Kelch ohne Würstel

Kohlgemüse heißt auf wienerisch „Kelch“, gesprochen Kööch, auf norddeutsch Wirsing, aus unserer Rubrik „Vergessenes Gegessenes“. So wie er hier vorgestellt ist, ist er beileibe nicht nach „Wiener Art“ gemacht, dann wäre er breiiger und mit einem Würstel oder Geselchtem („Kasseler“). Auch „ohne allem“ schmeckte er uns sehr gut!

Rezept

Zwei fein gehackte Zwiebel in Olivenöl goldbraun anschwitzen. Vier große Kartoffeln schälen und würfeln, zu den Zwiebeln geben und ein paar Minuten mitschwitzen. Kümmel und rotes Paprikapulver einrühren und mit Gemüsebrühe aufgießen. Die Kartoffeln kochen bis sie bissfest sind. Derweil eine Karotte, eine gelbe Rübe, einer Pastinake, eine Peterwurzel schälen in Scheiben schneiden. Einen halben kleinen Sellerie würfeln. Zwei Tomaten blanchieren, Schale und Gehäuse entfernen und würfeln. Das Gemüse zu den Kartoffeln geben und mitköcheln lassen. Von einem großen Wirsing den Strunk entfernen, in Scheiben schneiden und in der Pfanne in Olivenöl braten. Das angebratene Kraut zu den Kartoffeln geben. Vier zerdrückte Knoblauchzehen dazu geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und auf kleiner Flamme zirka eine Viertelstunde ziehen lassen. Anrichten: Feingehackte Petersilie darunter mischen und mit einem Klecks Sauerrahm garnieren. Mit Paprikapulver leicht bestreuen.

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K.E

Küchenereignisse - von hart Gesottenem und weich Gekochtem.

6 Comments

  1. Stimmt. Ich kenne Gerichte wie obiges noch aus alten Kochbüchern. Das stand halt an sechst Tagen in der Woche Gemüse auf dem Tisch – oder Mehlspeisen. Fleisch gab es dann am Sonntag (und am Montag in der Resteverwertung!). Ich kenne das Phänomen auch aus anderen Ländern, z.B. Griechenland. In den Restaurants gibt es nur die „Typischen“ Fleischgerichte, Gyros, Souvlaki, Bifteki und mit etwas Glück noch Mousaka oder Pastitio. Dabei gibt es so viele griechische Eintopfgerichte, die wahrscheinlich dort jede Hausfrau kennt. Auf den Speisekarten sucht man sie allerdings meist vergeblich…

    1. Das wäre fein, wenn man diese Alltagsgerichte von früher kochen könnte. Vielleicht muss ich doch mal ein „altes“ Kochbuch durchsehen…. leider kann ich kein griechisch. Für „uns“ fällt mir die „Prato“ ein, ein Kochbuch aus dem 19. Jhdt. ,aber das ist vermutlich wiederum zu lange her,

  2. Früher war das wohl ein „Arme-Leute-Essen“, heute wird es kaum noch gekocht – zu Unrecht! Schon Paracelsus wusste: es ist am gesündesten das zu essen, was hier wächst und zwar dann, wenn es hier geerntet wird! Außerdem ist das heutige Gericht durchaus ein Schmankerl.

    1. Früher hat es eben keine Fertiggerichte gegeben, da musste man Kohl machen. Jeden Tag Schnitzel ist auch nicht das Wahre. MIr fehlt diese Art von Gericht, so einfach, grundlegend und gut.

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