Wiener Schnitzel mit Kren-Craneberry-Sauce, Löwenzahnsalat und Bratkartoffel

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Über das Wiener Schnitzel haben sich ja schon Legionen von Köchen den Kopf zerbrochen. Da müssen wir ein Wörtchen mitreden.

Schräg oder zweilappig – das ist die Frage

Das Wiener Schnitzel kommt vom Frikandeau, das ist ein Teil im Schlögel, vom Kalb. Es wird zweilappig heruntergeschnitten, um eine möglichst große Fläche zu bekommen. Man kann es aber auch als einzelne Scheibe möglichst schräg herunterschneiden, so gibt es keinen Falz in der Mitte wie beim zweilappigen Schnitt.  Unseres kommt von der Fleischerei Ringl auf der Gumpendorfer Straße, einem der besten Fleischhacker in Wien, doch davon ein anderes Mal mehr, die schneiden es ab, in einem Stück.

Die Panier – die nächste Glaubensfrage

Die Eier werden mit Milch und Wasser verschlagen, nun lese ich bei Alexander Herrmann, „Schnell mal was Gutes“, dass man das Schnitzelfleisch in Eiswasser legt, die Eier aber nur verquirlt. Ein Geheimtipp aus Wien, wie er schreibt. Beim Herausbacken verdampft das Wasser, wodurch die Panade souffliert. Das mag sein, was aber am wichtigsten ist, damit sich die Panier abhebt, das hat sich nicht geändert, man muss die Pfanne ständig schwenken, sodass Öl über die Schnitzel kommt oder es mit einem Löffel beträufeln. Das ist meiner Meinung nach der ausschlaggebende Punkt, deshalb braucht man beim Schnitzelmachen vor allem eine Pfanne mit extrahohem Rand.

Das Öl, in dem das Schnitzel bäckt – ist eine…

… Mischung aus Butterschmalz und Maiskeimöl, zu etwa gleichen Teilen, wer mag, kann etwas Butter dazu geben, um es aufzuschäumen, wenn man sich aber unsere Bilder anschaut, dann ist das nicht nötig, das Butterschmalz (lange bevor Ghee en vogue war, gab es das Butterschmalz, was genau dasselbe ist) genügt.

Das Öl ist heiß genug, wenn es leise brutzelt, wenn man das Schnitzel einlegt. Mit der Holzstabmethode kann man das überprüfen, man hält ein Holzstäbchen ins heiße Öl, wenn Luftbläschen aufsteigen, ist das Öl heiß genug.

Was das Schnitzel ausmacht

Wenn die Panier goldbraun ist, sich abhebt und leicht wellig ist, ist es genug. Es muss keine Blodern werfen wie bei einem schweren Sonnenbrand. Wichtig ist, daß das Schnitzel brennheiß serviert wird. Und gleich gegessen.

Das Öl läßt man nach dem Panieren auskühlen und dann wird es abgeseiht, wäre doch viel zu schade, es wegzuschütten.

Als Beilage kommt bei uns statt einer klassischen Preiselbeer-Sauce eine Cranberry-Sauce zum Zug, weil ich gelesen habe, dass da viel Melatonin drin ist. (Wahrscheinlich liegt das daran, dass Cranberrys in Nordamerika populär sind und viele Lebensmitteltests in Nordamerika gemacht werden. Vielleicht steckt in Preiselbeeren auch viel Melatonin drin, nur wurde das nicht getestet.)

Rezepte

Kren-Cranberry-Sauce, welch schöne Alliteration, 125 g getrocknete Cranberrys, 250 ml Cranberry-Saft, eine Viertelstunde köcheln, dann einen EL Apfelessig dazu geben, eine Prise Salz, 60 g Gelierzucker, einer zuckerfreien Mischung aus Erythrit, Pektin und Agar-Agar, aus dem Reformhaus, einrühren und 10 Minuten unter ständigem Rühren, köcheln. Auskühlen und frisch geriebenen Kren (Meerrettich) unterheben. Dazu kommen Bratkartoffel. Kartoffel, schälen, in Scheiben schneiden, auf ein Backblech legen und mit Olivenöl beträufeln, im Backrohr knusprig braten. Dazu Chicorée-Löwenzahnsalat mit einer Marinade aus Walnussöl, Apfelessig und Salz.

Wiener Schnitzel

Die Kalbsschnitzel ein paar Minuten in Eiswasser legen, herausheben, abtropfen lassen, durch eine Panierstation mit Mehl, verquirltem Ei mit Salz und Semmelbröseln ziehen. In heißem Öl, einem Gemisch aus Butterschmalz und Maiskeimöl herausbacken, bis die Panier goldbraun ist.

Wiener Sängerknabenschnitzel

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Wir haben uns überlegt: was würde wohl den Wiener Sängerknaben am besten schmecken? Wiener Schnitzel! War die einhellige Antwort. Natürlich nicht irgendein Schnitzel, schon wie es sich gehört, also ein echtes Wiener Schnitzel vom Kalb, vom Frikandeau genauer gesagt, in Schmetterlingsform geschnitten, in Weizenbrösel von einer Bäckerei in Eisenstadt paniert und herausgebacken in  Schweineschmalz. Und dazu gibt es die Klassiker: Ketchup und Pommes frites. Aus mehligkochenden Kartoffeln, zwei Mal frittiert. Ketchup mit Honig nicht mit Zucker. Einen Häuptelsalat mit einer Marinade mit einem Tropfen altem Chardonnay-Weinessig. Das hätte den Wiener Sängerknaben sicher geschmeckt!

Kartoffelgulasch

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Einen halben fein gehackten Lauch und Zwiebel in einem EL Butterschmalz anrösten. Ein halbes Kilo geschälte Kartoffeln „La Ratte“ in Würfel schneiden. Zu den Zwiebeln geben und kurz mitrösten. Ein EL rotes Paprikapulver einrühren und mit einem halben Liter Gemüsefond aufgießen. Salzen, pfeffern. Eine grüne Paprika halbieren, die Kerne entfernen und dazu geben. Leise köcheln lassen, ein bisschen rühren, bis die Kartoffeln weich sind. Frankfurter / Wiener Würstchen und eine Kolbasz in Scheiben schneiden. Zu den Kartoffeln geben, ein paar Minuten köcheln lassen und fertig! Dazu einen Paprikasalat servieren. Jó étvágyat (Guten Appetit)!

Reicht allemal für zwei.

Wiener Backhendl mit Erdäpfl-Vogerlsalat

Ein klassisches Backhendl behält seine Knochen, nur die Haut wird entfernt. Es wird in 4 Teile zerlegt und paniert. Auch die Lebern werden paniert.

Dazu ein Vogerl-Salat mit Waldviertler Erdäpfeln, steirischem Kürbiskernöl, Hesperiden-Essig, roten Zwiebeln und Estragon-Senf. Die Schüssel mit einer Knoblauchzehe ausreiben, bevor der Salat hineinkommt.

Wir hatten ein Wildhendl aus dem Waldviertel, Kollmitzdörfl.

Wiener Opernball 2019

Der diesjährige Opernball stand ganz unter dem Zeichen zahlreicher Jubiläen, zumindest wenn man den beiden Container-Entertainern (Christoph Wagner-Trenkwitz, Kari Hohenlohe) Glauben schenkt: 150 Jahre Staatsoper (vorher war sie Hofoper), 150 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Japan und Österreich, 150 Jahre Suez-Kanal und 60 Jahre Fischstäbchen.

Peter Altenberg

Heute feiern wir den Kaffeehausliteraten Peter Altenberg, heute vor 100 Jahren ist er verstorben. Obwohl ihm sein Geigenlehrer Genialität ohne Fähigkeiten beschieden hat, er bei der Matura durchgefallen ist, sich mit literarischen Miniaturen sein Leben verdingte, aber kein größeres Werk entstand, war ihm ein Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof sicher, Gegenstände seines Zimmers im Graben-Hotel aus dem Nachlass wanderten in das Historische Museum der Stadt Wien, eine Altenberg-Figur sitzt heute im Café Central, wo er früher regelmäßig anzutreffen war. Und wenn nicht, dann war er auf dem Weg dorthin. Von ihm sind Aussprüche erhalten geblieben, die ins Wiener Unterbewusstsein gesickert sind. Man weiß zwar nicht, von wem das ist, aber es kommt einem so bekannt vor. „Für mich ist es am schönsten im Kaffeehaus. Man ist nicht zu Haus und doch nicht an der frischen Luft.“  oder „Später ist zu spät“. „Ich bin heute ausnahmslos für Niemanden zu sprechen.“ hat es auf eine Magnettafel geschafft, die in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten verkauft wird, so kann sichs nun jeder an die Tür kleben, wie schon seinerzeit Altenberg. „Wehe der Nachkommenschaft, die Dich verkennt!“, mit diesen drohenden Worten beendete Karl Kraus seine Grabrede. Davon kann nun wirklich keine Rede sein, wenn sogar auf einem Kochblog ein Nachruf erscheint.

Ausgerechnet mit seinem Deutschaufsatz ist Peter Altenberg bei der Matura durchgefallen. Thema war „Der Einfluss der Neuen Welt (Amerika) auf die alte“. Altenberg schrieb ein einziges Wort hin, „Kartoffel“, womit offenbar alles Wesentliche gesagt war. Altenberg hat die Matura im zweiten Anlauf geschafft. Alleine diese Episode aus jungen Jahren ist so typisch Altenberg. Der prägnante Stil blieb ihm erhalten, alles Ausufernde lag ihm fern, und nur ja keine Kompromisse eingehen. Ein Bohemien, ein Dichter, ein Schnorrer. Altenberg, würde er heute leben und seine Exzerpte im Internet absondern, hätte wohl ein ähnliches Schicksal ereilt. Er wäre bei den Suchmaschinen durchgerasselt, zu kurz sind seine Texte. Von den Vorschriften der SEO hätte er sich nicht verbiegen lassen.

„Es ist traurig, eine Ausnahme zu sein. Aber noch viel trauriger ist es, keine zu sein.“ (Peter Altenberg)

Quellen

http://www.viennatouristguide.at/personen/Altenberg/ab.htm

https://gutezitate.com/autor/peter-altenberg/

Hereinspaziert ins Neue Jahr

So hat es schon vor 50 Jahren in einer Fernsehsendung geheißen, mit Heinz Conrads. Und so heißt es heute noch, denn am Neujahrstag wird das Neujahrskonzert aus dem Großen Saal des Musikvereins geschaut wie immer, mit 50 Millionen anderen.

Besuch beim Christkindlmarkt am Belvedere

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Auf dem Heimweg von einer Geburtstagsfeier in der Inneren Stadt machten wir einen kurzen Abstecher zum Christkindlmarkt am Belvedere in Wien, Österreich.

Visit to the Christkindlmarkt at the Belvedere Palace

On our way home coming from a birthday party in the city, we took a short detour to the Christkindlmarkt at the Belvedere Palace in Vienna, Austria.