Beim Strandhaus haben wir zeitig zu Mittag gegessen und dafür das Frühstück ausgelassen. Burger und Pommes, wobei die Pommes waren handgeschnitten. Auch der Burger war gut! Daß man dort so gut speisen kann, habe ich nicht erwartet. Das Patty kam von einem der zwei Fleischhauer in Mörbisch. Mörbisch hat grosso modo 2.000 Einwohner, es kommt also 1 Fleischer auf 1.000. Rechnet man das auf Wien um, mit seinen rund 2 Mio. Einwohnern, müßte es 2.000 Fleischer geben, die KI sagt, es gibt über 100. Ich kann mich der Ansicht nicht erwehren, daß es in Mörbisch besser ist.
Küche gesperrt! Bis zur Wiederherstellung des Normalbetriebs dauert es noch ein Weilchen, im September geht es wieder los, mit alten Töpfen und neuer Küche.
Deshalb müssen wir ausweichen und uns den Delikatessen der burgenländischen Gastronomie hingeben. Beim Kirchenwirt in Rust sind wir eingekehrt. Bei der Hitze wurden es drei kalte Vorspeisen:
Kirchenwirts „Gabelbissen“ mit geräucherter Forelle, Kren und Erbsen
Gänseleber karamellisiert mit Hausbrioche und Apfel
Waldpilztatar mit Estragon und Schnittlauchvinaigrette
Es war ganz nach meinem Maß. Drei ist durch Zwei teilbar.
Beim Kirchenwirten saßen wir am äußersten Spitzel ganz oben, mit Blick auf den Rathausplatz. Dort gab es regen Durchzugsverkehr von Radfahrern, die beim Kirchenwirt innehielten, die Aussicht genossen und ohne Hast weiterfuhren. Autos bewegten sich gemächlich und durften sogar am Rathausplatz gratis parken. Und alles gelang ganz zwanglos. Was für eine Oase der Erholung das war, stellten wir sogleich fest, als wir wieder nach Wien zurückkehrten.
Rezept: Nudeln kochen, Zucchinistücke anbraten. In einer anderen Pfanne die Zwiebel anbraten, wenn diese glasig sind, klein gehackten Knoblauch anbraten. Dazu Mozzarellabällchen und geröstete Pinienkerne.
In Mörbisch am See fand am Wochenende ein Dorffest statt. Heurigenbänke wurden mitten auf der Hauptstraße aufgestellt. Angesichts der nicht endendwollenden Kolonne muß der Besucherandrang groß sein. Das Fest geht von Donnerstag bis Sonntag, und beginnt jeweils um 18:00. Wir waren am Samstag dort und fuhren kurz vor Beginn wieder ab. Alles war sauber wie am ersten Tag. Kein Flankerl störte das Dorfbild! Im Mai das Weinblütefest, im Juni Sonnwendfeier, im Juli die Weinfesttage, September Weinlesefest, im Oktober Gan(z)s Mörbisch und im November kommt noch das Martiniloben obendrauf, wo es wieder um die Gans geht. Ich habe das unbestimmte Gefühl, man käme aus dem Feiern nicht heraus, wenn es nicht den Winter gäbe.
Hauptstraße in Mörbisch, tagsüber zu den Weinfesttagen
Rote, gelbe und weiße Rübchen werden mit heurigen Kartoffeln auf einem Salzbett im Backrohr gegart. Als Marinade gab es einmal Rotwein- und einmal Weißweinessig jeweils mit Salz und Olivenöl verrührt. Dazu kamen Frischkäsebällchen mit Chili in Öl.
Rüben und Heurige von Iris‘ Gemüseraritäten, Purbach, Burgenland.
Frischkäsebällchen mit Chili in Öl von Amtmann Tanja, Oberschützen, Burgenland, aus dem Bauernladen, Eisenstadt.
Wir kaufen direkt von den burgenländischen Landwirtschaften. Dadurch helfen wir mit, die Lebensmittel-Versorgung in unserer kleinen Welt aufrecht zu erhalten, durch Nutzung der bäuerlichen Direktvermarktung, abseits von Supermarktketten und deren vielfältigen Partnern. Wir lassen die einheimischen Bauern nicht im Stich. Das burgenländische Trachtenpärchen zeigt es vor.
Trotz der Beteuerungen der Küchenfee, es läge alleine daran, daß es so gut schmecke, weil die Zutaten von so hoher Qualität sind – jene Zutaten, die wir von Iris aus Purbach im Burgenland haben, konnte sie uns nicht überzeugen. Die Küchenfee kann gut kochen, das war der Grund aus unserer Sicht. Daß die Zutaten natürlich nur von feinster Qualität sein sollten, versteht sich dabei von selbst.
Und so gab es:
Fenchelsuppe, mit Topping Paprika, Oliven und Avocado und Fenchelgrün
Schopf (Schweinenacken) mit Pilzragout und Buttererdäpfel, Pilze mit Kräuterseitlinge, Champignon, Shiitake u.ä
Erdbeerjoghurt mit gerösteten Mandeln
Der Schopfbraten war grillfertig aus dem Bauernladen in Eisenstadt. Gemüse und Erdbeeren von Iris Gemüseraritäten, Purbach.
Beim Vorbeifahren, wir drehten eine Runde um zu tanken, sahen wir, wie gerade die Thermobox geliefert wurde. Zu spät für dieses Mal.
Schneider, Gewürztraminer Sekt Austria Reserve Burgenland Vinothek, Purbach, Bgld. Grund zum Feiern gab es auch.
Am Samstag waren wir bei Iris Gemüseraritäten, unsere Bestellung abholen. Das Gemüse wurde am Morgen geerntet und war ab 10:30 in Purbach abholbereit. Iris hatte uns telefonisch nicht erreicht, um zu erfragen, wann genau wir kämen. Sonst richtete sie uns alles her in einer Kiste, damit man es nur noch mitzunehmen brauchte. So blieb alles in der Kühlvitrine. Gemüse direkt vom Feld ist frisch. Und damit das auch so bleibt, auf der langen Fahrt nach Hause, werden wir uns eine Thermobox zulegen, wie uns das Iris empfohlen hat und die Gastronomie verwendet. Dieses Mal haben wir den Einkauf in Bastkörben nach Hause gefahren.
Die Große Transformation nimmt langsam Formen an. Der Lebensmittelhandel in Wien, sei es Supermarkt oder Lieferdienst, wird in Zukunft ohne uns auskommen.
In Eisenstadt beim Bauernladen versorgten wir uns mit Schafkäse, Topfen, Wurst, Eier, Fischsuppe, u.ä.. Die Rohmilch von Amtmann in Oberschützen/Burgenland war aus. Und so mußten wir zu Denn’s rüber und auf Rohmilch von Hirsch aus Artstetten/NÖ ausweichen. Im Bauernladen hängt eine Liste der liefernden Bauern, sie kommen aus Eisenstadt Umgebung (EU).
Liste der BauernEinkauf vom Bauernladen in EisenstadtVon Iris GemüseraritätenEinkauf Bauernladen, im Hintergrund: Iris GemüseraritätenAsia-Suppe mit BuchweizennudelnOfenkartoffeln mit KräutertopfenOfenkartoffeln mit KräutertopfenOfenkartoffeln mit KräutertopfenOfenkartoffeln mit Kräutertopfen
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Wir leben ja in der besten aller möglichen Welten und wer’s nicht glaubt, der möge diese Geschichte einer kulinarischen Umorientierung lesen, eine wahre Begebenheit!
Wir fuhren nach Eisenstadt in die Markthalle „Kulinarium Burgenland“ vor dem Schloß Esterházy. Dort gab es auch Brot von Joseph und Öfferl, man sieht, es geht auch ohne gurkerl, doch wir nahmen Brot von Pannatura, einen Sandwichwecken, den „Pan nonier“. Von Pannatura gab es noch: Hirschschnitzeln, Wildschweinschnitzeln, Bratwürste, Esterházy-Eier und da es auch heißen Leberkäse gab, Wildleberkäse noch dazu, konnte ich nicht widerstehen und eine frische Leberkässemmel essen, auch die Küchenfee nahm eine. Bei Martina’s Brotkultur nahmen wir Oliven, einen geräucherten Saibling, korsischen Schafkäse und Thunfischaufstrich. Fisch vom Neusiedlersee gab es nicht, da gerade Schonzeit ist, erst im Juni wieder! Von der Markthalle nebenan nahmen wir ein Angus-Geselchtes mit sowie Majoran, Lorbeerblatt, u.s.w.
Es geht auch ohne gurkerl, man muß nur ins Burgenland fahren.
Womit bewiesen wäre, wir leben ja doch in der besten aller möglichen Welten; – eine Welt, die immer noch besser werden kann.
Wir fuhren bei Iris vorbei, doch leider war der Stand mit den Gemüseraritäten in Purbach geschlossen. Wir waren ratlos, hat sie für immer geschlossen oder sind wir nur zu früh da? Dabei war sie doch erst kürzlich im Fernsehen zu sehen. (War eine Wiederholung.)
Beim Stekovics in Frauenkirchen gab es nur Eingeglastes, keinen Knoblauchzopf, so fuhren wir weiter zum Rommer, einem Hofladen bei der Basilika, dort gab es Kartoffeln, „rote kleine“ und Ofenkartoffeln. Dann ging es weiter zum Leeb nach St. Andrä, doch konnte ich nicht ungeschaut beim Umathum vorbeifahren. So kamen noch ein Pinot Noir und ein Kirschgarten dazu, das ist ein Blaufränkisch. Die Küchenfee nahm einen Traubensaft. Josef Umathum war gerade mitten in einer Weinverkostung mit einem Englisch sprechenden Herrn und einer Dame, die aber auch deutsch sprach. Beim Umathum habe ich auch gesehen eine Holzkiste mit 15 Flaschen einer Burgenland-Auswahl, Ernst Triebaumer, Feiler-Artinger, Krutzler, Paul Achs, Kollwentz, Hans Igler, Leberl, Kerschbaum, Giefing, Gesellmann, Juris sind dabei – und Umathum natürlich selbst! Da erschien vor dem geistigen Auge die Aussicht auf der Terrasse, den ersten Roten aus der Holzkiste im Dekantierer und ein Glas davon in der Hand. Doch diese nahmen wir nicht mit, ebenso nicht die Kiste mit den 5 neuen Weinen und einer historischen, pannonischen Sorte. Erst bis es uns endgültig ins Burgenland zieht. Die werden wir nicht hinundher spazieren fahren.
Beim Leeb waren die Kirschen gerade aus, nur welche zum kosten waren da, die schmeckten ausgezeichnet! Wir nahmen den Kronprinz Rudolf sparkling, einen Apfelschaumwein, sowie Mariella, einen naturtrüben Apfelsaft, Silbermedaille, Pinova, ebenso naturtrüber Apfelsaft, Goldmedaille, das heißt das ist der Landessieger des Burgenlandes 2026. Sowie ein Freiraumgold “Kronprinz Rudolf“ ebenso ein naturtrüber Apfelsaft.
Dann ging es zum Bauernladen „allerhand“ in St. Andrä auf Empfehlung von Umathum, wo wir Gemüse kauften, Salat, Tomaten, Kohlrabi, Jungzwiebel, Paprika, Spargel, Radieschen und Erdbeeren. Man muß alles selbst einscannen und bezahlen, der Laden wird videoüberwacht.
Auf der Rückreise blieben wir bei der Bäckerei Goldenitsch in Frauenkirchen stehen, wir brauchten Semmelbröseln für die Schnitzeln. Doch gab es auch Somlauer Nockerln, die als Schnitten daher kamen und es gab Grammel-Pogatscherl, wo gibt es das sonst noch? Außerdem kamen mit Punschkrapferl und Cremeschnitten. Als wir wieder durch Purbach fuhren, kamen wir bei Iris Gemüseraritäten vorbei und siehe da, der Stand war geöffnet. Wir nahmen mit: violetten Spargel, Fenchel und Erdbeeren. So können wir nun eine Erdbeerblindverkostung veranstalten, St. Andrä gegen Purbach.
Auf manchen Feldern wurden Erdbeeren gepflückt, herrliche Aussichten auf den See wechselten einander ab, und der Wind blies uns entgegen, auf der Fahrt von einem Dorf zum anderen.
Zuhause hat die Küchenfee die Preise mit gurkerl verglichen. In der Regel ist es günstiger im Burgenland als bei gurkerl, man muß zwar selber fahren, aber es gibt kein Gedränge, keinen Stau und genug Parkplatz. Und niemand legt einem Kohlrabi auf die Erdbeeren.
Aus der schönsten Sackgasse Österreichs, aus Mörbisch am See, haben wir mitgebracht: Wiener Würstchen. Wir vergleichen sie mit den Altwiener Frankfurtern der Fa. Windisch in Wiener Neustadt. Diese stellt sie her nach dem Original-Rezept von 1805 vom Frankfurter Metzgermeister Johann Georg Friedrich Lahner.
Als die Küchenfee in der Fleischhauerei Fischl in Mörbisch bestellte, sagte sie „Drei Paar Wiener Würstchen“, schließlich sind wir nicht in Wien, nur dort heißen sie Frankfurter.
Das Brot dazu kommt vom Triebaumer in Rust. Es ist selbst gebacken, das Mehl ist selbst gemahlen und das Korn ist selbst gesät und geerntet. Es ist ein Sauerteigbrot mit Dinkel, Weizen und Johannisroggen, sowie Salz, Rosmarin, Hefe, Wasser – und Schmalz! Vermutlich ist das der Grund, warum es die Küchenfee so an ihre Kindheit erinnert.
Die Mörbischer hatten einen Geschmack im Abgang, bis ich draufkam, daß der vom Senf kam, einem mittelscharfen Senf. Man darf diesen Senf nicht zu Würsteln essen, das ist kein Würstelsenf, am besten nimmt man Ramsa-Senf.
Schwechater Lagerbier zum Spülen zwischendurch zwischen den Würsteln.
In Triebaumers Laden gab es auch Scotch Whisky, aus eigenen Fässern. Ein kurzer Schluck genügte, um festzustellen, davon muß man mehr haben. Wir beginnen mit dem Edradour.
Brot vom TriebaumerEinkauf beim TriebaumerFleischhauerei-Imbiss FischlHofgassl in MörbischMörbischer Hauptstraße einwärts Kühlschrankmagnet mit der Mörbischen Hauptstraße einwärts gesehenWurstkesselBrot vom TriebaumerWurstkesselWurstkesselWurstkesselMörbischer WürstelWurstkesselWurstkesselAltwiener WürstelAltwiener WürstelMörbischer Würstel
Wurzelspeck und Lardo vom Triebaumer, geräucherter Lardo und Császár szalonna (Kaiserspeck) aus Ungarn.
In der Storchenstadt geht man gern in die Adebar, wo auch sonst, Störche gibt es hier überall. Wir aber gingen ins Wirtshaus im Hofgassl am Rathausplatz und speisten dort in der Mittagssonne. Ein bißchen früh für die Jahreszeit, wenn der Große Wolkenschieber eine Wolke über uns geschoben hatte, war es kalt. Rinderfilet mit Gänseleber, Spargel und getrüffeltem Erdäpfelpüree. Und Gänseleber mit grünem Apfel und Portweinsoße als Hauptspeise. Beim Triebaumer-Laden am Rathausplatz versorgten wir uns mit Wein und Brot. Etwas irritiert waren wir von einer gut betuchten Frau: Ist das ein Bio-Honig? Ob es den Bienen eh gut geht? Denn sie will nur, daß es den Bienen gut geht… Über diese Fragen mit Seltenheitswert vergaßen wir zu fragen, was für ein Brot wir da eigentlich kauften. Ich wollte dann auch nicht mehr fragen, was es mit dem Whisky auf sich hat, der dort ausgestellt war: Scotch Whisky stand darauf, „Single Malt“, aber auch „Blaufränkisch Mariental Cask Finish“ und „Weingut Ernst Triebaumer“. Wie das zusammengeht, wäre die Frage?
Zu Hause angekommen, nach „Fun, fun, fun of the Autobahn“, gab es dann Speck in seinen mannigfaltigen Arten. Wurzelspeck und Lardo vom Triebaumer, geräucherter Lardo und Császár szalonna (Kaiserspeck) aus Ungarn. Dazu Verhackertes. Das Brot, ein feinporiges eher helles Brot, erinnert die Küchenfee an etwas, bloß an was? Wir müssen also noch einmal hinfahren, nach Rust, sonst kommen wir nie dahinter.
Wirtshaus im Hofgassl
Michelin was here.
Rinderfilet und Gänseleber
Hofgassl
Blick ins Hofgassl
Rust
Wo Meister Adebar sich trifft.
Neusiedlersee-Karte
Whisky im Triebaumer-Laden, Rust
Wurzelspeck und Lardo vom Triebaumer, geräucherter Lardo und Császár szalonna (Kaiserspeck) aus Ungarn.
Wurzelspeck und Lardo vom Triebaumer, geräucherter Lardo und Császár szalonna (Kaiserspeck) aus Ungarn.
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