Ungarisch-kroatisches Surf & Turf

Statt der Garnelen nehmen wir Schweinefleischwurst, das konveniert mehr unseren europäischen Geschmacksnerven, die sind halt auf Schwein geeicht und nicht auf Garnelen. Warum auf die ungarische und kroatische Art? Wegen der Beilage Letscho; und kroatisch wegen der Belje-Wurst, einem Mitbringsel von lieben Freunden. Es war eine Spezialität aus Kroatien, die Slawonische Schwarzwurst „Belje“. Belje ist ein Ort nahe dem Naturschutzgebiet „Kopacki rit“ in Slawonien, wo die Slawonischen Schweine gehalten werden.

Rezept Ungarisch-kroatisches Surf & Turf

Die Wurst in Scheiben schneiden und ohne Zugaben von Fett in der gußeisernen Fischpfanne beidseitig anbraten. Herausheben, auf Küchenkrepp legen und warm halten. In dem in der Pfanne übrig gebliebenen Fett der Wurst die Lachsstücke auf der Hautseite braten, auf Stufe 7 von 9 am Ceranfeld, ca. 7 bis 10 Min.: solange, bis man sieht, daß die Haut sich von der Pfanne hebt. Dann den Fisch umdrehen, zurückdrehen und kurz durchziehen lassen.

Beilagen: Bratkartoffeln (Laura), Letscho.


Link Slawonische Schwarzwurst:

Slawonische Schwarzwurst – "Belje" 400 g

Der Lachs wurde gekauft bei Eishken Estate, das hatten wir schon lange nicht mehr: Fisch vom Feinsten, Fisch von Eishken!

Würstel mit Kelch

Oft weiß man ja nicht, was man schnell zum Abendessen machen kann. Würstel mit Senf können nicht jeden Tag gegessen werden. Deshalb: Für die Nachwelt festgehalten.

Rezept Würstel mit Kelch

Klein gehackte Zwiebel in brauner Butter anschwitzen, gewürfelten Speck dazu geben, kurz mit schwitzen, die halbe Zentimeter dicke Scheiben geschnittenen Kelch (Wirsing) in den Topf geben und salzen. Kelch anbraten und zum Schluß Sauerrahm einrühren und abschmecken. Anrichten Frankfurter in heißem, nicht sprudelndem Wasser sieden lassen, 8 Minuten ohne Deckel. Mit Senf und Brot reichen.

Vom mühsamen und doch vergeblichen Versuch, einen Mangalitza-Burger zu bauen

Aufgeschreckt durch die Aufgabe eines Mangalitza-Hofs in der Steiermark – der Hof mußte Insolvenz anmelden, die Schweine konnten aber gerettet werden vor der Notschlachtung durch Verteilung an Höfe in Deutschland und Österreich; wollten wir unbedingt noch einmal etwas mit Mangalitza-Schweinefleisch machen, dieses Mal einen Burger. Davor hatten wir ja schon den Kulinarischen Schmelztiegel mit Mangalitza-Schweinefleisch gemacht. Bei Gurkerl gibt es vom Thum zwei Arten von Mangalitza-Schweinefleisch: Das Karree und den Schopf. Schopf hatten wir schon gestern, also blieb das Karree, das sich auch als Patty besser eignen würde, dachten wir, weil das nicht so mit Fett durchzogen ist wie der Schopf. Dazu wurde ein toll klingendes Rezept aus dem „Burger Unser“-Wälzer ausgesucht, das „El Torro“, das wird mit einem Mangalitza-Patty gemacht. Da wir keinen Fleischwolf mehr haben, weil Fleischwolf gibt es eh in der Fleischerei, verwendeten wir das Karree vom Online-Supermarkt Gurkerl, der keine Fleischhauerei ist, kurzerhand ungewolft. Das war aber ein Fehler, wie sich später herausstellte. So kann man das Patty nur mit Messer und Gabel essen, wodurch der Burger einen Hauptzweck verfehlt.

El Torro, so nennt sich das Rezept im „Burger Unser“, habe ich nachgegoogelt, stammt wohl vom Verb torrar für „rösten“ ab, es handelt sich also um eine Substantivierung, das ist die Funktion des sog. „maskulinen Generikums“. Vielleicht heißt El Torro auch „er röstet“, mein Spanisch ist etwas eingerostet. Mit einem „r“ weniger, also Toro, heißt es Stier, der Name könnte also auf beides anspielen, der Röster und der Stier, die Einleitung handelt von Stieren, also ist wohl Stier gemeint, das Doppel-R ein Rechtschreibfehler. In der Einleitung zu diesem Rezept steht was von Hemingway, der geschrieben hätte, diesen Burger müsse man bei den Hörnern packen. Hätte? Hätte er wirklich? Und hätte, hätte Fahrradkette. Abgesehen von dieser unglücklichen Insinuation geht es in der Einleitung um die Chorizo Creme, von der man wie von einem Stier abgeworfen würde. Warum wird dann im Burger Schweinefleisch verwendet? Der Text hat nichts mit dem Rezept zu tun. Er läßt mich Kopf schüttelnd zurück, mir fehlt da die Stringenz. Man sollte auf das Marketingsprech mit dem an den Haaren herbeigezogenen Vergleich (Creme wirft einen ab wie von einem Stier, als ob man das haben möchte), das peinliche Name Dropping (Hemingway) und Artikelnamen (El Torro), die mit der Sache nichts zu tun haben, verzichten und dafür mehr schreiben, was Sache ist. Zum Beispiel über die Chorizo Creme, warum, wieso ausgerechnet diese Wurst verwendet wird. Diese Creme dient ja nur als Unterlage im Burger, was kann an der so wichtig sein? Und warum sollte man sie mit mühsamen Methoden aus einer Chorizo gewinnen? Im Grunde extrahiert man laut Rezept aus der Chorizo den Saft durch Pürieren und Sieben. Den Rest also das Wurstbrät (!) schmeißt man einfach weg, das hat die Welt ja noch nicht gesehen, welche Verschwendung! Das hätte man einfacher und billiger haben können. Indem man einfach eine scharfe Würze macht. Außer möglichst kompliziert ist nichts dahinter. Nun wird klar, daß man sich darüber mit ablenkendem Blabla hinwegschwindeln will.

Es stellt sich immer mehr heraus, daß jene Bücher mit dem großen Umfang, den gestylten Fotos und den säuselnden Texten, der größte Unfug sind. Man versteht die Absicht und ist verstimmt.

Bucklertes Hendl mit allerlei Paradeiser

Oder: Kalottenbestücktes Huhn mit Paradeiservielfalt. Ein fantastisches Essen mit der Diversität aus dem Tomatenuniversum.

Rezept

Erst die Tomatenvielfalt nach Lust und Laune in Stücke schneiden. Paradeisersaft Eine Marinade mit Olivenöl, Rotweinessig, getrocknetem Oregano, Salz und Pfeffer verrühren, auf die Paradeiser gießen, vorsichtig umrühren und bis zum Servieren ziehen lassen. Baguette in etwa 2 cm dicke Scheiben schräg schneiden und in der Pfanne beidseitig anrösten. In der Zwischenzeit die Hühnerbrust zwischen normalerweise Backpapier mit einer Pfanne so lange klopfen, bis es 1 cm dick wird. Die Chorizo in halbe Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Brot aus der Pfanne nehmen und mit Knofl einreiben. Die Chorizo in die Pfanne legen. Die Hendlbrust dazu geben und auf beiden Seiten anbraten. Die Chorizo ist schneller fertiggebraten und wird daher, wenn sie fertig ist, auf der Hendlbrust warm gehalten. Anrichten Brot auf den Teller legen, mit Paradeiser belegen und mit dem Paradeisersaft ersäufen (oder nur beträufeln) nach Panzanella-Art und mit Rucola bestreuen. Die Hendlbrust auf den Teller und mit Chorizo belegen.

Ein Superschmäh vom Jamie, das Hendl mit der Chorizo zu belegen; sonst schmeckts ja nach nichts… Gut, normalerweise hätten wir das eingewienert und Debreziner oder was Ähnliches genommen, wir hatten aber die Gelegenheit, eine echte Chorizo aus Spanien zu erstehen, die ohne Konservierungsstoffe auskommt. Das Hendl kommt selbstverständlich aus der Steiermark, da gibt’s nix.

Chorizo aus Spanien, Martínez Somalo Chorizo BBQ

Nach Jamie Oliver, 7 mal anders*, Turbo-Hähnchen & Chorizo, S. 65