damit bestreuen.
Bier: freistädter Rotschopf, von der Privatbrauerei im Mühlviertel, Oberösterreich, seit 1777. Ein Bier nach altem Schlag: frisch, extrem süffig und mit rotbrauner Farbe.
Gründonnerstag
Das Grün in Gründonnerstag kommt unter Umständen vom Alt/ Mittelhochdeutschen „greinen“ und wurde durch volkstümliche Umdeutung zu Grün. Es ist aber schon von Alters her Brauch, an diesem Tag grünes Gemüse und Kräuter zu essen. Woher auch immer der Gründonnerstag seinen Namen hat, in Österreich ist es so, daß an diesem Tag Spinat mit Spiegelei gegessen wird, mit Kartoffeln dazu. Jedes Wiener Wirtshaus, das etwas auf sich hält, bietet das an diesem Tag an. Bis zum heutigen Tag, anno domini 2026. Zum Beispiel im Wirtshaus „Zum Bretschneider“, ehemals Gasthaus Stafler: „Cremespinat, Salzerdäpfel, Eierspeis“. Die Wirtshäuser mögen wechseln, das Brauchtum bleibt.
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