Blaubeeren-Erdbeeren-Porridge

Heidelbeeren-Erdbeeren-Porridge

Bei weitem nicht alles was gegessen wird, wird fotografiert. Und was fotografiert wird, kommt noch lange nicht auf den Blog. Das Frühstück führt in dieser Hinsicht ein stiefmütterliches Dasein. Aber das ändert sich mit Heute! Denn nun beginnt die Haferflocken-Porridge-Zeit, der Beginn eines neuen Lebensabschnitts und der Beginn einer neuen Serie.

Rezept Heidelbeeren-Erdbeeren-Porridge

Für 2 Portionen          

100 g Haferflocken, 2 EL gemahlener goldener Leinsamen, eine Prise Salz, eine Messerspitze Zimt und eine mit Vanille, mit geschnittenen Erdbeeren, sowie Heidel- und Himbeeren. 200 ml Sauermilch mit einem TL burgenländischen Akazienhonig vermischen und über die Haferflocken-Mischung gießen. 20 g Mandelblättchen in der Pfanne ohne Fett anrösten. Porridge mit Beeren belegen und mit den Mandelblättchen bestreuen. Eine Prise Vanille darübergeben.

Was sind Haferflocken?

Irgendwo habe ich gelesen, daß man Haferflocken am besten selber macht, da es bei der industriellen Herstellung zu Erwärmung kommt und dadurch wesentliche Nährstoffe flöten gehen. Haferkörner werden zerkleinert und dann platt gedrückt. Ich glaube, das überlasse ich dann doch lieber den einschlägigen Branchenprofis! Die verfügen über die maschinellen Verfahren, die werden das schon richtig machen.

Wieso heißt das Porridge und gibt’s denn da kein deutsches Wort dafür?

Auf deutsch heißt das Haferbrei und ich sehe schon, warum man davon Abstand genommen hat. „Und jetzt iß nur schön deinen Haferbrei!“ so sagt die Mutter zum Kind, so klingt das in den Ohren, ach wie gewöhnlich. Fremdwörter klingen halt bedeutungsvoller. Na von mir aus, sollen die Leut‘ Porridge sagen; – und es ist doch nur Haferbrei.

Taylor Swift

In vielen Zeitungen stand, daß es für Österreich und insbesondere Wien ein weltweit wahrgenommenes Desaster sei, da die Shows in Wien wegen einer vereitelten Terrorgefahr kurzfristig abgesagt wurden. Mit Verlaub, das glaube ich nicht. Eintrittskarten und Reisekosten werden refundiert, die Swifties lassen sich nicht abhalten und feiern und singen stundenlang ausgelassen in den Straßen Wiens, bei der Konditorei Aida am Stephansplatz hat es Cremeschnitteneis, Sachertorteneis und Marillentorteneis gegeben, Swarovski Kristallwelten verschenkt eine Halskette an Swifties am Stephansplatz und im ORF wird die Taylor-Swift-Show als Weltpremiere ausgestrahlt, am 10. Aug. 2024 um 21:45. Es wird alles dafür getan, daß die Swifties in Wien trotzdem zu ihrer Party kommen und das aus dem Stand heraus. Nun wird es legendär!


https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20240810_OTS0007/orf-1-zeigt-heute-um-2145-uhr-konzertfilm-taylor-swift-the-eras-tour


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Wilfersdorfer Sommer-Tafelspitzsalat

Wilfersdorfer Sommer-Tafelspitzsalat

Mit Kürbiskernöl aus Wilfersdorf im Weinviertel, nicht zu verwechseln mit Willendorf in der Wachau, wo die Venus aus der Steinzeit gefunden wurde.

Rezept Wilfersdorfer Sommer-Tafelspitzsalat

A m   V o r t a g in einem Sud mit Lorbeerblättern, Pfefferkörnern und Wacholderbeeren den Tafelspitz eineinhalb Stunden kochen. Das Suppengrün dazu geben und eine weitere Stunde kochen. Abseihen. Die Brühe in den TK geben, für ein anderes Gericht aufheben. Den Tafelspitz auskühlen lassen und dann fest in Frischhaltefolie einwickeln, damit das Fleisch nicht auseinander fällt, es bleibt kompakt und ist leichter zu schneiden, am nächsten Tag. In den Kühlschrank stellen.

A m   n ä c h s t e n   T a g  die Marinade aus Balsamico-Essig, Wilfersdorfer Kürbiskernöl (Strasser) und Salz zubereiten. Tafelspitz so dünn wie möglich aufschneiden. Die Fleischscheiben in einen Behälter legen und die Marinade daraufgießen, sodaß es gut bedeckt ist. Im Kühlschrank eine halbe Stunde ziehen lassen. In der Zwischenzeit die rote Zwiebel dünn aufschneiden. Auch den grünen Apfel, diesen mit Zitronensaft beträufeln, damit er nicht braun wird. A n r i c h t e n Fleisch herausnehmen und auf den Teller legen. Mit den Zwiebelringen und Apfelscheiben belegen, mit der Marinade beträufeln und dann den geschnittenen Schnittlauch und die Kürbiskerne darüberstreuen. Pfeffer aus der Mühle. Dazu Roggenbrot servieren.


Sehr erfrischender Sommer-Tafelspitzsalat! Dazu gab es Béla Bartók „Vier Stücke“, wir waren gerade beim zweiten, als die Küchenfee meinte, ob es nicht an der Zeit wäre, eine Pause einzulegen. Geht in Ordnung. Schon den ganzen Tag läuft nämlich Bartók.

Das erinnert mich an die Geschichte, als Béla Bartók sieben Jahre alt war und er zum ersten Male die Gelegenheit hatte, Orchestermusik zu hören. Der kleine Béla war im Gasthof zu Nagyszentmiklós zu Gast, wo das Orchester, bei dem sein Vater das Violoncello bediente, sein erstes Konzert gab. Die Gäste haben weitergespeist, er aber legte Messer und Gabel zur Seite und lauschte der Musik mit voller Hingebung; er war entzückt, bemerkte aber vorwurfsvoll: „Wie können die anderen essen, wenn eine so schöne Musik gespielt wird.“1 Wo gibt es das heutzutage noch, daß in einem Gasthof ein Orchester aufspielte?


1 Jenö Takács: Erinnerungen an Béla Bartók, S. 10, Doblinger Wien, 1982, nach seiner Mutter, die glaubt, sich daran erinnern zu können, daß damals die Semiramis-Ouvertüre (Rossini)  gegeben wurde.


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Mangalica-Nacken mit Pfifferlingen, Bratkartöffelchen und Feldsalat

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Vom Schwein mit den guten Omega-3-Fettsäuren! Das Mangalica-Schwein ist keine domestizierte Schweinerasse, es lebt seit eh und je im Freien, auch im Winter, diese Schweine brauchen keinen Stall. Fast wären die Mangalicas schon ausgestorben. Wer etwas für den Erhalt dieser Tiere tun will, muß sie essen! Sonst findet sich kein Züchter, der sie erhalten will.

Rezept Mangalica-Schopfbraten mit Eierschwammerln, Patata bravas und  Vogerlsalat

Die Erdäpfel (Heurige vom Niedermayer aus dem Weinviertel) schälen, in Würfel mit 1 cm Kantenlänge schneiden, in Eiswasser legen. Auf die Seite stellen und zwei Mal die Stärke ausschwenken. Mit Küchenrolle trocken tupfen. Mit Olivenöl und Kräutersalz vermischen. In einer feuerfesten Form mit Backpapier ausgelegt, im Ofen bei 200° goldbraun braten. Vogerlsalat und Pfifferlinge putzen. Birnen schälen und würfeln, in der Pfanne auf Butter 3 bis 4 Min. braten. Herd zurückdrehen. Mit Honig karamelisieren. Mit Zitronensaft ablöschen und salzen. Auf die Seite stellen. Das Dressing Preiselbeerkonfit, Portwein, Dijonsenf, Balsamico di Modena, Salz verrühren. Zum Schluß das Walnußöl einarbeiten, Das Mangalitzaschweindl grillen. Anrichten.

Tomahawk-Steak mit Fisolen-Pesto, Selleriewürfel und Pfeffer-Butter

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Das Tomahawk-Steak paßte nicht in die Grillpfanne. Deshalb wurde es kurzerhand abgehackt, mit dem Hackebeil. Dabei flogen Knochensplitter durch die Luft. Das kann ins Auge gehen. Zukünftig muß das anders gehen, aber wie? Da haben wir etwas zu kiefeln… außer Stiehl oder Küche mit integriertem Schlachthaus ist mir auf die Schnelle nichts eingefallen. Aber bis zum nächsten Mal haben wir ja noch genügend Zeit. Für dieses Mal ließen wir es uns gut schmecken!

Als Vorspeise gab es Schnecken wie hier nur ohne Brot dafür mit Micro Greens und Rotkraut gefüllt.

Rib-Eye-Schnitten mit Fisolen-Pesto, Selleriewürfel und Pfeffer-Butter

Für das F i s o l e n – P e s t o die geputzten Fisolen in sprudelnd heißem Salzwasser etwa 10 Min kochen. In der Zwischenzeit Basilikumgrün, Knoblauch und die gerösteten Mandelblättchen ohne Öl und nur grob in der Zauberette zerhacken. Dann Olivenöl und Parmesanspäne darunter heben. Für die P f e f f e r b u t t e r Salz, Zitronenschale und-saft schaumig rühren und mit zerhackten Thymian und Petersilie sowie eingelegten grünen Pfefferkörnern unterheben. Für die S e l l e r e i w ü r f e l Sellerieknolle würfeln und in einer Pfanne mit Olivenöl kräftig braten, mit gehacktem Knoblauch schwenken. Salzen und pfeffern und mit frisch gehacktem Thymian servieren.


Inspiriert von Bettina Matthaei, Easy. Überraschend. Low Carb. Das LCHF-Kochbuch, 2016, S. 65 für die Selleriewürfel, S. 86 für die grünen Pestobohnen und S. 90 für die Thymian-Pfefferbutter.

Dazu gab es Rotwein. Perwolff, 2020, Blaufränkisch aus dem Südburgenland (Krutzler) und Zantho 2021, Merlot aus dem Seewinkel im Burgenland, im Eichenfaß gereift (Umathum/Peck). Womit die Philosophiestunde eingeleitet wurde, ob es die KI schafft, sich durchzusetzen. Die Diskussion mündete in die Frage, was ist überhaupt Intelligenz? Diese Frage warf uns restlos zurück, wir mußten die Frage stillschweigend offen lassen.

Warum überhaupt Tomahawk?

Das Tomahawk-Steak ist ein Rib-Eye, bei dem  der lange Knochen dranbleibt. Was uns vor Augen führt, daß es sich um ein Tier handelt, und von welchen Ausmaßen es war; – ehrfürchtig läßt uns diese Erkenntnis zurück. Mit Andacht wird es gegessen und alles fein säuberlich abgenagt.

Thai (arbeitstitel)

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Sonnenblumenöl mit Sojasoße verrühren, das Steak einlegen und bei Zimmertemperatur ziehen lassen. S a l a t s o ß e Limettensaft und Schalenabrieb, Fischsoße, Jalapenoöl, geriebene Knoblauch und Ingwer und kleingewürfelter roter Chili verrühren. Gurke schälen und mit dem Sparschäler längliche Streifen abschneiden, bis zu den Kernen. Salzen. Ziehenlassen. Trocken tupfen. Auf den Teller legen. Das Steak inder Pfanne auf allen Seiten scharf anbraten, in eine Folie wickeln und 5 Min ziehen lassen. In der ZWISCHENZEIT Koriandergrün und Minze hacken. Jungzwiebel in feine Schneiben schneiden. Nach 5 Min das Fleisch aus der Folie nehmen, die Soße darin zur Salatsoße schütten. Dann die Gurken mit der Salatsoße beträufeln. Das Fleisch in Scheiben schneiden, auf den Salat legen, mit Jungzwiebel und Kräuter bestreuen.

Romanasalat mit Tapenade-Crustos

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„Möhrensalat schmeckt nicht, wenn der Gaumen auf Pommes-Currywurst getrimmt ist.“ Sagt Prof. Andreas Michalsen in einem Interview, das er einer Zeitung gab1. Kommt drauf an! Denn wenn der Möhrensalat frisch gemacht ist, dann schon!

Rezept Romanasalat mit Tapenade-Crustos

T a p e n a d e Entkernte schwarze Oliven, Kapernbeeren, Knoblauchzehen und Anchovis in der Zauberette zerkleinern. Olivenöl, Zitronenschale, Salz und gehackten Thymian hineinmischen. Baguette aufschneiden. Mit Tapenade bestreichen und mit Thymianblättern bestreuen. R o m a n a s a l a t Die Romana-Salatherzen halbieren, auf den Teller geben. Rotweinessig mit Olivenöl vermischen, sodaß eine dickflüssige Salatmarinade entsteht. Vom Parmesan dünn Späne abschneiden. Salatherzen mit der Marinade beträufeln. Die Parmesanspäne darüberstreuen. Die Kapernäpfel dazulegen.


Inspiriert von Doc Flecks „Salate der Superlative“: Romana-Schiffchen mit Parmesan und Salzkapern, S. 136

Keine Chance für Fertigware

Vor Geschmacksexplosionen kann man sich kaum retten. Der krachende Romanasalat, die riesigen Kapernbeeren, der cremige Parmesan, die Tapenade, bei der man den frischen Knoblauch herausschmeckt, so intensiv ist er, das knusprige Baguette… das alles macht Lust auf mehr. Zum Vergleich haben wir gekaufte Tapenade probiert. Schmeckt nach gar nichts. Wenn man unmittelbar zuvor frisch gemachte Tapenade gegessen hat, gewahrt man den schockierend großen Unterschied. Und es wird einem mit einem Mal bewußt: Fertigware kann gar nichts, sie kann unter keinen Umständen mit frisch Gemachtem mithalten. Und nichts geht über frisches Gemüse, direkt vom Feld, frisch geliefert aus der Gegend. Auch keine Curry-Wurst.


1 WELT AM SONNTAG: „Ob man gesund altert, hat jeder zu 91 Prozent selbst in der Hand“: https://www.welt.de/sport/fitness/plus235857086/Gesundheit-Fasten-ist-neben-Sport-die-einzige-Methode-das-Leben-zu-verlaengern.html

Siebenbürger Mangalica-Salat

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Eine der verbliebenen Mangalica-Rassen, die schwarzen Mangalicas sind schon ausgestorben, wurde aus dem roten Szalonta-Schwein gezüchtet, das aus Ostungarn-Siebenbürgen stammt. Die Wollschweine sind winterhart, brauchen also keinen Stall im Winter und ihr Fett – sie werden auch Fettschweine genannt – ist aufgrund des hohen Anteils von ungesättigten Omega-3-Fettsäuren vergleichbar mit Olivenöl;- ganz anders als beim herkömmlichen Schwein aus der Massentierzucht. Dieses Fett ist also nicht „böse“.  Schweinefleisch vom Wollschwein darf man ohne schlechten Gewissen essen.

„Fit wie ein Turnschuh und gesund wie ein Wollschwein.“

Fiel mir gerade so ein. ChatGPT meint dazu, daß das eine interessante Redewendung sei. “Fit wie ein Turnschuh” bedeutet, daß jemand sehr gesund und energiegeladen ist – so wie ein neuer, bequemer Turnschuh. Und “gesund wie ein Wollschwein” sei eine humorvolle Art zu sagen, daß jemand überdurchschnittlich gesund ist.
Und ich dachte schon, das mit dem Wollschwein ist mir eingefallen! Na von mir aus… und wenn das so ist, werde ich das in meinen Zitateschatz übernehmen.

Rezept

Rucola, Babyleaf-Salat, Spinatblätter vermischen. Dressing: Apfelessig, Olivenöl, Dijonsenf, Salz. Mangalitza-Schweinefleisch in der Pfanne braten. Aufschneiden und anrichten. Mit Tomaten garnieren und gehackten Kürbiskernen bestreuen.

https://www.g-e-h.de/geh-schweine/19-woll.htm

Im Presshaus Illmitz

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Im schattigen Gastgarten vom Presshaus in Illmitz ließ es sich bei der Affenhitze durchaus aushalten.

Presshaus Illmitz

Apetlonerstrasse 13

7142 Illmitz

Übernacht eingelegte Radieschen

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Als wir in einem Lokal essen waren, gab es das als Gruß aus der Küche (Dankbarkeit). Dort gab es die eingelegten Radieschen mit Streichkäse und Brot. Da dachten wir, das können wir auch.

Das Fruchtfleisch der Radieschen hatte eine eigenartige Beschaffenheit, innen matschig, außen  fest, sodaß man das Gefühl hat, es wird gleich platzen, wie man das sonst von vollreifen Früchten kennt.

Eigentlich ist es nicht so schwer zu machen. Nur die passende Einlegezeit bedarf etwas an Überlegung. Die hängt ab von der Konsistenz der Einlegeware, dem Schärfegrad des Essigs und von anderem.

Die Küchenfee ging nach einem Rezept von Tanja Grandits vor.  Apfelessig mit Wasser, Salz und Zuckerersatz, Zitronenschale, Sternanis, Kurkuma, Korianderkörner, Pfefferkörner aufkochen. Den Sud zugedeckt eine Stunde ziehen lassen. In der Zwischenzeit die Radieschen säubern und halbieren. Den Sud durch ein feines Sieb gießen, die Flüssigkeit nochmal aufkochen, die Radieschen in ein Weckglas reinstopfen, mit dem heißen Sud begießen. Verschließen. Auskühlen lassen und anschließend im Kühlschrank über Nacht ziehen lassen.

Von angenehmer Schärfe aber nicht so scharf wie bei der Dankbarkeit. Dort verwenden sie wohl eine andere Sudmixtur.

Schmeckt wunderbar. Am besten jedoch an heißen Sommertagen im Juli und August.

Oder am Morgen als Frühstück. So werden sie zu Overnight Radish. Es muß ja nicht immer Overnight Oats sein.

Schönlaterngasse

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