Unser Bad Ischler Liachtbratl

Der Liachtbratlmontag wird wieder brillant! Der Liachtbratlmontag steht uns ins Haus. Er wird heuer gefeiert am Montag, dem 3. Okt., das ist der Montag nach Michaeli, dem 29. Sept. „Der Michel zündt’s Licht an“, so weiß man es von alters her, denn ab Ende September bricht merkbar früher die Dämmerung an und früher mußte man wieder Kerzen anzünden, um arbeiten zu können. Klavier- und Cembalobauer, die Seidenfabrikanten, die Equipagenbauer, die Sensenschmieden und Büchsenmacher, die Blaudrucker, Handwerksbetriebe jeglicher Couleur haben sich in der besseren Jahreszeit die Ausgaben für das künstliche Licht erspart. Und um von diesem Ersparten ein bißerl was abzugeben, haben sie den Arbeitern, Gesellen und Lehrlingen ein Bratl, also einen Schweinebraten, spendiert. So war das früher. Na vielleicht kommt das ja bald wieder, zumindest was das Lichtsparen betrifft; Energie wird ja wieder zum teuren Gut. Früher hat man den Liachtbratlmontag in Österreich gefeiert, so auch in Wien; dort hat man allerdings diesen Brauch längst vergessen. 1927 hat man ihn nur noch in Grinzing und Sievering gefeiert.

Der distelblaue Montag ist ein Festtag der Wachsweiber, Fiakerkutscher und Tischler, die blau machen und in den Käasgraben in Grinzing ziehen. Er wird, deshalb gefeiert (volkstümlich »blau gemacht« daher der Name), weil an dem selben zum ersten Male Licht zur Arbeit gebraucht wird.

Wiener Zeitschrift für Volkskunde, Jahrgang 1928, S. 106/107

Noch immer feiert man den Liachtbratlmontag im Salzkammergut; in Bad Ischl sperren gar ab Mittag die Geschäfte und Büros zu; Geschäfte auch die Amtsgeschäfte werden eingestellt und ganz Bad Ischl macht distelblau mit Tusch und großem Trara. In Bad Ischl hat sich der Brauch weiterentwickelt. So werden alle Ischler, die in diesem Jahr einen runden Geburtstag feiern (50., 60., 70. und ältere), am Liachtbratlmontag besonders geehrt.

Betrachtungen eines Nicht-Bad-Ischlers

Das Liachtbratl ist wohl eine Ableitung des Salzburger Bratens, nur daß man ihn nicht mit Wurstbrät und Speck füllt, sondern mit einer Semmelfülle, die also hell ist, daher wohl der Name Liachtbratl und daher ist er bestens geeignet für den Bad Ischler Liachtbratlmontag: meiner Meinung nach, ich war noch nie in Bad Ischl. Aber das ist jetzt mein Bad Ischler Moment.

Wir haben unser Bad Ischler Liachtbratl so gemacht:

Rezept Unser Bad Ischler Liachtbratl

Für 10 Portionen

2,9 kg Schweinebauch, geschröpft, in den eine Tasche vom Fleischhacker eingeschnitten wurde (für uns hat das alles Fr. Ringl gemacht). Mit der Schwarte nach unten in ein Blech mit lauwarmem Wasser legen, ohne daß das Fleisch im Wasser steht nur das Fett. Eine Stunde stehen lassen. Für die Sauce: klein gehackte Schweinsknochen (vom Fleischhauer) in der Reine scharf anrösten. Drei kleine, grob gehackte Zwiebel, ein Viertel grob gehackten Sellerie, eine rote und eine gelbe geschnittene Karotte und eine gehackte Petersilienwurzel dazugeben, mitrösten. Zum Schluß mit hausgemachter Rinderbrühe aufgießen. Ein paar Pfefferkörner und ein Lorbeerblatt dazugeben. Für die Semmelfülle: Drei mittelgroße Zwiebeln fein hacken, in 10 dkg Butter etwas anschwitzen. 20 dkg Schinken in kleine Würfel schneiden, sowie 5 dkg Gewürzspeck. Zu  den geschnittenen Zwiebeln geben und mitschwitzen lassen, bis die Zwiebeln goldbraun sind. 1 dl Milch dazugießen, kurz aufgießen vom Herd ziehen, Salz und Muskatnuß und einen halben Bund fein gehackte Petersilie einrühren. Die Mischung zu 20 dkg Semmelwürfel (aus Dinkel) gießen, durchrühren, ein bißerl auskühlen lassen und dann 120 ml Sauerrahm und drei mittelgroße Eier dazugeben und gut durchkneten. Die Gewürzpaste vorbereiten: 10 Knoblauchzehen reiben, 2 EL gemahlenen Kümmel, 1 TL Salz und einen Schluck Olivenöl zu einer Paste verrühren. Liachtbratl Das Bratl aus dem Wasser nehmen, trockentupfen, das Fleisch, nicht die Schwarte, innen und außen mit der Gewürzpaste einreiben. Die Semmelfülle locker in die Tasche füllen. Denn die Fülle geht beim Braten auf. Die Öffnung mit einer Fleischnadel verschließen. Die Schwarte mit Zitronensaft einmassieren und eine Viertelstunde einziehen lassen. Das Bratl ins Reindl auf die Schweinsknochen stellen und ins Backrohr schieben. Auf 220 Grad drehen und 20 Minuten braten lassen, dann auf 180 Grad zurückdrehen. Dann 2 ½ Stunden lang braten lassen. Den Braten herausheben und warmstellen. Die Sauce durch ein Spitzsieb abgießen. Anrichten einen Eichblatt-, Häuptel- und Zuckerhutsalat mit grünem Apfel, Apfelessig und Leinöl anmachen.

Gutes Gelingen!

Quellen:

https://www.servus.com/r/liachtbratl

http://www.brauchtumskalender.at/brauch-71-liachtbratl-montag

http://www.brauchtumskalender.at/brauch-146-michaeli-tag

https://www.genusskochen.com/2014/12/salzburger-braten.html


Unser Bairisches Oktoberfest

Das war unser Oktoberfest mit:

  • Weißwürsten
  • Hacker-Pschorr-Oktoberfestbier
  • Weißwurscht-Senft
  • Salzstangerln
  • Laugenbrezeln
  • Geriebenen Kren
  • Sahnekren

Um 06:03 in aller Herrgottsfrüh waren wir schon in der Fleischerei Ringl.

Gebratene Kalbsstelze mit Risipisi

Das Rezept hat Platz auf weniger als einer Seite. Alles was man dazu sagen kann, steht auf engstem Raum, na was heißt: ein paar Zeilen genügen schon. Uns hat es Fr. Ringl beim Fleischeinkauf nebenbei gesagt. Das Rezept ist unverändert seit eh und je, wie schon seit Kindheitstagen.


Nachzulesen in „Das Große Sacher-Kochbuch“ von Franz Maier-Bruck, 1975. Gebratene Kalbsstelze auf S. 264, Risipisi S. 403. Auf Seite 595, dem Beginn des Registers, heißt es: „Die mit einem Stern versehenen Stichwörter sind Originalrezepte des Hotel Sacher. Rezepte aus alten Kochbüchern sind durch Anführungszeichen » « gekennzeichnet.“ Viel mehr Kochbücher braucht man nicht neben diesem Standardwerk.

Fleischerei Ringl

Hotel Sacher


Rostbraten vom Schulterscherzel mit geröstetem Erdäpfelschmarren und gerösteten Zwiebelringen

Ordentliche Portionen: 0,9 kg Schulterscherzel für 2 Personen und weg!

Gehackte Zwiebel, gewürfeltes Suppengrün in Olivenöl in der Bratpfanne anbraten und mit Gemüsebrühe aufgießen. Lorbeerblatt, Pfefferkörner dazugeben. Parallel in der Bratpfanne das Schulterscherzel auf allen Seiten anbraten. Das Fleisch in die Bratreine legen zum Gemüse, die Bratpfanne mit Gemüsefond ablöschen und auch in die Bratreine gießen. 2 Stunden bei 160 Grad im Backrohr schmoren. In der Zwischenzeit Erdäpfel in der Schale weichkochen. Schälen. In dünne Scheiben schneiden. Fein gehackte Zwiebel in Olivenöl anschwitzen. Die Kartoffelscheiben dazu geben, mit Salz, Kümmel und Majoran abschmecken und anrösten. Zwiebel in dünne Ringe schneiden. Kurz in Mehl wenden. In heißem Öl goldbraun frittieren. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Das Fleisch aus der Bratreine herausheben und warm stellen. Die Sauce durch ein Sieb abgießen. Mit Senf abschmecken und mit Kartoffelstärke binden. Anrichten Fleisch aufschneiden, Röstzwiebel daraufgeben und den Erdäpfelschmarren und die Sauce auf den Teller geben. Mit aufgeschnittenen Essiggurkerln servieren.

Fleisch von Fleischerei Ringl.

Warum ich das neue Jamie-Oliver-Kochbuch nicht kaufe

Erster grober Fehler: Keine Ahnung von Rechtschreibung

Ich lese die Einleitung des neuen Buchs in der Lesevorschau von Amazon und entdecke schon einen schweren Rechtschreibfehler. „Ich widme ONE meiner Number ONE. Wenn ich jemals ein Buch geschrieben habe, dass dir wie auf den Leib geschrieben ist, dann dieses.“ Nun hat man mit der sog. „Neuen Rechtschreibung“ die Rechtschreibung vereinfacht, rau statt rauh, und vieles erlaubt wie Rote Bete oder Beete, auf die Verwechslungsgefahr wird gepfiffen und zu schlechter Letzt wurde das ß zurückgedrängt. Abgesehen davon, daß das gräßlich aussieht; ich denke nur an das Wort „bißchen“, das sich nun „bisschen“ schreibt. Darüber stolpere ich jedes Mal, weil ich „bis schen“ lese. Wem ist das eingefallen? Wahrscheinlich den gleichen, die das Gendern so toll finden. Aber mal ganz abgesehen davon: ist es zu viel, von einem Buchverlag zu verlangen, wenigstens die vereinfachte Rechtschreibung unfallfrei hinzukriegen? Und das für den stolzen Preis von 30 Euro. Möglicherweise liegt es auch daran, daß die Rechtschreibung alle paar Jahre geändert wird. Vielleicht sollte man einfach aufhören, an der Rechtschreibung herumzudoktern, nicht einmal Verlage kennen sich mehr aus.

Nach zwei ganzseitigen Porträtfotos, von seiner Ehefrau und dann von ihm selbst, und ein bißchen Einleitungstext, aber keinem Rezept in der Vorschau kommt die Frage „Gefällt dir diese Leseprobe? Kaufe das Buch, um mit dem Lesen fortzufahren.“ Als müßte das schon genügen, das Buch zu kaufen. Leicht indigniert schließt man die Vorschau. Unter dem Titelbild findet man 10 Bilder aus dem Buch, darunter 6 exemplarische Rezepte. Na also, geht doch!

Zweiter grober Fehler: Keine Spur von Energiesparen

Das erste Rezept beginnt mit „Den Backofen auf 180° vorheizen.“ Als ob wir nicht gerade die größte Energiekrise seit dem Zweiten Weltkrieg durchmachen. Ich weiß ja nicht, wie es in England ist, aber hier bei uns und überall sonst auch, wie man so liest und hört, gibt es gerade extremen Energiemangel! Und doch wird nicht mit Strom gespart, immer noch wird den Leuten erklärt, sie müßten das Backrohr vorheizen.

Drittens

Das erste Rezept hat mich nicht gerade umgehauen, allerdings war ich da schon nicht mehr gut drauf. Auch kochen wir nicht mit Mikrowelle. („Reis in der Mikrowelle nach Packungsangabe erwärmen“). Das Rezept umzusetzen, dauert lt. Buch präzise 48 Minuten („FÜR 4 PERSONEN FERTIG IN 48 MINUTEN“). Ich weiß nicht mehr, ob das ernst gemeint ist. Also. Kein Buch für uns. Amazon führt das Buch als Bestseller Nr. 1 in „Eier & Mehlspeisen“.  Ich dachte, das ist ein Kochbuch? Wie gesagt, ich weiß nicht mehr, was ich ernstnehmen soll.

ONE, Geniale One Pot Gerichte, Dorling Kindersley Verlag, 2022

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Lachs mit Linsen

Spanische Hausmannskost nach Ferran Adrià. Das geht schnell, wenn man Sofrito hat. Also wurde Sofrito wie da schon am Vortag vorbereitet, nur statt einer Knoblauchzehe wurde eine ganze Knolle verwendet und etwas mehr Tomaten.

Für die Picada Petersilie, Piemonter Haselnüsse, Knoblauchzehe, Salz und Olivenöl und Safran zu einem Pesto verarbeiten.

Zwiebel in einem Sautoir anschwitzen. Klein gewürfelte rote und gelbe Karotten, Petersilwurzel, Sellerie und Stangensellerie dazu geben und anbraten. Dann Sofrito dazu geben und mitrösten. Mit Fischfond aufgießen. In der Zwischenzeit Tellerlinsen separat bißfest kochen. Wenn die Linsen fertig sind, abgießen. Die Linsen zum Topf hineingeben, kurz leise mitköcheln. Für die letzten paar Minuten den gewürfelten Lachs dazu geben. Mit Picada servieren.

Dazu Mozart: Le nozze di Figaro, István Kertész mit Wiener Haydn-Orchester mit Popp, Fassbaender, Krenn, Krause, Jungwirth, in den Sofiensälen, 1971.

Rezept nach Ferran Adrià, Das Familienessen

Altbewährtes und neues Gutes

Wenn man eine HiFi-Anlage bekommt, darf das Kulinarische nicht zu kurz kommen. Gestern wurde bei uns eine neue Musikanlage fachmännisch aufgestellt. Bei der Aufstellung, die ja doch einige Zeit dauert, wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt. Nun ist sie da und es kann los gehen! Verstärker und CD-Player sind von Accuphase, die Lautsprecher von Chario, sind aber nur geliehen, meine Vienna Acoustics kommen erst. Diese Firma befindet sich zwar quasi um die Ecken, aber aufgrund eines Lieferengpasses für einen Bestandteil kommen die Lautsprecher etwas später. Das HiFi-Möbel ist von Quadraspire. Alles aus einer Hand von Lifelike, Wien. Bei uns gibt es nämlich in Zukunft nicht nur Genuß für den Gaumen – sondern auch für die Ohren.

Für das leibliche Wohl:

Brötchen mit Pastrami, Kren und Kapernbeeren,

Prager Schinken mit Kren und Paprika,

Ungarischer Liptauer mit Tomate,

Capocollo spuntino mit Rucola und Vorarlberger Bergkäse,

Eiaufstrich,

Pasteten gefüllt mit Linsenaufstrich und geräucherter Forelle und darüber gestreut Kren.

Blätterteig mit Käsevariationen und Feigen, Birnen und Apfel-Chutney.

Für das geistige Wohl:

Accuphase, Yokohama, Japan

Chario, Italien

Quadraspire, Bath, England

Musik ist eine verborgene Rechenkunst des seines Zählens unbewußten Geistes. (Musica est exercitium arithmeticae occultum nescientis se numerare animi)

Leibniz (1646 – 1716)

Ansonsten Mozart, Stravinsky, Schubert, Haydn, Beethoven, Radu Lupu, Concentus Musicus Wien, Wr. Philharmoniker, Wr. Symphoniker, Nikolaus Harnoncourt, Brahms, Franz Liszt, Richard Wagner, Kirstin Flagstad, Alfred Brendel, Thomas Adès, Ian Bostridge, Mstislav Rostropovich, Pablo Casals, Peter Schreier, Fritz Wunderlich, Richard Strauss, Johann Strauß I + II, Lanner, Boskovsky, Wiener Neujahrskonzert, Franz Lehár, Rudolf Buchbinder, Vivaldi, Puccini, Verdi, Dietrich Fischer-Dieskau/Gerald Moore, Paul Badura-Skoda, András Schiff, Weather Report, Joe Zawinul, Friedrich Gulda, Pavarotti, Domingo, José Carreras, The Three Tenors, Jacques Offenbach, Debussy, Maria Callas, Bach, Bruckner, Hermann Prey.

Karfiolsuppe und Kukuruz

Diese Woche hatten wir uns vorgenommen, nur Suppe zu essen, es ist immer etwas dazwischen gekommen. Am Montag haben wir noch das Flanksteak gegessen, am Dienstag wurde vorbereitet für Mittwoch: Tomaten-Risotto mit Schnitzel à la Jamie Oliver aber nicht für uns, für uns nur Aufstriche, am Mittwoch blieb die Küche kalt, da wurde Liptauer gemacht, auf die ungarische Art, für das 30-Jahre-Jubiläum (Werkstatt, Auto) am Donnerstag wurde dort gegessen, am Freitag sind wir Essen gegangen. Am Samstag gab’s nur Toast nach dem Börsetag. Deshalb gibt es heute Sonntag, also am hochheiligen Tag des Sonntagsbratens ausnahmsweise mal eine Karfiolsuppe. Alles selbstgemacht versteht sich.

Diese Woche kam die Lieferung mit dem spanischem Olivenöl.

Einschub: Rezept

Drei kleine Schalotten in Olivenöl anschwitzen, einen mittelgroßen geschälten Erdapfel und einen halbe Karfiolkopf auf Röschen aufteilen und dazu geben, mitkochen. 6 grobgehackte Knoblauchzehen dazu geben und mit einem Liter hausgemachter Gemüsebrühe aufgießen. Den Karfiol weichkochen, 2 EL Creme fraîche einrühren und mit dem Standmixer pürieren. Für danach: Kukuruz weichkochen und in einer Pfanne mit brauner Butter und mit Knoblauch braten.


Außerdem wurde eine Küchenschere bestellt; zur Auswahl standen: die Standardküchenschere um 11 Eur oder eine Marken-Küchenschere drei Mal so teuer. Ich kaufe nichts „Made in China“ und wenn es noch so billig ist. Nichts aus einem totalitären Land und wenn sie es mir nachwerfen. (Naja, dann natürlich schon gar nicht.)

Küchenschere mit Friodur-Härtung, Fa. Zwilling, MADE IN GERMANY

Flanksteak mit Kartoffeln und BBQ-Sauce

Da uns vom Flanksteak von gestern noch etwas übrig blieb.

Resümee:

Die Bratkartoffeln waren toll, ich nenn sie Layla-Kartoffeln, das versteht jeder. Falls nicht: Der Song „Layla“ besingt eine Schönheit („Layla got me on my knees“) und war ein Schlager von Eric Clapton, der dieses Lied mit Derek and the Dominos aufnahm. 1970 wars, kurz davor ist Jimi Hendrix gestorben, ihm zu Ehren nahm Eric Clapton das famose „Little Wing“ auf, auch das eine Hommage an eine Frau.  

Link: Layla, Eric Clapton bei Live Aid 1985 mit Phil Collins an den Drums.

Layla

Flanksteak (Mexikanisch)

Und wiedermal ist Sonntag und Zeit für einen Sonntagsbraten, ein Flanksteak ist es geworden, mit einer Chili-Hollandaise, Tortillas und Nachos. Doch alles der Reihe nach: das letzte Mal, als wir bei der Fleischerei Ringl waren, vor einer Woche, haben wir das Flanksteak gesehen und uns vorgenommen, das für das kommende Wochenende zu machen. Trotz behaglicher Bedenkzeit von einer Woche ist es uns nicht gelungen ein Rezept zu eruieren, erst am Sonntagmorgen, und das zufällig beim Vorbeigehen an der Kochbücherwand aus dem Augenwinkel heraus. Die Geschäfte geschlossen und auch Gurkerl liefert an diesem heiligen Tag nicht, mußten wir am Sonntagvormittag mit dem Auto zum Hauptbahnhof ausrücken, und das bei Regen und uns durch die wuselnde Menschenmenge durchdrücken.

Rezept

Für 4 Portionen

Braune Butter vorbereiten einen Viertelkilo Butter in einer kleinen Kasserole erwärmen, bis es nussbraun ist. Ergibt 150 g braune Butter. Flanksteak vorbereiten Zwei Drittel vom Flanksteak in zwei Zoll breite Streifen schneiden. Unser Flanksteak hat 1,25 kg. Das verbleibende Drittel für ein anderes Gericht beiseitelegen. Flanksteaks marinieren Für die Knoblauch-Koriander-Marinade doppelt soviel machen, wie im Buch beschrieben, da wir die Marinade auch zum Fleisch servieren. In eine Edelstahlschüssel geben: den Saft von 2 Limetten, 4 EL Olivenöl, drei geriebene Knoblauchzehen, einen TL Kreuzkümmel, frisch gemahlenen Pfeffer, 2 große Prisen Fleur de Sel und einen Bund fein gehackten Koriander und vermischen. Einen Teil davon für das Servieren auf die Seite stellen. Mit der anderen Hälfte das Flanksteak marinieren, das heißt die Flanksteaks auf einer Seite mit der Marinade bestreichen; dann die Flanksteaks nacheinander in einer genau passenden Glasschüssel einschlichten, dabei die Flanksteaks auf der anderen Seite marinieren. Den Deckel draufgeben und für zirka eine Stunde bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Rote Zwiebeln einlegen 6 kleine rote Zwiebel in halbfeine Ringe schneiden, also nicht so fein, daß sie gleich zerfallen. 250 ml Apfelessig mit einem TL Salz und einem TL Honig vermischen und alles erwärmen, damit Salz und Honig sich auflösen. Dann in ein Weckglas geben. 8 Stück Pfefferkörner, 6 Stück Wacholderbeeren, drei halbierte Knoblauchzehen, eine halbe gelbe frische Chilischote, 4 Zweige Thymian zum Essig geben. Die Zwiebelringe in ein Sieb legen und über der Abwasch zwei Liter heißes Wasser darüber schütten. Die Zwiebelringe zum Sud ins Weckglas geben und zirka eine Stunde bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Chili-Hollandaise 3 EL Weißweinessig, 2 EL Wasser, Salz und geschrotete schwarze Pfefferkörner auf ein Drittel reduzieren, abseihen, auskühlen lassen. Mit vier Dotter verrühren, diese Mischung auf einem Wasserbad aufschlagen, vom Wasserbad nehmen und die lauwarme braune Butter langsam mit dem Schneebesen einarbeiten. Chilipulver, geräuchertes Paprikapulver, Limettensaft und fein gehackten Koriander einrühren. Bis zum Servieren warmhalten. Flanksteak grillen auf beiden Seiten 2 Minuten in der Grillpfanne anbraten. Und bei 100° im Ofen ruhen lassen. Tortillas anbraten in der Grillpfanne. Anrichten Steak in Scheiben schneiden. Vogerlsalat auf eine Tortilla geben, drei vier Scheiben Flanksteak drauflegen, Chili-Hollandaise darauf platzieren und mit den eingelegten Essigzwiebeln belegen. Mit der Knoblauch-Koriander-Marinade und der Hollandaise servieren.

Dazu empfiehlt der Fachmann während dem Grillen ein Fohrenburger Jubiläum, das mit dem Einhorn, das Vorarlberger Spezialbier. Weißwein (Chardonnay) beim Essen.

Resümee

Besonders gelungen ist die Chili-Hollandaise, was wohl daran liegt, daß sie nicht auf gekauftem Ghee aufbaut, sondern röstfrisch mit Butter selbst gemacht war, die nußernen Aromen ein Gedicht! Dazu alternierend die Knoblauch-Koriander-Marinade, in die man das Flanksteak dippen konnte, das Flanksteak war so zart und kann es mit jedem Ribeye aufnehmen. Nachos und Tortillas passten gut dazu. Nur den Vogerlsalat (Feldsalat) hätte man sich sparen können. Was zu viel ist, ist zu viel.

Zum Kochbuch

Weitestgehend inspiriert von „Bavette Gorditas mit Chipotle-Hollandaise“, in dem Buch „Smokey Goodness Das ultimative  BBQ-Buch“, von Jord Althuizen, erscheinen im Heel Verlag, 2017 und zu finden auf S. 111. Bavette ist der französische Ausdruck für Flanksteak, Gorditas ist „mexikanischer Straßenslang“ und bedeutet „molliges Mädchen“, „diese kleine weiche Tortilla hat ihren Namen vermutlich daher bekommen“ behauptet das Buch. Sucht man im Rezept nach den Gorditas, wird man nur in der Zutatenliste fündig, stutzig geworden, forscht man unweigerlich nach und findet heraus, dass Gorditas nur dicklich („chubby“) bedeutet und eine mexikanische Spezialität ist, nämlich gefüllte Tortillas, davon ist aber in diesem Rezept nicht die Rede. Tortillas, aber ungefüllte, werden als Beilage verwendet. Offenbar hat man den mexikanischen Straßenslang bemüht und eine weitgeholte Mutmaßung angestellt, um einen sexistischen Aufhänger zu finden, der die Neugier auf das Buch wecken soll. Hat man das Buch erst einmal gekauft, stellt sich heraus, es ist nichts dahinter. Doch dann ist es zu spät. Man versteht die Absicht und ist verstimmt. Wie auch immer, das Rezept hat uns trotzdem gefallen. Beim Durchlesen haben wir uns gedacht, das können wir besser und so kam es zu diesem wunderbaren BBQ-Gericht.

Zum Steak

Flanksteaks sind ja von Natur aus höchst geschmackvoll und eignen sich bestens zum maßvollen Marinieren, der Eigengeschmack des Flanksteaks kann es damit aufnehmen. Dieses „Steak“ ist nicht vom Rücken, sondern vom Bauch des Rindes, es ist aber von der Zartheit her mit einem Steak „von da oben“ durchaus vergleichbar, wenn nicht gar überlegen, denn geschmacklich ist es aromatischer. Man fragt sich, warum man nicht überhaupt den Bauchlappen bevorzugt. In der Anschaffung ist es günstiger als die sogenannten Prime Cuts, was in der Zeit des Sparens, in der wir leben, wohl eine ausschlaggebende Rolle spielen wird.

Quelle:

https://en.wikipedia.org/wiki/Gordita