Die Jakobsmuscheln werden sanft gebraten. Für die Chilikonfitüre werden verschiedene Gemüse frittiert und dann püriert, mit etwas Olivenöl aufgegossen und so lange einköchelt, bis eine konfitüren-ähnliche Konsistenz entsteht. Der Bierrettich wird über Nacht gut eingelegt in einem Essig-Honig-Chiligemisch und dann mit Granny-Smith-Äpfeln, Radieschen und etwas Feldsalat zu einem Salat angemacht.

Rezept

Am Vortag

Für den eingelegten Bierrettich Reisessig, Honig, Pfefferkörner, Nelken, Chilischote mit Wasser salzen, erhitzen bis sich Honig und Salz aufgelöst haben. Den in Streifen geschnittenen Bierrettich einlegen und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Am Folgetag

Tamarindenwasser machen: Tamarindenmark in kochendem Wasser einweichen und etwa eine halbe Stunde verrühren, bis es sich aufgelöst hat. Abseihen.

Für die Chilikonfitüre Kokosöl auf Frittiertemperatur bringen und dann nacheinander braten: die dünn geschnittenen Schalotten 6 bis 7 Minuten,  dünn geschnittenen Knoblauch 2 Minuten, Chilischoten 1 Minute, Garnelen 30 Sekunden.

Alles abkühlen, abtupfen. Ein paar Schalottenringe beiseite stellen. Alles Andere mit etwas Olivenöl zu einer Paste pürieren. Mit Honig, Fischsauce, Galgantpulver und Tamarindenwasser 15 Minuten köcheln, bis eine Konfitüre entsteht.

Für den Bierrettichsalat den eingelegten Bierrettich aus dem Kühlschrank holen und die Marinade weggeben. Geputzte und mit geschälten Granny-Smith-Äpfel in dünnen Scheiben in Zitronenwasser 30 Minuten ziehen lassen. Bierrettich und Äpfel mit in dünnen Scheiben geschnittenen Radieschen, Feldsalat, Olivenöl, Salz, Pfeffer vermischen.

Die Jakobsmuscheln salzen und pfeffern und in einer Pfanne mit Kokosöl 5 Minuten braten bis sie auf allen Seiten schön goldbraun sind.

Anrichten: Die Jakobsmuscheln mit dem Bierrettichsalat und einen Löffel Chilikonfitüre servieren. Mit frittierten Schalottenringen garnieren.

Inspiriert von

Yotam Ottolenghi, Ramael Scully „NOPI Das Kochbuch Orientalisch  Asiatisch Raffiniert“, DorlingKindersley 2015 „Gebratene Jakobsmuscheln mit eingelegtem Daikon und Chilikonfitüre“, S. 56

Daikonrettich

Yotam Ottolenghi, Ramael Scully wollen einen Daikonrettich, das ist die japanische Ausgabe von Rettich. Aber ich bin sicher Bierrettich, wie wir ihn hierzulande kennen, passt auch.

15 Comments

  1. Das ist ein Rezept für leidenschaftliche Köche und Gourmets, die diese Mühe zu schätzen wissen. Es ist ja ganz schön zweitaufwendig, auch wenn es ein Hochgenuss zu sein scheint. Nichts ist schlimmer, als wenn sich der Koch so viel Zeit zur Zubereitung nimmt und die Gäste es nicht zu schätzen wissen.

    1. Du sagst es, aber Christian und seine Küchenfee sind leidenschaftlich und haben sicherlich Gäste, die Ihre Bemühungen zu schätzen wissen. Es ist ja was sehr schönes sich selbst zu verwöhnen und dabei auch immer mehr zu lernen, je weiter man kommt. Christian & Co sind da ganz schön weit gekommen. Mir gefällt das sehr, denn ich liebe Menschen ,die gerne gut essen und sich Zeit nehmen. Meistens sind das die interessantesten Zeitgenossen!

    1. Für uns war es das erste Mal, dass wir uns an Muscheln überhaupt herangetraut haben. Jakobsmuscheln sind ja ganz einfach in der Zubereitung. Im Gegensatz zu andern Muscheln, bei denen man aufpassen muss, dass sich auch die Schale öffnet. Deshalb haben wir keinen Vergleich zu anderen Muschelgerichten. Aber es hat uns ausgezeichnet geschmeckt!

  2. Ich freue mich wirklich sehr, wie Ihr NOPI von Ottolenghi, das viele ja für sehr anspruchsvoll an die Nachkocher wahrnehmen, interpretiert. Was soll ich sagen, es sieht ober lecker aus, ich bin neidisch mit wie viel Expertise und vor allem Engagement Ihr am Werk seid. Und für mich ist das die beste Präsentation dieses Kochbuchs, die ich vor den Bildschirm bekommen habe, Chapeau, das können nur sehr wenige!

    1. Ich kann nur sagen, dass uns dieses Kochbuch ausgezeichnet gefällt. Mehr solche Kochbücher, mehr solche Rezepte. Warum nicht anspruchsvoll? Was ist das überhaupt? Anspruchsvoll ist alles, das einen beansprucht, also anstrengt. Man muss sich einer Sache voll und ganz widmen, versuchen zu verstehen. Und dann plötzlich, wenn man Bescheid weiß, geht es fast wie von alleine. Und das ist das Schöne. Man muss sich heran wagen und anstrengen, dann sieht man, wie etwas entsteht je mehr man kocht. Man spürt, dass es gelingt! Jeder Schritt, jedes Kosten, jedes gestalterische Mitdenken macht Freude. Und am Ende wird man belohnt mit zauberhaften Genüssen, die man zuvor nicht für möglich gehalten hätte. So wie zum Beispiel diese Chilikonfitüre. Die ist ein wahrer Genuss! Ottolenghi schreibt zwar, man könnte sie auch abkürzen, aber er empfiehlt es nicht. Und recht hat er! Man würde sich selbst um ein unvergleichliches Geschmackserlebnis bringen.

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