Burgenländische Aal-Spaghetti

Woher Spaghetti alla carbonara kommen? Aus Rom. Aber aus dem Aostatal habe ich auch schon mal wo gelesen und so behaupte ich, die einzig wahren, richtigen, einzigartigen, phänomenalen Spaghetti alla carbonara kommen aus dem Burgenland, genauer gesagt vom Neusiedlersee. Und sie werden nicht mit Speck gemacht sondern mit Aal, das heißt mit geräuchertem Aal. Es war nämlich so: Schweindln hats nicht viele gegeben, aber Aale am Neusiedlersee en masse und wie so ein junger Köhler eines Nachts in seiner Köhlerhütte aufwacht, hört er ein brutzelndes Geräusch aus der Köhlerei. Er steht auf und schaut nach, hat sich ein Aal darin verfangen. Er war schon gut geräuchert. Nun – kann vorkommen, Aale sind ja nachtaktiv. Aber dass ein Aal beim Schlängeln durch das feuchte Gras irgendwo falsch abgebogen ist und dann nicht mehr aus der Köhlerei herausgefunden hat, das ist natürlich ein großer Zufall. Pech für den Aal und Glück für den Köhler, der mit dem Geruch von Geräuchertem in der Nase Hunger verspürte und sogleich einen Topf heißes Wasser aufsetzte für die Nudeln und eine Pfanne für den Aal. Und so gab es mitten in der Nacht: Nudeln auf Köhlerart.

Wie dann das Gericht nach Italien kam und sich in Spaghetti alla carbonara wandelte, entzieht sich meiner Kenntnis. Man kann nicht alles wissen. Es muss aber schon vor 1950 gewesen sein, als die Spaghetti alla carbonara auftauchten. Denn Aale sind seit vielen Jahren vom Aussterben bedroht, das muss vorher gewesen sein, viel früher jedenfalls als die Spaghetti in Italien – in Rom oder im Aostatal, man weiß es nicht – für Furore gesorgt haben. Mithin ist erwiesen, dass das Gericht beim Neusiedlersee, das heißt genau genommen auf der Seite zum Hang vom Leithagebirge, seinen Ursprung hat, dort wo die Köhler zu Hause waren, im Wald.

Ja so war das. Wers nicht glaubt, muss selber kosten. Einfach himmlisch!

Wir machen die Spaghetti alla carbonara nach der klassischen Methode, also ohne Sahne und ohne Guanciale-Speck, aber dafür mit Aal, so wie sich das gehört. Na gut eine Konzession an das bekanntere Gericht gibt es: ein bisl Mangalitza-Speck ist dabei. Die Spaghetti sind freilich selbst gemacht.


Rezept Burgenländische Aal-Spaghetti alla carbonara

Den geräucherten Aal enthäuten, filetieren und in Stücke schneiden.

Ein Viertel Kilo Hartweizengrieß mit zwei Eiern und einem Dotter verrühren und so viel Weißwein dazu geben, bis der Teig geschmeidig ist. Dann in Frischhaltefolie einpacken, um zu verhindern, dass der Teig austrocknet und eine Stunde ruhen lassen. Dann den Teig in sechs Teile teilen und mit dem Nudelholz etwas ausrollen, nur soweit dass man die Teigplatte durch die Nudelmaschine bringen kann. Dann durch die Nudelmaschine unter Verringerung der Dickeeinstellung ein paar Mal durchziehen, bis der Teig ausgewalzt ist. Den Spaghetti-Schneideaufsatz auf der Nudelmaschine aufbringen und den Teig durchziehen. Dann die Spaghetti sofort auf einem Kochlöffel zum Trocknen aufhängen, sofort, sonst verkleben die Nudeln wieder. Einen großen Topf Wasser aufsetzen, reichlich salzen. Wenn das Wasser kocht, die Nudeln darin al dente kochen, das dauert zirka 2 Minuten.

70 Gramm Mangalitza Lardo (ganz weißer Speck aber vom Mangalitza) und 70 Gramm vom „normalen“ Mangalitza-Speck in Streifen schneiden. Den Speck in einer großen Pfanne bei großer Hitze schmelzen lassen. Sobald das anfängt anzubrennen, etwas Nudelwasser dazugeben, zirka einen halben Schöpflöffel. Vom Nudelwasser 2 Schöpflöffel auf die Seite stellen, die Pasta abgießen. Die Spaghetti zum Mangalitza-Speck in die Pfanne geben, die Aalstücke dazu geben, etwas Kochwasser dazu und alles gut verrühren. Zirka 2 Minuten erwärmen. In der Zwischenzeit 2 Eier mit 30 g römischen Pecorino verrühren. Die Pfanne vom Herd nehmen, und die Ei- Pecorino-Mischung unter die heiße Pasta rühren. Mit geriebenem Pecorino und Pfeffer verrühren.

Angelehnt an Quinto Quarto: Von Kopf bis Fuss, von Herz bis Niere – klassische Rezepte aus der römischen Küche*: Spaghetti alla carbonara, S. 65 (Spaghetti mit Ei und Backenspeck)


Burgenländisches Eierschwammerl-Gulasch mit Knödeln auf die Wiener Art

Weil grad Eierschwammerlzeit ist: Im Eierschwammerlgulasch vereinigt sich Cis- mit Trans-Leithanien. Das Gulasch, das Paradegericht aus Ungarn, wird hier abgewandelt, statt Schweinefleisch kommen Eierschwammerl hochdeutsch Pfifferlinge rein, dazu gibt es Semmelknödel.

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Aalsuppe vom Neusiedlersee

Stets findet Überraschung statt. Da, wo man`s nicht erwartet hat. Dieser Spruch von Wilhelm Busch könnte einem durch den Kopf gegangen sein, als wir bei Eishken Estate geräucherten Aal entdeckten. Ohne zu wissen, was damit anzufangen ist und obwohl wir schon eine lange Liste anderer Meereskostbarkeiten eingekauft hatten, kam der Aal in filetierter Form mit. Im Burgenländischen Kochbuch fanden wir diese Aalsuppe.

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Reis aus dem Seewinkel

Der Reis wird im April angebaut, im Oktober geerntet und steht im März in den Regalen. Er wird also jetzt gerade geerntet, aber haben können wir den neuen Reis erst im nächsten Jahr.

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Letscho mit Tarhonya und Mangalitza-Würstel

Im Sommer sind Paradeiser in aller Munde. Und Paprika! Beides zusammen ergibt Letscho. Klassisch wird es mit Tarhonya und Mangalitza-Würstel, wie man das vor allem in Ungarn und im Burgenland kennt, also in Transleithanien.

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Ruster Hof am Alten Stadttor

 

A short look into a yard at the Altes Stadttor in Rust at Lake Neusiedl, Austria.

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On our way through the Old Town of Rust we went by this entrance, which attracted our attention with amazement. The other day, I found out that one can get hold of a poster at http://www.allposters.at depicting exactly the same scenery, see here. Comparing these pictures, one realizes that the arrangement of plants and flowers changed, not affecting the power of the image. Obviously, it changes every year, the arrangement was also different compared to the picture I took last year. It seems that the painter with the live flower brush is filled with joy, reinventing this beautiful picture of a yard in Rust again and again. With every consideration to her or him, although we haven’t met.

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Ein kurzer Blick in einen Hof am Alten Stadttor in Rust am Neusiedlersee.

Auf dem Weg zum See durch die Altstadt von Rust kamen wir an diesem Toreingang vorbei, der uns, getroffen von der Schönheit, zum Anhalten und Staunen veranlasste. Anderntags entdeckte ich, dass man auf http://www.allposters.at genau von diesem Toreingang ein Poster erwerben kann, siehe hier. Vergleicht man die Bilder, so bemerkt man, dass sich trotz gleichbleibender Stärke die Szenerie der Blumen und Pflanzen geändert hat. Offenbar tut es das jedes Jahr, denn auch auf meinem Foto vom letzten Jahr ist ein anderes Arrangement zu sehen. Der Maler mit dem blumigen Pinsel scheint seine helle Freude daran zu haben, dieses Ruster Hofbild immer wieder zu neuem Leben zu erwecken. Ihr oder ihm sei hiermit, unbekannterweise, der höchste Respekt gezollt.

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Sandriegelspargel mit Bastardsauce

Spargel mit Bastardsauce, genauer gesagt in: „Buttersauce genannt Bastard“, so die wörtliche Übersetzung Escoffiers Sauce au beurre dite bâtarde. Gustatorisch findet man an dieser Sauce absolut nichts, das auf diesen Namen hindeuten könnte. Nichts Außergewöhnliches – abgesehen davon, dass es sich um eine sehr gute Sauce handelt, ausgewogen im Geschmack, das feine Buttrige ist von edlem Charakter, passend zum feinen weißen Spargel, wie man es von einer Sauce nach Escoffier erwarten kann.

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Pannonisches Picknick

Wir waren unterwegs im Nationalpark “Neusiedlersee – Seewinkel” südöstlich von Wien, nahe der Grenze zu Ungarn. Tags zuvor hatten wir die Pastete im Teigmantel gemacht, die wir mit anderen Köstlichkeiten für ein Picknick mitnahmen. In der Nähe von Illmitz nicht weit vom See hielten wir an.

Pannonian Picnic

We headed for the national park “Neusiedlersee – Seewinkel”, to the south-east of Vienna, at Fertö/Lake Neusiedl, close to the border of Hungary. The day before, we had prepared pastry en croûte to take on a picnic, along with other delicacies. Near Illmitz not far away from the lake, we took a rest.

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