Ofenkartoffel mit eingeträufeltem Ziegenkäse und eingestecktem Spargel und Kräutern

mit Sauce Hollandaise

Warum ist der Gartenherr nicht dazwischengetreten, als der Versucher an sein Geschöpf herantrat?1 Nun, das wissen wir nicht. Doch eines ist gewiß, daß es dann diese Köstlichkeit nicht gäbe. Denn so was wächst nicht auf den Bäumen wie ein Apfel. Das Paradies kann mich mal…

Aufgrund der Fotos wird eindrucksvoll bewiesen, was für eine ausgezeichnete Köchin die Küchenfee ist!

Gibt es noch etwas von der Soße?

Selbstverständlich! Ich weiß ja, was für ein Soßen-Junkie du bist.

Die Küchenfee hat es so gemacht wie im Buch, und alles abgemessen, aufs Gramm genau. So arbeiten nur Profis. Anstatt Ziegen-Frischkäse hat sie geschmolzenen Ziegenkäse genommen, der eingeträufelt wird und einsickert in die Kartoffel. Französischen Ziegenkäse. Ein betörender Duft steigt in die Nase, welch entrückender Moment… Kochen ist was für Genießer.


Nach Johannes King, dem Sylter Koch, „Das Kochbuch vom Land und Meer“, Collection Rolf Heyne, 2012, „Salzkartoffel und Morsuner Gartenspargel mit Ziegenbutterhollandaise“, S. 41, Kap. Frühling. Rolf Heyne Verlag… ist lang vorbei, aber nicht vergessen. Das Buch ist vielleicht noch antiquarisch erhältlich.


Tip: Die Haut vom Kartoffel bitte nicht abziehen, sie enthält Nährstoffe und hält das Innere warm.


1Der erste Satz stammt aus Hans Blumenberg: Matthäuspassion, 1988, S.150

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Im Wirtshaus im Hofgassl

Wurzelspeck und Lardo vom Triebaumer, geräucherter Lardo und Császár szalonna (Kaiserspeck) aus Ungarn.

In der Storchenstadt geht man gern in die Adebar, wo auch sonst, Störche gibt es hier überall. Wir aber gingen ins Wirtshaus im Hofgassl am Rathausplatz und speisten dort in der Mittagssonne. Ein bißchen früh für die Jahreszeit, wenn der Große Wolkenschieber eine Wolke über uns geschoben hatte, war es kalt. Rinderfilet mit Gänseleber, Spargel und getrüffeltem Erdäpfelpüree. Und Gänseleber mit grünem Apfel und Portweinsoße als Hauptspeise. Beim Triebaumer-Laden am Rathausplatz versorgten wir uns mit Wein und Brot. Etwas irritiert waren wir von einer gut betuchten Frau: Ist das ein Bio-Honig? Ob es den Bienen eh gut geht? Denn sie will nur, daß es den Bienen gut geht… Über diese Fragen mit Seltenheitswert vergaßen wir zu fragen, was für ein Brot wir da eigentlich kauften. Ich wollte dann auch nicht mehr fragen, was es mit dem Whisky auf sich hat, der dort ausgestellt war: Scotch Whisky stand darauf, „Single Malt“, aber auch „Blaufränkisch Mariental Cask Finish“ und „Weingut Ernst Triebaumer“. Wie das zusammengeht, wäre die Frage?


Zu Hause angekommen, nach „Fun, fun, fun of the Autobahn“, gab es dann Speck in seinen mannigfaltigen Arten. Wurzelspeck und Lardo vom Triebaumer, geräucherter Lardo und Császár szalonna (Kaiserspeck) aus Ungarn. Dazu Verhackertes. Das Brot, ein feinporiges eher helles Brot, erinnert die Küchenfee an etwas, bloß an was? Wir müssen also noch einmal hinfahren, nach Rust, sonst kommen wir nie dahinter.

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Stremellachs-Salat mit Avocado, Birne, Radieschen und Meerrettichcreme

Die Meerrettichcreme war nicht zu verachten, und ist ganz einfach zu machen: Meerrettichsahne mit Schmand vermischen.

Kräutersuppe mit Ei

 Kräuter: Boretsch, Kerbel, Brunnenkresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch.

2 Erdäpfeln und eine Stange Lauch grob schneiden, in Olivenöl anschwitzen. Mit hausgemacher Gemüsebrühe aufgießen und weichkochen. Die Kräuter grob hacken, dazugeben. Nur leise köcheln, damit es die Farbe nicht verliert. Im Standmixer pürieren. Durch ein Sieb zurückgießen. Schlagobers dazu. Salzen. Dazu mit gekochtem Ei, Schnittlauch und Kresse garnieren.

Und aus der Fusionküche ein Salat:

Heißgeräucherter Lachs mit Avocado, Birne, Radieschen und Meerrettichcreme

Bei uns war der heißgeräucherte Lachs ein Stremellachs, wie man ihn aus der Norddeutschen Küche kennt. Die einen sagen Fusion dazu, die anderen Norddeutsche Küche.

Nach Peter Gordon, Salatsensationen, S. 104

Mit selbstgemachtem Knäckebrot und Haferstangeln.

Nachspeise: Espresso-Kakao-Creme mit Mango, nach dem Mikrobiom-Masterplan-Kochbuch S.164

Wein: Zierfandler maischvergoren, 2022, Michael Sanoll, Baden bei Wien. Dieser Wein wurde ohne Maschinen nach alter Tradition hergestellt. Mit bernsteinerner Farbe wie der Whiskey.  

Tip: Kartoffeln sind so günstig wie schon lange nicht mehr, aufgrund einer Rekordernte, auf geht’s zum Kartoffelessen!

https://noe.orf.at/stories/3349562/

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Safranrisotto, Erbsensuppe und Buchteln

Safranfäden kamen ins Risotto hinein, aber nicht nur. Was die andere Geheimzutat war… darüber später. Safran haben wir auf Verdacht gekauft, als wir in Rust waren; – er hielt sich nicht lang. Safranfäden kann man eben immer brauchen.

Lachs-Safranrisotto

2 kleine Zwiebeln, 3 EL Olivenöl, 300 g Acquerello Reis, 300 ml Apfelschaumwein Kronprinz Rudolf sparkling von Leeb, 1 L Gemüsebrühe (hausgemacht), 5 g pannonischer Safran, 1 EL Butter, 2 EL geriebenen Pecorino, 250 g Lachs pro Person, Microgreens: Boretsch. Fenchel, Erbsensprossen

Gehackte Zwiebeln mit Olivenöl anschwitzen. Reis dazugeben. Unter ständigem Rühren mitschwitzen bis der Perlenfarbe kriegt. Apfelschaumwein nach und nach dazuschütten und einköcheln. Anschließend mit hausgemachter Gemüsebrühe nach und nach einen Schöpflöffel dazugeben unter ständigem Rühren, bißfest köcheln, dauert etwa 20 bis 25 min. Bei der Hälfte der Zeit den Safran dazugeben. Vom Herd nehmen. Butter und geriebenen Pecorino einrühren. Die Lachsschnitten auf der Hautseite anbraten. Anrichten: Lachs und auf den Reis legen. Mit den Microgreens dekorieren.


Am Ostermontag begann die Küchenfee um 7:30 in der Früh zu kochen. Um 12:30 stand das Essen auf dem Tisch!

Buchteln mit Marillenmarmelade gefüllt, Taschen mit Walnußfüllung (ungar.), Zserbo, Osterzopf!

Selten, daß man ein so gutes Risotto bekommt! Jaja, die Geheimzutaten…

Kommt‘s nur mir so vor, oder sind die Zserbo kleiner worden?

Ist das schon die berüchtigte Shrinkinflation, oder schmeckt‘s  mir nur so gut?

Zserbo von Marika Néni.

Der Lindthase ist aber eindeutig von der Shrinkinflation betroffen. Der ist kleiner geworden!

Ich konnte leider keine Buchteln mehr essen, weil ich viel zu sehr mit den Zserbo beschäftigt war.

Wie viele Zserbo möchtest Du? Eins, zwei?

Ich kann schon bis drei zählen!

 Nebenbei wurde auch Liptauer gemacht. Nur die roten Zwiebeln muß man noch hineingeben. Wenn die Verwandtschaft aus Ungarn zurückkommt, werden säckeweise Naturalien mitgebracht, wie Entenschmalz, Lardo, Speck, sowie Brimsen und Piros arany, die man für den echten Liptauer braucht. Diese wurden sogleich verarbeitet.


Wein: Tement, Grassnitzberg Riff, 2022, Sauvignon Blanc, Südsteiermark

Bier: Schwechater Wiener Lager, Gaffelkölsch

Zum Abschluß: Bushmills 10 years, Single Malt Irish Whiskey, Sherry Cask Finish, The old Bushmill’s Destillery, World’s Oldest.

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Osterlamm nach der Fusion Cuisine

Das Lamm war schon das Opfertier von Beginn an. In der biblischen Urgeschichte, dem Buch Genesis, gleich nach der Vertreibung aus dem Paradies, kommt die Kain-und-Abel-Geschichte. Abel opferte das Erstgeborene seiner Schafherde, also ein Lamm. Jesus Christus selbst ist das Lamm Gottes, ans Kreuz genagelt, die Sünden der Welt auf sich und hinweg zunehmen; die Passionsgeschichte zu Ostern erzählt seinen Leidensweg, in der Liturgie ist das Agnus Dei ein fester Bestandteil: “Lamm Gottes, nimm hinweg die Sünde der Welt“. Das umgangssprachliche Wort vom Opferlamm, das man nicht sein will, kommt nicht von irgendwo. Nur eine Band aus den Siebzigerjahren, die sich den biblischen Namen „Genesis“ gab, konnte damit nicht recht was anfangen und reduzierte das Lamm zu einem surrealen Versatzstück in „The Lamb lies down on Broadway“, 1974. Stattdessen empfiehlt es sich wohl, rund 300 Jahre in der Musikgeschichte zurückzugehen und Bachs Matthäuspassion anzuhören, zum Beispiel in der Urfassung vom Karfreitag 1727. Es gibt eine Aufnahme aus der Thomaskirche Leipzig, eingespielt vom Thomanerchor Leipzig und dem Gewandhausorchester aus dem Jahr 2006, Rondeau GmbH.

Heute an diesem christlich bedeutungsvollen Tag gibt es: Lammschulter, Grünkohl, Melanzani, Shiitake, Minze, Naturjoghurt und Sumach

In diesem Salat werden nahöstliche und japanische Elemente miteinander kombiniert.

Peter Gordon, Salatsensationen (Savour, Salads for all Seasons, 2016), S. 232. Die Küchenfee hat es um Mediterranes erweitert (Rosmarin, Knoblauch). Ist es dadurch zur Mesalliance geworden?

Zubereitungstips, statt einem Rezept

Die Küchenfee hat es nicht genauso gemacht, wie es geschrieben steht: das Lammfleisch benötige noch etwas Zusätzliches, meinte sie. Deshalb wurde die Lammschulter – nachdem sie gesalzen und gepfeffert war, die feuerfeste Form mit Rosmarinzweigen und zerdrückte Knoblauchzehen ausgelegt – darin eingelegt und mit Rosmarin und Knoblauch belegt. So mariniert kam es in den Ofen, 160° C, 1:30 h.

Auberginen salzen und etwas liegen lassen, dann die Feuchtigkeit mit Küchenrolle abtupfen. Mit Olivenöl bepinseln, beide Seiten in der Grillpfanne anbraten.

In eine Schüssel Olivenöl geben und Griechisches Joghurt mit Minze und Sumach vermischen. Kaltstellen.

Grünkohl: fritieren, in Bratolivenöl. Auf einen mit Küchenkrepp ausgelegten Teller legen. Im Ofen bei 80° C knusprig trocknen.

Serviettenform: Lilie, Symbol für ewiges Leben.


Mesalliance oder nicht. Uns hat’s geschmecket!

Wo willst du, daß wir dir bereiten, das Osterlamm zu essen?

Matthäus 26, 17b, vertont von Bach im Rezitativ „Das letzte Abendmahl“

Der Tod war es, der aus der fiktiven Schuld die reelle werden ließ: Das sterbliche Wesen kann nicht leben ohne die Schuld, wegen seiner endlichen Lebenszeit den nächsten als den Rivalen um jedes Lebensgut nicht lieben zu können.

Hans Blumenberg, Matthäuspassion, Kap. „Immer wieder: was geschah im Paradies?“,  S.95, Bibliothek Suhrkamp, 1988

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Drei-Minuten-Steak mit Schwarzwurzeln, Pilzen und Erbsen

Nach Peter Gordon, dem Neuseeländer, der uns die Fusionsküche beibrachte. Allerdings mußten wir es zuvor ein bisserl eingemeinden:

  • Ribeye (aus Salzburg vom Schreckbauer) statt Rumpsteak
  • Kräuterseitlinge (von Hut&Stiel, Wien) statt Pfifferlinge
  • Erbsen (aus dem Marchfeld) statt Sojabohnen
  • Gelbe Zwiebeln (von den Leiser Bergen im Weinviertel) statt Schalotten

Alles andere konnten wir besorgen.

Wir sollten öfter Schwarzwurzeln essen. Haben die meisten Ballaststoffe.

Sagte die Küchenfee beim Schwarzwurzelschälen in der Abwasch mit Gummihandschuhen, abspülen mit kaltem Wasser. Einlegen in Wasser mit Zitronensaft.

Kräuterseitlinge haben das meiste Spermidin. Ein Jungbrunnen, Superfood.

Ebenfalls die Küchenfee

Rezeptfassung wie wir  es gemacht haben

Ohne Mengenangaben, das Buch gibt’s sicher noch antiquarisch

Das Ribeye salzen, pfeffern und mit Öl bestreichen. Auf Zimmertemperatur bringen (=warten).

Die geputzten Schwarzwurzeln im heißen Salzwasser mit Branntweinessig durchgaren. In einem Topf mit zerlassener brauner Butter die Knoblauchscheiben und den gehackten Ingwer anschwitzen. Die Schwarzwurzeln mit Thymian, Salz und Pfeffer dazugeben. Bei geschlossenem Deckel, aber unter häufigem Umrühren, bis die Schwarzwurzeln schön goldbraun sind. Zitronensaft unterrühren.

In einer Pfanne mit Olivenöl die gewürfelten Zwiebeln glasig anschwitzen. Die großen Kräuterseitlinge anbraten, wenden und dann erst die Zwiebeln dazugeben und salzen, pfeffern. (Hier mußte die Küchenfee die Reihenfolge ändern, da das Rezept für die kleinen Pfifferlinge ausgelegt ist, aber die Kräuterseitlinge brauchen länger, weil größer.) Dann die Erbsen und warmhalten.

Wenn die Zwiebeln angeschwitzt werden, dann bekommt man einen Duft in die Nase!

In einer Grillpfanne ohne Rillen (sonst kann man danach den Blattspinat nicht machen) das Steak 3 Minuten anbraten, wenden. Danach nur noch 1,5 Min., wenn es blutig sein soll. (und es soll ja!) Im Backrohr in Alufolie gepackt 8 Min. durchziehen lassen. Aufschneiden.

In die Pfanne mit dem Bratensaft den Blattspinat hineingeben und leicht erhitzen, zusammenfallen lassen.

Anrichten auf vorgewärmten Tellern, zuerst den Blattspinat, dann Schwarzwurzeln, Steakschnitten, dann Erbsen, Pilze, Meersalzflocken.

Nach Peter Gordon, Salatsensationen (Savour, Salads for all Seasons, 2016), S. 222


Peter Gordon, der Meister der Fusionsküche, der von Neuseeland nach Australien auswanderte und den asiatischen Raum bereiste, hat viele Kochbücher geschrieben. Wir haben nur dieses eine, es gibt nur dieses auf deutsch. Mittlerweile hat er sich wohl zur Ruhe gesetzt, das Restaurant in Auckland, Neuseeland „Homeland“, ist seit 2024 geschlossen. Neue Kochbücher, gar auf deutsch, sind nicht mehr zu erwarten.


Vorher/nachher: Nach dem Putzen und Schälen haben die Schwarzwurzeln beträchtlich an Umfang verloren. Bleibt weniger als die Hälfte über. Alles Abfall. Aber ist ja biologisch abbaubar.


Peter Gordon mag wohl Schwarzwurzeln, so wie wir… sonst wären sie nicht auf der Titelseite vom Kochbuch, worauf auch im Rezept verwiesen wird.


Wein: Z, Martin Pasler, 2017, Jois (liegt direkt am Neusiedlersee, ein schöner Flecken Erde…). Quiz: Ich hab noch nicht herausbekommen, was in dieser Cuvée drin ist, aber ich tät einmal sagen Blaufränkisch und Merlot.  Dann auf der Homepage nachgeschaut: Es ist Zweigelt und Merlot.

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Ruster Ausflug

Heute waren wir in Rust. Dort treibt ein gewisser Triebaumer sein Unwesen, dh eigentlich sind es zwei Brüder, der eine macht Weinbau, Ernst, der andere Mangaliza-Speck und Lardo, Richard. Von Unwesen kann natürlich keine Rede sein. Auf „servusTV“ waren sie schon zu sehen. Wir haben mitgenommen: einen „Maulwurf“, auf dem Rückenetikett steht „Enkeltaugliche Wirtschaftsweise…“ da hörte ich schon auf zu lesen, bis dorthin wo die Rebsorten aufgezählt werden, bin ich gar nicht gekommen. Es sind: Blaufränkisch, Merlot, Cabernet-Sauvignon. Eine frankophile Rust-Abstimmung für Freunde des roten Rebensaftes. Kaum einen Schluck genommen, ungelüftet, tuts mir schon leid, nicht mehr genommen zu haben. Wenn das naturbelassen ist, wie es draufsteht, bitte nur mehr naturbelassene Weine.

Hier trifft zusammen, was zusammen gehört: Rotwein und Mangaliza-Speck!

Auch in Purbach (Haus anschauen) waren wir, und in Breitenbrunn, wo Gottfried Kumpf, der Burgenland-Maler, in einem Streckhof gewohnt hat, in den Siebziger-Achtzigerjahren, da sind wir vorbei gefahren. Dort sind wir bis zum See gekommen, zum „neuen Strand“, auf einen Ingwer-Minze. Die segelhohen Sonnenschirme wurden entmantelt und so aus ihrem Winterschlaf gerissen, ein untrügliches Zeichen dafür, daß die Badesaison unmittelbar bevorsteht. Es ist zwar noch kühl, aber die Sonne brennt schon herunter.

Der Weiße ist mein Favorit!

Man müßte eine halbe Sau kaufen. Für die Speisekammer. Aber Mangaliza!


  • Mangaliza-Speck, Richard Triebaumer, Rust
  • Mangaliza-Lardo, Richard Triebaumer, Rust
  • ET 2023, Ernst Triebaumer, Rust, „Maulwurf“. Am Etikett steht: …rund, saftig und zuvorkommend (!).

Weiters mitgenommen aus Triebaumers feinem Laden am Ruster Rathausplatz: Safranfäden. (Kann man immer brauchen).

www.richardtriebaumer.at

Brot hat es keines gegeben, das gibt es nur am Samstag und am Sonntag. Daher mußten wir noch nach Wien-Hietzing zu Öfferls neuer Filiale im Ekazent fahren.

https://www.freistadt-rust.at

Was soll man sonst noch sagen über Rust? Störche klappern auf den Dächern, ein Heuriger reiht sich neben den anderen, Aussicht auf den See, davor strohgelbes Meer. Ja, Ruster müßte man sein.

Derzeit noch nicht so viele Gäste, es wurlt noch nicht so.

Warum in die Ferne schweifen? Das Gute ist so nah!

Nach Johann Wolfgang v. Goethe, Die Entfernung Rust – Wien beträgt 50 km Luftlinie.

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Gründonnerstag in Österreich

Spinatsoufflé mit Spinatsalat

Seit Anbeginn aller Urzeiten ist der Gründonnerstag mit Spinat und Spiegelei verbunden. Die Möglichkeiten der Abwandlung sind begrenzt. Deshalb gibt es dieses Mal etwas ganz Neues, das lediglich auf den Grundzutaten aufbaut, Spinat und Ei.

Für 50 g Cremespinat kaufe ich keine Packung um 6 Euro. Da mache ich den Cremespinat gleich selber.

Die Küchenfee macht eine dezidierte Absage an die Tiefkühlpackung.

Rezept Spinatsoufflé

40 g Spinatblätter, 1 EL braune Butter (aus der Speisekammer), 250 g Topfen, 50 g Cremespinat (selbstgemacht), 4 Eiklar, 3 Dotter, 10 Pinienkerne, 50 g Maisstärke Salt, Pfeffer

Spinatblätter grob hacken und in brauner Butter dünsten. Pinienkerne rösten. In einen Topf den Topfen, Dotter, Cremespinat, Pinienkerne geben, dazu den gedünsteten Spinat, Mit Maisstärke glattrühren. Salzen, pfeffern. Die Souffléformen mit Butter ausstreichen und Mehl bestäuben. Eiklar salzen und mit dem Handrührgerät zu Eischnee schlagen. Eischnee mit dem Gummihund unter die Masse heben und in die Förmchen füllen. Im Backrohr ca. 25 Min. bei 200° C backen.

Rezept Spinatsalat

200 g Spinatblätter, 2 Elstar-Äpfel, Saft einer Zitrone, 1 TL Honig, 1 Jungzwiebel, 80 g Wurzelgemüse mit Karotte, Pastinake, Gelbe Rübe und Sellerie. Marinade: 1 TL scharfer Senf, 2 TL Marillenmarmelade, 1 EL Apfelessig, 4 EL Haselnußöl, Salz, Pfeffer. Pecorino, steirische Kürbiskerne

Die Spinatblätter in eiskaltem Wasser eine Viertelstunde stehen lassen. Äpfel schälen, würfeln. In Zitronensaft und Honig andünsten. Jungzwiebel fein hacken, Pastinake schälen, grob raspeln. Die Zutaten für die Marinade vermischen. Spinatblätter trocken schütteln. Mit den Äpfeln, Jungzwiebeln, Pastinake unter die Marinade mischen. Pecorino hobeln, steirische Kürbiskerne hacken und den Salat damit bestreuen.


Bier: freistädter Rotschopf, von der Privatbrauerei im Mühlviertel, Oberösterreich, seit 1777. Ein Bier nach altem Schlag: frisch, extrem süffig und mit rotbrauner Farbe.

Gründonnerstag

Das Grün in Gründonnerstag kommt unter Umständen vom Alt/ Mittelhochdeutschen „greinen“ und wurde durch volkstümliche Umdeutung zu Grün. Es ist aber schon von Alters her Brauch, an diesem Tag grünes Gemüse und Kräuter zu essen. Woher auch immer der Gründonnerstag seinen Namen hat, in Österreich ist es so, daß an diesem Tag Spinat mit Spiegelei gegessen wird, mit Kartoffeln dazu. Jedes Wiener Wirtshaus, das etwas auf sich hält, bietet das an diesem Tag an. Bis zum heutigen Tag, anno domini 2026. Zum Beispiel im Wirtshaus „Zum Bretschneider“, ehemals Gasthaus Stafler: „Cremespinat, Salzerdäpfel, Eierspeis“. Die Wirtshäuser mögen wechseln, das Brauchtum bleibt.

https://www.zumbretschneider.at

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Fremdbild und Selbstbild

Französisch Kräuterlastiges - Ratatouille

Fragt man die in manch Suchmaschine eingebaute KI, um was es bei diesem Blog geht, mit dem Begriff „küchenereignisse blog bedeutung“, – wobei fragen ist übertrieben, die KI meldet sich ungefragt – so bekommt man zur Antwort, daß es sich um einen Foodblog handele. Der Untertitel „Gschichtln rundum Gustostückln“ deute auf eine persönliche, erzählerische Art des Kochens hin. Der Fokus liege auf der Wiener/Österreichischen Küche: Viele Beiträge drehten sich um traditionelle österreichische Gerichte, wie zum Beispiel Tafelspitz, Krapfentests oder Rezepte mit regionalen Zutaten. Was „Krapfentests“ für ein traditionelles österreichisches Gericht sein soll, muß man mir erst verraten. Achso, hier wurden Gschichtln mit Rezept verwechselt, siehe hier und hier oder hier. Unser Faible für frische Kräuter wurde dagegen nicht erkannt.

Daß der „Fokus“ auf der Wiener oder österreichischen Küche liegen soll, greift mir zu kurz. Die hier behandelte kulinarische Chose wie Frankfurter Soße geht in alle Himmelsrichtungen, wie die französische, deutsche, ungarische oder italienische Küche. Der Schwerpunkt liegt auf Europa, andere Küchen sind nicht ausgeschlossen. Gerade wurde im österreichischen Parlament beschlossen, mehr KI und Demokratie in den Schulen zu unterrichten, auf Kosten des Lateinunterrichts. Na wenn das nicht nach hinten losgeht. „Fokus“, eines der Lieblingswörter der KI, ist ein Wort lateinischen Ursprungs und bedeutet so viel wie „Schwerpunkt“.


Und heute gibt es mal wieder etwas französisch Kräuterlastiges:

Ratatouille mit Mangalitza-Schopf und im Mangalitza-Schmalz gebratene Erdäpfeln

Ratatouille hatten wir schon oft am Blog, deshalb sparen wir uns das Rezept.

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Gebackener Fisch mit Frankfurter Soße

Der Leser, die geneigte Leserin mag dies für eine überflüssige Konkurrenz in Sachen gebackener Fisch halten,… obschon die Verköstigung ihn eines besseren belehren muß; Captain Ihclo kommt da nicht heran.

Auf die Beilagen kommt es an. Durch diese den Geschmack versichernde, wie beiläufig erscheinende Beilage einer Frankfurter Soße ergibt sich im Zusammenhang mit dem heiß herausgebackenen Welsfilet eine der köstlichsten Bekömmlichkeiten.

Dir zum Wohle
Frankfurter Soße

Die Frankfurter Soße ist eine kalte Soße, die aus sieben verschiedenen Kräutern hergestellt wird.

Rezept Frankfurter Soße

Die 7 Kräuter (ca. 200 g): Petersilie, Kerbel, Kresse, Boretsch, Brunnenkresse, Pimpinelle und Schnittlauch; 200 g Schmand, 250 g Topfen, 1 EL mittelscharfer Senf, 1 EL Weißweinessig, 2 Eier, 2 EL Olivenöl, Salz

Ein Hälfte der gemischten Kräuter mit Schmand in den Stabmixer fein pürieren. Die andere Hälfte der Kräuter fein hacken. Die fein gehackten Kräuter unter den pürierten Kräuterschmand mit Topfen, Senf und Weißweinessig und Salz vermischen. Unter ständigem Rühren Olivenöl einarbeiten. Die hartgekochten Eier trennen, die Dotter durch ein Sieb streichen und in die Soße rühren, das Eiweiß klein hacken und mit den gehackten Kräutern ebenso in die Soße hineinrühren. Mit Salz und wenn nötig mit Essig abschmecken.

Weitere Beilagen: wilden Brokkoli und Karfiol in Olivenöl anbraten. Gekochte und angebratene Kartoffeln.

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