Eingekochter Kürbis mit Dille nach einem alten ungarischen Rezept. Dieses Gericht besticht durch seine Einfachheit. Dadurch eignet es sich als Beilage für andere ungarische Gerichte wie Pörkölt. Man kann aber auch gebratenen Speck und Schinken dazu geben.

Spargelkürbiseintopf (5)

Ein typisch ungarisches Gericht, das auch in Österreich bekannt ist oder zumindest war. Dafür sorgt die alte Grenze zwischen Ungarn und Österreich. Denn auch im Burgenland aß man gerne dieses Kürbisgericht, das keine Suppe ist. Dafür ist es zu breiig und doch ist es kein Brei. In Wien, das diesseits des Leithagebirges liegt, in Cisleithanien, ist es nahezu unbekannt.

Tökfőzelék wird mit einem ganz normalen Kürbis gemacht.  Ganz normal ist der hierbei verwendete Kürbis aber nur aus ungarischer Sicht. Es darf eben nur ganz genau dieser Spargelkürbis (Spárgatök) verwendet werden, der in Ungarn ganz selbstverständlich ist. Ich habe so einen Kürbis noch nicht gesehen.  Er schaut ein bisschen dem Spaghettikürbis ähnlich. Kürbissorten gibt es ja viele.

Der samtige Kürbisgeschmack, der dieses Gericht so unverwechselbar macht, weckte über den Gaumen die Erinnerung daran, dass ich dieses Gericht schon einmal gegessen haben muss. Das war in meiner Kindheit im Südburgenland, da bin ich mir ziemlich sicher.

Heutzutage wird dieses Gericht im Südburgenland vielleicht gar nicht mehr zubereitet und ist bereits vergessen. Dieses Rezept stammt aus einem alten ungarischen Kochbuch ohne Fotos und ohne Mengenangaben. Es grenzt wohl schon an Geheimwissenschaft, wenn wir verschüttetes Kulturgut aus einem alten vergilbten Kochbuch hieven und nachkochen. Dabei stammt dieses Kürbisgericht aus einer Kultur, die uns so nah, aber doch so fern geworden ist.

Spargelkürbiseintopf (1)

Zutaten

2 rote Zwiebel, 2 EL Entenfett, ein Bund Dille, 1 ungarischer Spargelkürbis (Spárgatök), ein paar EL Apfelessig, 400 g  Sauerrahm, 1 EL Mehl, Salz

Für den gebratenen Speck: 2 weiße Zwiebel, Entenschmalz zum Anbraten, Schinken und Speck, rotes Paprikapulver

Rezept Spargelkürbiseintopf (Tökfőzelék)

Rote Zwiebel, sehr fein hacken,  Entenfett anschwitzen

2 EL fein gehackte Dille dazu geben, kurz mitschwitzen. Spargelkürbis schälen, das Gehäuse entfernen und in Späne hobeln. In eine Schüssel geben und salzen. 1 EL Apfelessig dazu geben und durchrühren. 15 Minuten ziehen lassen. Nur leicht ausdrücken und zu den Zwiebel geben. Gut durchrühren. Auf kleiner Flamme zugedeckt ein paar Minuten dünsten, ohne Wasser zuzugeben. Den Sauerrahm mit glattem Mehl gut zusammenrühren. Nach 6 bis 7 Minuten, bis die Kürbisspäne halb durchgegart sind, die Sauerrahmbindung unter die Kürbismasse rühren. Und zugedeckt auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis sie ganz durch ist, etwa 10 Minuten. (bei nicht mehr so jungen, größeren Kürbissen dauert es ein bisschen länger).

Eine Minute ohne Deckel  verrühren und mit Salz und Essig abschmecken. Fein gehackte Dille dazu geben.

Spargelkürbiseintopf (2)

Gebratener Speck

2 mittlere weiße Zwiebel in feine Scheiben schneiden. In Entenschmalz anbräunen. In Würfel geschnittenen Schinken und Speck dazu geben. Ein paar Minuten mitbraten.

Vom Herd nehmen. Rotes Paprikapulver unterrühren.

Spargelkürbiseintopf (3)Spargelkürbiseintopf (4)Spargelkürbiseintopf (7)Spargelkürbiseintopf (8)Spargelkürbiseintopf (10)Spargelkürbiseintopf (11)

 

5 Comments

  1. Ein „unaussprechlicher“ Rezeptname bzw. Zungenbrecher, aber das Ergebnis schaut einfach nur wieder sehr lecker aus und Fleisch scheint ganz weiß zu sein – daher vielleicht auch der Name! Ich glaube hier habe ich so einen noch nicht gesehen, aber da wo ich herkomme – Süddeutschland – gibt es alljährlich in Ludwigsburg das Kürbis Festival und auch ein riesiges Angebot an Kürbissen, die man kaufen kann. Dort werde ich im Herbst unbedingt mal schauen, ob ich so einen finde. Hier mal ein kleiner Eindruck, was dort aus Kürbissen gemacht wird – neben gutem Essen.

    1. Die direkte Übersetzung von Tökfőzelék ist Kürbisgekochtes. Das wäre als Name einfacher gewesen, aber es ist ja dieser Spargelkürbis den es da unbedingt braucht. Im ungarischen Originalnamen dringt die Selbstverständllichkeit hervor, mit der die Ungarn den Spargelkürbis betrachten.
      Bin gespannt, ob es in Ludwigsburg diesen typisch ungarischen Kürbis gibt. Darauf wetten möcht ich nicht!
      Tolles Moped!

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