Bei diesem Festessen waren gleich drei Geburtstagskinder unter den Gästen. Daher konnte es keinen Zweifel geben, es wird eine Geburtstagstorte geben. Wobei die Ehre mir zufiel, sie auszusuchen. Jaaa Esterházy-Torte!

Bilder vom Vorbereiten und Kochen

Haselnuss kommt im Haselnuss-Stampf vor, im Haselnuss-Krokant … und in Manner-Schnitten. Quasi ein Genie. Ob süß oder salzig, universal einsetzbar, Garant für unvergleichliche Geschmackserlebnisse. Die besten Haselnüsse sind angeblich die Neapolitaner. Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut, um diese anzuschaffen, beim Merkur wurden wir fündig. Auf der Verpackung steht: „Einkäufer aus aller Welt tummeln sich jedes Jahr bei den Auktionen in Neapel, um die begehrten Haselnüsse aus dieser Region zu ersteigern. Ihr besonderes Aroma, verbunden mit bester Qualität, machen die echten „Neapolitaner“ zu einem Objekt der Begierde. Genießen auch Sie diese nach alter Tradition gerösteten Nüsse aus dem Süden Italiens“. (La Frutta)

Jetzt wird auch klar, warum ein gewisser Josef Manner, Schnitten-Fabrikant in Wien, anno 1898 die Haselnüsse aus der Hauptstadt Kampaniens importiert hat und auch warum die Herkunft derselben groß auf der Verpackung der Schnitten geschrieben steht: „Neapolitaner“.

Es ist schon so. Die besten Früchte, Nüsse, etc. haben eine genaue Herkunftsbezeichnung. So steht bei den Haselnüssen als Herkunft: Kampanien – Italien, da kennt man sich aus. Oft steht aber auf der Verpackung nur „Made in EU“. Hu? Gehts noch ein bissl ungenauer? Manchmal steht gleich gar nicht drauf, wo der Inhalt herkommt, nach dem Motto „Das willst du gar nicht wissen“. In diesem Fall entscheide ich dann: Das will ich gar nicht kaufen.

Nach diesem Ausritt wieder zum Festessen.

Es folgen Impressionen vom Anrichten

Der Speisengang war:

Zur Begrüßung: Chutney aus Trockenfrüchten

(Alain Ducasse/Paule Neyrat “Nature – einfach, gesund und gut”, Hädecke, 2014, S. 47)

Vorspeise: Hirse mit Steinpilzen und geräucherter Entenbrust

(Alain Ducasse/Paule Neyrat “Nature – einfach, gesund und gut”, Hädecke, 2014, S. 118)

Hauptspeise: Wildschwein-Mignons mit Steinpilz-Ragout, Preiselbeerbutter und Haselnuss-Stampf

(Alexander Hermann „AHIQ 2 Menue“, S. 132 Haselnuss-Stampf, „AHIQ 3 Anlass“, 2012, S. 224 der Rest)

Nachspeise: Esterházy-Torte, Cremeschnitte

(Wiener Süßspeisen, Traunerverlag, S. 68, 109, 126 für die Esterházy-Torte, S. 127 für die Cremeschnitte)

Ursprünglich war als Nachspeise entweder Esterházy-Torte oder Cremeschnitte vorgesehen. Dieser Plan hat sich aber als unhaltbar erwiesen und wir boten sie als Dessertfolge Eins und Zwei an.

Die Rezepte sind nicht haargenau nachgekocht, so war z.B. bei den Steinpilzen zum Wildschwein ein paar Pioppini-Pilze dabei, übrigens stammen die auch aus Italien. Und statt dem Hirschrücken Wildschwein. Ein paar Kleinigkeiten nur.

Die Cremeschnitten sind im Rum ersoffen, aber dafür laut Rezept. Na gut, das hat jetzt auch kaum jemand gestört.

Die Esterházy-Torte wurde zum ersten Mal gemacht. Aber, ich glaub, sie war der heimliche Star. Deshalb kam sie auch auf das Titelblatt obwohl doch das Thema „Wildbret“ war. So flexibel muss man sein.