In der Greisslerei beim Taubenkobel

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Und wieder haben wir etwas Neues entdeckt: den Burgenland-Prosciutto, das Hammerfleisch aus Loipersbach. Wir waren in der Greisslerei, der Dependance des Restaurants „Taubenkobel“ in Schützen, in die man ohne Voranmeldung einfach hineinschneien kann und einen Platz bekommt. Wir waren die ersten, obwohl wir relativ spät ankamen, doch nach uns füllte es sich. Vor der Greisslerei kann man gemütlich straßenseitig draußen sitzen. Der kleine Gastgarten wird überragt von einem großen Kastanienbaum, in dessen Schatten man die lähmende Mittagshitze übertauchen kann. Und das Essen erst, weshalb es sich lohnt, einen Abstecher in diesen Ort beim Neusiedler See zu machen! Schon die Vorspeise, das Hammerfleisch, ließ nichts zu wünschen übrig. Es war in verhältnismäßig dicke Scheiben geschnitten und lag ein Mal zusammengeschlagen auf dem Teller. Wenig Olivenöl mit einem bißchen Limettensaft war darüber gegossen, sodaß es den Geschmack des Burgenland-Prosciutto nicht mindert sondern lediglich akkompagniert. Ebenso war man mit dem Pfeffer vorgegangen, der mäßig und nicht in den Vordergrund drängend darüber gestreut wurde. So läßt es sich leben! Dann kamen die Erdäpfelgnocchi mit Sommertrüffel bzw. Tagliatelle mit Paradeiserraritäten von Stekovics und Gartenbasilikum. Zu den Gnocchi wurde ein sogenannter Bachsalat empfohlen und tatsächlich sah ich kurz nach der Bestellung einen Koch im Hochbeet des Vorgartens nebenan Kräuter abzupfen, die wenig später herrlich angerichtet auf meinem Teller landeten. Darin waren unter anderem Taubnessel, Brunnenkresse, Pimpinelle und die an Erbsen erinnernde Vogelmiere, wie wir vermuten, sowie Gartenerbsen. Dazu ein Glas Riesling. Und es wäre keine Greisslerei, wenn man nicht auch etwas kaufen könnte. Wir haben uns für eine wunderschöne handgemachte Schüssel entschieden, die – wie uns die Leiterin von der Greisslerei sagte, bei einem gastronomischen Photo Shooting für das Restaurant „Taubenkobel“ mit dabei war. Leider nur ein Einzelstück. Von der pannonischen Töpferkunst hingerissen sind wir auf der Suche nach einer Töpferei im Burgenland, wo es genau solche mich an den Maler Hundertwasser erinnernde Keramik gibt. Diese Schüssel hat auf der Bodenseite zwei Punzen: eine mit einem Zackenmuster und eine zweite mit einem großen P, in das die Abkürzung „Li“ eingeschrieben ist, für was auch immer das stehen mag. Vielleicht kennt das ja jemand? Nicht zu vergessen die Nachspeisen: einmal ein „Liebstöckel“ und ein Brandteigkrapfen, ebenso von hinreißender Schönheit und ausgesuchter Qualität. MItgenommen wurden für den Krankensessel Eclairs und eine Zitronentarte.

https://www.taubenkobel.com/


La Pergola Osteria Friulana

Seit rund einem Jahr gibt es in Wien Mariahilf ein neues italienisches Lokal, was nicht weiter bemerkenswert wäre, wenn es sich nicht um ein so uriges Lokal handelte, in dem man abseits vom Pizza-Mainstream die originale friulanische Küche kosten kann. Es soll ja Stimmen geben, die der Pizza jegliche Daseinsberechtigung im Kanon der klassischen Speisen Italiens abstreiten. Sicher nicht kann man so etwas von der Hausmannskost behaupten, die uns im Pergola aufgetischt wurde.

Menü José Avillez

Das „Ikarus“ ist ein Restaurant, das sich jeden Monat neu erfindet. Jeden Monat kommt eine neue Karte, die die Speisen eines anderen Spitzenkochs in den Mittelpunkt stellt. So ist es, als ob man jeden Monat in einem anderen Restaurant sitzen würde. Man muss nur nach Salzburg kommen, um die Köstlichkeiten internationaler Spitzenköche erleben zu können. Für uns, die wir in Wien wohnen, ist es möglich, an einem Tag an- und am selben Tag wieder abzureisen. Und dazwischen das „Ikarus“ zu besuchen, um den Gaumen mit den feinsten Speisen zu verwöhnen.