Das Lamm war schon das Opfertier von Beginn an. In der biblischen Urgeschichte, dem Buch Genesis, gleich nach der Vertreibung aus dem Paradies, kommt die Kain-und-Abel-Geschichte. Abel opferte das Erstgeborene seiner Schafherde, also ein Lamm. Jesus Christus selbst ist das Lamm Gottes, ans Kreuz genagelt, die Sünden der Welt auf sich und hinweg zunehmen; die Passionsgeschichte zu Ostern erzählt seinen Leidensweg, in der Liturgie ist das Agnus Dei ein fester Bestandteil: “Lamm Gottes, nimm hinweg die Sünde der Welt“. Das umgangssprachliche Wort vom Opferlamm, das man nicht sein will, kommt nicht von irgendwo. Nur eine Band aus den Siebzigerjahren, die sich den biblischen Namen „Genesis“ gab, konnte damit nicht recht was anfangen und reduzierte das Lamm zu einem surrealen Versatzstück in „The Lamb lies down on Broadway“, 1974. Stattdessen empfiehlt es sich wohl, rund 300 Jahre in der Musikgeschichte zurückzugehen und Bachs Matthäuspassion anzuhören, zum Beispiel in der Urfassung vom Karfreitag 1727. Es gibt eine Aufnahme aus der Thomaskirche Leipzig, eingespielt vom Thomanerchor Leipzig und dem Gewandhausorchester aus dem Jahr 2006, Rondeau GmbH.
Heute an diesem christlich bedeutungsvollen Tag gibt es: Lammschulter, Grünkohl, Melanzani, Shiitake, Minze, Naturjoghurt und Sumach
In diesem Salat werden nahöstliche und japanische Elemente miteinander kombiniert.
Peter, Gordon, Salatsensationen (Savour, Salads for all Seasons, 2016), S. 232. Die Küchenfee hat es um Mediterranes erweitert (Rosmarin, Knoblauch). Ist es dadurch zur Mesalliance geworden?
Zubereitungstips, statt einem Rezept
Die Küchenfee hat es nicht genauso gemacht, wie es geschrieben steht: das Lammfleisch benötige noch etwas Zusätzliches, meinte sie. Deshalb wurde die Lammschulter, nachdem sie gesalzen und gepfeffert war, die feuerfeste Form mit Rosmarinzweigen und zerdrückte Knoblauchzehen ausgelegt, darin die Lammschulter eingelegt und diese mit Rosmarin und Knoblauch belegt. So mariniert kam es in den Ofen,160° C, 1:30 h.
Auberginen salzen und etwas liegen lassen, dann die Feuchtigkeit mit Küchenrolle abtupfen. Mit Olivenöl bepinseln, beide Seiten in der Grillpfanne anbraten.
In einer Schüssel Olivenöl geben und Griechisches Joghurt mit Minze und Sumach vermischen. Kaltstellen.
Grünkohl: fritieren, in Bratolivenöl. Auf einen mit Küchenkrepp ausgelegten Teller legen. Im Ofen bei 80° C knusprig trocknen.
Serviettenform: Lilie, Symbol für ewiges Leben.
Mesalliance oder nicht. Uns hat’s geschmecket!
Wo willst du, daß wir dir bereiten, das Osterlamm zu essen?
Matthäus 26, 17b, vertont von Bach im Rezitativ „Das letzte Abendmahl“
Der Tod war es, der aus der fiktiven Schuld die reelle werden ließ: Das sterbliche Wesen kann nicht leben ohne die Schuld, wegen seiner endlichen Lebenszeit den nächsten als den Rivalen um jedes Lebensgut nicht lieben zu können.
Hans Blumenberg, Matthäuspassion, Kap. „Immer wieder: was geschah im Paradies?“, S.95, Bibliothek Suhrkamp, 1988
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