In einer kleinen Kuchl verarbeitet die Hofköchin landwirtschaftliche Erzeugnisse, vorzugsweise aus unserem Landstrich. Dabei fallen regelmäßig Küchenereignisse an, über die wir auf diesem Blog berichten.
Küchenereignis, das; -ses, -se: außergewöhnliches Ereignis, das mit schöner Regelmäßigkeit in der Küche anfällt.
Thunfischaufstrich-Brot mit Jungzwiebel, Radieschen und Tomaten
Thunfischaufstrich vom Kulinarium Burgenland, Eisenstadt. Der Thunfischaufstrich war außerordentlich schmackhaft! Den hatte ich schon mal, aber woher bloß kenne ich den…
Pannonier, ein Roggenbrot, vom Kulinarium Burgenland, Eisenstadt. Daß es sich wohl um ein Sauerteigbrot handelt, steht unter Fernerliefen in der Zutatenliste: Roggenvollkornsauerteig, worauf auch die großen Hohlräume im Brotlaib deuten.
Jungzwiebel, Radieschen und Tomaten vom Hofladen „allerhand“ in St. Andrä.
Wildbratwürstel mit Ofenkartoffel und Topfencreme mit Gemüsegarnitur
Wildbratwürstel vom Kulinarium Burgenland, Eisenstadt. Das schmeckt so gut, daß man mit dem Senf sparsam umgeht, oder gleich gar keinen nimmt, um sich den Geschmack vom Würstel nicht zu verderben. Kein Wunder, sie bestehen zu 90% aus Hirsch- und Wildschweinfleisch.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA
Wir leben ja in der besten aller möglichen Welten und wer’s nicht glaubt, der möge diese Geschichte einer kulinarischen Umorientierung lesen, eine wahre Begebenheit!
Wir fuhren nach Eisenstadt in die Markthalle „Kulinarium Burgenland“ vor dem Schloß Esterházy. Dort gab es auch Brot von Joseph und Öfferl, man sieht, es geht auch ohne gurkerl, doch wir nahmen Brot von Pannatura, einen Sandwichwecken, den „Pan nonier“. Von Pannatura gab es noch: Hirschschnitzeln, Wildschweinschnitzeln, Bratwürste, Esterházy-Eier und da es auch heißen Leberkäse gab, Wildleberkäse noch dazu, konnte ich nicht widerstehen und eine frische Leberkässemmel essen, auch die Küchenfee nahm eine. Bei Martina’s Brotkultur nahmen wir Oliven, einen geräucherten Saibling, korsischen Schafkäse und Thunfischaufstrich. Fisch vom Neusiedlersee gab es nicht, da gerade Schonzeit ist, erst im Juni wieder! Von der Markthalle nebenan nahmen wir ein Angus-Geselchtes mit sowie Majoran, Lorbeerblatt, u.s.w.
Es geht auch ohne gurkerl, man muß nur ins Burgenland fahren.
Womit bewiesen wäre, wir leben ja doch in der besten aller möglichen Welten!
Wir fuhren bei Iris vorbei, doch leider war der Stand mit den Gemüseraritäten in Purbach geschlossen. Wir waren ratlos, hat sie für immer geschlossen oder sind wir nur zu früh da? Dabei war sie doch erst kürzlich im Fernsehen zu sehen. (War eine Wiederholung.)
Beim Stekovics in Frauenkirchen gab es nur Eingeglastes, keinen Knoblauchzopf, so fuhren wir weiter zum Rommer, einem Hofladen bei der Basilika, dort gab es Kartoffeln, „rote kleine“ und Ofenkartoffeln. Dann ging es weiter zum Leeb nach St. Andrä, doch konnte ich nicht ungeschaut beim Umathum vorbeifahren. So kamen noch ein Pinot Noir und ein Kirschgarten dazu, das ist ein Blaufränkisch. Die Küchenfee nahm einen Traubensaft. Josef Umathum war gerade mitten in einer Weinverkostung mit einem Englisch sprechenden Herrn und einer Dame, die aber auch deutsch sprach. Beim Umathum habe ich auch gesehen eine Holzkiste mit 15 Flaschen einer Burgenland-Auswahl, Ernst Triebaumer, Feiler-Artinger, Krutzler, Paul Achs, Kollwentz, Hans Igler, Leberl, Kerschbaum, Giefing, Gesellmann, Juris sind dabei – und Umathum natürlich selbst! Da erschien vor dem geistigen Auge die Aussicht auf der Terrasse, den ersten Roten aus der Holzkiste im Dekantierer und ein Glas davon in der Hand. Doch diese nahmen wir nicht mit, ebenso nicht die Kiste mit den 5 neuen Weinen und einer historischen, pannonischen Sorte. Erst bis es uns endgültig ins Burgenland zieht. Die werden wir nicht hinundher spazieren fahren.
Beim Leeb waren die Kirschen gerade aus, nur welche zum kosten waren da, die schmeckten ausgezeichnet! Wir nahmen den Kronprinz Rudolf sparkling, einen Apfelschaumwein, sowie Mariella, einen naturtrüben Apfelsaft, Silbermedaille, Pinova, ebenso naturtrüber Apfelsaft, Goldmedaille, das heißt das ist der Landessieger des Burgenlandes 2026. Sowie ein Freiraumgold “Kronprinz Rudolf“ ebenso ein naturtrüber Apfelsaft.
Dann ging es zum Bauernladen „allerhand“ in St. Andrä auf Empfehlung von Umathum, wo wir Gemüse kauften, Salat, Tomaten, Kohlrabi, Jungzwiebel, Paprika, Spargel, Radieschen und Erdbeeren. Man muß alles selbst einscannen und bezahlen, der Laden wird videoüberwacht.
Auf der Rückreise blieben wir bei der Bäckerei Goldenitsch in Frauenkirchen stehen, wir brauchten Semmelbröseln für die Schnitzeln. Doch gab es auch Somlauer Nockerln, die als Schnitten daher kamen und es gab Grammel-Pogatscherl, wo gibt es das sonst noch? Außerdem kamen mit Punschkrapferl und Cremeschnitten. Als wir wieder durch Purbach fuhren, kamen wir bei Iris Gemüseraritäten vorbei und siehe da, der Stand war geöffnet. Wir nahmen mit: violetten Spargel, Fenchel und Erdbeeren. So können wir nun eine Erdbeerblindverkostung veranstalten, St. Andrä gegen Purbach.
Auf manchen Feldern wurden Erdbeeren gepflückt, herrliche Aussichten auf den See wechselten einander ab, und der Wind blies uns entgegen, auf der Fahrt von einem Dorf zum anderen.
Zuhause hat die Küchenfee die Preise mit gurkerl verglichen. In der Regel ist es günstiger im Burgenland als bei gurkerl, man muß zwar selber fahren, aber es gibt kein Gedränge, keinen Stau und genug Parkplatz. Und niemand legt einem Kohlrabi auf die Erdbeeren.
Die Villa Beer steht nun zur Verfügung! Der Andrang ist groß, Besuchstermine werden nur mittwochs 12 Wochen im voraus freigeschaltet, vielleicht schaffe ich es mal.
Josef Frank habe ich kennen und schätzen gelernt durch das Buch „Spaces“, 2016, nur auf Englisch erhältlich, indem seine residential houses vorgestellt werden, unter anderem auch die Villa Beer, in der Wenzgasse im 13. Bezirk. Beim Vorbeigehen fällt der Bau nicht weiter auf, außer durch die schiere Größe, den er und das Grundstück einnehmen, und durch die Unscheinbarkeit der Fassade inmitten der großbürgerlichen Villen der Gründerzeit. Bis vor kurzem suchte man noch einen Käufer, 5,3 Mio. Euro für das renovierungsbedürftige Haus, nun ist es ein Museum der modernen Architektur.
Auf der Suche nach einer neuen Bleibe hielt ich es für sinnvoll, Konzepte und Ideen des Wohnbaus unter die Lupe zu nehmen, dabei stolperte ich über die Villa Beer und Josef Frank.
Spaces! Ein Schloß ist zwar auch geräumig und wir übernachteten auch mal in einem Schloß, aber in einem Schloß möchte ich nicht wohnen. Die Weiträumigkeit hätte mir schon gefallen, aber die Idee vom Haus als Weg und Platz, wie bei Josef Frank, fehlt. Ausgehend von Adolf Loos‘ Raumplan-Prinzip (Spaces, p. 20) meint Josef Frank, man solle sich durch ein Haus bewegen wie durch eine Stadt, mit schmalen Gassen, die in weite Plätze münden, die wiederum zu neuen, engeren Passagen führen. (Spaces, Villa Beer, p. 68).
Zur Werkbundsiedlung am Roten Berg, einem Ausläufer des Wienerwaldes, hat Josef Frank 1932, für die er Initiator und Gesamtverantwortlicher war, auch ein Haus beigesteuert, in dem gezeigt wird, daß der moderne Wohnbau auch auf kleinen Flächen funktionieren kann: Woinovichgasse 32. Ein anderes Haus kam mir so vor, als wäre es von Josef Frank inspiriert, von der Werkbundsiedlung ein Stück westlich: Cuviergasse 34, ein einstöckiges Haus mit Flachdach und Terrasse auf der gesamten Längsseite. Obwohl in der Cuviergasse der soziale Wohnbau zugeschlagen hatte, wurden seinerzeit keine Anleihen bei Josef Frank oder bei einem anderen modernen Architekten genommen. Ansonsten gibt es dort die üblichen Einfamilienhäuser, nicht der Rede wert. So nah und doch so fern. Die Architekten der 20er und 30er Jahre des 20. Jhdts waren ihrer Zeit voraus. Vielleicht ist es ja nun so weit, die Villa Beer möge dazu beitragen.
Artikel von Josef Frank „Das Haus als Weg und Platz“ in „Der Baumeister“, 1931 Heft 8, S.316 bis 323, mit Fotos vom Wohnhaus B, Wien, XIII. ( Villa Beer):
Das moderne Wohnhaus entstammt dem Bohème-Atelier im Mansardedach. Dieses von Behörden und modernen Architekten als unbewohnbar und unhygienisch verpönte Dachgeschoß, das die Bauspekulation dem widerstrebenden Gesetz mit Mühe entreißen muß, das aus Zufällen aufgebaut ist, enthält das, was wir in den darunterliegenden, planvoll und rationell eingerichteten Wohnungen vergeblich suchen: Leben. […]
Josef Frank, Das Haus als Weg und Platz, 1931
Villa Beer
Jeden Mittwoch werden neue Termine freigeschaltet, immer 12 Wochen im voraus!
Besuch ohne Führung
Mit Zeitfensterkarte, 90 Min.
Samstag und Sonntag
Sie erkunden die Villa eigenständig. Bitte beachten Sie, dass das Musikzimmer sowie die Terrasse im Dachgeschoss nur mit einer Führung besichtigt werden können.
Öffentliche Führungen
Mittwoch bis Freitag, 14 und 16 Uhr,
Samstag und Sonntag 10, 14 (Englisch) und 6 Uhr
90 Min.
Sie besuchen die Villa Beer im Rahmen einer Führung und erfahren mehr über das Haus, die Architekten und die Restaurierung.
Panem et circenses, frei übersetzt, Essen (auf öffentliche Kosten) und (seichte) Unterhaltung, so sagte der Satiriker Juvenal im 2.Jh.n.Chr. seien die einzigen Interessen der Römer1. Das läßt einen an den ESC denken. Und doch entzündet sich ein Feuerwerk an Eitelkeiten und Eifersüchteleien. Und das läßt tief blicken, wie wichtig manchen der ESC ist, bzw. das Rundherum. So war aus der Schweiz zu hören, die Pausen-Show in Wien sei eine Kopie des viel bessren Pausenfüllers „Made in Switzerland“, der im Vorjahr beim ESC in der Schweiz ausgestrahlt wurde. Kernaussage der Schweizer Show: „The best inventions are all made in Switzerland.“ Na dann.
Oh weh! Die Ösis haben den Schweizern die Show gestohlen!
Und wieder haben die Schweizer es verabsäumt, auf eines ihrer wundervollen Produkte Copyright anzumelden. Beim Emmentaler Käse versuchen sie im nachhinein, die Ursprungsbezeichnung zurückzugewinnen, die Neidvollen. Irgendwie habe ich grad keine große Lust mehr auf Schweizer Produkte, oder auf gut deutsch: dann ghalts euch den Schas2.
Da Ungarn auch dieses Jahr einer Teilnahme beim ESC widerstehen kann, obwohl es doch gleich um die Ecke wär, kommt hier sogleich als ungarischer Beitrag: Lecsó mit Schopfbraten vom Mangalica.
Die Vorbereitungen laufen. In Mörbisch am See gibt es einen Laden mit Spezialitäten aus der Region. Mangalitza, Schafskäse, Verjus, usw wir freuen uns auf die Neueröffnung in knapp 14 Tagen ist es so weit. Für heute fuhren wir zurück nach Rust, zum Triebaumer. Man kann parken direkt auf dem Rathausplatz, auf Parkplätzen ohne Parkgebühren, und es gibt sogar welche. Eingekauft wurde: das gemischte Bauernbrot, Mangalitza-Käsekrainer, Mangalitza-Leberwurst, Mangalitza-Schmalz, Mangalitza-Paprika-Speck, scharfes Chili, eingelegtes Sommergemüse im Glas. Dazu ein Traminer und ein Blaufränkisch „Ried Oberer Wald”.
Danach Eisessen in Mörbisch mit Blick auf eine der Hofgassen. Tatsächlich gibt es dort noch Aschenbecher auf den Tischen. Man fühlt sich zurückversetzt in lang vergessene Zeiten, und man kann bar zahlen.
Mörbisch am SeeMörbisch am SeeMörbisch am SeeMörbisch am SeeRustRustRustRustRustRustRustMörbisch am SeeMörbisch am SeeZurück in Wien
Schwere Zeiten sind angebrochen, aber ich nehme das locker. Morgen ist się wieder da.
Fallen on hard times – but it’s good to know that milk and honey’s just around the bend.
Jethro Tull, Fallen on Hard Times, 1982
Der Strohwitwer nahm den Topf aus dem Kühlschrank und stellte ihn auf den Herd.
Nach einer halben Stunde hatte das Gulasch fast Zimmertemperatur.
Er schaltete die Temperatur am Herd ein auf gemächliche 6.
Nachdem das Gulasch erwärmt war, legte er die Kartoffeln ein.
Rindsgulasch mit Erdäpfeln und GurkensalatRindsgulasch mit Erdäpfeln und GurkensalatRindsgulasch mit Erdäpfeln und GurkensalatRindsgulasch mit Erdäpfeln und GurkensalatRindsgulasch mit Erdäpfeln und Gurkensalat
Fotos: Olympus PEN-F, die Fotos (außer dem Zutatenbild) wurden mit einem Spezialobjektiv gemacht: mit einem 45 mm Normalobjektiv.
ZutatenbildMangalitza-Speck aus RustMangalitza-Blunzn aus RustGrüner Spargel mit ErdbeerenLungenbraten Chicorée-Salat, Karamelisierter weißer Spargel, Tomaten-Basilikum-Salat, Mango-Chutney, Gegrillte Paprika mit Zitronen-Knoblauch-Olivenöl, Gurken-Melonen-Salat mit Koriander und Minze und in der Mitte Grüne Spargel mit ErdbeerenChicorée-Salat, Karamelisierter weißer Spargel, Tomaten-Basilikum-Salat, Mango-Chutney, Gegrillte Paprika mit Zitronen-Knoblauch-Olivenöl, Gurken-Melonen-Salat mit Koriander und Minze und in der Mitte Grüne Spargel mit ErdbeerenSpargel mit ErdbeerenPfannen-StonehengeRosmarin-ErdäpfelLungenbraten mit Spargel und Erdbeer und mehrOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAErdbeer-Topfen-Torte
Aus der schönsten Sackgasse Österreichs, aus Mörbisch am See, haben wir mitgebracht: Wiener Würstchen. Wir vergleichen sie mit den Altwiener Frankfurtern der Fa. Windisch in Wiener Neustadt. Diese stellt sie her nach dem Original-Rezept von 1805 vom Frankfurter Metzgermeister Johann Georg Friedrich Lahner.
Als die Küchenfee in der Fleischhauerei Fischl in Mörbisch bestellte, sagte sie „Drei Paar Wiener Würstchen“, schließlich sind wir nicht in Wien, nur dort heißen sie Frankfurter.
Das Brot dazu kommt vom Triebaumer in Rust. Es ist selbst gebacken, das Mehl ist selbst gemahlen und das Korn ist selbst gesät und geerntet. Es ist ein Sauerteigbrot mit Dinkel, Weizen und Johannisroggen, sowie Salz, Rosmarin, Hefe, Wasser – und Schmalz! Vermutlich ist das der Grund, warum es die Küchenfee so an ihre Kindheit erinnert.
Die Mörbischer hatten einen Geschmack im Abgang, bis ich draufkam, daß der vom Senf kam, einem mittelscharfen Senf. Man darf diesen Senf nicht zu Würsteln essen, das ist kein Würstelsenf, am besten nimmt man Ramsa-Senf.
Schwechater Lagerbier zum Spülen zwischendurch zwischen den Würsteln.
In Triebaumers Laden gab es auch Scotch Whisky, aus eigenen Fässern. Ein kurzer Schluck genügte, um festzustellen, davon muß man mehr haben. Wir beginnen mit dem Edradour.
Brot vom TriebaumerEinkauf beim TriebaumerFleischhauerei-Imbiss FischlHofgassl in MörbischMörbischer Hauptstraße einwärts Kühlschrankmagnet mit der Mörbischen Hauptstraße einwärts gesehenWurstkesselBrot vom TriebaumerWurstkesselWurstkesselWurstkesselMörbischer WürstelWurstkesselWurstkesselAltwiener WürstelAltwiener WürstelMörbischer Würstel
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.