Die Wiederentdeckung der Kartoffelknolle

Die Kartoffel scheint eine Renaissance zu erleben: in Lea Linsters jüngstem Kochbuch „Mein Leben, meine Rezepte“ wird die Kartoffel prominent herausgestellt, darin wird ein „einfaches“ Kartoffelpüree nach Robuchon, einem der besten Köche aller Zeiten, gemacht, einfach, aber gewusst wie! In Moritz‘ und Martinas neuem, ihre besten Kartoffelrezepte versammelnden Kochbuch „Ein Tag ohne Kartoffelsalat ist, kulinarisch betrachtet, ein verlorener Tag“ wird das Hohelied der Kartoffel gesungen. Selbst Ottolenghis neues Kochbuch „Flavour“ geht am Püree nicht spurlos vorbei, darin findet sich ein Gericht namens „Portobello-Steaks mit Püree aus Riesenbohnen“, hoppla, das Püree ist tatsächlich ausschließlich aus Riesenbohnen, nein Ottolenghi und Kartoffel geht gar nicht. Aber bei uns geht es nicht ohne Kartoffel: wiiiir präsentiiiieren…

…einen Klassiker, den man nicht so leicht ignorieren kann. Cremespinat mit Spiegelei und Röstkartoffel. Kennt jeder, aber hier wird der Cremespinat so gemacht, wie wir das gut finden. Mit selbst püriertem Spinat, nicht mit fertig Gekauftem. TK-Cremespinat ist zwar leicht zu verwenden, einfach in einem Topf erwärmen und fertig, aber er enthält Zutaten, die wir nicht so sehr mögen. In unseren Cremespinat kommt nur hinein Spinat klarerweise, Frischkäse, Knoblauch, Muskatnuss, Salz und Pfeffer, Wir brauchen keine Sahne, uns schmeckt der Cremespinat mit Frischkäse besser. Für so etwas einfaches wie Spinat braucht es keine elendslange Zutatenliste, wie auf den handelsüblichen Kaufpackungen. Selbst gemacht schmeckt am besten. Und dann erst die Röstkartoffel!

Hier kommt das Rezept und man wird sehen, das ist nicht so kompliziert, das kann man selber machen, man braucht keine Fertigpackung.

Die ungeschälten, gewaschenen Kartoffeln in einem Kochtopf mit Salzwasser bedecken und kochen bis sie gar sind, mit einer Dressiernadel den Kartoffel anstechen, wenn die Nadel leicht durchgeht, ist die Kartoffel gar. Herausnehmen, schälen, in Scheiben schneiden. Fein gehackten Zwiebel in einer Pfanne mit Olivenöl anschwitzen, die Kartoffelscheiben dazu geben, Salz, Pfeffer, Kümmel, Majoran hineinmischen und die Kartoffel in der Pfanne anrösten. Die tiefgekühlten Spinatzwutschkerln in einem Topf erwärmen, um sie aufzutauen. In den Standmixer geben. Geschälte Knoblauchzehen, Salz und Pfeffer sowie Frischkäse dazu geben. Pürieren. In den Topf gießen. Ein paar Minuten köcheln lassen. Abschmecken.


2 Comments

  1. Die Vielseitigkeit der Kartoffel wird oft unterschätzt. Kein Wunder, kennt der normale Konsument doch fast nur noch Sieglinde. Auf dem Münchner Viktualienmarkt gibt es ein Kartoffelhaus mit etwa 30 verschiedenen Kartoffelsorten. Ich habe mir angewöhnt dem Verkäufer zu sagen, was ich machen möchte und er schlägt mir zwei Sorten, die dazu passen, vor. Für ein Kartoffelgullasch braucht man andere Kartoffeln, wie für Suppe, Brei oder Knödel. Und, ja, es macht einen Unterschied. Ein Grund mehr die Knolle zu schätzen!

    1. Den Viktualienmarkt in München kenne ich zu wenig, von einem Kartoffelhaus habe ich noch nichts gehört. Bei uns, in den üblichen Supermärkten, gibt es nur eine Sorte, Sieglinde, aber im „Basic“ gibt es mehrere Sorten etwa fünf bis sieben verschiedene. Der Meidlinger „Basic“ ist ein Ableger eines deutschen Supermarkts in Wien, hat bestes Gemüse auch Schwarzkohl. Wenn wir Gemüse brauchen, das zwar in Deutschland aber nicht bei uns auf den Tisch kommt, gehen wir zu „Basic“. Langsam wird mir klar, welcher Kult bisweilen in Deutschland um die Kartoffel betrieben wird.

Kommentare sind geschlossen.