Grießnockerlsuppe ohne Suppe

Wir haben uns auf das Experiment eingelassen. Laut Kochbuch macht man Grießnockerl und dünstet Wurzelgemüse an. Und das wars. Mir ist die Suppe abgegangen. Die kommt beim nächsten Mal hinzu. Denn bei diesem Rezept sind die Grießnockerln zum ersten Mal so gelungen, wie wir uns das vorstellen: flauschig, nicht hart und doch bißfest. Wir freuen uns auf viele viele Grießnockerlsuppen. Das Besondere an diesem Grießnockerl ist, daß auch Sesam mit hineinkommt.


Rezept Grießnockerl mit Kohlrabi und Karotten

Grießnockerl 100 Milliliter Gemüsebrühe mit 20 Gramm Butter aufkochen. 60 Gramm Weizengrieß unterrühren. Vom Herd ziehen und weiterrühren, bis sich der Teig vom Topfboden löst. Auskühlen lassen. Ein Ei und 10 Gramm angeröstete Sesam einrühren. Die Nockerl mit zwei nassen Löffeln formen und ins siedende Wasser tauchen. 10 Minuten ziehen lassen.

Wurzelgemüse Zwei Kohlrabi und sechs Karotten putzen und in Stifte schneiden. Das kann eine Weile dauern, deshalb legen wir die Stifteln in Eiswasser, damit das Gemüse nicht braun verfärbt. Einen Esslöffel Olivenöl in eine Pfanne geben, erhitzen und darin das Gemüse anschwitzen. Dann 100 Milliliter Gemüsebrühe dazu geben und zirka acht Minuten bei schwacher Hitze dünsten. In der Zwischenzeit Lauch in dünne Scheiben schneiden und zum Gemüse geben, ein paar Minuten mitdünsten. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuß abschmecken. Mit grob gehacktem Koriander vermengen und auf dem Teller anrichten. Die Grießnockerl dazu geben.

Inspiriert von Dr. Oetker „Gartenküche“*: S. 20 „Kohlrabi-Möhrengemüse mit Grießnockerl“


Karotte oder Möhre?

Das Wort Karotte wurde im 16. Jahrhundert dem Französischen entlehnt. „Möhre“ hingegen ist viel älter. Dieses Wort kommt vom althochdeutschen „mor(a)ha“ aus dem 10. Jahrhundert. Der Umlaut kam erst im Spätmittelhochdeutschen für den Plural „mörhe“ hinzu, aus dem das Neudeutsch, also das 16. Jahrhundert, die „Möhre“ bildet. Die Mohrrübe verweist also auf den Wortursprung aus dem 10. Jahrhundert. Das Wort ist verwandt mit der slawischen Bezeichnung, etwa dem tschechischen „mrkev“ oder dem serbokroatischen „mȑkva“, das von der Bedeutung her das Gleiche meint, nämlich eßbare Wurzel. (Mehr darüber im „Etymologisches Wörterbuch des Deutschen“, Edition Kramer, 2018 oder auf https://www.dwds.de/wb/.)

Wann sagt man also Karotte und wann Mohrrübe oder Möhre? Laut dem Etymologischen Wörterbuch ist mit Mohrrübe oder Möhre eine gelbe Rübe gemeint. Dann sagen wir also zur orange gefärbten Rübe Karotte. Und zur gelben Rübe Möhre oder Mohrrübe.


10 Kommentare

    1. Das kommt auf den Standpunkt an. Die Durchführung gelang zwar, aber das Ergebnis war dann doch so, daß wir in Zukunft auf die Flüssigkeit vulgo Suppe nicht verzichten wollen. Vor allem nicht, an solchen heißen Tagen wie diesen.

      1. Da bin ich bei Euch. Wobei ich mir vorstellen kann, dass das Gericht durch die stückigen Gemüseanteilen sogar noch gewinnt. Jetzt noch etwas Brühe darüber und das Gericht ist perfekt! Trotzdem meine ich, dass man durchaus mal etwas riskieren kann. Mal ganz unter uns: bei mir gelingen auch nicht alle Kaffee-Experimente von Anfang an gleich perfekt. Schönen Sonntag noch!

  1. Ich liebe Grießnockerlsuppe und bin etwas traurig, dass sie mir selbst nie so richtig gelingen. Das Rezept liest sich vielversprechend, auch wenn mir dabei die die leckere Brühe beim Essen fehlen würde.
    Liebe Grüße von Hanne und danke fürs Rezept! 🌼🍀

    1. Uns sind die Grießnockerln auch nie so richtig gelungen, die Grießnockerl wurden nicht flauschig, Aber nach dieser Methode ging es. Wir vermuten, daß das daran liegt, daß der Grieß, der hart ist wenn er noch trocken ist, ganz aufgeweicht sein muß, was in diesem Rezept beim Umrühren ohne Hitze im Topf passiert. Das dauert nur etwa eine halbe Minute. In einem anderen Rezept wird alles, inklusive Ei, miteinander vermengt, und dann 10 bis 15 Minuten zum Rasten stehen gelassen. Auch hier wird es so sein, daß sich in dieser Zeit der Grieß aufweichen kann.

      liebe Grüße Christian

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