Das völlig zu Unrecht unterschätzte Bohnenkraut

Ich weiß nicht, wie viele Geschäfte wir abgeklappert haben, aber es waren einige und in keinem hat es Bohnenkraut gegeben, weder Frisches noch Getrocknetes, sodass wir schon ziemlich froh waren, letztlich doch noch Bohnenkraut zu bekommen, in einer Gärtnerei wurden wir fündig. Ironie am Rande: die Gärtnerei ist gleich bei uns in der Nähe gelegen, quasi vor der Nase, die Ausfahrt mit dem Automobil hätten wir uns sparen können. Es muss an der Mode liegen, am Trend zum exotischen Super Food, dass es das bodenständige, hiesige, allzeit bereite Küchenkräutlein nicht mehr in den Lebensmittelhandel schafft. Solche Trends gehen naturgemäß an Gärtnereien vorbei. Vielleicht sollten wir unser Einkaufsverhalten überdenken.

Das Bohnenkraut ist ein Alleskönner, ganz klassisch passt es zu grünen Bohnen, aber auch zu Linsen, Erbsen, wie überhaupt zu Hülsenfrüchten, bei Fleisch vor allem zu Schwein, Geflügel und u.a. auch zur Kartoffel.

Faschierte Laibchen mit Zucchinipüree

Die faschierten Laibchen, Schwein und Rind halbe-halbe, mit dem Bohnenkraut in der Mitte waren sehr saftig und hatten einen leicht frischen Geschmack, der vom Bohnenkraut herrührt.

Für 4 Teller

2 kleine fein gehackte Zwiebel in wenig Olivenölkurz anschwitzen. Ein halbes Kilo Zucchini mit der Küchenmaschine raspeln und zu den Zwiebeln geben. Salzen, durchrühren auf mittlerer Hitze die Zucchini weichdünsten. Mit dem Zauberstab pürieren. Fein gehacktes Bohnenkraut nach Geschmack einrühren, bis zum Servieren warm stellen, 800 g Faschiertes mit Salz, 160 g Schafjoghurt, fein gehacktes Bohnenkraut nach Geschmack, 2 klein gehackte und angeschwitzte Zwiebel und drei geriebene Knoblauchzehen gut miteinander verkneten. Eine Portion herausnehmen, in der Mitte ein paar Blätter Bohnenkraut hineindrücken, dann ein kleines Laibchen formen. Die Laibchen in Öl braten.

Anrichten: Zucchinipüree und die faschierten Laibchen auf einen Teller geben, mit Olivenöl beträufeln, mit Bohnenkraut garnieren.

Inspiriert vom Aromabuch.


2 Comments

  1. Ich will dich nicht neidisch machen, aber mein Gemüsehändler gegenüber der Kreuzung hat es bei den Bohnen und wiegt es ab, wenn du es verlangst. Ich nehme meist mehr und klemme es in die Schiene, die die Wender und Suppenkellen beherbergt. Da trocknet es dann und wird eingesetzt wenn es notwendig ist. Früher war das Standard, bestimmt auch in Österreich.

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