Erdäpfelknödel mit Zellersauce auf Kraut – Oh selige Weihnachtszeit

Ein Wintergericht nach Meinrad Neunkirchner. Was bei ihm so gefällt: die so unprätentiöse Art seiner Gerichte, die keine Gourmet-Zutaten wie Kaisergranat benötigt, mit einfachen, direkt unscheinbaren Zutaten verblüffende Ergebnisse erzielt. Viele Köche können gut kochen, raffiniert und exquisit, eine Art, die bei Meinrad Neunkirchner überhaupt nicht zum Vorschein tritt. Bei ihm ist alles einfach, es ist nicht bodenständig es ist nicht traditionell, bei ihm ist es meinradisch raffiniert und neunkirchnerisch exquisit.


Rezept – Erdäpfelknödel mit Zellersauce auf Kraut

Eine mittelgroßen Sellerieknolle gründlich waschen, in Schale würfeln, in einer Sauteuse mit Sonnenblumenöl langsam anbraten. Zwei große, grob gehackte Zwiebel und drei Knoblauchzehen dazu geben. Einen TL Honig einrühren und karamellisieren lassen. Einen EL Tomatenmark einrühren, kurz schmurgeln lassen und mit einem Achtel Rotwein ablöschen. Mit einem L Gemüsefond aufgießen, leise vor sich hin köcheln lassen, eine Stunde lang, bis alles auf ein Drittel reduziert ist. Abgießen. Die Sauce mit Worcestersauce, Selleriesalz und Kümmel abschmecken und mit Kartoffelstärke binden.

Das Braunschweiger Kraut in mundgerechte Stücke schneiden, eine feingehackte Zwiebel in einer tiefen Pfanne mit Sonnenblumenöl anschwitzen, das Kraut dazu geben und anbraten. Wenn es Farbe bekommen hat, ganz wenig Gemüsebrühe ablöschen, einköcheln und mit Salz und Kümmel abschmecken. Vom Herd nehmen und vier EL Sauerrahm einrühren.

400 g Agria, mehlig kochende Erdäpfel, kochen, ausdampfen lassen, schälen, durch die Kartoffelpresse drücken und mit 70 g Kartoffelstärke, 20 g Weizengrieß, Salz und Muskatnuss rasch verkneten, Frischhaltefolie packen und im Kühlschrank eine Stunde lang ruhen lassen.

Salzwasser aufkochen aus dem Knödelteil kleine Knödel formen, ins Wasser geben und köcheln lassen, bis die Knödel zur Oberfläche steigen.

Anrichten: die Sauce in die Teller gießen, das Sauerrahm-Kraut darauf legen und zwei Knödeln darauf geben, mit grob gehackter Petersilie bestreuen.

Eine weiteres Gericht inspiriert von einem Rezept von Meinrad Neunkirchner aus „Österreich vegetarisch“*.


Ein Schwarzwurzelgericht der Extraklasse: mit Rollgerstl und Kohl

Schwarzwurzeln sind ein einzigartiges Gemüse. Hatten wir uns erst kürzlich an den Gedanken gewöhnt, dass sie der Spargel des Winters sind, stellen wir nun fest, dass man sie auch mit Kartoffeln verwechseln könnte. Der Hintergrund ist, dass wir in unserem bevorzugten Supermarkt zum ersten Mal Schwarzwurzeln gefunden haben, fürwahr dickstämmige Stangen – ich dachte bisher, Schwarzwurzeln sind dünn –  etwas verbeult und schmutzig. Eingehüllt in getrockneter, leicht abbröckelnder Erde, also nicht gerade wie aus der geschniegelten Supermarkt-Postille, passen sie nicht in unsere Zeit, und gerade dadurch sind sie sympathisch. Diese dicken, fleischigen Stangen schneidet man schräg an und schon hat man etwas, das vom Aussehen her der Kartoffel zum Verwechseln ähnlich sieht. Wer nicht weiß, dass es Schwarzwurzeln sind, wundert sich und sinniert, was das wohl sein könnte. Sie schmecken nicht nach Kartoffeln, Kohlrabi könnte es sein, vom Geschmack her. Aber es sind nun mal Schwarzwurzeln.

Rezept Rollgerstl mit Schwarzwurzel und Kohl

für 2 Personen

140 g Rollgerste in kaltes Wasser legen und zirka sechs Stunden einweichen. Abspülen mit kaltem Wasser. Eine große, fein gehackte Zwiebel in zwei EL Butter anschwitzen. Drei gepresste Knoblauchzehen dazugeben, dann die abgetropfte Rollgerste und nämliche ein paar Minuten mitschwitzen lassen. Einen halben Liter Gemüsebrühe eingießen und alles etwa 20 bis 25 Minuten köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Schwarzwurzeln schälen, dann in kaltes, mit einem EL Mehl verrührtem Wasser legen und 5 Minuten darin ziehen lassen. Anschließend in ein cm dicke schräge Scheiben schneiden, in Salzwasser bissfest kochen. Vom Kohl den Strunk entfernen und die Blätter in rautenförmige Würfel schneiden.  Kohl und Schwarzwurzeln unter das Gerstl mischen, vorsichtig verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Grob gehackte Petersilie und Dille dazu geben.


Inspiriert vom Kochbuch „Österreich vegetarisch“* des viel zu früh dahingeschiedenen Wildpflanzen-Papstes, Meinrad Neunkirchner. Nämlicher wartet in diesem Buch nicht nur mit diesem unfassbar genialen  Schwarzwurzel-Gericht auf, sondern auch mit einem uns bis dato unbekannten Gewusst-wie. Bisher waren wir der Meinung, Schwarzwurzeln seien in Zitronen- oder Essigwasser einzulegen, um deren natürliche Farbe und Konsistenz zu erhalten. Jedoch entstellt die Zitrone eo ipso den Geschmack der Schwarzwurzel aufs Empfindlichste. Ein mit Mehl angerührtes Wasser erhält beides, Farbe und Aroma.


Kelch ohne Würstel

Kohlgemüse heißt auf wienerisch „Kelch“, gesprochen Kööch, auf norddeutsch Wirsing, aus unserer Rubrik „Vergessenes Gegessenes“. So wie er hier vorgestellt ist, ist er beileibe nicht nach „Wiener Art“ gemacht, dann wäre er breiiger und mit einem Würstel oder Geselchtem („Kasseler“). Auch „ohne allem“ schmeckte er uns sehr gut!

Rezept

Zwei fein gehackte Zwiebel in Olivenöl goldbraun anschwitzen. Vier große Kartoffeln schälen und würfeln, zu den Zwiebeln geben und ein paar Minuten mitschwitzen. Kümmel und rotes Paprikapulver einrühren und mit Gemüsebrühe aufgießen. Die Kartoffeln kochen bis sie bissfest sind. Derweil eine Karotte, eine gelbe Rübe, einer Pastinake, eine Peterwurzel schälen in Scheiben schneiden. Einen halben kleinen Sellerie würfeln. Zwei Tomaten blanchieren, Schale und Gehäuse entfernen und würfeln. Das Gemüse zu den Kartoffeln geben und mitköcheln lassen. Von einem großen Wirsing den Strunk entfernen, in Scheiben schneiden und in der Pfanne in Olivenöl braten. Das angebratene Kraut zu den Kartoffeln geben. Vier zerdrückte Knoblauchzehen dazu geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und auf kleiner Flamme zirka eine Viertelstunde ziehen lassen. Anrichten: Feingehackte Petersilie darunter mischen und mit einem Klecks Sauerrahm garnieren. Mit Paprikapulver leicht bestreuen.

Grünes Hähnchen-Curry

Sprossen sind in der kalten Jahreszeit ein guter Ersatz für frisches Gemüse. Sie sind frisch und knackig und ein Vitaminlieferant. Man kann sie aber auch einfach zusätzlich über Gemüse streuen, so wie wir das taten bei diesem Hähnchen-Curry mit Brokkoli, Schwarzkohl, Zuckerschoten und Chinakohl. Umso mehr wird das Knackige betont.

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Kohl-Reis-Auflauf mit Rindsfaschiertem

Ein schneller Auflauf für Zwischendurch, der mit Sauerrahm schon als Kind gern gegessen wurde.

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Chips mit Curry-Mayonnaise

Ein Essen, angesiedelt zwischen Snack und Abendessen, für Couch Potatoes, für einen gemütlichen Abend. Aber das sind keine Kartoffelchips und sie kommen nicht aus dem raschelnden Sackerl, nein, sie sind frisch, sie kommen direkt aus dem Ofen. Diese Chips rascheln, weil sie so knusprig sind. Und sie sind aus Kohlblättern gemacht, leicht abgeschmeckt mit Tomaten und Sonnenblumenkernen. Dazu kommen frittierte Karotten, Süßkartoffeln und Zucchini sowie gebratener Speck.

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Kamut-Krautrouladen

Die schönsten Blätter vom Kohl (Wirsing) eignen sich zum Einwickeln, aber von was, das ist die Frage? Man kann der Fantasie freien Lauf lassen. Ein Gemisch aus ganzen Kamutkörnern, stückchenweise Ziegenkäse und –Topfen ist es bei uns geworden, darüber eine Tomatensauce. Da hat man etwas zum Beißen und es ist trotzdem cremig. Irgendwie erinnert mich das an Lasagne. „Kamut-Krautrouladen“ weiterlesen

Kohltopf nach Gärtnerinnenart

Zartes Kohlgemüse mit Speck und Kartoffeln. Zu diesem deftigen Gericht passt ein würziges, kräftiges dunkles Brot. Auf neuem Grüngeflammten aus Gmunden. Zum Einstand in unserem Haushalt.

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Orientalisches Pichelsteiner

Eintopf mit Weißkraut und Kohlrabi mit Lamm-, Rind- und Schweinefleisch, gewürzt mit Kreuzkümmel, Koriandersamen und Bockshornklee und Wiener Würze. Ein Original Pichelsteiner ist das nicht, schmeckt aber trotzdem!„Orientalisches Pichelsteiner“ weiterlesen

Pulled Lamb Salad

Als „Pulled Lamb ideal vorgegart & perfekt mariniert“, bzw. „Pulled Lamb vorgegart und mariniert“, „slow cooked low“, „zart und saftig“, „schonend vorgegart“ als „Qualitäts-LAMMfleisch aus Österreich“ wird es angepreist auf der Packung.  Wir haben es ausprobiert. In einem Salat von Peter Gordon kam es zur Anwendung.

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