Karpfen und Kipfler

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Nicht Krapfen und Kipferl gibt es zu Weihnachten, sondern Karpfen und Kipfler. Fast wäre dieses Weihnachten ins Wasser gefallen. Letztendlich konnten wir doch Kipfler ergattern, die heißersehnten Erdäpfeln, die es nur im Winter gibt und die auf geheimnisvolle Weise so gut zum Karpfen passen. Und auch um den Karpfen mussten wir kämpfen. Um 06:11 morgens standen wir schon auf der Dackn vor dem Fischgeschäft im Inzersdorfer Großgrünmarkt und waren froh, nach einer Viertelstunde geduldigen Ausharrens Einlass zu bekommen. Der Wunsch nach Vorbestellung, die eine rasche Selbstabholung zur Folge gehabt hätte, im Zelt vor dem Geschäft, konnte nicht erfüllt werden, wegen der „hohen Nachfrage“.  Beim Verlassen des Geschäftes sahen wir, den Coronasperren sei Dank, es hatte sich eine noch längere Schlange gebildet, als wir es betraten.

Der Karpfen wurde gemacht auf die altehrwürdige Methode, zuerst gemehlt, dann durch ein Ei gezogen und paniert, einmal mit Bröseln, einmal mit Pankomehl und dann frisch herausgebacken. Der eine Kartoffelsalat wurde nach einem Familienrezept hergestellt, mit ungarischem Essig. Die Kartoffeln werden gut verrührt in einer Zucker-Salz-Essig-Wasser-Mischung und ziehen gelassen. Dazu kommen rote Zwiebeln. Der andere Kartoffelsalat war mit Mayonnaise, Senf, Salz und Pfeffer, die ausgekühlten Kartoffelscheiben werden untergerührt und gekochte Eier dazugegeben. Und wer dann noch wollte, konnte bei einer Extraportion Sauce Tatar zugreifen! Selbstgemacht, selbstredend, mit feinen Gurkenstückchen, den guten Gurken aus dem Burgenland!

Außer Karpfen gab es auch panierten Leng und Kabeljau. Dazu passte vorzüglich der Grüne Veltliner aus Spitz/Wachau, „Der pfiffige S.Dona in den Weingärten“, 2019, Sighardt Donabaum.

Thunder-Zander auf Wirsing mit Rotweinsauce

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Der Zander, eingenestelt von knusprigen Kartoffelspiralen, thront auf einem länglich dahingestreckten, feinen Wirsinggemüse, welches umrahmt ist von einer deliziösen Portweinsauce. Thunder. Zander thunderstruck. Nach einem Rezept von Johann Lafer, aus einem neuen Kochbuch mit Eckart Witzigmann. Tja wenn sich ein Vorarlberger und ein Steirer zusammentun, dann kann nur etwas Gutes dabei herauskommen, vor allem dann, wenn sich die beiden Herren schon lange kennen. Seine Kochkarriere hat Johann Lafer auch nach München in Eckart Witzigmanns „Aubergine“ geführt. Bei diesem Gericht bekommen wir eine Ahnung davon, was wahre Kochkunst ist. Natürlich hatten wir nur die allerbesten Zutaten zur Verfügung, die Zanderfilets kamen von „Eishken Estate“, wo wir lange anstehen mussten, coronabedingt dürfen nur max. 5 Personen das Geschäftslokal betreten, zu allem Überfluss fiel auch noch der Bankomat aus, in ganz Österreich wie wir beim nächsten Geschäft leidvoll feststellen mussten. „Cash is king“ kann ich da nur sagen. Das Gemüse kam von „hye“, die einen Stand auf dem Parkplatz bei „Eishken Estate“ hatten.


Vom Zanderfilet den Block herausschneiden und dann halbieren. Salzen, pfeffern. Mit Zitronensaft beträufeln. Die Kartoffeln schälen. Mit dem Spiralschneider die Kartoffeln in Spaghetti-Streifen schneiden und das Zanderfilet damit umwickeln. Reichlich Butterschmalz in der Pfanne auslassen und die Filets auf allen Seiten darin goldbraun herausbacken. Portweinbutter Honig in einem Topf karamellisieren lassen und mit Rotwein und Portwein ablöschen. Bei mittlerer Hitze einköcheln lassen, mehr als die Hälfte muss weg. Mit salz und Pfeffer abschmecken. Kartoffelstärke mit kaltem Wasser verrühren und die Portweinmischung damit leicht binden. Den Topf vom Herd nehmen und eiskalte Butter stückweise einrühren. Bei sehr schwacher Hitze warm halten. Rahmwirsing Den Wirsing in feine streifen schneiden und in Olivenöl anschwitzen. Mit Gemüsefond und etwas Schlagobers dazu gießen. Bei mittlerer Hitze zugedeckt weichgaren. Speisestärke mit Wasser verrühren, mit Kartoffelstärke binden. Anrichten Den Rahmwirsing auf den Teller legen, darauf das Zanderfilet legen und die Portweinbutter rundherum gießen.


Inspiriert von Lafer, Witzigmann: Eine Freundschaft 100 Rezepte, 2020, S. 250. Ein tolles Kochbuch, wir konnten uns glücklich schätzen. Denn wir hatten bereits vor dem Kauf dieses Kochbuchs den Spiralschneider zu Hause, den man für dieses Gericht braucht, hier ein anderes Rezept, bei dem man sieht, was man damit machen kann. Jeder, der sich dieses Kochbuch zulegt, sollte daher auch den Spiralschneider kaufen, darum wird man nicht herumkommen, große Küchenereignisse-Empfehlung.


Wolfsbarsch, Spinat, Tomaten und Sauce Dugléré

Wenn man einen Fisch kauft, genauer gesagt, wenn man einen Fisch im Ganzen kauft, nicht nur ein Filet, steht man vor der edlen Aufgabe, den Fisch gesamthaft zu verwerten. Abgesehen davon, dass Fischfleisch viel besser schmeckt, wenn er frisch abgeschnitten wurde, kann man den Rest zu einer Sauce verarbeiten. Kauft man also einen ganzen Fisch, so hat man die Zutaten für die Sauce mit dazu, die man ansonsten erst wieder kaufen müsste. Und wer macht nicht gerne eine Fischsauce selber, wenn er weiß, dass dann nichts drin ist, was dort nicht hineingehört. Oder?

Eine Sauce, bei der auch der Kopf verarbeitet wird, ist die klassische Sauce Dugléré, benannt nach Adolphe Dugléré, dem Mozart der französischen Kochkunst, wie ihn Giacomo Rossini nannte, einem profunden Kenner der Materie, berühmt nicht nur für seine Opern, sondern auch dafür, dass er gute Küche zu schätzen wusste. Die Sauce Dugléré ist im Prinzip eine Mixtur aus zwei Saucen, die in sorgfältiger Ausgewogenheit vermischt werden, wodurch sich jeder Koch seines exquisiten Gaumens beweisen und in der Folge für seine Kochkunst rühmen kann. Da ist einmal die aus den Karkassen des Fisches gemachte Grundsauce. In ihr materialisiert sich der pure Geschmack des Fisches, man koste von dieser Sauce; und Meer und Wolfsbarsch erscheinen vor dem geistigen Auge. Doch der Geschmack des Basisfonds ist zu intensiv und – zu einseitig. Abgemildert wird er durch die zweite Sauce, einer Essenz aus Tomaten und Fenchel, die das Gegengewicht bildet, das Geschmacksbild komplettiert und die mit gefühlvollem Abschmecken die Sauce in ein harmonisches Verhältnis bringt. Und sie so zu einem wahren Kunstwerk macht.

Rezept Wolfsbarsch, Spinat, Tomaten und Sauce Dugléré

Die Sauce Dugléré

Fischfond etwas Olivenöl und Butter in einem Topf erhitzen, eine Wolfsbarsch-Karkasse samt Fischkopf hineingeben und kräftig anbraten, sodass sie sich braun färbt, nach einiger Zeit hin und wieder umrühren, sodass die Karkasse zerfällt. Zwei klein gehackte Schalotten, einen kleinwürfelig gehackten Fenchel und vier gewürfelte rote Tomaten sowie zwei Knoblauchzehen dazu geben, kurz mitbraten und dann mit zirka 150 ml Malagawein ablöschen. Dann mit Geflügelfond aufgießen. Petersilienstängel dazu geben und zirka eine Stunde köcheln lassen. Durch ein Haarsieb passieren. Tomatenreduktion fünf große rote Tomaten halbieren, mit Salz und reichlich Olivenöl vermischen und mit der Schnittfläche nach unten in eine feuerfeste Form legen. Sechs, sieben zerdrückte Knoblauchzehen mit der Schale dazu geben, mit Alufolie abdecken und in das Backrohr schieben. Eineinhalb Stunden bei 180 Grad schmoren lassen. Aus dem Backrohr herausnehmen und mit etwas Fischfond aufgießen. Mit etwas grobem Pfeffer aus der Mühle bestreuen, ein paar Blätter Basilikum dazu geben und im Backrohr etwa eine Viertelstunde ziehen lassen. Herausnehmen und durch ein Haarsieb passieren. Abschmecken den Fischfond mit etwas von der Tomatenreduktion vorsichtig vermischen, abschmecken, wieder etwas Tomatenreduktion dazu geben, bis es zur Vollendung. Mit Butter binden.

Beilagen

Tomaten Zehn Tomaten blanchieren, die Haut abziehen, das Gehäuse samt Kernen entfernen und in Streifen schneiden. Die Hälfte der Tomaten bis zum Servieren auf die Seite stellen, die andere Hälfte mit Olivenöl vermischen und bei 10 Grad im Backrohr trocknen lassen. Spinat in Teebutter in einer Pfanne erhitzen, Spinatblätter dazu geben und in sich zusammenfallen lassen. Champignons putzen und vierteln, in einer Pfanne mit Butter hell erwärmen und unter den Spinat mischen.

Wolfsbarsch Das Fischfilet mit Olivenöl bepinseln und auf einen Teller legen und bei 100 Grad im Backrohr erwärmen.

Servieren

Spinat auf dem Teller anrichten, frische und getrocknete Tomatenhälften darauf legen, den Fisch daneben legen und mit der Sauce Dugléré begießen. Mit rohen Spinatblättern und Petersilie garnieren.

Inspiriert von diesem Kochbuch: Alain Ducasse, meine Bistro-Küche, die besten 110 Rezepte.

Knusprige Fischlaibchen mit Kartoffelpüree und Erbsen-Kohlrabi

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Übrig gebliebene Stücke vom Kabeljaufilet und Lachsschnitten werden zu herrlich knusprig leichten Fischlaibchen – mit den Händen umgeformt und dann herausgebacken. Mit den bewährten Begleitern Kartoffelpüree und Erbsen-Kohlrabi ergibt sich wahrlich ein Hochgenuß!

Die Fischreste vom Kabeljau und Lachs enthäuten. Den Kabeljau eiskalt mit Schlagobers im Mixer zu einer Farce verrühren. Lachs klein würfeln. Dann dazu geben: gehackte Dille, Salz und Pfeffer, den Abrieb einer Zitronenschale, ein ganzes Ei, dazu ein in Milch eingeweichtes und ausgedrücktes Dinkelbrot vermischen. Laibchen formen. In Butterschmalz goldbraun beidseitig braten. Das Kartoffelpüree: die Kartoffeln in der Schale in Salzwasser kochen, noch heiß schälen und durch die Kartoffelpresse drücken, heiße Milch und Butter dazu geben und mit Salz und Muskatnuss abschmecken. Den gewürfelten Kohlrabi und TK-Erbsen blanchieren, gut abtropfen lassen, Butter in einem Topf zerlassen, das Gemüse dazu geben, mit wenig Mehl bestreuen und ein paar Minuten anschwitzen. Mit Milch aufgießen. Gehackte Dille, salz und Pfeffer einrühren.

Wie man einen Kilo Fisch schnabuliert

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Einen Kilo Fisch herunterzukriegen, ist fast nicht zu schaffen, auch zu zweit nicht. Es sei denn, es handelt sich um edelste Ware, frisch auf den Teller, zart und fest beim Hineinbeißen, einfach himmlisch. In keinem Restaurant, in keinem Wirtshaus wird so viel Fisch auf einmal angeboten, üblicherweise kommen Portionen dort nicht über 200 g hinaus. Wir hatten einen Kilo Fisch, genauer gesagt Kabeljau-Loin am Stück, also im Ganzen. Bedeckt wurde das gute Stück mit einer Tomatensemmelbrösel-Kruste. Daneben auf dem Teller fand zwar kaum noch etwas Platz, trotzdem kam hinzu, ein Kohlrabi-Pastinaken-Salat. Und ein Kartoffel-Endiviensalat. Es ist ein Leichtes, einen Kilo Fisch zu schnabulieren, es ist ein Leichtes.

Kohlrabi-Pastinaken-Salat: Zwei Stück Kohlrabi und zwei Pastinakenwurzen schälen und in Stifte schneiden, blanchieren. Einen Apfel schälen und stifteln. Für die Marinade 2 EL Olivenöl, 2 EL Zitronensaft, 1 ein Daumen großes Stück Ingwer, 4 EL Hafersahne, Salz und gehackte Petersilie verrühren. Kohlrabi- und Pastinakenstifte dazugeben, verrühren und 20 Minuten ziehen lassen.

Kartoffel-Endiviensalat: Kleine Kartoffeln so wie für Butterkartoffeln kochen, schälen und in Scheibchen schneiden. Eine Marinade aus Apfelessig, Olivenöl, Salz und Senf zusammenrühren. Die noch warmen Kartoffelscheiben dazu geben und gut umrühren, sodass sich die Kartoffeln abreiben und sich eine sämige Substanz ergibt, die die Kartoffeln umschmeichelt. Endiviensalat schneiden und einstreuen.

Zu guter Letzt den Kabeljau zubereiten: 4 Strauchtomaten blanchieren, die Haut abziehen, entkernen und in Würfel schneiden. Tomatenstücke mit gehackter Petersilie, Kren (Meerrettich), Salz und Semmelbröseln vermischen. Das Kabeljau-Loin auf der Hautseite in der Pfanne braten, dann vom Herd nehmen und mit der Tomatenmischung belegen. Butterflocken darauf legen, mit Semmelbröseln bestreuen und im Backrohr per Grillschlange überbacken.

Lachsschnitten mit Fenchel-Grapefruitsalat

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Der Salat ist knackig und frisch, der Lachs saftig mit knuspriger Haut. Beim Braten des Fisches in der Pfanne tritt kein Eiweiß heraus. Das ist uns bisher gar nicht aufgefallen. Woran das wohl liegen mag. Es ist eine relativ neue Pfanne. Oder liegt es an der außergewöhnlichen Qualität des Lachses aus Schottland?

Fogosch und Letscho

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Wenn man den Zander, ungarisch Fogosch, nur mit etwas Öl in der Pfanne bratet, ohne Kräuter, kommt er am besten zur Geltung, Zander hat einen eigenen, unverwechselbaren, außergewöhnlich guten Geschmack, den man durch nichts überdecken will. Paprika und Tomaten werden so lange mit einander verköchelt, bis sie sich zu einer Melange verbinden, dem Letscho, so heiß wie die Sonne Ungarns, besonders wenn man einen scharfen Paprika erwischt wie wir. Und dabei ist es unverfälscht und pur, so schmeckts am besten.

Kabeljau auf mallorquinsche Art

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Kartoffelpüree 450 g geschälte und gewürfelte Kartoffeln 20 Minuten in etwas Olivenöl ruhen lassen, damit sich das Aroma intensiviert. Abgießen und auf die Seite stellen. Kartoffel und eine fein gehackte Zwiebel und 800 ml Fischfond zirka 20 Minuten lang kochen, bis alles schön weich ist. Abgießen, die Kartoffeln durch die Kartoffelpresse drücken. Mit 200 ml Olivenöl, in denen die Kartoffeln geruhten zu ruhen, einrühren. Mit Salz abschmecken. Durch ein Sieb streichen. Dressing 50 ml Chardonnay-Essig aufkochen, 30 g Rosinen dazu geben und auskühlen lassen. 20 g geröstete Pinienkerne, 100 g fein gehackte, getrocknete Tomaten und 200 g gehäutete und frische Tomaten, 100 ml Olivenöl, einen Bund feingehackte Petersilie zum Rosinenessig einrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.  Bis zum Servieren im Kühlschrank ziehen lassen. Kabeljau-Loins in der gußeisernen Fischpfanne in wenig Olivenöl anbraten, die Loins auf ein Grillgitter legen und im Backrohr garen, bis sie glasig sind. In der Zwischenzeit frische Spinatblätter in einem Sautoir bei wenig Hitze zerfallen lassen. Anrichten Kartoffelpüree in den Teller legen, Spinatblätter darauf platzieren, den Kabeljau auf die Spinatblätter legen und das Dressing darüber träufeln, mit blanchiertem Queller (auch Salicornes oder Meeresspargel genannt) garnieren.

Inspiriert von „So schmeckt Spanien“, S. 50.