Tafelspitzenhitze

Wenn er die Gelegenheit hat, einen Tafelspitz zu bekommen, kann ein echter Wiener nicht Nein sagen. Auch wenn der Tafelspitz 2,5 Kilogramm wiegt, stellt das keinen übermäßig großen Hinderungsgrund dar. Allerdings muß man sich darauf einstellen, daß man dann eine halbe Woche davon ißt. Aber das läßt sich machen. Gekocht und nicht gebraten, ist die Devise und so gab es:

  • Rindfleischsalat
  • Tafelspitz mit Cremespinat, Dillfisolen, Schnittlauchsauce und Apfelkren, Sahnekren, frisch geriebener Kren und Dillsenf
  • Tafelspitz mit Kochsalat mit Erbsen und Röstinchen
  • Und natürlich eine Rindsuppe mit Wurzelgemüse

Ich möchte nicht die Rezepte zitieren, diese sollten in den Weiten des Internet oder auch auf diesem Blog in einem anderen Beitrag zu finden sein. Nur die Dillfisolen möchte ich hervorheben, da bei diesen das Aufgießen mit der selbst gemachten Rindsuppe geschah und nicht mit Hilfe eines gekauften Rindsuppenkonzentrats. Wenn man so kocht, wie wir in dieser Woche, dann kann man eben aus dem Vollen schöpfen.

Rezept Dillfisolen nach Großmutters Art

Zu gleichen Teilen Butter und Mehl in einer Pfanne verrühren, also eine Einbrenn machen. Etwas Rindsuppe vom Tafelspitz abschöpfen und damit die Einbrenn aufgießen, verrühren. Die in Stücke geschnittenen Fisolen (auf kärntnerisch Strankalan, deutsch grüne Bohnen) hineingeben und die Dille einrühren. Den Sauerrahm nach Geschmack einrühren, mit Salz abschmecken.


In dem Buch „Forelle blau und schwarze Trüffeln“* von Joseph Wechsberg ist ein Kapitel der Wiener Kochkunst und dabei dem Tafelspitz im besonderen gewidmet. Im Kapitel „Tafelspitz für den Hofrat“ steht geschrieben:

Man mußte schon Metzger, Tierarzt oder langjähriger Stammgast bei Meissl & Schadn sein, um die speziellen Eigenschaften dieser „Gustostückerln“ zu kennen. Viele Wiener stammten aus den Provinzen der österreichisch-ungarischen Monarchie, aus Oberösterreich, Serbien der Slowakei, aus Südtirol, aus Böhmen oder Mähren. Diese Provinzler waren eifrig bemüht, ihre nichtwienerische Vergangenheit zu vertuschen und ihren Arrivismus zu verdecken. Sie wollten gerne noch wienerischer erscheinen als diejenigen, die in Wien geboren und aufgewachsen waren. Eine Möglichkeit, ihre Bodenständigkeit zu beweisen, sahen sie in der Zuschaustellung einer möglichst gelehrten Kenntnis der technischen Ausdrücke für gekochtes Rindfleisch. Das war fast wie eine Geheimsprache eines exklusiven Clubs. Wer nicht mindestens über ein Dutzend Stücke von gekochtem Rindfleisch sachkundig sprechen konnte, gehörte in Wien nicht dazu, gleichgültig, wieviel Geld er verdiente oder ob der Kaiser ihm den Titel eines Hofrats oder Kommerzialrats verliehen hatte.

Diese Gustostückerln sind zum Beispiel der Tafelspitz notabene, aber auch einen Tafeldeckel, einen Rieddeckel, ein Riedfleisch oder einen Kavalierspitz, einen Kruspelspitz, das Hieferschwanzl, Schulterschwanzl gab es da zu entdecken, etwa in einem der Speisesäle des Hotels Meißl & Schadn, wo damals die Gesellschaft von höchstem Rang zu speisen pflegte; wie etwa der Ministerpräsident Stürgkh, der dort täglich speiste, und eines Tages nichtsahnend mit seinem Attentäter in spe im gleichen Speisesaal saß: dem Dr. Adler, der, um nicht aufzufallen, ebenfalls etwas Gesottenes zu sich nahm, nämlich das der Kriegszeit entsprechende Tagesmenü: Rindfleisch mit Kohl.* In Wien war halt damals Tafelspitz und Co so allgegenwärtig, daß auch ein politisches Attentat in seinem Zusammenhang nicht auszuschließen war.

Doch kommen wir zurück zu Joseph Wechsbergers Buch. Das Tafelspitz-Kapitel wird mit einem Zitat eingeleitet:

Wien, Wien nur du allein

Sollst stets die Stadt meiner Träume sein

aus dem Wiener Lied „Wien Stadt meiner Träume“

Darunter wird vermerkt, daß es sich hierbei um ein Wiener Lied handelt. Zufällig ist mir bekannt, daß dieses Lied „Wien Stadt meiner Träume“, eines der berühmtesten Wiener Lieder überhaupt – der Peter Alexander hat es gesungen, der Richard Tauber… wenn man nur den Text liest, summt man unweigerlich die Melodie im Kopf mit… von einem polnisch-stämmigem Wiener geschrieben wurde, mit Namen Rudolf Sieczyński, Sohn einer polnischen Einwandererfamilie. Tja, so waren damals die Einwanderer oder ihre Abkömmlinge: sie wollten wienerischer sein als die Wiener. Und Komponieren konnten manche auch noch.


Fußnote: *Quelle: Wiener Geschichtsblätter Beilage Dokumentationen und Informationen 1, 1973: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=maw&datum=1973&page=261&size=45


Beiriedschnitte mit gegrilltem Gemüse

Mit rosarotem Pfeffer, im Mörser zerquetscht. Mit Courgette, gelben Zucchini, Mini-Zucchini, grünen, Melanzani, Paprika, Knoblauch, Zwiebel und wildem Brokkoli. Pak Choi! Und Schalotten.

Und Kalbs-Beiried von Cult Beef. Alles gebraten (oder heißt es gegrillt?) in der Woll-Grillpfanne. Darüber haben wir am Teller auch noch etwas mit Eiche geräuchertes Olivenöl verteilt, das wir uns aus Spanien extra haben einfliegen lassen, siehe hier. Alles in allem war es ausgezeichnet!

Das Beiried von Cult Beef gibt’s bei Transgourmet. Ich wüßte nicht, wo es das sonst gibt, aber Transgourmet ist halt ein Gastronomielieferant, der hat sowas. Der Transgourmet-Standort in unserer Nähe ist in Niederösterreich. Man braucht ein Auto, das stimmt schon. Aber keine Maske.


https://www.cultbeef.at/

http://transgourmet.at


Aus Purbach retour: Burgenländisches Letscho und Schopfbraten

Einweihungen wohin man schaut. Nicht nur, daß wir zum ersten Mal das in Purbach am Neusiedler See erstandene Gemüse zu Burgenländischem Letscho verarbeiteten. Nein, auch konnten wir von einem Gai-Fahrer Schweinefleisch und Schmalz kaufen. Und nicht zuletzt konnten wir endlich die vor kurzem erstandene Grillplatte aus einer Titanlegierung einweihen. Damit kann man auch eine größere Menge an Gästen bewirten.

Purbach ist ein am Neusiedler See gelegenes Städtchen, das über eine der schönsten Kellergassen des Burgenlands verfügt und über einen Weg, der durch den Schilfgürtel des Neusiedler Sees führt. Weitere Folklore und touristische Attraktionen hat der Ort zu bieten, mehr dazu auf der Homepage, doch leider keinen Fleischhauer. Google Maps spuckt zwar eine Metzgerei aus, doch an der angegebenen Stelle war nur ein Wohnhaus zu finden, von Fleisch keine Spur. Mutlos fuhren wir im Ort herum. Beim Vorbeifahren konnten wir eine Frau beobachten, die gerade Anstalten machte, in einem dieser wunderschönen großen alten Tore zu verschwinden. Auf Anhieb fielen ihr nur Spar & Penny ein. Ja Supermärkte haben wir in Wien eh auch genug. Doch dann verfinsterte sich ihre Miene, ob des schieren Geistesblitzes, der sie gerade getroffen hatte und sodann meinte sie hellauf, daß grad heut am Samstag, zufällig wenn wir also da sind, hier ein fahrender Fleischerhacker mit seinem rollenden Geschäft Station machte. Gleich da vorn am Kellerplatz ein Gai-Fahrer, wir hatten Glück! Es gab Dorfspeck, Verhackertes, Grammeln und Bratlfettn, Schopfbraten und andere Schmankerln, die aus einem umgebauten Wohnwagen heraus verkauft wurden, schmucklos ohne jegliche Aufschrift, da war einfach nur ein Fenster aufgerissen, das die Sicht auf die Fleisch- und Wurstwaren freigab. Würde man „Food Truck“ draufschreiben und mit ein bißl Farbe aufbrezeln, würde es nur so wimmeln vor lauter aufgeregten Gästen. Oder auch nicht, so was geht nur im urbanen Milieu. So standen nur zwei Einheimische vor uns, mit ihren Kindern an der Hand, die sich in aller Ruhe ihre Kabanossi aussuchten. Nun hatten wir also das Fleisch aus der hiesigen Gegend. Und wie schaut es mit dem Gemüse aus? Da gab uns der fahrende Fleischhacker einen Tipp: wir müßten nur ein Stückerl weiter schauen, da kommen wir zu einem „Hansagfood“. Wir hatten keine Ahnung was das ist, aber als wir das sahen, wurde es uns sogleich klar: ein Hofladen in einer Art Container, darin sind nur zwei Personen zugelassen (Stichwort Corona), aber viel mehr gehen da eh nicht hinein. Nun das war natürlich ein Wonnemoment, all die vielen Lebensmittel aus der Gegend um den Neusiedler See, alle versammelt auf einem Platz. Eine Reihe mit Steigerln war nur mit Paradeisern bestückt, eine andere nur mit Paprika in verschiedenen Größen und Farben, verschiedene Sorten. Es gab keine Ladnerin, die einem die Ware verkauft. Man muß selbst abwiegen und bezahlen. Und das funktioniert. Denn es gibt nicht nur in Purbach einen solchen Hofladen. Wir haben uns eingedeckt und das Rezept für das Burgenländische Letscho abfotografiert. Das schmeckt etwas wässriger als das Letscho, das wir sonst immer machen, wohl weil es mit Gurke ist. Und wenn man genau hineinschmeckt, merkt man die auch, wir haben die Essiggurkerl-Variante genommen. Ein bisserl scharf ist es, nicht allzu viel, genau das Richtige für die sommerlichen Temperaturen, die wir haben.

Und was passiert nun mit dem Dorfspeck? Der kommt in die Spaghetti carbonara hinein, heute am Abend.

Der fahrende Fleischhauer Gerald Schuh

Firma Woll, Hersteller edler Pfannen aus Saarbrücken

https://woll.de/serien/aluminium-kochgeschirr/titan-best/36/diamond-titan-best-guss-grillplatte/teppan-yaki-platte?number=243TB

Hansagfood


Gai-Fahrer

https://kurier.at/chronik/oberoesterreich/gai-fahrer-brot-milch-und-ein-offenes-ohr/789.247


Spotted Wolffish & Fried Zucchini

Steinbeißer in Pariser Panier. Statt Chips gibt’s frittierte Zucchini. Backfisch auf die andere Art.


Doch zuvor Zitronen-Mayonnaise Eine Quick-Mayonnaise wie hier zubereiten. Mit Zitronensaft und gehackter Zitronenmelisse abschmecken. Fried Zucchini mit dem Sparschäler in längliche, dünne Scheiben schneiden. Mehl mit Salz und weißem Pfeffer verrühren. Die Zucchinischeiben im Mehl wenden und schön abklopfen. In Rapsöl frittieren und – ganz wichtig – auf Küchenkrepp das Fett von den Zucchini aufsaugen lassen. Spotted Wolffish Das Steinbeißerfilet längs halbieren und dann dritteln. Salzen und mit weißem Pfeffer bestreuen, mit Zitronensaft beträufeln. In Mehl wenden. Durch das verquirlte Ei ziehen und beidseitig in heißem Rapsöl herausbacken.

(1 Steinbeißerfilet ca. 390 g = 2 Portionen)

Die Zucchini  brauchen etwas länger als der Steinbeißer, bis sie fertig frittiert/ gebacken sind. Das heißt, die Zucchini vorher einlegen, dann erst den Steinbeißer.

Tipp aus der Kombüse

Spotted Wolffish. My God! What a hell of a fellow is thar rumbling in the galley!

The unknown skipper

Fish ´n´ Chips

170 Gramm Mehl, einen Viertelliter Schwarzbier, einen Dotter, einen Teelöffel süßes Paprikapulver, ein paar Spritzer pikante Chilisauce gut verrühren. Das Eiklar mit einem halben Teelöffel Salz steif schlagen und vorsichtig unter die Mehlmasse heben. Fish Den Seelachs in zirka zwei bis drei Zentimeter breite (ein Inch!) Stücke schneiden, mit Zitronensaft beträufeln, salzen und pfeffern. Durch die Masse ziehen und in heißem Rapsöl herausbacken. Chips Die Kartoffeln waschen, schälen, in Stifte schneiden und in eine Schüssel mit Wasser geben, eine halbe Stunde lang, um die Stärke etwas auszuschwemmen, anschließend gut abtrocknen. Die Chips bei mittlerer Hitze frittieren ohne daß sie Farbe bekommen und kurz vor dem Servieren hellbraun frittieren. Curry-Mayonnaise, eine Mayonnaise machen wie hier und mit Currypulver abschmecken.

Hol mich der Riesenkrake! Fish ´n´ Chips wie damals in den Southampton docks!

Ein zufällig anwesender alter Seebär

Fish and chips have been feeding the masses since 1860s and became a stable meal of the working class as it kept up morale during both world wars and was one of the few foods not subject to rationing.

National fish and chips day best restaurants in Southampton | Daily Echo


Spitzmorchel und Makkaroni mit Sot-l’y-laisse vom Steirerhuhn im Schmorjus

Jetzt ist Morchel-Saison! Geschmort und mit Hühnerbrühe abgelöscht sind sie ein lukullischer Genuß. Das Sot-l’y-laisse ist das wahre Filet vom Huhn, ein Narr, wer‘s liegen läßt, möchte man glatt ausrufen, wenn man‘s ißt. Knusprig gebraten wird es zur Wonne des Epikureers. Dazu kommen: selbst gemachte Makkaroni vom Hartweizengries, die dampfen auf dem Tisch, eine Sauce aus dem Bratensaft und Geflügeljus und ein Gläschen Grüner Veltliner, Wein Classic aus dem Weinviertel.

Dieser himmlische Geruch der schmorenden Morcheln!

Palazzo!

Eudaimonie war noch nie so nah!

Aufschrei eines nicht leicht in Verzückung geratenden Topfguckers

Spitzmorcheln

Die Morchel „beginnt sich jetzt Mitte April aus der Erde zu schieben.“, wie es bei der Waldmeierei heißt, siehe hier. Sie steht in Deutschland unter Naturschutz, man darf sie zwar mitnehmen, jedoch nur in kleinen, für den privaten Gebrauch üblichen Mengen. Hinweis an die Spitzbuben: Carabinieri liegen auf der Lauer und pirschen durchs Land! Gefunden wird die Morchel auf Wiesen und Auwäldern etwa, wenn auch nicht von uns: für uns gab es sie am Wiener Rochusmarkt.

Mehr zur Morchel bei Waldmeierei

Sot-l’y-laisse

Was ist das feinste Stück vom Huhn? Sot-l’y-laisse heißt: „ein Narr, wer‘s liegen läßt“. Unbekannt im Schnitzelland kommt es aus der französischen Tradition. In Frankreich hat es das Sot-l’y-laisse wohl auch nicht leicht gehabt bei der Durchsetzung, wie der närrische Ausdruck vermuten läßt, der wohl von den Befürwortern auf die Ignoranten dieser Behaglichkeit gemünzt ist. Das Sot-l’y-laisse liegt am Rücken über den Schenkeln, es ist nicht leicht zu finden, es ist sehr klein, aber auch sehr gut. In Deutschland wird dieses edle Stück vom Huhn „Pfaffenschnittchen“ genannt. So heißt es wohl in Anlehnung an das Pfaffenstück, dem besten Stück vom Fleisch, egal welchem, das früher im Dorfgasthaus für den Pfarrer reserviert war.

Wir haben ein ganzes Hähnchen gekauft, somit hatten wir zwei Sot-l’y-laisse, gebraucht hätten wir 20, deshalb haben wir auch etwas von der ausgelösten Keule dazu gegeben. Wie kann ein Rezept entstehen, bei dem man 10 Hühner benötigt und von diesen nur einen winzigen Teil? Man muss sich das so vorstellen: früher wurden ganze Hühner verarbeitet, in einem guten Restaurant wurden Saucen gemacht, aus den Hühnerkarkassen wurde Hühnerbrühe gemacht, jeden Tag, morgens. Doch bevor die Karkassen ausgekocht wurden, wurden die Sot-l’y-laisse auf die Seite gelegt, davon war also genug da.

Der Rest des Huhns, die besten Teile ausgenommen, die leicht bei einem anderen Gericht Verwendung finden, kam in den hellen Geflügelfond und in den Geflügeljus. Für den Geflügeljus mußten wir noch ein bißchen nachlegen mit ein paar extra dazu gekauften Hühnerflügerln.

Das ist die Komplettverwertung eines Huhns!

Eine anwesende Spitzenköchin

Nach einem Rezept von Alain Ducasse aus dem „Grand Livre de Cuisine, Kulinarische Enzyklopädie„*: Seite 914: Grüne Makkaroni und Morcheln mit einem Hauch Sahne, Sot-l’y-laisse vom Landhuhn in Schmorjus.

Schwarzwurzel mit Sauce béarnaise und Rindersaftschinken

Spargel ist sehr gut, doch Schwarzwurzel passt auch zur Sauce béarnaise. Die Sauce béarnaise ist wie eine Sauce hollandaise, nur dass als Kräuter Estragon verwendet wird.

Frühlingsgruß auf karfiolisch

Einen kleinen grünen und einen kleinen weißen Karfiol in Röschen teilen, mit Olivenöl und Salz mischen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und im Backrohr bei 190 Grad 30 Minuten rösten. In der Zwischenzeit drei Frühlingszwiebel in dünne Scheiben schneiden, 150 Gramm Sojabohnen blanchieren und enthäuten. Den Karfiol aus dem Backrohr nehmen und in eine Schale geben, mit den Frühlingszwiebel, Sojabohnen, getrocknete Cranberries, Cashewkerne, gehackten Koriander und zwei Esslöffel geröstetem Sesam vermischen. Dressing: 80 Gramm Tahini mit 120 Milliliter Wasser den Abrieb und den Saft einer Zitrone und Salz gut verrühren. Den Salat damit marinieren. 


Inspiriert von Tanja Grandits „Tanja vegetarisch“*, S. 104

Niemand weiß, wo Karfiolien liegt.

Sprichwort aus Karfiolien

Zwei Pizzen, ein Malzteig

Wenn der Gast nicht zur Pizza kommt, kommt die Pizza zu ihm. Nicht ganz, man muss sie schon selber machen, aber dafür hat man die Gelegenheit einen neuen Teig auszuprobieren, und zwar mit Malz! Die Pizza war sehr schön von der Farbe her, vielleicht etwas dünkler als normal, knusprig und würzig vom Geschmack her.


Rezept Pizza mit Malzteig

Für zwei Pizzen

Für den Malzteig 15 Gramm Germ mit einer Prise Zucker und einem Esslöffel Malzpulver und 23 Milliliter lauwarmes Wasser einrühren. 50 Milliliter Olivenöl, 500 Gramm Mehl und einen Esslöffel Salz dazu geben und mit der Küchenmaschine 10 Minuten durchkneten, bis der Teig schön geschmeidig ist. Den Teig mit einer Frischhaltefolie luftdicht abgedeckt 24 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Eigentlich soll man den Teig ja zwei bis drei Tage ruhen lassen. Aber das geht sich an einem Wochenende nicht aus.

Zwei Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen. Für die Tomatensauce: Zwei Zwiebel und zwei Knoblauchzehen halbieren und in 100 Milliliter Olivenöl in einem Topf erwärmen. Die ganzen Zwiebeln dazugeben und auf der Schnittseite anschwitzen. Einen Kilo Tomaten grob würfeln und in den Topf geben und eine halbe Stunde köcheln. Zwiebel und den Knoblauch entfernen, das waren nur Aromastoffe, und durch ein Spitzsieb drücken, mit Salz abschmecken.

Die eine Pizza belegen mit geriebenem Bergschafkäse, Oliven, Schinken und zum Schluss mit abgezupften Basilikumblättern. Die andere Pizza belegen mit ganzen Mandeln, Datteln, Ziegenfrischkäsestücke und abgezupfte Minzeblätter.


Inspiriert von Tanja Grandits: Tanjas Kochbuch*, S. 232

Gebratener Bergkäsetoast mit Himbeersenf

Technische Strohwitwer sind wir geworden, die Espressomaschine hat uns verlassen, sie ist beim Service. Das was man da auf dem einen Bild mit dem Brot sieht, ist leider keine Tasse italienischer Kaffee. Sondern Muckefuck aus Lupinen. Der Sonntagskaffee entfällt somit! Uns taugt ja ein ausgedehntes, gemütliches Sonntagsfrühstück, aber wenn schon das Trinken etwas mau ausfällt, so soll es uns beim Essen erst recht gut gehen. So haben wir uns als Ausgleich Tanja Grandits‘ gebratenen Käsetoast mit Himbeersenf erkoren. Nun weiß ich endlich, was man mit Himbeeressig anfangen kann.


Rezept Gebratener Bergkäsetoast mit Himbeersenf

In Ermangelung von Senfpulver haben wir Senfkörner im Standgerät püriert. Das Senfpulver mit Dijonsenf und Apfelessig verrühren, auf die Seite stellen. Honig erwärmen. Zum Honig den Apfelessig, die Himbeeren, den gemahlenem Szechuanpfeffer und das Salz dazu geben und eine Viertelstunde leicht köcheln lassen. Mit der Senfmischung vermischen und durch ein Sieb streichen. Durchrühren und in ein Glas umfüllen.

Eine rote fein geschnittene Zwiebel  salzen und mit Himbeeressig und gemörsertem Szechuanpfeffer vermischen.  Eine Scheibe Toast mit Himbeersenf bestreichen, mit einer 2 mm dicken Scheibe Ziegen-Bergkäse belegen. Wir haben uns die extra so dick abschneiden lassen. Die roten Zwiebelstücke darauf verteilen. Eine weitere Scheibe Toast mit Himbeersenf bestreichen und zuklappen. Bei mittlerer Hitze in der Pfanne mit Olivenöl braten. Mit zerstoßenem Szechuanpfeffer bestreuen.


Inspiriert von Tanja Grandits „Tanja vegetarisch“*, S. 62

Als Toast haben wir dieses Mal ausnahmsweise selbst einen Toastwecken und noch dazu mit Mohn gebacken, siehe Tanja Grandits „Tanja vegetarisch“*, S. 230

Dieser Toast ist ausgesprochen lecker und knusprig und wie geschaffen für den Himbeersenf-Bergkäsetoast. Dafür braucht man gemahlenen Mohn. Da wir keinen gemahlenen Mohn aus dem Waldviertel bekommen haben, haben wir den Mohn kurzerhand selbst im Standgerät püriert.