Kekse, Euer Lordschaft, Butterkekse

In einem englischen Haushalt, sagen wir in Thirsk in der beschaulichen Grafschaft Yorkshire, in der James Harriot der Tierarzt annodazumal praktizierte, könnte es bisweilen vorkommen, an einem sonnigen Spätsonntagnachmittag, daß sich belanglose Gespräche wie dieses zutragen: Would you like to be enjoying a cup of tea, darling? Perhaps with some shortbread? Well, yes dear, please, that would be nice, great pleasure, if it is convenient to you. Oh, it’s no bother to me. Bei uns gestaltete sich neulich ein Gespräch ähnlicher Art wie folgt: Haben wir eine Nachspeise zu Hause? Nein. Nicht mal Butterkekse? Nein. Nicht einmal Shortbreads von Nero&Zero, die mit dem schwarzen und dem weißen Yorkshire Terrier auf der Verpackung? Nein, gar nichts. Es war weit nach 7 Uhr, die Geschäfte geschlossen und so kam die Küchenfee auf die glorreiche Idee, Butterkekse selbst zu backen. Und das ging so (Mengenangaben für ein Blech):

300 Gramm Mehl, 200 Gramm Süßrahmbutter und 100 Gramm Zucker sowie ein Viertel Teelöffel Salz, abgeriebene Orangenschale von einer Orange und drei Prisen echter Bourbon-Vanille gut zusammenrühren und zu einem Teig verkneten. Auf etwa einen halben Zentimeter dick ausrollen. Mit einem Ausstecher keksförmig ausstechen, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und bei 150 Grad (nicht mehr, sonst wird es braun) im Backrohr 25 Minuten backen. Herausnehmen und auskühlen lassen. In einer Keksdose aufbewahren.

Seither gibt es bei uns öfters Butterkekse, höllisch gute Butterkekse, auch weit nach 7 Uhr, in unserem Hause, vielleicht nicht so distinguiert wie in der Grafschaft Eurer Lordschaft, aber doch well, quite formidable.

10 Kommentare

  1. Auch in der Vorstellung zergehen einem diese Leckereien auf der Zunge. Und die Präsentation mit dem dreistelligen Tellerturm erfreut das Auge natürlich auch.

    1. Freut mich zu hören!

  2. georgous sagt:

    Also, demnächst neben Scones noch Shortbreads machen. Vermerk

    1. Unbedingt auch Shortbreads. Kein Tag möge vergehen ohne diese zarten Butterkekse.

  3. Es geht nichts über selbermachen…

    1. Es gibt allerdings auch sehr gute Shortbreads zu kaufen, aber man muss wählerisch sein.

  4. Schön geschrieben!

  5. Keine Kekse im Haus ist wirklich fahrlässig 🤣
    Gut, dass so fachkundig Abhilfe geschaffen wurde.

    1. Tja, die erfinderische Not hat sich wieder mal bewährt.

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