Jetzt ist schon wieder was passiert. Ich hab ein neues Kochbuch entdeckt. Wieder eines von Ducasse. „Nature – einfach, gesund und gut“ heißt es.

Zutaten

Zutaten
Zutaten

Das Rezept

  1. Das am Schneidbrett ist Basilikum. Mengen von Basilikum!
    Das am Schneidbrett ist Basilikum. Mengen von Basilikum!

    Das Backrohr anwerfen und auf 160 Grad stellen.

  2. Die geputzten Karotten, Spargel, Radieschen, Fenchel hauchdünn hobeln, den grünen Spargel bis auf die holzigen Enden zerkleinern und alles im Kühlschrank aufbewahren. Den roten Zwiebel zerkleinern.
  3. Die weiße Zwiebel in Brunoise im Bräter mit etwas Olivenöl glasig anschwitzen. Den Quinoa und den Buchweizen unter fließendem Wasser abspülen, in den Schmortopf hineingeben, unterrühren und mit der doppelten Menge Wasser aufkochen lassen.
  4. Mit Deckel ins Backrohr für 15 Minuten. Danach die karamellisierten Tomaten (Grundrezept) unterheben und noch einmal 5 Minuten ins Backrohr geben.
  5. Der neue Mixer ist mit allen notwendigen Ingredienzien befüllt und hat Starterlaubnis für den Jungfernflug.
    Der neue Mixer ist mit allen notwendigen Ingredienzien befüllt und hat Starterlaubnis für den Jungfernflug.

    Für das Pesto: Die Blätter der gewaschenen und getrockneten Kräuter: Kerbel, Koriander, Petersilie und Basilikum in einem Mixer geben. Hinzu kommt Knoblauchzehe, Pinienkerne, Arganöl und Hafermilch. Mixen. Und danach mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Fertigstellen

Alles Gemüse in einer Schüssel mit Salz und Pfeffer mischen. Einen Teil davon mit dem Quinoa-Buchweizen im Bräter unterheben, den Rest obenauf und mit dem Deckel drauf auf dem Tisch servieren. Das Kräuterpesto dazu reichen.

So kommt jeder am Tisch in den Genuss des herrlichen Duftes, wenn der Deckel geöffnet wird. (so schreibt Ducasse!)

Aus Alain Ducasse/Paule Neyrat „Nature – einfach, gesund, gut“, Hädecke, 2013, S. 104: „Quinori-Gemüsetopf mit Kräuterpesto“

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Weiters

Das Buch ist nicht so neu, wie es scheint. Die deutsche Ausgabe hatte sich immer wieder verzögert, sodass ich es mir vor 3 Jahren auf französisch gekauft habe.

Mittlerweile ist es nun auch schon wieder 2 Jahre her, dass dieses Buch auf deutsch erschienen ist und mich wundert, dass das Format nicht Schule gemacht hat. In einem Beiheft sind alle Zutaten aufgelistet, das man zum Einkaufen mitnehmen kann. Sehr praktisch, finde ich.

Quinori, wie es das Rezept verlangt, ist eine Mischung aus rotem und weißem Quinoa, langkörnigem Naturreis, Kichererbsen und Sesam. Das wusste ich nicht. Und weil wir es nicht wussten und wir uns das Rezept nicht so genau vorm Einkauf durchgelesen hatten, nahmen wir stattdessen, was wir hatten: Quinoa und Buchweizen im Verhältnis 1:1.

Die deutsche und im Hintergrund die französische Version des Kochbuches
Die deutsche und im Hintergrund die französische Version des Kochbuches „Nature“. Im Vordergrund rechts das Büchlein mit der Einkaufsliste.

Die Rezepte im Buch sind sehr gesund. Das unterstreicht die Ernährungswissenschaftlerin, die zu jedem Rezept ihren wissenschaftlichen Kommentar beitrug. Zum Beispiel sagt sie bei diesem Gericht: „eine nahrhafte, glutenfreie Getreidemischung mit Vitaminen, Ballaststoffen, Mineralien, komplexen Kohlenhydraten und pflanzlichen Proteinen. Fleisch und Fisch sind dabei überflüssig.“

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Mich erinnert das Rezept an Jamie Oliver und seine 15 Minuten-Blechmischungen. Genauso modern und leicht, nur dass bei Alain Ducasse die Rezepte ohne zeitliche Kompromisse konzipiert sind – nur dem Gesunden und guten Geschmack verpflichtet.

Es gibt noch ein anderes Nature-Buch, da geht’s um Fische, das gibt es aber bisher nur auf Französisch.

In diesem Rezept kommt Pesto als wesentlicher Bestandteil des Gerichts vor. Das bekannteste Pesto ist pesto alla genovese, welches jeder Koch im Tiefschlaf kann. In diesem Rezept haben wir alle Zutaten für pesto alla genovese gefunden bis auf Parmesan. Wahrscheinlich ist er nicht gesund genug, weil schmecken tut er. Stattdessen finden wir hier vor: Hafermilch. Hafermilch? Käse ist ein Milchprodukt, aber vom Parmesan zur Hafermilch ist es ein breiter Weg. Vor allem, weil Hafermilch nicht wirklich was mit Milch zu tun hat. Trotzdem hat es uns zu meinem großen Erstaunen gemundet und der Parmesan hat uns nicht gefehlt.

Obwohl einen Verbesserungsvorschlag hätte ich schon. Über das Gemüse, wenn es heiß aus dem Backrohr raus kommt, ein rohes Ei schlagen, das stockt, während es durch das dampfende Gemüse rinnt. Das stelle ich mir geschmackig vor.

Meine Küchenfee hat das Hobeln des Spargels mit der Mandoline aus technischen Gründen verweigert. Obwohl wir für das Hobeln des Gemüses nicht die Mandoline spielten sondern die Küchenmaschine anwarfen. So war der Spargel nur in Stückchen zerkleinert, er hat aber trotzdem geschmeckt.

Wir hatten genug Metro-Pickerl (hochdeutsch: Klebeetiketten) gesammelt, um das Sammelhefterl voll zu machen und so konnten wir einen 1,5 L Standmixer von Tarrington House günstig erstehen. Ein bisserl laut ist er halt.

Eigentlich ist dieses Rezept ein Frevel, denn es ist Herbst und nicht Radieschenzeit. In dem Bewusstsein, dass wir zur unmöglichen Jahreszeit sowas essen können, wird der Genuss noch höher sein: im Büro morgen am Schreibtisch zu Mittag.

Quinoa-Buchweizen-Gemüsetopf in der Variante zum Mitnehmen
Quinoa-Buchweizen-Gemüsetopf in der Variante zum Mitnehmen