Salat im römischen Stil mit Schweinesteak

Schweinesteak mit Kochsalat (Romanasalat), Kohlrabi und Erbsen… klingt verdächtig nach einem denkwürdigen Mahl. Das Rezept wird deshalb niedergeschrieben, zum Aufbewahren für nachfolgende Generationen.

Rezept Kochsalat mit Kohlrabi und Erbsen und Schweinesteak

Für 2 Personen

Zutaten: 460 g Duroc-Freilandschwein DRY AGED T-Bone Steak, 1 Kohlrabi, 1 kleine Zwiebel, etwas Butter, 1 EL Kamutmehl, 200 g TK-Erbsen, 30 ml Sahne,1 Kochsalat, ein 50g Packerl Grüne-Soße-Kräutermischung (Petersilie, Dille, Kresse, Kerbel, Schnittlauch, Sauerampfer, Boretsch, Pimpernelle), Wasser, Salz

In einem Topf die feingehackte Zwiebel in Butter anschwitzen. Kohlrabi schälen und in Würfel schneiden, in der Größe der Erbsen. Zu den Zwiebeln geben. Kurz mitschwitzen. Ein EL Kamutmehl hineingeben. Das ergibt eine Kohlrabi-Mehlschwitze. Wie Mehlschwitze anbraten. Die Sahne dazugeben und mit ca. 300 ml Wasser aufgießen. Die TK-Erbsen und den in der Zwischenzeit in feine Scheiben geschnittenen und blanchierten Kochsalat hineingeben. Kurz köcheln lassen. Mit Salz abschmecken. Zum Schluß die Kräutermischung einrühren. Parallel dazu das Schweinefleisch ohne Zugabe von Fett oder Öl in der Pfanne beidseitig braten. Dann die Pfanne auf die Seite geben und das Schweinefleisch im Backrohr bei 120°C durchgaren. Das vom dem Fleisch ausgelassene Fett in der Pfanne erhitzen und darin die gekochten, in Scheiben geschnittenen Erdäpfel anbraten. Salzen. Fertig.


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Mister L is back from London

Tomahawk Steak, Wilder Brokkoli, Kartoffeln, Chimichurri.

Project finished! Mission accomplished! Danach Sightseeing Tour durch London Town: Buckingham Palace, Trafalgar Square… und nun zurück als gefeierter Held! Das muß gebührend gefeiert werden! Angestoßen wurde mit Prosecco.

No wine this time

What a difference a steak makes

Es gab ein BIO Weidebeef DRY AGED Tomahawk Steak vom Rostbraten (Ribeye). Vom Fleckvieh oder Pinzgauer Rind, dazu gibt es keine nähere Angabe. Christian Hallinger, bioweidebeef farms, Salzburg, Bischofshofen, Österreich

Aber auch das Gemüse kam nicht zu kurz:

3 verschiedene Paprika

Knoblauch

Majoran

Thymian

Petersilie

Wilder Brokkoli

Violetter Karfiol

Weißer Karfiol

Babyspinat

Wasser- und Landkresse

Kale rot

Kale grün

3 verschiedene Sorten Erdäpfel: Blauer Schwede, Heiderot, Goldmarie

Erbsenspinatsuppe:

Erbsen

Spinat

Lauch

Kresse

Speisen- und Getränkefolge

Prosecco

Erbsenspinatsuppe mit Buchweizen-Croûtons und Sonnenblumenkernen

Tomahawk Steak, Wilder Brokkoli, Kartoffeln, Chimichurri. Dazu Rothaus Pils Tannenzäpfle aus dem Hochschwarzwald

Auf die Schwarzwälder… Kirschtorte natürlich. Prost!

Faschingskrapfen, English Breakfast Tea, Rooibos mit Vanille

Irish Whiskey. Aged 10 Years Single Malt, Bushmills. Since 1606.

Sláinte!

(Ausgesprochen Slawn-cha)


This Land is Your Land, First We Take Manhattan (Then We Take Berlin), Hells Bells, The Final Cut, The Winner Takes It All, Ace of Spades, We Are The Road Crew, Tunnel of Love (incl. Carrousel Waltz Intro), Telegraph Road, Valerie, a.s.o.


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Rundschreiben No. 1 Feb 2026

Schweinsbraten mit Wild-Brokkoli, Wild-Karfiol, Kartoffeln mit Kräuter-Topfen

Montag, 2. Februar 2026

Das Brickerl ist unsterblich

Heute an diesem Tage feiert das Brickerl seine Auferstehung. Sanft entschlummert, dem Hersteller Platz schaffend für Neues in der Tiefkühltruhe, wurde es von Nostalgikern wieder wachgerüttelt. Dabei hat das Eis am Stiel weder durch seine besondere Zusammensetzung – viel Zucker und Kokosfett – noch durch seinen gesundheitlichen Aspekt – wie gesagt Zucker und Kokosfett, dazu Carrageen – es in den Olymp der Unsterblichkeit geschafft, rein durch die nachdrückliche Erinnerung mancher an ihre verblaßten Jugendtage.

https://www.falstaff.com/at/news/abschied-vom-brickerl-das-eis-wird-eingestellt

https://wien.orf.at/stories/3339290/

Dienstag, 3. Februar 2026

Emmentaler kommt aus der Schweiz!

Was schon bei der Verwandlung von „Holland Blumen Markt“ in „Holland Blumen Mark“ gelang, dem Blumendiskonter, sollte auch hier möglich sein. Die Schweiz möchte erreichen, daß der weltweit beliebte Emmentaler nicht mehr Emmentaler heiße. Nur wenn er tatsächlich  aus dem lieblichen Emmentale stamme, dürfe er Emmentaler genannt werden. Das wäre ein Schlag ins Gesicht der andernortigen Emmentaler Erzeuger. Sollen sie ihren Käse nun Großlochkäse nennen? Sie argumentieren, daß es sich beim Emmentaler um eine Sorte handele. Was beim Champagner gelang, das soll nun auch beim Emmentaler gelingen. Allerdings war Frankreich damals in einer stärkeren Position – Stichwort „Diktatfrieden“ – als die sonst so liebenswerte Schweiz es heute ist gegenüber der mächtigen EU. Falls die Schweiz sich doch durchsetzen sollte, müßte man auf allseits beliebte Wortklaubereien zurückgreifen. Mit einem verballhornten „Emethaller“ wäre der Unterscheidung am Papier wohl genüge getan, siehe Holland Blumen Mark. Oder siehe auch die seltsam penible Unterscheidung verschiedener Schreibweisen von Vornamen bei der Zählung Neugeborener nach Vornamen.

Samstag, 7. Februar 2026

Die große Samstag-Wochenendlieferung

Am Samstagnachmittag traf uns fast der Schlag! Kurz nach Mittag schickte uns gurkerl eine E-Mail, daß der Schweinsbraten nicht ankommen würde, ebenso der Sauvignon blanc, den ich mir dafür auserkoren hatte – und ein paar andere Sachen mehr. Das Wochenende löste sich im Nu in Nichts auf. Noch dazu bemerkten wir die E-Mail nicht sofort beim Eintreffen, sondern erst 2 Stunden danach. Kaum eine Chance, adäquaten Ersatz aufzutreiben. Doch wie so oft, kommt unverhofft, der Schweinsbraten traf dennoch ein, ebenso der Sauvignon blanc. Und auch Ersatzprodukte. Das Wochenende ist dazu da, Abstand zu schaffen. Das ist ja auch der tiefere Grund, warum wir uns beliefern lassen: wegen des Einkaufens aus sicherer Entfernung, unter Fernhaltung aller möglichen Kalamitäten. Diese waren nun doch eingetreten, wenn auch nur kurz. Actio per distans hat Hans Blumenberg das Handeln aus der Entfernung genannt. Er schätzte es wohl, wie wir.


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Mini-Quiche mit Apfel und Speck

Die Kolleginnen hatten sich Mini-Quiche ausbedungen. Da kann ich natürlich nicht hintanstehen, also gibt es nun welche exklusiv für mich. So komme auch ich in den Genuß. Very charming!

Rezept Apfel-Speck-Mini-Quiche

Für 4 Personen

Teig: 150 g Butter, 150 g Topfen, 220 g Weizenmehl, 1 große Prise Salz. Etwas Butter zum Ausfetten

Fülle: 3 rote Zwiebeln, 2 große säuerlich schmeckende Äpfel (Elstar), 4 Scheiben Mangalica-Speck, 1 halben Bund Thymian, 2 EL Olivenöl

Ei-Mischung: 1 Ei, 125 g Creme fraîche, Salz, 1 Prise Muskatnuß. Bergkäse zum Darüberreiben

Zuspeis: gemischter Baby-Leaf-Blattsalat mit bitteren Salatblättern (Mizuna, Tatsoi, roter Mangold, Pak Choi, Rucola, Spinat und Battavia). Olivenöl, Balsamico-Essig für die Marinade

Die Zutaten für den Teig gut verkneten. Mit Frischhaltefolie bedecken und im Kühlschrank 1 Stunde ruhen lassen. In der Zwischenzeit Zwiebeln klein hacken, sowie die Äpfel und den Speck würfeln, Thymianblätter fein hacken. In einer Pfanne das Olivenöl, die Zwiebeln und die Äpfel anbraten und karamelisieren lassen. Den gewürfelten Speck dazu geben, etwas mitbraten und dann den gehackten Thymian unterheben, salzen. Beiseite stellen, auskühlen lassen. Den Quicheteig aus dem Kühlschrank heben, 3 mm dick ausrollen und in die mit Butter gefetteten Ausnehmungen einer Mini-Muffinform legen. Etwa 1 TL Fülle jeweils hineinheben. Die Ei-Mischung zusammenrühren und die Ausnehmungen auffüllen. Bergkäse darüber reiben. Im Backrohr bei 180°C braten bis es goldbraun ist, das dauert ca. eine halbe Stunde. Olivenöl und Balsamico-Essig für die Marinade zusammenrühren. Mit Salat servieren.

Wein: Grüner Veltliner Federspiel, Ried Steinwand, Jamek, Joching, Wachau, 2024

Kaltgegessen schmecken die Mini-Quiche auch sehr gut. Das ist was für den Sherpa!

Mini-Quiche mit Mangalitza-Speck, Speck von ausgesuchter Güte.

Mangalitzafett ist reich an Omega-3-Fettsäuren, mit Olivenöl vergleichbar. Wenn auch gesund, ist Speck in dieser Menge nur bei einwandfreier Verdauung zu genießen. Bittere Salatblätter, wie Rucola oder Mangold, regen die Magensaftproduktion an und machen fettiges Essen leichter verdaulich. Deshalb reichlich beim Salat zugreifen und Magenbitter bereitstellen!

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Wiener Frühstück Excelsior

Wiener Kipferl

Die Semesterferien beginnen. Während die Schihaserln abreisen, in ihren wohlverdienten Urlaub in den Alpen, bleiben wir hier, und machen es uns gemütlich, mit einem Wiener Frühstück, ganz wie wir es wollen, nach unserer Façon.

Möglichkeiten der Degustation

Teil 1:

Halbe Semmel mit Curry-Ei-Aufstrich

Halbe Semmel mit Linsen-Thymian-Aufstrich

Halbe Semmel mit gesalzener Butter

Schinken-Käse-Semmelhälfte mit gekochtem Ei

Halbe Semmel mit Ziegenkäse

Zum Abschluß ein Glas Sekt

Teil 2:

Wiener Kipferl mit gesalzener Butter und Marillenmarmelade

Krapfen mit Marillenmarmelade*

Dazu Kaffee

Danach ein Spaziergang zur Gloriette.


* Krapfen von der Bäckerei Öfferl.


Öfferl hat den diesjährigen Bewerb um den hochbegehrten Preis für den besten Krapfen von Wien gewonnen, in einer Blindverkostung von Gault&Millau. Dieser Krapfen hat eine ausgesprochen kurze Zutatenliste. Auf „moderne“ Backmittel wird mit Recht verzichtet. Öfferl beherrscht die Backkunst aus dem FF!

https://www.gaultmillau.at/news/der-grosse-krapfentest-2026

https://www.1000thingsmagazine.com/de/a/2183134/wien-krapfentest-gaultmillau-2026/


Musik:

Mozart, Eine kleine Nachtmusik. Academy of St. Martin-in-the-Fields, Neville Marriner, recorded at Studio No. 1, Abbey Road, London, 1976. Und es war vor fünfzig Jahr‘!

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FF – Feudales Frühstück

Man gönnt sich ja sonst nichts.

Wer das Leben nicht schätzt, verdient es nicht.

Leonardo da Vinci

Musik: Mozart, Piano Concerto No. 27, Piano Concerto No. 18, Ingrid Haebler, Dohnányi, Wr. Symphoniker


In welchen Zeiten leben wir?

Beim Kauf des Piccolo-Sekts stand vor der Kassa ein alter Mann und kaufte zwei Glas Essiggurkerln im Angebot. Er klebte die Rabattmarken darauf, die Kassiererin jedoch sagte, er hätte ein Glas rote Bete und ein Glas Essiggurkerln kaufen müssen, damit die Rabattaktion ihre Gültigkeit erlangt. Daraufhin gab der Mann die Essiggurkerln zurück. Die Küchenfee hinter ihm beobachtete das alles und nahm die Gläser zu ihrem Einkauf dazu. Der Mann wunderte sich darüber, fand jedoch wenig später die beiden Gläser in seinem Besitz. In welchen Zeiten leben wir, daß ein alter Mann sich keine Gurkerln mehr leisten kann?


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Tournedos für die Mädels

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Suppe

Petersilwurzelsuppe im grünweißen Tutu mit Bresaola obendrauf

Hauptspeise

Tournedos für die Mädels (tourniertes Rindsfilet)

Ribeye Steak fürn Buam

Mit: Braterdäpfeln (2 kg!), Tomatensalat mit Basilikumpesto, gegrillter Paprika in einer Zitronen, Knoblauch-Olivenöl-Dressing, Mango-Chutney, wilder Brokkoli in Olivenöl angebraten, Schmand mit Knoblauch, Kräutern und Limette abgeschmeckt, Guacamole, Salat mit Frisée, Radicchio und grünem Häuptelsalat, dazu ein Miso-Mandel-Dressing oder eine Olivenöl-Balsamicoessig-Mischung.

Nachtisch

Beeren-Topfen-Torte

Die Küchenfee hat sich wieder einmal selbst übertroffen!


Wein:

In Signo Leonidas, Heribert Bayer, 2021, Neckenmarkt, Burgenland. Das heißt also im Zeichen des Löwen, das ist natürlich cum grano salis zu nehmen; – ein kräftiger, voller Wein, ganz nach meinem Geschmack. Neu bei gurkerl.at, 8 Stunden gelüftet.

Musik:

Thomas Dunford, Bach, 2017

Mstislav Rostropovich, Berliner Philharmoniker, Tschaikowsky, Ballett-Suiten, 1979

Orchestra du Theatre National de l’Opera, Georges Prêtre, Bizet, Carmen, Maria Callas, Nicolai Gedda, 1964

XO Ribeye mit Pommes frites und Chimichurri

Was heißt XO? Extra Old. Bei manchen alten Whiskys steht das am Etikett.

XOXO, manche grüßen so. Ich glaub, hier bedeutet das was anderes.

Wir haben ein Steak, da steht drauf XO, weil das von alten Kühen ist. Nachdem sie ihr Leben lang auf der Weide gestanden sind und Milch gaben, hat man sie in Pension geschickt. Gibt’s nicht überall. Vielleicht können wir das nach Argentinien exportieren, jetzt wo das MERCOSUR-Abkommen besiegelt ist? Das wird ein Geschäft! (Oder wir behalten es für uns, und verzichten auf das Fleisch aus Südamerika.)

Ein Leben lang gereift.

https://www.xobeef.at/

Man sehe sich die Maserung an!

Dazu doppelt fritierte Pommes frites.

Und Chimichurri, die argentinische Steak-Beilage.

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Gegenschnitzeln zu Hause

Das Wiener Schnitzel beim Wirten hat mir nicht zugesagt. Lange waren wir nicht dort. Der Wirt war gut aufgelegt, wie eh und je: „Wie geht’s?“ „Danke gut. Und selber?“ „Jeden Tag im Wirtshaus…“ mit einer Geste, wie solls mir da schon gehen? Gut natürlich. Der Wirt war immer noch der Alte, aber die Schnitzeln waren es nicht, die haben nicht convenirt. Aber was hat sich geändert? Jedenfalls war‘s mir nach einem Antidot zumute und so gibt es nun ein Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat, ausnahmsweise zu Hause. Die Küchenfee macht’s möglich.

Geplättet nicht geklopft!

So wollen wir unser Schnitzel! Wenn man es klopfen muß, ist es schon nichts mehr.

Nur die köstlichsten Zutaten dürfen ran:

Schnitzel: Alpen Kalb Schnitzel von der Bio-Metzgerei Juffinger in Tirol

Butterschmalz: von Höflmaier, Oberes Innviertel, Oberösterreich

Kartoffeln: eine Mischung aus den Sorten Glorietta und Validivia von Fam. Breitenseher, Leiser Berge, Weinviertel

Zwiebeln: von Stekovics, Frauenkirchen, Burgenland

Öl: Sonnenblumenöl, von Esterhazy, Burgenland

Essig: Vöslauer Zierfandleressig, aus Bad Vöslau

Wein: Sauvignon Blanc, Polz, 2023, Ried Grassnitzerberg Licht, Ehrenhausen, SO-Steiermark


So läßt’s sich leben! Die besten Schnitzeln gibt’s daham – nirgendwo sonst!

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Im Café Central

Samstag, vor 9:00 Uhr, vor dem Café Central hat sich noch keine Schlange gebildet, wir packten die Gelegenheit beim Schopf und gingen hinein.

Gleich beim Eingang begegnet man Peter Altenberg, der an einem Tisch sitzend die Wiener Kaffeehausstimmung ausstrahlt, genau dort, wo ankommende Gäste warten müssen, der Platz wird angewiesen. Sehr angenehm, dadurch wird man von den den Trubel auslösenden, auf Platzsuche hin und her hirschenden Gästen verschont.

Die Küchenfee nahm ein Croissant, ich ein Café Central Frühstück, beide eine Melange. Wir hatten noch nichts gegessen.

Am Nachbartisch saß einer mit Laptop und Buch „10x is Easier Than 2x. How World-Class Entrepreneurs Achieve More by Doing Less“. Da will einer vorwärtskommen. Konzentriertes Arbeiten ist hier möglich, im Café Central wird man nicht gestört, trotz Menschenauflauf. (Vielleicht sollte ich mein Büro hierher verlegen.)

Ich bin heute ausnahmslos für Niemanden zu sprechen.

Peter Altenberg

Das Café Central verfügt über eine Auswahl an lokalen und internationalen Zeitungen, also griff ich zu und nahm mir die Neue Zürcher Zeitung. Es tut wohl, diese Zeitung zu lesen, abseits vom sonst herrschenden Trump-Bashing oder dem beliebten Orban-Lästern erfährt man hier, was es in der Welt Neues gibt, mit bedächtigen Kommentaren, die ausführlich den Hintergrund beleuchten; – wie passend zur entspannten Stimmung im Café Central.

Der Küchenfee hat es im Café Central gefallen und so kam sie mit dem Ober ins Reden. Sie sagte, eigentlich hätte sie mich bestellen lassen sollen, weil ich bin ja hier der echte Wiener. Daraufhin erzählte der Ober eine Anekdote. An einem Tisch mußte er auf Englisch und Deutsch reden. Eine Dame bemerkte, er könne ja besser Englisch als Deutsch. Der Ober, der ein echter Wiener ist, erwiderte ruhig: Gnä‘ Frau, das war ja auch gar nicht deutsch, das war wienerisch.

Beim Zahlen nahmen wir Torten mit, eine Café Central Torte (Marzipan und Orange) und eine Altenberg-Torte (dreierlei Schoko-Mousse mit Sacherboden) und das Trio de Petit Fours. Es gab auch eine Johann-Strauß-Torte und eine Zwetschken-Nougat-Schnitte, die bleiben fürs nächste Mal. Aber ob’s ein Wiedersehen gibt, ist fraglich, die touristische Schlange verleidet‘s uns. Das kleine Büchlein über das Café Central wollten wir auch haben. „Nehmen S‘ Ihnen gleich zwa, die sind gratis“, sagte der Ober zum Abschied.


2026 feiert das Café Central seinen 150. Geburtstag.


Massentourismus war 1955 schon ein Phänomen. Hans Blumenberg hatte damals einen Artikel für die Süddeutsche Zeitung verfaßt, in dem er schrieb:

Der Reisende, das wird immer deutlicher, fährt nicht aus, um dieses oder jenes zu sehen, zu erleben, kurz: um da und dort zu sein, sondern er fährt aus, um, ebenso kurz: da und dort gewesen zu sein.“

Zitiert nach Rüdiger Zell: Hans Blumenberg, Der absolute Leser, Eine intellektuelle Biographie, Suhrkamp, 2020, S. 185


Angesichts der Schlange vor dem Café Central gewärtigt man, daß manch einer nur schnell hinein will (und wieder heraus), um ein weiteres Stück seinem Sammelsurium an erledigten Reisezielen einzuverleiben.

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