Über den Großglockner und zurück

Großglockner - Richtung Pasterze

Bei angenehm kühlen Temperaturen fuhren wir los – und bei solchen kehrten wir wieder heim. Manchmal hat es aufgerissen, und einmal wurde sogar in der Nacht geheizt! Ich glaube, das ist verzeihbar, wenn man bedenkt, es war im Kaiser-Franz-Josef-Haus auf 2369 m ü A.

Von der 33-seitigen Löffelliste konnten wir drei Punkte abhaken:

  • Großglockner mit einem Oldtimer überqueren
  • Am Großglockner den Sonnenaufgang beobachten
  • Kapruner Stauseen anschauen

Immerhin, aber das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluß. Die Löffelliste hat 33 Seiten, wobei Österreich mit Südtirol den Großteil einnimmt, mit ca. 80 %. Der Rest entfällt auf den Rest der Welt. Nach dem Motto: solange man nicht wenigstens die Schlösser, Stifte und Burgen entlang der Westautobahn gesehen hat, braucht man erst gar nicht im Ausland umeinander luaga. Die bekanntesten sind: Stift Melk, Schloß Schallaburg.

Zu essen gab es: Schnitzel vom Kalb und nicht vom Kalb, Kaspressknödelsuppe, Schweinsbraten, Kärntner Kasnudeln, Kärntner Brettljause. Was es nicht gab: gekochtes Rindfleisch, aber das holen wir zuhaus nach, zu gegebener Zeit. Am Nachhauseweg kamen wir bei Bischofshofen vorbei, wo unser Tellerfleisch – im Westen heißt das Siedefleisch Tellerfleisch – herkommt. Kurz überlegten wir, ob wir beim Schreckbauer hereinschauen sollen? Aber es war uns zu naß und zu sibirisch; – wie seinerzeit Rudi Carell vor 50 Jahr.


Fotos und Text © 2025 https://kuechenereignisse.com         

Franziskaner und Kuchen

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Wo gibt es den besten Kaffee  unter dem Herrn? Zu Hause, wobei wir uns Anregung geholt haben, im Café Dommayer. Dort gab es einen Franziskaner auf der Karte, einem engen Verwandten des Kapuziners, dem mit der braunen Kapuze. Vermutlich passen wir nicht ganz ins Beuteschema Pensionistinnenkränzchen. Zuhause ist die Bedienung von lässiger Souveränität und auch der Kaffee aus der Espressomaschine mit frisch gemahlenen neapolitanischen Kaffeebohnen läßt nichts zu wünschen übrig. Das Schlagobers wurde frisch gemacht mit der iSi-Flasche. Dazu Rhabarber-Kuchen von der Bäckerei Joseph und Linzer Kipferl von der Bäckerei Waldherr.

Der Franziskaner ist ein Espresso mit Milch und Schlagobers.

Waldviertler Hühnerfrikassee mit Morcheln

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Aufgezogen im nördlichen Waldviertel, für uns, von uns Wohlgesonnenen, lassen wir diesem Haushuhn eine spezielle Behandlung angedeihen. Es gibt ein Rezept mit Hühnerfrikassee mit Morcheln, das wir schon seit geraumer Zeit gerne machen würden, was aber immer wieder am Fehlen von Morcheln gescheitert ist; – und an der Ermangelung eines Huhnes, das dessen würdig ist. Heute ist es soweit. Damit befinden wir uns endgültig im Reich der Glückseligen.

Ein kurzer Anruf beim Gemüsestand Schätzl auf dem Rochusmarkt genügte, und uns wurde beschienen, daß wir auch dieses Jahr die Morchelzeit versäumt haben; – nur getrocknete Morcheln wären noch vorrätig – Kinder wie Zeit vergeht! Da der Rochusmarkt am Samstag um 12:00 mittags seine Pforten schließt – wie schnell aber doch wirklich die Zeit vergeht! – blieb uns nichts Anderes übrig, als beim Meinl am Graben – wo wir sowieso schon waren – einzufallen (nicht ohne uns mit Käse von Xavier David einzudecken, samt dazugehörendem Barbaresco.) Auf diese Weise wurden es getrocknete Morcheln aus Chile (und keine Einheimischen).

Als Rezeptvorlage diente Alain Ducasse „Grand Livre de Cuisine – Kulinarische Enzyklopädie“, Seite 683.

Wie die Hofköchin es gemacht hat:

Rezept Hühnerfrikassee mit Morchelsoße

20 Min. 40 g getrocknete Morcheln in lauwarmes Wasser zum Ziehen legen.

Das Huhn (2,4 kg) in Schenkel, Brust und Flügel aufteilen. Die Schenkeln in Ober- und Unterschenkeln aufteilen. Aus der restliche Karkasse eine Hühnerbrühe machen. Die Hühnerstücke salzen. Olivenöl und Butter in der Panne erwärmen. Die Hühnerstücke auf der Hautseite in die Pfanne legen. 5 zerdrückte Knoblauchzehen hineingeben. Rundum anbraten. Die Fleischstücke herausheben und in einen Bräter geben und bei 120°C im Backrohr durchgaren. In der Zwischenzeit 4 kleine Schalotten kleinhacken, in einer Oliven-Buttermischung anschwitzen. Die eingeweichten und ausgedrückten Morcheln hineingeben. Gleichzeitig 150 g Shiitake-Pilze, 150 g Austernpilze und 250 g Tanzpilze in einer kleinen Pfanne mit Olivenöl braten. Und zu den Morcheln geben. Wenn alle Pilze zusammen sind, mit einem großen Schuß Noilly Prat ablöschen. Den Herd zurückdrehen und zugedeckt 20 Min. garen. Einen halben Liter Hühnerbrühe  zu den Pilzen gießen.  300 ml Mattigtaler Schlagobers dazugeben. Ein wenig mit Stärke binden. Dann die Hühnerstücke aus dem Backrohr nehmen und in die Soße legen. Zugedeckt 10 Min. ziehen lassen. Mit Salz abschmecken.

Dazu gekochten Reis servieren.

Der Wein: Da wir an diesem Samstag aus frisurtechnischen Gründen in der Inneren Stadt weilten, kamen wir an einem Besuch in der Vinothek St. Stephan nicht vorbei. Als Empfehlung für Hühnerfrikassee mit Morcheln wurde uns ein Wein aus Wien gegeben; – ich verlangte nach einem Wein aus der Nähe, aber daß es so nah werden würde, hatte ich nicht gedacht. So wurde es ein Wiener Gemischter Satz vom Mayer am Pfarrplatz in Döbling: Ried Langenteufel, Rotes Haus am Nussberg 2023. Weißwein aus Wien hat mittlerweile einen so guten Ruf, daß er der internationalen Konkurrenz aus der Steiermark oder auch aus Deutschland durchaus ebenbürtig ist. Da dieser Weißwein 4 Stunden zum Dekantieren braucht, nahm ich noch seinen kleinen Bruder mit, den Gemischten Satz DAC 2024. Ein Besuch bei Gramola (Haydn, Busoni) und anschließend beim Meinl am Graben (Morcheln, Xavier David, Barbaresco) rundeten den Spaziergang durch die Innere Stadt ab. Der Barbaresco 2020 von Canavere di Giacosa Fratelli und der Käse von Xavier David, einem Valencay und einem Munster, wird mir zum Vergnügen ein anderes Mal – in naher Zukunft – gereichen.

Das war ein Königsessen. Hier vereint sich Traum und Wirklichkeit!

Den Wiener Gemischten Satz haben wir 4 Stunden dekantiert, im Kühlschrank.

Es war mir ein Volksfest!

Dieses Fleisch ist unübertroffen, so zart und das obwohl gar nicht Sonntag ist.

Bitte einen Löffel für die Soße, – die schmeckt so gut.

Nicht mit  Steinpilzen mischen, die schmecken zu intensiv. Das irritiert die Morcheln. Die anderen Pilze sind nicht störend.

Das können wir nicht mehr machen, Das ist einfach zu gut.

Die letscherte Haut ist Geschmackssache. Mir schmeckt’s ausgezeichnet.

Allgemeine Gedanken zur Musik

Der Goldene Saal im Musikverein

Alfred Brendel hat eine Weltkarriere als Musiker hingelegt, was man nicht von vielen Musikern aus Österreich behaupten kann. Außer ihm fällt mir spontan ein, Friedrich Gulda und Joe Zawinul natürlich. Auffallend ist, daß alle drei Pianisten waren. Ist Österreich ein Land der Pianisten? Das  hätte ich als Österreicher nicht behauptet, ich hätte unsere Stärke eher in der Blasmusik verortet. Aber ein großer Trompeter oder Posaunist kommt mir nicht in den Sinn, was vielleicht auch damit zusammenhängt, daß es sich hierbei um Instrumente handelt, die selten aus dem Ensemble hervortreten; – selten hört man von einem Trompeter-Recital, von Klavierabenden dagegen schon öfter.

Daß heutzutage wenig Pianisten nachkommen, liegt wohl daran, daß das Klavier aus dem bürgerlichen Haushalt verbannt wurde. Kaum mehr ein Haus, das einem Klavier Platz bietet; – und wo kein Klavier, hält sich auch der Nachwuchs in Grenzen.

Dabei ist das Klavier das Universalinstrument schlechthin, seit Jahrhunderten; – Auszüge von Opern und Sinfonien wurden für das Klavier erstellt, für kein anderes Instrument. Es gab einmal eine Zeit, da hat man als werdender Musiker Klavierspielen gelernt; – als Grundstock, von dem man sich weitergehangelt hat zu seinem Instrument.

Zuerst das Radio, dann die elektronischen Medien Fernsehen und Internet, haben das Musikmachen aus dem Leben verdrängt. Johann Wolfgang v. Goethe behauptet: „Wer Musik nicht liebt, verdient nicht, ein Mensch genannt zu werden; wer sie liebt, ist ein halber, wer sie aber treibt, ein ganzer Mensch.“ Wenn dieses Wort noch heute gilt wie vor 250 Jahren, woran kein Zweifel besteht, dann gibt es heutzutage kaum mehr halbe geschweige denn ganze Menschen. In einer Welt, die durch Maschinen-  und elektronische Geräusche die Stille vertrieben hat, aus der die Musik kommt, geht die Musik verloren. Bei Schubert hört man am deutlichsten, woher die Musik kommt.

Seiler & Speer behaupteten jüngst in einem Fernsehinterview, Musik sei dazu da, Gefühle zu transportieren. Dabei habe ich vor Augen die johlenden Menschenmassen, die in aufgeheizter Stimmung bei Festivals die Arme in die Höhe recken. Musikhören ist nicht Partymachen. Musik findet im Konzertsaal statt. Musik hat keinen Zweck zu erfüllen. Musik ist schwer zu begreifen; sie ist etwas Heiliges und Profanes; nicht von dieser Welt, und doch von dieser.


Seiler & Speer im Interview bei ServusTV „Servus am Abend“, am 14. Juli 2025.

https://www.servustv.com/aktuelles/v/aa7zibb5jlz7jg3gya6z/

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Grillhendl mit Salat

Huhn mit Baby-Leaf-Salat, Wildkräutersalat und Fisolensalat

Heute gibt es gegrilltes Huhn mit Salat. Damit sind wir im Bereich von Mozarts Klaviersonaten. Artur Schnabel sagte einst, sie seien zu leicht für Kinder, zu schwierig für Künstler. Bemüht man sich, wird es leicht manieristisch, nur mit spielerischer Freude wird das was. Ein gutes Grillhendl wird unterschätzt wie Mozarts Klaviersonaten. Läßt man einem Huhn diverse Sperenzeln angedeihen, wirkt das leicht überkandidelt. Wenn man es einfach macht, wird es am besten: man grillt es und gibt Salat dazu. Das war‘s. Bitte keine Pommes frites, diese ziehen es herunter auf Kindermenüniveau.

Ein Grillhendl ißt man ja am besten mit den Fingern. Da braucht‘s dann keine Dekoration, zu Effeminiertes sollte davon ferngehalten werden.

Hat man kein Grillhuhngrillgerät, schneidet man das Huhn auf, breitet es schmetterlingsförmig auf einem Backblech aus und schiebt es ins Backrohr. So kann man es von oben grillen.

Das Huhn wird nur mit Olivenöl und Salz eingerieben. 200°C im Backrohr, zirka 40 Minuten, und zum Schluß Grillschlange von oben.

Salat: Fisolensalat mit Zitronen-Olivenöl und Dille. Wildkräutersalat, Baby-Leaf-Salat mit Olivenöl und Traubenbalsamessig.

Wein: St. Laurent, Umathum


Artur Schnabel, geb. 1882 in Galizien, Österreich-Ungarn, gest. 1951 in der Schwyz, Schweiz. Auf der Gedenktafel in Berlin-Wilmersdorf steht über ihn: „Als Interpret der Klavierwerke Beethovens und Schuberts sowie als Lehrer hat er bis heute unerreichte Maßstäbe gesetzt.“


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Schwarzwurzeln mit Kräuterseitlingen und Pesto, einfache Fassung

Die wahre Kunst

Wir hatten einmal auf Küchenereignisse ein Rezept mit Schwarzwurzeln und Kräuterseitlingen dazu Petersilien-Haselnuß-Pesto, hier. Die Hofköchin hat das Rezept vereinfacht und es schmeckt immer noch hervorragend, es ist ihr gelungen!

Einstein hat gesagt, man solle alles so einfach wie möglich machen, aber nicht einfacher. Das gilt in vielen Bereichen, bei technischen Lösungen, man denke etwa an die Glock-Pistole, die nur aus wenigen Einzelteilen besteht. Oder an gute IT-Lösungen. Oder an gute Texte. Aber auch in der musikalischen Aufführung, wie man so liest bei Alfred Brendel in „A bis Z eines Pianisten“, unter dem Buchstaben E wie Einfachheit, gilt das Einsteinsche Prinzip. Bei Rezepten geht das nicht, einem guten Rezept fehlt etwas, wenn man es vereinfacht. Ein gutes Rezept zu vereinfachen, heißt es zu verändern. Und wenn es dann dennoch schmeckt, dann ist das eine Kunst! Gute Zutaten helfen dabei, denn gute Zutaten brauchen nichts zur Verschönerung.

Einfaches Rezept Schwarzwurzeln mit Kräuterseitlingen und Pesto

 Zuallererst werden die Schwarzwurzeln unter fließendem Wasser mit Einweghandschuhen gesäubert, geschält und in ein Essigbad gelegt. Die Einweghandschuhe schützen vor dem klebrigen, die Haut verfärbenden Saft der Schwarzwurzel. Im Blitzhacker wird aus Basilikum, Zitronensaft und -abrieb, sowie Pinienkernen ein Pesto gemacht. Kräuterseitlinge werden gebraten, die Schwarzwurzeln werden weichgegart im gesalzenen Kochwasser, das erhält die weiße Farbe und mildert den Geschmack.

Moments culinaire

Ein spanischer Abend

I want to make music. That means I prefer the Steinway piano.” (Brendel). Es gibt zwar keine auf Kulinarik umgemünzten Steinway-Flügerln. Dennoch paßt der Spruch; wir verwenden nur die besten Zutaten für unseren Spanischen Abend.

Pan Tumaca (Tomatenbrot)

Tomaten blanchieren, enthäuten, bedachtsam Kerne entfernen. In Olivenöl und Salz ziehen lassen. Auf geröstetem Ciabatta eine Knoblauchzehe reiben. Tomaten darauf platzieren.

Spanischer Jambon

Tomaten-Oliven-Ciabatta mit Jambon belegen und schwarzen und grünen Oliven.

Thunfisch-Empanadas mit Mojo verde

Mürbeteig zubereiten, Thunfisch zerdrücken und Lauch in Scheiben schneiden, Salz, mit etwas in Wasser eingelegten Safran vermischen. Teig ausrollen, mit einem runden Ausstecher ausstechen, die Fülle daraufgeben und zusammenklappen, mit einer Mischung aus Eigelb und Sahne bestreichen, bei 180° goldbraun backen. Dazu Mojo verde: Petersilie und Koriander hacken, mit Olivenöl, Zitronenschale, Zitronensaft, geriebenem Knoblauch und Salz verrühren.

Manchego-Bällchen mit Paprikasalsa

Grüne, rote und gelbe Paprika entkernen und schälen, kleinwürfeln.  Lauch in feine Scheiben schneiden, mit Paprika vermischen, das Gemüse mit einem Dressing aus Zitronensaft Olivenöl, Salz bis zum Servieren marinieren. Manchego in Würfel schneiden. Durch die Panierstation ziehen und in heißem Öl fritieren.

Sardellen mit Olivenspießen

Ciabatta grillen, die Sardelle mit einem Holzspieß aufspießen, mit Oliven servieren.

Albondigas (Andalusische Mini-Frikadellen)

Rindfleisch mit angeröstetem Lauch, geriebenen Knoblauchzehen, Salz, gemahlener Koriander, Kreuzkümmel, gehackte Petersilie und Koriandergrün vermischen. Kleine Bällchen formen und herausbacken. Tomatensoße: Tomaten blanchieren, Haut und Kerne entfernen, würfeln. Feingehackte Zwiebel auf Olivenöl anschwitzen, Tomatenmark dazugeben, mitschwitzen, Die gewürfelten Tomaten dazugeben, salzen und ein paar Minuten köcheln. Dazu einen Safranreis.

Erlesene Zutaten:         

Tomaten aus Granada La Palma, Andalusien: dulcextra

Olivenöl aus Andalusien, ecologico lasolana2, Picual, mit extra viel Polyphenol.  Nach einem Hin und Her mit der Speditionsfirma konnten wir das Olivenöl endlich in Händen halten.

Manchego, Käse aus der Region La Mancha, Spanien

Faschiertes Rindfleisch: Wagyu aus Österreich

Tomatenraritäten für die Tomatensoße aus Österreich

Wein aus dem Burgenland: Pinot Noir 2022, Unter den Terrassen, Umathum


So genußvoll es ist, Brendel zu hören, ist es, ihn zu lesen. Man merkt schon am wohlgeformten  Ausdruck, daß hier ein Großmeister der Sprache am Werk ist. Ebenso gefällt mir, daß er der Schreibweise vor der Rechtschreibreform 1996 verhaftet ist.

Auf dem Leseteller: Alfred Brendel „A bis Z eines Pianisten“, erschienen 2012 in alter Rechtschreibung.

Auf dem Plattenteller: Alfred Brendel spielt Schubert u.a. „Moments musicaux“ (Philips, aufgenommen 9/1987 in Neumarkt/Oberpfalz, Deutschland)


Heute haben wir unser erstes IoT*-Gerät gekauft, einen Staub- und Wischroboter – ohne Smartphone und WLAN wären wir aufgeschmissen. Dafür sind wir in die SCS Vösendorf gefahren. Das neue Buch von Brendel, seine letzten Worte, „Naivität und Ironie“, haben wir nicht bekommen. In der einen Buchhandlung gab es ein Exemplar, das schon verkauft war (Morawa); die andere führte es gar nicht (Thalia). Das Buch wird als Bestseller Nr. 1 bei Amazon geführt – und wurde dort bestellt. Ich habe es probiert – ohne Internet geht’s halt nicht. In modernen Zeiten leben wir.


*Internet of Things

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Kaltschalenwoche

Rexgläser mit kalten Suppen

Sommer ist, wenn man nicht aus Hunger ißt; – sondern um sich von innen her abzukühlen. Gazpacho, woran man sofort denkt, haben wir schon gehabt. Dafür gibt es dieses Mal eine ganze Palette an kühlen Köstlichkeiten, die nicht nur für heute uns gereichen sollen; – die ganz Woche möchten wir uns an ihnen laben. Die Kaltschalen werden uns in der Mittagspause erfrischen – und zwar sofort und ohne Umschweife! Man muß ja nicht einmal eine Minute auf die Mikrowelle warten wie sonst.

Die Suppe, die aus der Kälte kam.

Wir möchten hier niemanden darüber belehren, wie man sich bei heißen Temperaturen verhält…. in schattigen Gemächern verweilen, am Morgen die Burg lüften, tagsüber verdunkeln, und ausreichend Wasser trinken, … das weiß doch jedes Kind; – nein das wäre ja wie Eulen nach Athen tragen. Jedoch ein paar Rezepte für kühlende Kaltschalen können nicht schaden.

Zucchinisuppe mit Ziegenkäsekugeln

2 geschnittene Jungzwiebeln in Olivenöl anschwitzen. 4 geriebene Knoblauchzehen dazu geben. Eine halbe gewürfelte, entkernte Zucchini, 1 Bund Dille, 1 Bund Minze, 1 entkernten gewürfelten Apfel mit Schale, einen halben Liter Milch, Saft und Abrieb einer Zitrone und die angeschwitzte Zwiebel und Knoblauch im Mixer pürieren. Wenn nötig, etwas kaltes Wasser dazu geben, durch ein Sieb streichen. Mit Salz abschmecken. Kugeln 100 g Ziegenfrischkäse, 1 EL geriebener Pecorino, 1 Ei, 2 EL Haferflocken vermischen, kurz ziehen lassen, zu einer Kugel formen, panieren. Und in heißem Olivenöl fritieren. Dazu kommt frisch gehackte Minze darüber streuen.

Gegrillte Grünpaprikasuppe mit Salzgurken

4 grüne Paprika grillen, Schale abziehen, mit 400 g gewürfelte Salzgurke, 1 gehackten Jungzwiebel, 1 Knoblauchzehe und 60 ml Saft von den Salzgurken und 1 Bund Dille im Mixer pürieren. Durch ein Sieb streichen. 200 ml Schlagobers hineinleeren. Als Suppeneinlage gewürfelte Salzgurken. Reis.

Gurkensuppe

Eine große Salatgurke, 2 Knoblauchzehen, Saft und Abrieb einer Zitrone, 200 g griechisches Joghurt, 1 Bund Dille und etwa 200 ml Wasser mit Salz im Mixer pürieren. Suppeneinlage: eingehackte violette Zwiebeln, gewürfelte Essiggurken, gehackte geröstete Kürbiskerne.

Apfelsuppe auf die ungarische Art

2 EL Honig karamelisieren. 4 geschälte, gewürfelte und mit Zitronensaft beträufelte Apfelstücke zum Honig geben. etwa 100 ml Wasser dazugeben. Zimt und Nelke dazugeben. Zum Schluß 150 ml Schlagobers dazugeben. Mit Maisstärke binden.

Heidelbeersuppe

300 ml Milch, 300 g Heidelbeeren, einen halben TL Zimt und gemahlene Nelke, 2 EL Honig und den Saft einer halben Zitrone aufkochen. Zurückdrehen, 10 Min. köcheln. Ein bißchen abkühlen, im Mixer pürieren. Durch ein Sieb streichen und 150 ml Sauerrahm hineinrühren. Dazu gibt es Topfenhaferknödel: 125 g Topen, 1 Ei, 50 g körniger Hafer, Abrieb einer halben Zitrone, 1 EL Honig, gut verrühren. Ziehen lassen. Zu kleinen Knödeln formen und in siedendem Wasser durchziehen lassen. Mit angerösteten Mandelblättern servieren.

Kichererbsen-Karottensuppe

200 g gekochte Kichererbsen, 4 gewürfelte und gegarte Karotten würfeln, 300 ml Gemüsesuppe, Sat und Abrieb einer Limette, Salz pürieren. Während dem Pürieren 4 EL Olivenöl hineingießen. Durch ein Sieb passieren. Mit Petersilie servieren.

Radieschen-Joghurtsuppe

4 Eier kochen, schälen, Dotter und Eiweiß trennen, Eiweiß würfeln und beiseite geben. Den Dotter mit 300 g Joghurt und 200 g Sauerrahm und einem TL Dijonsenf, Saft einer halben Zitrone und Salz pürieren. Als Beilage in Stifte geschnittene Radieschen, gewürfelte Gurke, gehackte Dille, das gewürfeltes Eiweiß, Minze und Schnittlauch. Und ein gekochtes Ei.


Wir haben zwei Gläser Salzgurken aus der Konservenfabrik in Eferding. Das wird nicht reichen, für die saure Gurkenzeit.


Paul Flora wäre heute am 29. Juni 2025 103 Jahre alt geworden. Zum Gedenken und zur Abkühlung: „Venezianischer Winter mit drei Pulcinellen“.

Bis zum nächsten Mal, wenn es dann heißt: Schneeflockensuppe und andere Kaltschalen, mitunter aus Ungarn.

Mit frostigen Grüßen!

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Antipasti Buffet/ In Memoriam Alfred Brendel

Antipasti-Buffet zu Hause

Das Anitpasti-Buffet wurde in der Küche aufgebaut, ein kleines Buffet für 2 bis 4 Personen.

Getrocknete Tomaten mit Thymian und Knoblauch

Gegrillte Paprikastreifen in Olivenzitronenknoblauch-Marinade

Mit Frischkäse gefüllter Snackpaprika

Gegrillte Zucchini und Melanzani

Melanzani-Creme

Tomaten-Mozzarella mit hausgemachtem Pesto

Gegrillte Lila Spargel

Gegrillte Champignon

Bresaola, Prosciutto, Salami und Pecorino

Dazu Brot von Öfferl, hergestellt auf die althergebrachte Art mit Sauerteig: ein Baguette „Crousto“ mit einer Weizen- und Roggenmehlmischung und ein Baguette “Capo” mit dem gleichnamigen Weizenmehl. Brot mit Sauerteig braucht nur wenige Zutaten: Mehl, Sauerteig, Wasser und Salz. Das Brot wurde gekauft in der Inneren Stadt, und von dort aus ging es ins Burgenland zur Dankbarkeit in Podersdorf, zu einer jiddischen Hühnerleber und einem Beuschl mit Serviettenknödel bzw. Rote-Rüben-Couscous mit Kräuterjoghurt. Dabei kamen wir vorbei bei Iris‘ Hofladen in Purbach, wo wir frische Erdbeeren, weiße und violette Maulbeeren, Kirschen, Paprika und violetten Spargel erstanden. Und wenn wir schon einmal ins Burgenland fahren, dann machen wir auch einen Abstecher zu Umathum, wo wir uns mit Sekt, Pinot Noir und Sankt Laurent eindeckten.

Melanzani, Zucchini und Tomaten sind von blün, Wien. Knoblauch aus Ungarn, Kräuter von Altschachl, Oliven und Olivenöl aus Italien, Champignon aus Tyrol. Salami und Prosciutto aus Italien.


Wein: Sankt Laurent, Umathum, Burgenland, 2022

In Memoriam Alfred Brendel

Als wir in der Innenstadt bei Gramola nach CDs des kürzlich verstorbenen Klaviervirtuosen Alfred Brendel fragten, beschied man uns, daß alles ausverkauft sei und daß auch keine neue Gesamtedition zu erwarten ist. Die Chefs der heutigen Plattenfirmen wären der Meinung, daß ja eh alles per Streaming-Dienste verfügbar sei und daher kein Bedarf bestünde. Oh werch Illtum! Und schaut man sich die Kataloge der Firmen an, wie etwa der Deutschen Grammophon, so sieht man, wie ernst die Lage ist: die Summe der Neuveröffentlichungen ergeben ein Bild von bestürzender Überschaubarkeit. Konrad Paul Liessmann hat jüngst ein Plädoyer für den Plattenspieler geschrieben. Vielleicht nützt das Veto eines alten Gelehrten, dem Wahn Einhalt zu gebieten.


Nun hat es Alfred Brendel also tatsächlich geschafft, ohne Titel durchs Leben zu kommen; – eine umso beachtlichere Leistung, da er ja Österreicher war. Das heißt, wenn man davon absieht, daß er in England, seiner Wahlheimat, zum Ritter des Ordens des British Empire (KBE) geschlagen wurde.

Alfred Brendel trug zur veränderten Wahrnehmung Schuberts einiges bei, mit seinen einfühlsamen Einspielungen. Mozart und Beethoven reichen bis zum Himmel – Schubert kommt von dort, so sagte Oskar Werner. Und wenn man Schuberts Klaviersonaten hört, vorgetragen von Brendel, eingespielt für die mittlerweile nicht mehr existierende Firma Philips, so versteht man, was Werner damit gemeint haben könnte. Wie nahe Brendel Schubert ging, konnte man an seinem Gesicht ablesen, das er zu Grimassen verzerrte, dessen er sich erst bewußt wurde, als er sich selbst im Fernsehen sah. Er stellte einen großen Spiegel neben dem Klavier auf, um das in den Griff zu kriegen. Die Hingabe, mit der Brendel Schubert spielte, kann man auch in den TV-Aufnahmen beobachten, die Mitte der Siebzigerjahre für Radio Bremen entstanden sind: eine Fernsehserie nur für die Klaviermusik von Schubert, vorgetragen von ein und demselben Interpreten – das hat es vorher nicht gegeben.

Aus Selbstschutz habe ich dieses Haus auch gekauft. Denn wenn eine Familie mit Kindern eingezogen wäre, um hier Rockmusik zu spielen, hätten wir ausziehen müssen.

Alfred Brendel über die Beweggründe, das Nachbarhaus in Hampstead auch zu kaufen.

Das allerletzte Konzert gab er im Musikverein, kurz vor Weihnachten 2008, mit den Wr. Philharmonikern. Am 17. Juni 2025 starb Alfred Brendel. Er wurde 94 Jahre alt.

No one has done more than Brendel to accentuate the complexity and dramatic intensity of Schubert’s musical and psychological personality or to elucidate the originality and compelling logic that characterize this composer. We are all in his debt.“ (Jeremy Siepmann, im Beiheft der DVD-Box von EuroArts „Alfred Brendel plays and introduces Schubert Piano Works“, in der die dreizehnteilige Fernsehdokumentation von Radio Bremen versammelt ist.)

https://www.universal-music.de/alfredbrendel/news/geheimnisse-der-wirkung-68401

https://www.profil.at/kultur/pianist-brendel-interview-8585104

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Donauwelle und Bodensee

Schweinsbraten mit Letscho und Gemüsehirse

8:30 Frühstück mit Kaffee und Schinkensemmel und frisch gepreßten Zitronensaft

9:15 Zutaten zusammenstellen. Schopfbraten (Esterhazy) 1 kg, Schweinsbraten (Esterhazy) 1,3 kg  

9:30 Schopfbraten mit Knoblauch spicken, Suppengrün und Tomatenmark scharf anbraten, mit Weißwein ablöschen. Mit Gemüsebrühe auffüllen. Eine Paste machen mit der Gewürzmischung „pulled pork“ (rote Dose) von „stay spiced!“ und geriebenem Knoblauch, getrocknetem Majoran und Kümmel. Damit den Schopf einreiben. Schopfbraten auf das Gemüsebeet legen.

9:45 Schweinsbraten schröpfen. Mit Zitronensaft die Schwarte beträufeln und einmassieren. Trocknen lassen. Und nochmals mit Zitronensaft einmassieren. Salzen. Knoblauchknolle halbieren, in eine Bratreine geben und das Fleisch darauf stellen.

10:30 Schweins- und Schopfbraten bei 220°C ins Backrohr schieben. In dieser Zeit das Letscho zubereiten. Und die Blumeninsel: Hirse, diese in Salzwasser kochen, in der Zwischenzeit eine gelbe und eine rote Karotten würfeln und 2 Stangen vom Stangensellerie in Butter anschwitzen, mit etwas Salz. Unter der gekochten und gut abgetropften Hirse untermischen.

11:20 Kontrolle, erhöhen auf 240°C

11:45 herausnehmen

Schweinsbraten „Donauwelle“ und Schopfbraten „Bodensee“ (mit Blumeninsel)

Der Schweinsbraten war ausgesprochen knusprig und das Fleisch darunter so zart, wie man sich das nicht vorstellen kann. Der Schopfbraten war im Vergleich trocken, da kam die Gemüsesauce grad recht. Die Hirse mit den Gemüsestücken „Blumeninsel“ hat den rechten Geschmackstupfer hinzugefügt.


Diese Bilder sind während dem Vorgang des Kochens entstanden und zeigen am Ende das Ergebnis.

Ein Hoch auf die Hofköchinn!

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