Das puristische Menü

Was ist an diesem Menü puristisch? Vielleicht relativ gesehen, im Vergleich zu den vorigen. Ich weiß es nicht mehr, uns kam es halt so vor. Und damit beschließen wir das Jahr 2020. Das neue Jahr wird hoffentlich besser!

Kastaniensuppe

In Ringe geschnittene Jungzwiebel auf Butter hell anschwitzen. In Scheiben geschnittene Stangensellerie dazu geben, ein paar Minuten mitschwitzen, die gekochten Kastanien einrühren, mit Gemüsesuppe und Sahne aufgießen, ein paar Minuten leise köcheln lassen, mit dem Standgerät vermixen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf das in dünne Scheiben geschnittenes Baguette geschälte Birnenscheiben legen, mit Ziegenkäse belegen und mit der Grillschlange überbacken.

Fasanbrust mit Polenta und Karotten

Polenta Wasser aufkochen, die Polenta dazu geben, zwei Minuten köcheln lassen, Butter und Parmesan einrühren, mit Salz abschmecken. Eine mit Frischhaltefolie auslegte, flache Form mit Olivenöl bepinseln, die Polenta hineingießen, verstreichen, sodass die Schicht etwa 1 cm dick ist. Auskühlen lassen. Die Polenta auf eine Schneidefläche stürzen und mit einer Ausstechform Sterne ausstechen. In der Pfanne beidseitig goldbraun anbraten. Karotten schälen, in schräge Stücke schneiden. In Salzwasser bissfest kochen, abgießen, und in zerlassener Butter mit Thymian und Rosmarin aromatisieren. Die Fasanbrust salzen, pfeffern, beidseitig anbraten, im Backrohr fertig garen. Den Bratenansatz mit Portwein ablöschen, mit Wildfond aufgießen, die getrockneten Cranberrys dazu geben, einköcheln, vor dem Servieren mit Kartoffelstärke binden. Anrichten Brust in Scheiben schneiden, Karotten und Polentasternchen daneben legen und mit der Sauce beträufeln.

Lebkuchen-Mandarinen-Tiramisu

Eier trennen, die Dotter mit Sukrin Melis und kaltem Wasser auf einem Dampfbad zu einer Sabayon schlagen, das Eiklar mit dem Krups-Handrührgerät zu Schnee schlagen. In den Mascarpone unter ständigem Rühren die Sabayon einarbeiten, siehe Foto mit Krups. Zum Schluss das Lebkuchengewürz einrühren. Den Schnee mit dem Gummihund unterheben. Diese Creme in einen Spritzsack füllen und bis zum Anrichten in den Kühlschrank stellen. In der Zwischenzeit die Mandarinenspalten herrichten. Einen Teil der Mandarinen auspressen, den Saft abseihen und mit Sukrin Melis einköcheln, bis es sirupartig wird. Anrichten Eine Runde der Creme aus dem Spritzsack in das Glas füllen, darauf eine Schicht Mandarinenspalten geben, den Biskuit im Mandarinensirup wenden und auf die Mandarinenspalten geben. Weitere Schichten wie zuvor aufschichten.


Das bordeauxrote Menü

  1. Grünweiße mit Petersilienwurzel und Hirschschinken-Wurzelbrot
  2. Rote Rüben mit Mandarinen-Himberessig, Topinambur-Chips und Walnüssen
  3. Rehlungenbraten-Strudel mit Kohlrabi-Kohlsprossen und Preiselbeer-Wildsauce
  4. Lali lala Lafers Linzer Torte

Noch mehr Gerichte inspiriert von Lafer/Witzigmanns Kochbuch „Eine Freundschaft 100 Rezepte“*.

Grünweiße mit Petersilienwurzel und Hirschschinken-Wurzelbrot

Kleingeschnittene Schalotten und Petersilienwurzel in Öl anschwitzen. Mit Suppe und Schlagobers aufgießen und 20 Minuten weichkochen. Mit Salz, Zitronensaft und Cayennepfeffer abschmecken. Mit dem Standmixgerät fein pürieren. Zweidrittel in einen anderen Topf abgießen, zum Rest im Handrührgerät Petersilie geben und mixen. In einen Topf geben und mit dem Pürierstab aufschäumen. Die weiße Flüssigkeit auf die Teller verteilen. Darauf aus der mit Petersilie vermixten Flüssigkeit vorsichtig darauf gießen, damit sich eine grüne Schicht auf der Weißen ergibt.

Ein in dünne Scheiben geschnittenes Wurzelbrot toasten. Mit Hirschschinken belegen und mit der Suppe servieren.

Rote Rüben mit Mandarinen-Himberessig, Topinambur-Chips und Walnüssen

Die Sellerieknollen in Kümmelsalz-Wasser weichkochen, darin auskühlen lassen. Herausnehmen und schälen und mit der Mandoline in dünne Scheiben schneiden. Mandarinen-Himberessig Mandarinen auspressen, durch ein Sieb pressen, auf die Hälfte einköcheln lassen und vom Herd nehmen. Honig, Himbeeressig, Salz, Cayennepfeffer und Walnussöl einrühren. Topinambur-Chips Topinambur richtig schön abwaschen und mit der Schale mit Hilfe der Mandoline in dünne Scheiben schneiden. In eiskaltes Wasser legen, etwa eine halbe Stunde, dann abgießen, abtropfen lassen, abtrocknen und: frittieren. Topinambur-Creme Topinambur schälen, in leicht gesalzenem Wasser kochen, abgießen und mit Butter weichpürieren. Anrichten Die rote Rübenscheiben auf den Teller legen und mit der Mandarinen-Himbeeressigmischung beträufeln, einen Klecks Topinambur-Creme darauf legen. Mit grob gehackten Walnüssen und Topinambur-Chips bestreuen, mit Blutampfer garnieren.

Rehlungenbraten-Strudel mit Kohlrabi-Kohlsprossen und Preiselbeer-Wildsauce

Rehlungenbraten salzen und pfeffern. Butterschmalz in der Bratpfanne auslassen. Rosmarinnadeln und Wacholderbeeren dazu geben, etwas anwärmen lassen, ein paar Thymianzweige und dann die Lungenbraten auf allen Seiten schön anbraten. Wildsauce Herausnehmen und den Bratensatz mit Cognac ablöschen, abseihen, den Wildfond dazu geben und einköcheln lassen. Aceto Balsamico, Ahornsirup, Cranberrys und Preiselbeeren untermischen, mit Salz abschmecken, vor dem Servieren mit kalter Butter montieren. Strudel Die Hamburger Speckscheiben überlappend auflegen. Das Rehfilet damit umwickeln. In mehreren Schichten mit flüssiger Butter bepinselter Strudelteig einwickeln. Mit flüssiger Butter bepinseln und ins Backrohr schieben, 180 Grad, zirka 20 Minuten. In der Zwischenzeit das Gemüse zubereiten: Gewürfelter Kohrabi und halbierte Kohlsprossen in Salzwasser weichkochen, abgießen, abtropfen lassen. Fein gehackte Schalotten in Butter anschwitzen, Kohlrabi und Kohlsprossen dazu geben, mitdünsten und mit Mehl bestäuben, ein paar Minuten dünsten lassen. In der Zwischenzeit das Petersilgrün mit Gemüsebrühe pürieren und auf das Gemüse gießen. Schlagobers dazu gießen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und einköcheln lassen, damit es ein bißchen cremig wird. Anrichten Sauce und Kohlrabigemüse auf dem Teller auslegen. Ein Scheibe vom Wellington darauf platzieren, die Wildsauce mit Preiselbeeren dazuträufeln.

Lali lala Lafers Linzer Torte

Für den Boden Staubzucker, Zimt, Nelkenpulver mit Butter schaumig rühren, ein Ei einarbeiten, Mehl und gemahlene Haselnüsse und Backpulver dazugeben. Gut durchrühren, den Teig in eine runde Form geben und etwa 20 Minuten im Backrohr fertig backen. Abkühlen lassen. Eier trennen, Dotter mit kaltem Wasser und Haselnusslikör über einem heißen Wasserbad schaumig schlagen wie eine Sabayon. Eingeweichte und ausgedrückte Gelatine darin auflösen. Erwärmter Nussnougat unter den Eischaum rühren. Das Eiweiß mit einer Prise Salz steifschlagen. Und auch das Schlagobers mit etwas Zucker steifschlagen. Auch den Eischnee und das Schlagobers behutsam unter den Nougat legen. Masse auf dem ausgekühlten Boden verteilen, schön glattstreichen und in den Kühlschrank stellen. Tiefgekühlte Waldbeermischung pürieren, durch ein Sieb streichen und die aufgefangene Flüssigkeit mit Gelatine verrühren, und auf der Torte gut verteilen. Gitter Eiklar mit Salz steifschlagen und nach und nach Zucker einrieseln, bis es sehr steif wird und dann gemahlene Haselnüsse behutsam unterheben, in einen Spritzbeutel füllen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backbleck aufspritzen, im Backrohr bei 110 Grad eine halbe Stunde lang trocknen.


Kamera: OLYMPUS PEN-F, Objektiv: Olympus Digital 45 mm, 1: 1.8


…und alles aus einem Kochbuch

  1. Kürbiscremesuppe mit Sesam-Jakobsmuschel
  2. Rotbarsch mit Safranmuschel-Risotto
  3. Filetsteak mit Kartoffelgratin und Rotweinsauce
  4. Lebkuchen-Soufflé mit Biersabayon

Kürbiscremesuppe mit Sesam-Jakobsmuschel

Grob geschnittener Butternusskürbis, weiße Zwiebel, Karotte in Butterschmalz anschwitzen. Geschälte gewürfelte rote Paprika, Staudensellerie dazu geben. Ein paar Minuten mitschwitzen. Geriebenen Ingwer, Paprikapulver, Currypulver, Knoblauchzehe dazugeben. Tomatenmark dazu geben. Mit Gemüsesuppe aufgießen. Etwa eine Viertelstunde köcheln lassen. Pürieren. Schlagobers und Kokosmilch dazu mit Salz und Pfeffer abschmecken. Jakobsmuscheln mit einer Seite in weißen Sesam drücken. Die Jakobsmuscheln in Butterschmalz mit der Sesamseite nach oben anbraten.

Rotbarsch mit Safranmuschel-Risotto

Fein gehackte Schalotten auf zerlassener Butter kurz anschwitzen. Risotoreis und Safran dazu geben, kurz mitschwitzen lassen, mit Weißwein ablöschen. Bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Immer wieder mit heißem Fischfond aufgießen, bis der Reis die Flüssigkeit augesogen hat und rühren. Die Muscheln säubern. Olivenöl in einem Topf erhitzen, die Muscheln in einem Topf geben, mit Weißwein ablöschen, 5 Minutne garen, einen Teil der Muscheln herausnehmen und ein paar schöne im Topf lassen und warm halten. Die ausgelösten Muscheln zum Risotto geben. Vor dem Servieren Butter und geriebenen Parmesan in das Risotto rühren. Rotbarsch auf der Hautseite anbraten. Anrichten.

Filetsteak mit Kartoffelgratin und Rotweinsauce

Das Ochsenmark im Backrohr anbraten. Das Mark herauskratzen. Mit fein gehackten Schalotten, Petersilie, Thymian, Panko-Mehl vermischen, Salz und Pfeffer. Mit Weißwein beträufeln. Auf die Seite stellen. Rotwein-Schalottensauce fein gehackte Schalotten in Olivenöl anschwitzen, mit Portwein und Rotwein ablöschen, Thymian und Lorbeerblatt dazu geben, auf die Hälfte einköcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vor dem Servieren mit kalter Butter montieren. Das Rindsfilet von allen Seiten scharf anbraten, auf einen Teller legen mit Folie abdecken, 10 Minuten ruhen lassen. Mit der Ochsenmark-Mischung dünn belegen. Im Backrohr mit der Grillschlagen von oben grillen, bei 200 Grad, 2 Minuten. Mit Kartoffel-gratin servieren.

Dazu gibt es die Kraft aus Rust; „Kraft aus Rust“, Blaufränkisch, Rusterberg, 2016

Lebkuchen-Soufflé mit Biersabayon

Lebkuchen raspeln, mit lauwarmer Milch anfeuchten, mit Zitronenschale und gehackten Walnusskernen verrühren. Butter mit Zucker schaumig rühren. Dotter und geschmolzene Kouvertüre einrühren. Ei- und Lebkuchen-Mischung miteinander verrühren. Eiklar mit Handrührgerät steifschlagen. Unter die Masse heben. Teig in ausgebutterte Förmchen gießen. In ein großes Reindl legen, heißes Wasser eingießen, sodass die Schälchen zu Dreiviertel im Wasser stehen. Im Ofen bei 200 Grad 20 bis 30 Minuten garziehen. Sabayon Dotter, Zucker, Zitronensaft, Zimt und Bier (!) miteinander verrühren und über Dampf schaumig aufschlagen. Anrichten Den Kuchen aus den Förmchen auf einen Teller stürzen. Die Sabayon-Sauce und Preiselbeeren dazu geben.

Inspiriert von Lafer/Witzigmann „Eine Freundschaft 100 Rezepte“*

Kamera: OLYMPUS PEN-F, Objektiv: Olympus Digital 45 mm, 1: 1.8

Karpfen und Kipfler

Nicht Krapfen und Kipferl gibt es zu Weihnachten, sondern Karpfen und Kipfler. Fast wäre dieses Weihnachten ins Wasser gefallen. Letztendlich konnten wir doch Kipfler ergattern, die heißersehnten Erdäpfeln, die es nur im Winter gibt und die auf geheimnisvolle Weise so gut zum Karpfen passen. Und auch um den Karpfen mussten wir kämpfen. Um 06:11 morgens standen wir schon auf der Dackn vor dem Fischgeschäft im Inzersdorfer Großgrünmarkt und waren froh, nach einer Viertelstunde geduldigen Ausharrens Einlass zu bekommen. Der Wunsch nach Vorbestellung, die eine rasche Selbstabholung zur Folge gehabt hätte, im Zelt vor dem Geschäft, konnte nicht erfüllt werden, wegen der „hohen Nachfrage“.  Beim Verlassen des Geschäftes sahen wir, den Coronasperren sei Dank, es hatte sich eine noch längere Schlange gebildet, als wir es betraten.

Der Karpfen wurde gemacht auf die altehrwürdige Methode, zuerst gemehlt, dann durch ein Ei gezogen und paniert, einmal mit Bröseln, einmal mit Pankomehl und dann frisch herausgebacken. Der eine Kartoffelsalat wurde nach einem Familienrezept hergestellt, mit ungarischem Essig. Die Kartoffeln werden gut verrührt in einer Zucker-Salz-Essig-Wasser-Mischung und ziehen gelassen. Dazu kommen rote Zwiebeln. Der andere Kartoffelsalat war mit Mayonnaise, Senf, Salz und Pfeffer, die ausgekühlten Kartoffelscheiben werden untergerührt und gekochte Eier dazugegeben. Und wer dann noch wollte, konnte bei einer Extraportion Sauce Tatar zugreifen! Selbstgemacht, selbstredend, mit feinen Gurkenstückchen, den guten Gurken aus dem Burgenland!

Außer Karpfen gab es auch panierten Leng und Kabeljau. Dazu passte vorzüglich der Grüne Veltliner aus Spitz/Wachau, „Der pfiffige S.Dona in den Weingärten“, 2019, Sighardt Donabaum.

Frühstück am Ende der Fastenzeit

Heute ist also Weihnachten, der Inbegriff aller Festtage. Da beginnen wir angemessen, mit einem Kaviar-Frühstück. Bis Weihnachten ist ja Fastenzeit, da darf man nichts essen, was vier Beine hat. Und Kaviar hat keine vier Beine.

Kaviar-Frühstück mit Schnittlauchsauce, Kartoffeln und pochiertem Ei.

Inspiriert von Lafer/Witzigmann „Eine Freundschaft 100 Rezepte“*: Kartoffelschnee mit Onsen-Ei, Imperial-Kaviar und Limetten-Schnittlauch-Crème-fraîche.

Alles auf einen Löffel schaufeln, der Kartoffelschnee, etc. einzeln genossen bringt’s nicht wirklich.

Ein Kenner

Es war gaaanz genau so (nur statt Imperial-Kaviar gab es den delikaten Seehasenroggen, statt Onsen-Ei Hühnerei pochiert, ganz klassisch. Und statt Crème fraîche Sauerrahm. Aus Salzburg! Aber Limette war Limette.)

Hirschfilet mit Schwarzwurzelpüree und -Chips

Als Ersatz für den alljährlichen Christkindlmarkt-Besuch, ausgefallen wie so vieles in diesem Jahr, gab es diesen Schmaus. Nicht dass es uns nicht geschmeckt hat, aber: wo ist mein Verhackertes? Wo ist mein Punsch (hatten wir, aber Weihnachtsstimmung kam keine so recht auf) und vor allem, wo ist der schimmernde Schein, die glänzenden Augen, die auf die Bühne beim Kräuterhaus aufischauen, zu den Stehgeigern aus Polen oder dem Wiener Ensemble mit der Knöpferlharmonika und dem picksüßen Hölzl? Wo sind die Glühwein-Hüttn, die Standeln mit dem glänzenden Tand, den Schneekugeln und Weihnachtskugeln und den aus Holz geschnitzten Engerln aus Südtirol? Wo ist das Standl mit den auf alt gemachten k.u.k. Schildern, das Standl mit dem Lebkuchen, mit den Riesen-Schaumrollen und das mit dem Mariazeller Kräuterlikör? Sie sind alle nicht da, weil der Christkindlmarkt ist zu. Zum ersten Mal seit Menschengedenken. Weihnachten?

Christkindlmarkt


Schwarzwurzelpüree Schwarzwurzeln waschen und schälen. In kleine Stücke schneiden. In Gemüsebrühe aufkochen. Die Schwarzwurzeln hineingeben. Zirka 10 Minuten weichkochen. Herausheben und im Mixer mit Butter, Salz und etwas Gemüsebrühe pürieren. Schwarzwurzel-Chips Schwarzwurzeln gründlich waschen, mit dem Sparschäler der Länge nach in dünne Streifen schneiden, aber nicht schälen. In eiskaltes Wasser legen, etwa 20 Minuten und herausheben. Abtrocknen und goldbraun frittieren. Hirschfilet salzen und pfeffern. Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen. Wacholderbeeren und Rosmarin dazu geben. Die Filets hineinlegen. Etwas Butter dazu geben. Von allen Seiten kurz anbraten. Die Filets aus der Pfanne nehmen und im Ofen zehn Minuten bei 130 Grad fertiggaren. Den Bratensatz mit Madeira ablöschen. Durch ein Sieb abgießen, den aufgefangenen Saft aufkochen und Wildfond, frische Cranberrys, Ahornsirup, Apfelbalsamessig dazu geben und etwa 10 Min. einköcheln, mit Salz und Pfeffer abschmecken, mit Stärke binden. Anrichten Das Hirschfilet aus dem Ofen nehmen und aufschneiden. Auf den Teller legen, mit den Cranberry-Wildjus-Sauce begießen, Schwarzwurzelpüree am Teller anrichten, die Schwarzwurzel-Chips garnieren.

Inspiriert von einem Rezept von Eckart Witzigmann aus Lafer/Witzigmann: Eine Freundschaft 100 Rezepte, 2020*.


Erster Adventsonntag 2020

„Die Zeit der Besinnung und inneren Einkehr bringt auch die Menschen auf dem Arbeitsplatz näher zueinander. Erst vorvorgestern sagte der aus dem Norden zugewanderte Redaktionskollege Zander im kleinen Kreis: „Ach, lasst uns doch eine Adventsause machen! So eine Trinksache!“

Der Mann ist gut! Wer hat jetzt, Anfang Dezember, noch einen Termin für eine Weihnachtsfeier frei? Nach statistischen Erhebungen kehrt der arbeitende österreichische Mensch in der Adventzeit durchschnittlich bei 7,3 Betriebsfeiern ein. Die große Weihnachtsbetriebsfeier ist umrankt von den Weihnachtsabteilungs- und Weihnachtsunterabteilungsfeiern, auch die Teilnahme an außerhäusigen Weihnachtsfeiern setzt sich immer mehr durch. Experten sollen es auf 14 und mehr Stück bringen.

Der Weihnachtsfeierteilnehmer an sich konsumiert pro Veranstaltung 5,2 Achterln Wein, drei Sandwich normal, ein Sandwich trocken, 6 dag Liptauer, 2,4 Käsewürfel, eine Handvoll Popcorn (oder Kartoffelchips), zwei Blatt Krakauer, 11 Vanillekipferln und einen Schluck Mineralwasser.

Der allgemeine Fest-Rausch hat mit sich gebracht, dass einzelne Betriebe die Weihnachtsfeier schon Ende Oktober ansetzen, was den Vorteil hat, dass in der feierreichen Vorweihnachtszeit der eine oder andere Abend doch zu Hause im Kreis der Familie zugebracht werden kann. Am ehesten geeignet ist dafür der 24. Dezember.“


Das kann man sich heutzutage gar nicht mehr vorstellen, diesen Weihnachtstrubel. In Zeiten des Lockdowns, des social distancing, wobei dieser Begriff hoffentlich physischen Abstand meint, nur und ausschließlich, wünscht man sich die alten Zeiten zurück, noch sehnlicher in der Adventzeit. Wir haben keine Mühen gescheut, unsere Archive umgegraben und vom Christkindlmarkt in Wien diese noch unveröffentlichten Bilder von vor zwei Jahren wieder entdeckt. Ist noch nicht lange her. Und trotzdem, wie fern erscheinen uns die Bilder, wie aus einer anderen Zeit. Niemand hätte sich vorstellen können, wie das einmal wird.

Text „Zeit der Einkehr“ aus dem Jahr 1989 von Hubert Hufnagl, Kopfstücke 1988 – 2005*

Lebender Wald im Nebel

Dieses Gericht bedurfte wochenlanger Vorbereitung, einige Zutaten wie Trüffelsaft konnten selbst bei einschlägigen Gastronomiehändlern (Transgourmet, Metro) nicht besorgt und mussten bestellt werden (bei Spiceworld). Das Rezept musste auf Haken untersucht werden, für manche Schritte war keine Anleitung vorhanden (für die Teige: Kräuter-Biskuit, Thymian-Steinpilzmürbeteig, Steinpilz-Hippen). Trockeneis, die feste Form des für den Klimawandel verantwortlich gemachten Stoffs, war nicht zu bekommen, also mussten wir uns für den Nebel etwas Anderes überlegen. Wir schütteten Wasser auf gefrorene Eisbeutel, die in einer Wanne unter dem Teller lagen. Die Zubereitung besteht aus einer verhältnismäßig hohen Anzahl von Einzelschritten, es gibt alleine drei verschiedene Teigmassen: Mürbeteig, Hippenteig, Biskuit. Nur in mehreren Stunden war dies zu bewältigen. Für die Equipe im Ikarus war das ein Klacks, für uns eine Lebensaufgabe. Im Ikarus, jenem Spitzenrestaurant im Hangar-7 am Salzburger Flughafen, steht ein Heer von Köchen für die Zubereitung dieses kalten Zwischengangs zur Verfügung. Für uns war es der Hauptgang schlechthin. Gerne wüssten wir, wie es im Ikarus geschmeckt hat.

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Pilzschaumsuppe / Ente mit Pilzen, gefüllten Kartoffeln und Sauerampfergewürz / Apfelstreuselkuchen im Glas

…mit Apfel-Zimt-Mousse.

Wer selber kocht, hat in der Hand, was hineinkommt. Statt Aromen, Geschmacksverstärker, Säuerungsmittel, Stabilisatoren, Emulgatoren gibt es natürliche Zutaten. Ausnahmsweise wurde dem Sauerampfergewürz mit ein bisschen Lebensmittelfarbe nachgeholfen, die Versuchung war zu groß.

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Eine beschauliche Weihnachtsgeschichte

Ist die Weihnachtszeit eine beschauliche Zeit? Das sollte man meinen. Allerdings, wenn man am frühen Morgen schon eines Besseren belehrt wird, kommen leise Zweifel auf. Als wir bei Eishken Estate, dem Fischhändler im Großgrünmarkt, ankamen, hatten sich schon Schlangen vor der Theke gebildet, draußen im provisorisch aufgebauten Zelt und drinnen, Autokolonnen standen vor der Tür.

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