2 Erdäpfeln und eine Stange Lauch grob schneiden, in Olivenöl anschwitzen. Mit hausgemacher Gemüsebrühe aufgießen und weichkochen. Die Kräuter grob hacken, dazugeben. Nur leise köcheln, damit es die Farbe nicht verliert. Im Standmixer pürieren. Durch ein Sieb zurückgießen. Schlagobers dazu. Salzen. Dazu mit gekochtem Ei, Schnittlauch und Kresse garnieren.
Und aus der Fusionküche ein Salat:
Heißgeräucherter Lachs mit Avocado, Birne, Radieschen und Meerrettichcreme
Bei uns war der heißgeräucherte Lachs ein Stremellachs, wie man ihn aus der Norddeutschen Küche kennt. Die einen sagen Fusion dazu, die anderen Norddeutsche Küche.
Nach Peter Gordon, Salatsensationen, S. 104
Mit selbstgemachtem Knäckebrot und Haferstangeln.
Nachspeise: Espresso-Kakao-Creme mit Mango, nach dem Mikrobiom-Masterplan-Kochbuch S.164
Wein: Zierfandler maischvergoren, 2022, Michael Sanoll, Baden bei Wien. Dieser Wein wurde ohne Maschinen nach alter Tradition hergestellt. Mit bernsteinerner Farbe wie der Whiskey.
Tip: Kartoffeln sind so günstig wie schon lange nicht mehr, aufgrund einer Rekordernte, auf geht’s zum Kartoffelessen!
Das Lamm war schon das Opfertier von Beginn an. In der biblischen Urgeschichte, dem Buch Genesis, gleich nach der Vertreibung aus dem Paradies, kommt die Kain-und-Abel-Geschichte. Abel opferte das Erstgeborene seiner Schafherde, also ein Lamm. Jesus Christus selbst ist das Lamm Gottes, ans Kreuz genagelt, die Sünden der Welt auf sich und hinweg zunehmen; die Passionsgeschichte zu Ostern erzählt seinen Leidensweg, in der Liturgie ist das Agnus Dei ein fester Bestandteil: “Lamm Gottes, nimm hinweg die Sünde der Welt“. Das umgangssprachliche Wort vom Opferlamm, das man nicht sein will, kommt nicht von irgendwo. Nur eine Band aus den Siebzigerjahren, die sich den biblischen Namen „Genesis“ gab, konnte damit nicht recht was anfangen und reduzierte das Lamm zu einem surrealen Versatzstück in „The Lamb lies down on Broadway“, 1974. Stattdessen empfiehlt es sich wohl, rund 300 Jahre in der Musikgeschichte zurückzugehen und Bachs Matthäuspassion anzuhören, zum Beispiel in der Urfassung vom Karfreitag 1727. Es gibt eine Aufnahme aus der Thomaskirche Leipzig, eingespielt vom Thomanerchor Leipzig und dem Gewandhausorchester aus dem Jahr 2006, Rondeau GmbH.
Heute an diesem christlich bedeutungsvollen Tag gibt es: Lammschulter, Grünkohl, Melanzani, Shiitake, Minze, Naturjoghurt und Sumach
In diesem Salat werden nahöstliche und japanische Elemente miteinander kombiniert.
Peter Gordon, Salatsensationen (Savour, Salads for all Seasons, 2016), S. 232. Die Küchenfee hat es um Mediterranes erweitert (Rosmarin, Knoblauch). Ist es dadurch zur Mesalliance geworden?
Zubereitungstips, statt einem Rezept
Die Küchenfee hat es nicht genauso gemacht, wie es geschrieben steht: das Lammfleisch benötige noch etwas Zusätzliches, meinte sie. Deshalb wurde die Lammschulter – nachdem sie gesalzen und gepfeffert war, die feuerfeste Form mit Rosmarinzweigen und zerdrückte Knoblauchzehen ausgelegt – darin eingelegt und mit Rosmarin und Knoblauch belegt. So mariniert kam es in den Ofen, 160° C, 1:30 h.
Auberginen salzen und etwas liegen lassen, dann die Feuchtigkeit mit Küchenrolle abtupfen. Mit Olivenöl bepinseln, beide Seiten in der Grillpfanne anbraten.
In eine Schüssel Olivenöl geben und Griechisches Joghurt mit Minze und Sumach vermischen. Kaltstellen.
Grünkohl: fritieren, in Bratolivenöl. Auf einen mit Küchenkrepp ausgelegten Teller legen. Im Ofen bei 80° C knusprig trocknen.
Serviettenform: Lilie, Symbol für ewiges Leben.
Mesalliance oder nicht. Uns hat’s geschmecket!
Wo willst du, daß wir dir bereiten, das Osterlamm zu essen?
Matthäus 26, 17b, vertont von Bach im Rezitativ „Das letzte Abendmahl“
Der Tod war es, der aus der fiktiven Schuld die reelle werden ließ: Das sterbliche Wesen kann nicht leben ohne die Schuld, wegen seiner endlichen Lebenszeit den nächsten als den Rivalen um jedes Lebensgut nicht lieben zu können.
Hans Blumenberg, Matthäuspassion, Kap. „Immer wieder: was geschah im Paradies?“, S.95, Bibliothek Suhrkamp, 1988
Gelbe Zwiebeln (von den Leiser Bergen im Weinviertel) statt Schalotten
Alles andere konnten wir besorgen.
Wir sollten öfter Schwarzwurzeln essen. Haben die meisten Ballaststoffe.
Sagte die Küchenfee beim Schwarzwurzelschälen in der Abwasch mit Gummihandschuhen, abspülen mit kaltem Wasser. Einlegen in Wasser mit Zitronensaft.
Kräuterseitlinge haben das meiste Spermidin. Ein Jungbrunnen, Superfood.
Ebenfalls die Küchenfee
Rezeptfassung wie wir es gemacht haben
Ohne Mengenangaben, das Buch gibt’s sicher noch antiquarisch
Das Ribeye salzen, pfeffern und mit Öl bestreichen. Auf Zimmertemperatur bringen (=warten).
Die geputzten Schwarzwurzeln im heißen Salzwasser mit Branntweinessig durchgaren. In einem Topf mit zerlassener brauner Butter die Knoblauchscheiben und den gehackten Ingwer anschwitzen. Die Schwarzwurzeln mit Thymian, Salz und Pfeffer dazugeben. Bei geschlossenem Deckel, aber unter häufigem Umrühren, bis die Schwarzwurzeln schön goldbraun sind. Zitronensaft unterrühren.
In einer Pfanne mit Olivenöl die gewürfelten Zwiebeln glasig anschwitzen. Die großen Kräuterseitlinge anbraten, wenden und dann erst die Zwiebeln dazugeben und salzen, pfeffern. (Hier mußte die Küchenfee die Reihenfolge ändern, da das Rezept für die kleinen Pfifferlinge ausgelegt ist, aber die Kräuterseitlinge brauchen länger, weil größer.) Dann die Erbsen und warmhalten.
Wenn die Zwiebeln angeschwitzt werden, dann bekommt man einen Duft in die Nase!
In einer Grillpfanne ohne Rillen (sonst kann man danach den Blattspinat nicht machen) das Steak 3 Minuten anbraten, wenden. Danach nur noch 1,5 Min., wenn es blutig sein soll. (und es soll ja!) Im Backrohr in Alufolie gepackt 8 Min. durchziehen lassen. Aufschneiden.
In die Pfanne mit dem Bratensaft den Blattspinat hineingeben und leicht erhitzen, zusammenfallen lassen.
Anrichten auf vorgewärmten Tellern, zuerst den Blattspinat, dann Schwarzwurzeln, Steakschnitten, dann Erbsen, Pilze, Meersalzflocken.
Nach Peter Gordon, Salatsensationen (Savour, Salads for all Seasons, 2016), S. 222
Peter Gordon, der Meister der Fusionsküche, der von Neuseeland nach Australien auswanderte und den asiatischen Raum bereiste, hat viele Kochbücher geschrieben. Wir haben nur dieses eine, es gibt nur dieses auf deutsch. Mittlerweile hat er sich wohl zur Ruhe gesetzt, das Restaurant in Auckland, Neuseeland „Homeland“, ist seit 2024 geschlossen. Neue Kochbücher, gar auf deutsch, sind nicht mehr zu erwarten.
Vorher/nachher: Nach dem Putzen und Schälen haben die Schwarzwurzeln beträchtlich an Umfang verloren. Bleibt weniger als die Hälfte über. Alles Abfall. Aber ist ja biologisch abbaubar.
Peter Gordon mag wohl Schwarzwurzeln, so wie wir… sonst wären sie nicht auf der Titelseite vom Kochbuch, worauf auch im Rezept verwiesen wird.
Wein: Z, Martin Pasler, 2017, Jois (liegt direkt am Neusiedlersee, ein schöner Flecken Erde…). Quiz: Ich hab noch nicht herausbekommen, was in dieser Cuvée drin ist, aber ich tät einmal sagen Blaufränkisch und Merlot. Dann auf der Homepage nachgeschaut: Es ist Zweigelt und Merlot.
Aber mit Forelle! Dieser heimische Fisch lässt uns an tropische Gefilde denken: eine ungewöhnliche Kombination und doch steht die Forelle in völligem Einklang mit Quinoa, der süßlich-sauren Maracuja und den peruanischen Klassikern Süßkartoffel- und Kochbananenchips. Die Tigermilch, in der die Forelle ein Bad nimmt, gehört zum Standardrepertoire der peruanisch-japanischen Küche.
Eine Hühnersuppe ist das Hausmittel schlechthin, mit dem man eine Erkältung wieder los wird. Das dafür notwendige Suppenhuhn eignet sich bestens zur Weiterverwendung als Curry-Huhn.
Gebratenes Entrecote vom Scotch Beef. Mit Ofentomaten, Fregola Sarda und der erwachenden Jahreszeit entsprechend mit Bärlauchpesto. Dazu Kartoffelchips. Shane McMahon will ein irisches Entrecote. Eines von einem Rind, das auf den saftigen Hügeln und Wiesen Schottlands gegrast hat, ist es geworden. Schwierig war es, die Fregola Sarda zu bekommen. Hierbei wollten wir uns an die Originalrezeptur halten und nicht etwa auf Tarhonya ausweichen, obwohl wir die auch mögen. Denn nur Fregola sarda ist geröstet, sie läuft auch unter der Bezeichnung Fregola tostata.
Gebratener grüner Spargel aus der Region Madrid, die für Spargel und Erdbeeren weit über ihre Grenzen hinaus bekannt ist. Garnelen, die mit gepopptem Vollkorn-Quinoa paniert sind. Eine Tomatensauce mit den klassischen Mittelmeerkräutern Thymian, Rosmarin, Basilikum. Alles in allem eine kleine, aber feine Vorspeise. Nach einem Rezept von Shane McMahon. Bei diesem Gericht ist schon sehr stark die Vorliebe der Engländer für die Iberische Halbinsel zu bemerken.
Feine Pifferlinge und Pinienkerne, geröstet und gebraten in einer Marinade, die auf der Grundlage von Kerbel beruht. Laut ursprünglichem Rezept soll man Waldkerbel nehmen, der nicht so süß schmeckt wie der normale Gartenkerbel, dafür aber würziger ist, so steht es im Wildpflanzenbuch. Nun, den hatten wir nicht. Dafür gab es als Ausgleich eine Fleischbeilage. Ich glaube, damit kann ich leben.
Die Gundelrebe befindet sich im Pizzateig, in der Tomatensauce und kommt obendrauf. Also Gundelrebe überall, doch eigentlich ist es eine Pizza Margherita, wenn man auf die weiteren Zutaten schaut: Tomaten, Mozzarella, Olivenöl. Dazu ein Ribiselwein. Eine einfache Pizza und ein einfacher Wein.
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.