Das Monte Ofelio

Die Faella-Nudeln haben tatsächlich einen gleichmäßigeren Biss, im Unterschied zu den industriell Angefertigten, die viel zu schnell getrocknet werden und deshalb innen immer kernig bleiben. Das wahre al dente,  konnten wir feststellen, gibt es hier, nachdem wir die Handgefertigten aus Gragnano, der Pasta-Hochburg Italiens, im „Monte Ofelio“ erstanden und sogleich zu Hause zubereitet haben. (Hier geht’s zum Rezept „Spaghettini mit Oliven und Kapern“ am Ende des Artikels.)

Das Monte Ofelio – die Salumeria in der Leopoldstadt

In einem unscheinbaren Gründerhaus am äußersten Spitzel des Augartens in der Leopoldstadt in Wien gibt es seit eineinhalb Jahren ein Geschäft, eine kleine Salumeria, mit angeschlossener Kaffeeausschank, wie man das vielleicht auch in Italien kennt, wo man einen 1A-Cappucino bekommt, wie in Italien, nur mit dem Unterschied, dass man ihn nicht vor dem Haus einnimmt, dafür ist es zu kalt. Drinnen führen die beiden Brüder Dario und Luca das „Monte Ofelio“, ein Geschäft mit Produkten, die sie schon aus ihrer Kindheit kennen. Sie schwirren herum zwischen Kaffeemaschine und Gästen, beraten die Gäste. Man kommt leicht ins Gespräch mit ihnen, sie sprechen perfekt Deutsch und das obwohl sie erst seit 6 Jahren in Wien leben, und sehen dabei aus wie waschechte Italiener. Sie sind zweisprachig aufgewachsen, sie haben eine österreichische Mama. Zuerst reden wir über den Kaffee und die Kaffeemaschine und schon ist man in ein Gespräch verwickelt, sie kommen ins Schwärmen für ihre Produkte. Da gibt es Colatura di Alici, aus Salerno, Sardellentröpfchen, die nur aus dem, was von den gesalzenen Sardellen abtropft, hergestellt wird. Tomatenmark aus Sizilien, Steinpilz-Pesto, eingelegte Artischocken. Tomaten, so klein, weil sie durch das wochenlange Trocknen eingegangen sind, aber dafür eine dicke Schale bekommen haben, eingedickt und gebunden an der Rispe, hängen sie am Faella-Stand herunter wie ein Knoblauchzopf. Leider haben wir vergessen, die mitzunehmen. Aber wir sind ja auch wegen der Faella-Nudeln hergekommen. Und auch die Candele haben sie, diese dicken, großen Röhrennudeln ähnlich Kerzen, die man brechen muss, bevor man sie kochen kann. Dario, der wie sein Bruder damit aufgewachsen ist, erzählt, dass beim Brechen drei Stücke entstehen. Das mittlere, kleinere Stück gehört dem Koch, das ist das beste Stück. Und daneben ist die Vitrine mit Wurstwaren vom Feinsten, alles Handarbeit. Da gibt es Prosciutto, Salame, Bresaola, Lardo, eine kleine Mortadella, die wirklich klein ist für eine Mortadella. Aber vermutlich unvergleichlich besser.  Eine hauchdünne Scheibe Coppa koste ich, kann nicht widerstehen, einfach köstlich, schon bei der ersten Zungenberührung. Die Wurstvitrine müssen wir das nächste Mal genauer untersuchen, nehmen wir uns vor. Wir machen noch ein paar Fotos, auch mit Helmut, einem Gast, der hier offenbar öfters verweilt und das dolce vita mitten in Wien genießt. Er hat uns durch das Lokal begleitet und uns mit ein paar wichtigen Informationen versorgt. Wie zum Beispiel, dass in diesen Räumlichkeiten noch vor eineinhalb Jahren ein Grafikstudio war. So wie es heute ist, ist es mir lieber. Grafikstudios gibt es ja eh viel zu viele, sage ich mit einem Augenzwinkern. Denn es gibt wohl kein zweites Lokal in Wien wie dieses. Es ist einzigartig und ich bin froh, dass die beiden Brüder befunden haben, aus dem Grafikstudio ein Lager zu machen mit ihren Lieblings-alimentari für den Eigenbedarf, aber ein bisschen davon auch Gästen abzugeben.

Weiterführende Links:

Über das Monte Ofelio:

http://schaufenster.diepresse.com/home/gourmet/gourmetnews/5087480/Auch-ein-Freund-der-Familie_Alimentari-aus-dem-Netzwerk

http://www.monteofelio.com/

https://www.a-list.at/wien/essen-trinken/l/wien-monte-ofelio-shop-luca-dario-formisano.html

Über die Faella-Nudeln:

https://postausitalien.com/2017/11/27/die-beste-nudel-der-welt/


Spaghettini mit Oliven und Kapern

Zuhause angekommen, machen wir uns etwas Einfaches, aber so Typisches für Italien aus den gerade erstandenen Produkten. Unsere erste Mahlzeit mit Faella-Nudeln: Spaghettini mit Oliven und Kapern.

Spaghettini mit Oliven und Kapern (2)

Rezept Spaghettini con olive e capperi

Faella-Spaghettini 6 Minuten in sprudelnd heißem Salzwasser kochen.

Keine tempo di cottura. Eine Angabe, wie lange die Nudeln kochen sollen, ist auf der Packung nicht zu finden. Wir haben uns langsam herangetastet: zuerst 3 Minuten, dann weitere 2 Minuten, dann noch eine Minute.

Vom Nudelwasser eine Tasse abnehmen.

Olivenöl im Nudeltopf geben, abgespülte Kapern dazu, schwarze und grüne Oliven, feingehacktes Basilikum, Pinienkerne, Nudeln dazu und verrühren. Etwas Nudelwasser dazu geben. Auf heißen Tellern servieren. Mit italienischem Hartkäse, wie Caciocollo Provolone, bestreuen.

Anchovis dazu geben, wer mag.

Spaghettini mit Oliven und Kapern (3)Spaghettini mit Oliven und Kapern (4)Das Monte Ofelio - Die Salumeria in der Leopoldstadt (1)Das Monte Ofelio - Die Salumeria in der Leopoldstadt (2)Das Monte Ofelio - Die Salumeria in der Leopoldstadt (3)Das Monte Ofelio - Die Salumeria in der Leopoldstadt (4)Das Monte Ofelio - Die Salumeria in der Leopoldstadt (5)Das Monte Ofelio - Die Salumeria in der Leopoldstadt (6)Das Monte Ofelio - Die Salumeria in der Leopoldstadt (7)Spaghettini mit Oliven und Kapern (1)

6 Kommentare

  1. Guten Morgen lieber Christian,
    ein schöner Beitrag und die Bilder bringen dein zuvor Geschriebenes wirklich sehr gut rüber! Du hattet sichtbar Spaß in diesem Lädchen mit cooler Deckendeko! 😀 …..und ich würde sofort eine Portion deiner Spaghetti mit Oliven nehmen! 😋
    Liebe Adventsgrüße Gaby

    Gefällt 1 Person

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