Gulasch mit Kürbiskraut auf die ungarische Art

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Auf Verdacht hatten wir einen ganzen Kürbis mit dem Namen „Crown Prince“  mitgenommen. Dieser Plutzer schmückte eine Woche lang die Arbeitsfläche in unserer Küche, bis der Plan reifte, was wir damit anfangen könnten. Mir schwebte ein Kürbiskraut vor, wie ich das aus der Kindheit kenne. Im Burgenländischen Kochbuch fanden wir ein Rezept, zu dem angemerkt ist, dass es sich hierbei um eine Beilage handelt, die zu allen Fleischspeisen und Fisch gegessen wird. Die Küchenfee warf ein, mit Pörkölt wird es ein ungarischer Klassiker, womit es beschlossen war, was damit geschehen soll. Und was soll ich sagen: dieses Gericht von solch unnachahmlichem Geschmack zu kochen, war die goldrichtige Entscheidung! Und es fügte sich das eine ins andere. Denn die Kürbissorte „Crown Prince“ ist besonders gut für Kürbiskraut geeignet: das Fruchtfleisch zerfällt beim Kochen nicht gleich zu Matsch. Das geschnittene und anschließend gekochte Kürbiskraut sieht so aus wie Kraut. Und es hat einen ausgeprägt guten, frischen Geschmack, der die Zunge nach mehr lechzen läßt. Nicht umsonst ist der Crown Prince der König der Kürbisse.

Das Pörkölt und der Sauerrahm brachten das Kürbiskraut zur Vollendung. Jeder Teil für sich ist ein Genuß. Doch in dieser einmaligen Kombination, wie es nur ein Klassiker der Küche für sich geltend machen kann, ist es unwiderstehlich und verlangt nach dem einen Schöpflöffel mehr, der den Genuß verrät, den man an ihm hat. Und dann noch einen. Und so weiter. Man muss sich zwingen, aufzuhören.

Auf Ungarisch nennt man das Kürbiskraut Tökfőzelék, was soviel bedeutet wie Kürbiseintopf.

Rezept Gulasch mit Kürbiskraut auf die ungarische Art

Für 4 Teller

Einen halben Crown-Prince-Kürbis, zirka 1,3 kg, mit einem robusten Sparschäler schälen und einem Löffel entkernen. Mit der Zauberette grob raspeln. Salzen und durchkneten. 40 Minuten ziehen lassen.

Vor dem Halbieren den Kürbis im Backrohr erwärmen, damit er weicher wird und sich leichter schneiden läßt. Das nehmen wir uns für das nächste Mal vor. Ein so großer Plutzer wie der Crown Prince hat nur im Ofen Platz. Kleinere wie den Hokkaido könnte man auch in einem Topf mit Wasser weichkochen. Wir haben den Kürbis mit dem Sparschäler geschält, das hat sich bewährt.

Wie man einen Kürbis teilt und schält

In der Zwischenzeit eine feingehackte Zwiebel in 80 Gramm zerlassener Butter hell anschwitzen. 70 Gramm Mehl dazu geben und eine helle Einbrenn machen. Die Kürbisraspeln gut ausdrücken und zur Einbrenn geben. Gut durchrühren. Zwei bis drei Esslöffel Sauerrahm und nach und nach Rinderbrühe dazugießen, jedoch vorsichtig, da das Kürbiskraut noch Flüssigkeit läßt, nicht, daß es zu viel Flüssigkeit wird. Gut durchrühren, bissfest kochen. Zum Schluss einen halben Bund Petersilie, einen ganzen Bund Dille, Paprikapulver und Sauerrahm nach Geschmack, sowie etwa einen Viertelliter Gemüsebrühe einrühren.

Pörkölt wie hier machen. Vor dem Servieren mit Paprikapulver bestreuen.


Burgenländische Aal-Spaghetti

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Woher Spaghetti alla carbonara kommen? Aus Rom. Aber aus dem Aostatal habe ich auch schon mal wo gelesen und so behaupte ich, die einzig wahren, richtigen, einzigartigen, phänomenalen Spaghetti alla carbonara kommen aus dem Burgenland, genauer gesagt vom Neusiedlersee. Und sie werden nicht mit Speck gemacht sondern mit Aal, das heißt mit geräuchertem Aal. Es war nämlich so: Schweindln hats nicht viele gegeben, aber Aale am Neusiedlersee en masse und wie so ein junger Köhler eines Nachts in seiner Köhlerhütte aufwacht, hört er ein brutzelndes Geräusch aus der Köhlerei. Er steht auf und schaut nach, hat sich ein Aal darin verfangen. Er war schon gut geräuchert. Nun – kann vorkommen, Aale sind ja nachtaktiv. Aber dass ein Aal beim Schlängeln durch das feuchte Gras irgendwo falsch abgebogen ist und dann nicht mehr aus der Köhlerei herausgefunden hat, das ist natürlich ein großer Zufall. Pech für den Aal und Glück für den Köhler, der mit dem Geruch von Geräuchertem in der Nase Hunger verspürte und sogleich einen Topf heißes Wasser aufsetzte für die Nudeln und eine Pfanne für den Aal. Und so gab es mitten in der Nacht: Nudeln auf Köhlerart.

Wie dann das Gericht nach Italien kam und sich in Spaghetti alla carbonara wandelte, entzieht sich meiner Kenntnis. Man kann nicht alles wissen. Es muss aber schon vor 1950 gewesen sein, als die Spaghetti alla carbonara auftauchten. Denn Aale sind seit vielen Jahren vom Aussterben bedroht, das muss vorher gewesen sein, viel früher jedenfalls als die Spaghetti in Italien – in Rom oder im Aostatal, man weiß es nicht – für Furore gesorgt haben. Mithin ist erwiesen, dass das Gericht beim Neusiedlersee, das heißt genau genommen auf der Seite zum Hang vom Leithagebirge, seinen Ursprung hat, dort wo die Köhler zu Hause waren, im Wald.

Ja so war das. Wers nicht glaubt, muss selber kosten. Einfach himmlisch!

Wir machen die Spaghetti alla carbonara nach der klassischen Methode, also ohne Sahne und ohne Guanciale-Speck, aber dafür mit Aal, so wie sich das gehört. Na gut eine Konzession an das bekanntere Gericht gibt es: ein bisl Mangalitza-Speck ist dabei. Die Spaghetti sind freilich selbst gemacht.


Rezept Burgenländische Aal-Spaghetti alla carbonara

Den geräucherten Aal enthäuten, filetieren und in Stücke schneiden.

Ein Viertel Kilo Hartweizengrieß mit zwei Eiern und einem Dotter verrühren und so viel Weißwein dazu geben, bis der Teig geschmeidig ist. Dann in Frischhaltefolie einpacken, um zu verhindern, dass der Teig austrocknet und eine Stunde ruhen lassen. Dann den Teig in sechs Teile teilen und mit dem Nudelholz etwas ausrollen, nur soweit dass man die Teigplatte durch die Nudelmaschine bringen kann. Dann durch die Nudelmaschine unter Verringerung der Dickeeinstellung ein paar Mal durchziehen, bis der Teig ausgewalzt ist. Den Spaghetti-Schneideaufsatz auf der Nudelmaschine aufbringen und den Teig durchziehen. Dann die Spaghetti sofort auf einem Kochlöffel zum Trocknen aufhängen, sofort, sonst verkleben die Nudeln wieder. Einen großen Topf Wasser aufsetzen, reichlich salzen. Wenn das Wasser kocht, die Nudeln darin al dente kochen, das dauert zirka 2 Minuten.

70 Gramm Mangalitza Lardo (ganz weißer Speck aber vom Mangalitza) und 70 Gramm vom „normalen“ Mangalitza-Speck in Streifen schneiden. Den Speck in einer großen Pfanne bei großer Hitze schmelzen lassen. Sobald das anfängt anzubrennen, etwas Nudelwasser dazugeben, zirka einen halben Schöpflöffel. Vom Nudelwasser 2 Schöpflöffel auf die Seite stellen, die Pasta abgießen. Die Spaghetti zum Mangalitza-Speck in die Pfanne geben, die Aalstücke dazu geben, etwas Kochwasser dazu und alles gut verrühren. Zirka 2 Minuten erwärmen. In der Zwischenzeit 2 Eier mit 30 g römischen Pecorino verrühren. Die Pfanne vom Herd nehmen, und die Ei- Pecorino-Mischung unter die heiße Pasta rühren. Mit geriebenem Pecorino und Pfeffer verrühren.

Angelehnt an Quinto Quarto: Von Kopf bis Fuss, von Herz bis Niere – klassische Rezepte aus der römischen Küche: Spaghetti alla carbonara, S. 65 (Spaghetti mit Ei und Backenspeck)


Aus Eins mach Zwei

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Eigentlich wollten wir Fisch-Curry machen. Aber dann waren die Rotbarsch-Filets so schön, dass wir sie nicht im Fisch-Curry untergehen lassen wollten. So entstanden aus einem Gericht dero zweien und so kam es zu diesem Fisch-Überraschungsmenü! Aus Eins mach Zwei ganz ohne Hexerei.


Seeuteufelchenbäckchen-Suppe

Für 2 Personen

Eine kleine, feingehackte Zwiebel in zerlassener Butter hell anschwitzen. Einen Esslöffel Mehl und zwei Teelöffel Curry-Pulver darüber streuen, kurz mitschwitzen und mit einem halbem Liter Fischfond aufgießen. Aufkochen. Zurückdrehen. Fünf Seeteufel-Bäckchen mit Limettensaft beträufeln und in den Topf geben. Einen geschälten, in Stücke geschnittenen Apfel, eine in Scheiben geschnittene Banane und eine halbe, gewürfelte Zucchini dazugeben. Etwa zehn Minuten ziehen lassen.


Rotbarsch Müllerin mit Kokosreis

Für 2 Personen

Reis Eine feingehackte Zwiebel in einem Topf anschwitzen. Mit zirka 200 ml Schlagobers aufgießen. Zwei Esslöffel Kokosraspel dazu geben, mit Salz abschmecken und auf die Seite stellen. Zirka 160 g Reis in Salzwasser kochen, bis es auf zwei Drittel eingekocht ist. Abgießen. Den Reis in die Schlagobers-Kokosraspel-Mischung einrühren, in kleine Formen füllen. Einen Klecks Butter obenauf geben und im Backrohr bei zirka 120 Grad überbacken. Die Zucchini mit dem Sparschäler in lange Scheiben schneiden. In der Bratpfanne beidseitig braten. Fisch Rotbarschfilets mehlieren und in der Pfanne auf der Haut knusprig braten. Beim Wenden vom Herd ziehen, kurz braten und schon servieren.


Über das Gericht

Durch die Kokosraspeln und das Schlagobers wurde der Reis so süß, dass er als Nachspeise durchgegangen wäre. Der Rotbarsch war so knusprig, dass wir uns spontan vorgenommen haben, in Zukunft vermehrt Fisch nach Müllerinnenart zu braten. Die Kombination „süß, mit knusprigem Fisch“ erinnert mich an die typischen Gerichte eines Asia-China-Restaurants, aber vermutlich liege ich da falsch. So etwas Gutes gibt es nicht, in keinem Lokal.


Hexeneinmaleins

„Du mußt verstehn!

Aus Eins mach’ Zehn,

Und Zwei laß gehn,

Und Drei mach’ gleich,

So bist Du reich.

Verlier’ die Vier!

Aus Fünf und Sechs,

So sagt die Hex’,

Mach’ Sieben und Acht,

So ist’s vollbracht:

Und Neun ist Eins,

Und Zehn ist keins.

Das ist das Hexen-Einmal-Eins!“

Daraufhin Faust: „Mich dünkt, die Alte spricht im Fieber.“

Diesen Unsinn hat J.W. Goethe in seinem „Faust“ verfasst.

Neues „Über diesen Blog“

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Seit einiger Zeit habe ich mich mit dem Gedanken getragen, die „Über diesen Blog“-Seite neu zu verfassen. Nun habe ich ein paar Gedanken aufgeschrieben.

Wer das lesen möchte, hier.

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Seezunge Müllerin mit Schwarzwurzel und Fenchel

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Schwarzwurzel Die Schwarzwurzeln reinigen, schälen, waschen und sofort in mit Mehl vermischtem kaltem Wasser einlegen.

Damit das Gemüse seine ansprechende Farbe behält, wird es in mit Mehl verrührtem, kaltem Wasser 5 Minuten lang eingelegt, nicht in Zitronenwasser, denn dieses würde den Geschmack verfälschen.

Sinngemäß nach Meinrad Neunkirchner, „Österreich vegetarisch“, S. 186

Nachdem nun alle Schwarzwurzeln geputzt sind, das Mehlwasser abgießen, abspülen und die Schwarzwurzeln in einer Gemüsebrühe weichkochen, das dauert zirka etwa 20 Minuten. Die Schwarzwurzeln aus dem Sud herausnehmen und in einem Mixer-Standgerät pürieren, ergänzt mit Butter, Salz und einer Prise Muskatnuss. Wenn die Konsistenz zu fest ist, etwas von dem Sud dazu geben. Fenchel Den Fenchel mit Hilfe der Mandoline in dünne Scheiben hobeln und in eiskaltes Wasser legen, für etwa eine halbe Stunde, damit der Fenchel knackig wird. Marinade Zitronensaft, Olivenöl, Salz und eine Prise gemahlenem Fenchel gut vermischen, abgießen, den Fenchel abgießen, mit der Marinade mischen. Fisch Die Seezungenfilets leicht salzen, in Mehl wenden, in Olivenöl auf beiden Seiten braten. Zum Schluss eine Butterflocke dazu geben, sowie die gehackte Petersilie. Vom Herd nehmen und die Seezungenfilets mit der Petersilienbutter begießen. Sofort servieren.


Inspiriert von Alain Ducasse, „Meine Bistro Küche“, Seezunge Müllerin, S. 100.


Das bordeauxrote Menü

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  1. Grünweiße mit Petersilienwurzel und Hirschschinken-Wurzelbrot
  2. Rote Rüben mit Mandarinen-Himberessig, Topinambur-Chips und Walnüssen
  3. Rehlungenbraten-Strudel mit Kohlrabi-Kohlsprossen und Preiselbeer-Wildsauce
  4. Lali lala Lafers Linzer Torte

Noch mehr Gerichte inspiriert von Lafer/Witzigmanns Kochbuch „Eine Freundschaft 100 Rezepte“.

Grünweiße mit Petersilienwurzel und Hirschschinken-Wurzelbrot

Kleingeschnittene Schalotten und Petersilienwurzel in Öl anschwitzen. Mit Suppe und Schlagobers aufgießen und 20 Minuten weichkochen. Mit Salz, Zitronensaft und Cayennepfeffer abschmecken. Mit dem Standmixgerät fein pürieren. Zweidrittel in einen anderen Topf abgießen, zum Rest im Handrührgerät Petersilie geben und mixen. In einen Topf geben und mit dem Pürierstab aufschäumen. Die weiße Flüssigkeit auf die Teller verteilen. Darauf aus der mit Petersilie vermixten Flüssigkeit vorsichtig darauf gießen, damit sich eine grüne Schicht auf der Weißen ergibt.

Ein in dünne Scheiben geschnittenes Wurzelbrot toasten. Mit Hirschschinken belegen und mit der Suppe servieren.

Rote Rüben mit Mandarinen-Himberessig, Topinambur-Chips und Walnüssen

Die Sellerieknollen in Kümmelsalz-Wasser weichkochen, darin auskühlen lassen. Herausnehmen und schälen und mit der Mandoline in dünne Scheiben schneiden. Mandarinen-Himberessig Mandarinen auspressen, durch ein Sieb pressen, auf die Hälfte einköcheln lassen und vom Herd nehmen. Honig, Himbeeressig, Salz, Cayennepfeffer und Walnussöl einrühren. Topinambur-Chips Topinambur richtig schön abwaschen und mit der Schale mit Hilfe der Mandoline in dünne Scheiben schneiden. In eiskaltes Wasser legen, etwa eine halbe Stunde, dann abgießen, abtropfen lassen, abtrocknen und: frittieren. Topinambur-Creme Topinambur schälen, in leicht gesalzenem Wasser kochen, abgießen und mit Butter weichpürieren. Anrichten Die rote Rübenscheiben auf den Teller legen und mit der Mandarinen-Himbeeressigmischung beträufeln, einen Klecks Topinambur-Creme darauf legen. Mit grob gehackten Walnüssen und Topinambur-Chips bestreuen, mit Blutampfer garnieren.

Rehlungenbraten-Strudel mit Kohlrabi-Kohlsprossen und Preiselbeer-Wildsauce

Rehlungenbraten salzen und pfeffern. Butterschmalz in der Bratpfanne auslassen. Rosmarinnadeln und Wacholderbeeren dazu geben, etwas anwärmen lassen, ein paar Thymianzweige und dann die Lungenbraten auf allen Seiten schön anbraten. Wildsauce Herausnehmen und den Bratensatz mit Cognac ablöschen, abseihen, den Wildfond dazu geben und einköcheln lassen. Aceto Balsamico, Ahornsirup, Cranberrys und Preiselbeeren untermischen, mit Salz abschmecken, vor dem Servieren mit kalter Butter montieren. Strudel Die Hamburger Speckscheiben überlappend auflegen. Das Rehfilet damit umwickeln. In mehreren Schichten mit flüssiger Butter bepinselter Strudelteig einwickeln. Mit flüssiger Butter bepinseln und ins Backrohr schieben, 180 Grad, zirka 20 Minuten. In der Zwischenzeit das Gemüse zubereiten: Gewürfelter Kohrabi und halbierte Kohlsprossen in Salzwasser weichkochen, abgießen, abtropfen lassen. Fein gehackte Schalotten in Butter anschwitzen, Kohlrabi und Kohlsprossen dazu geben, mitdünsten und mit Mehl bestäuben, ein paar Minuten dünsten lassen. In der Zwischenzeit das Petersilgrün mit Gemüsebrühe pürieren und auf das Gemüse gießen. Schlagobers dazu gießen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und einköcheln lassen, damit es ein bißchen cremig wird. Anrichten Sauce und Kohlrabigemüse auf dem Teller auslegen. Ein Scheibe vom Wellington darauf platzieren, die Wildsauce mit Preiselbeeren dazuträufeln.

Lali lala Lafers Linzer Torte

Für den Boden Staubzucker, Zimt, Nelkenpulver mit Butter schaumig rühren, ein Ei einarbeiten, Mehl und gemahlene Haselnüsse und Backpulver dazugeben. Gut durchrühren, den Teig in eine runde Form geben und etwa 20 Minuten im Backrohr fertig backen. Abkühlen lassen. Eier trennen, Dotter mit kaltem Wasser und Haselnusslikör über einem heißen Wasserbad schaumig schlagen wie eine Sabayon. Eingeweichte und ausgedrückte Gelatine darin auflösen. Erwärmter Nussnougat unter den Eischaum rühren. Das Eiweiß mit einer Prise Salz steifschlagen. Und auch das Schlagobers mit etwas Zucker steifschlagen. Auch den Eischnee und das Schlagobers behutsam unter den Nougat legen. Masse auf dem ausgekühlten Boden verteilen, schön glattstreichen und in den Kühlschrank stellen. Tiefgekühlte Waldbeermischung pürieren, durch ein Sieb streichen und die aufgefangene Flüssigkeit mit Gelatine verrühren, und auf der Torte gut verteilen. Gitter Eiklar mit Salz steifschlagen und nach und nach Zucker einrieseln, bis es sehr steif wird und dann gemahlene Haselnüsse behutsam unterheben, in einen Spritzbeutel füllen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backbleck aufspritzen, im Backrohr bei 110 Grad eine halbe Stunde lang trocknen.


Kamera: OLYMPUS PEN-F, Objektiv: Olympus Digital 45 mm, 1: 1.8


Rücken, Rücken, Rücken – Hase, Lamm, Reh

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Wir hatten zwar kein echtes Reh, dafür einen waschechten Gummihund.


Rezept Mit Prosciutto ummantelter Hasenrücken mit Ratatouille

Ratatouille machen, das kann man auch schon am Vortag erledigen.

Hasenlachs Kurz scharf in der Pfanne anbraten, herausnehmen, in einen Prosciutto wickeln, in der Pfanne auf allen Seiten kurz anbraten. Parmesan reiben, kleine Häufchen Parmesan auf Backpapier möglichst kreisrund verteilen, ins Backrohr schieben.

Vor dem nächsten Gang hatten wir noch ein Supperl eingeschoben, als Puffer zwischen den Rücken.


Rezept Lammrücken mit Kräuterkruste, Tomaten-Concassée und Kartoffelgratin

Kartoffel-Gratin Kartoffel schälen, mit der Mandoline in extra dünne Scheiben schneiden (so fein geht das nicht mit der Hand), die Stärke mit Wasser abwaschen, abtrocknen. Eine der Béchamel ähnliche Sauce nur ohne Mehl, damit sie sich nicht bindet und sich in die rohen Kartoffeln reinsaugt und durchgart: fein gehackte Schalotten in Butter anschwitzen, mit Pernod ablöschen, mit Schlagobers aufgießen, mit Salz und Pfeffer Muskatnuss abschmecken, kann ruhig etwas zu salzig sein, weil die rohen Kartoffeln das ansaugen. In eine feuerfeste, mit Butter ausgeschmierten Form eine Reihe Kartoffelscheiben einlegen, mit der Schlagobersmischung beträufeln, nächste Kartoffelschicht, etc. pp. Im Backrohr bei 180 Grad zirka 30 bis 40 Minuten anbraten. Für die Kruste weiche Butter mit Dotter schaumig rühren, fein gehackte Petersilie, Salbei, Thymian, Rosmarin, Minze und fein geriebene Knoblauchzehen einrühren, zum Schluss Semmelbröseln einrühren bis zur weiteren Verwendung im Kühlschrank ziehen lassen. Tomaten-Concassée fein gehackte Schalotten in Olivenöl anschwitzen, Tomaten-Concassée dazu geben, fein gehackten Thymian, Rosmarin und Salz dazu geben, 10 Minuten köcheln lassen, die abgetropften Riesenbohnen einrühren, eine weitere Viertelstunde ziehen lassen. Lammlachs von allen Seiten in der Pfanne scharf anbraten, aus der Pfanne nehmen. Für die Kräuterkruste die Butter-Kräuter-Masse auf eine Frischhaltefolie geben, mit einer Frischhaltefolie bedecken, sodann mit einem Nudelholz auswalken, die obere Frischhaltefolie entfernen, den Lammlachs darauf legen und das Stück darunter ausschneiden, sodass man ein mit der Größe des Lammlachses übereinstimmendes Stück bekommt. Damit den Lammlachs bedecken, so mit allen Lammlachsen vorgehen und dann diese auf einem Teller liegend ins Backrohr schieben, auf zirka 90 Grad drehen, mit Hitze von oben, etwa 10 Minuten bis eine Viertelstunde lang.

Als Abschluss einen Rehrücken machen, und zwar ohne Zucker und ohne Mehl.


Rezept Rehrücken

12 dkg Butter mit 10 dkg Zuckerersatz (Erythrit), dem Mark einer halbe Vanilleschote und mit dem Abrieb einer Zitronenschale schaumig rühren. 10 dkg im Wasserbad geschmolzene siebzigprozentige Schokolade einträufeln, unter ständigem Rühren. Sechs Eier trennen, die Eidotter einzeln in die Butter-Schokolade-Mischung einrühren, das Eiklar in einer Prise Salz zu einem steifen Schnee schlagen. 16 dkg gemahlene Mandeln, die Butter-Mischung, eine halbe Packung Backpulver verrühren. Zum Schluss das Eiklar mit dem Gummihund vorsichtig unterrühren. Diese Masse nun in eine Rehrückenform geben und im Backrohr bei 160 Grad zirka 50 Minuten backen, wobei der Kuchen nach etwa 20 Minuten mit einer Folie abgedeckt wird, um zu vermeiden, dass er zu dunkel wird. Den Kuchen herausnehmen und auskühlen lassen. Weitere 10 dkg siebzigprozentige Schokolade im Wasserbad schmelzen lassen, weiche Butter einrühren und damit den Kuchen begießen, warten bis es fest wird und mit Mandelstiften versetzen.


Gummihund, einem an die Wand einer Schüssel sich anschmiegenden Teigspatel aus Gummi, mit dem es möglich ist, z.B. den letzten Rest vom Teig heraus zu schaben oder den Teig glatt zu streichen.


Kochsalat mit Erbsen mit Polentaknödeln

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Luftig und leicht liegen die Polentaknödeln auf dem Kochsalat mit den knackigen Erbsen. Passt sehr gut mit Grünem Veltliner, aber nur wenn er ein rescher ist. Wem das nicht schmeckt, dann weiß ich a(uch) net. Das ist ein Sommergericht, aber uns hat es im Winter auch sehr gut geschmeckt.


Feingehackte Zwiebel auf Butter anschwitzen, mit Mehl bestäuben und eine Einbrenn (Mehlschwitze) machen, mit Milch aufgießen und mit Salz und Muskatnuss abschmecken. Den Kochsalat und die TK-Erbsen einrühren, 10 Minuten leise köcheln lassen.

Milch mit Muskatnuss und Salz aufkochen und unter ständigem Rühren Polenta dazu geben. Vom Herd nehmen, eine Zitronenschale dazu geben und abkühlen lassen, ein Ei einrühren, eine halbe Stunde im Kühlschrank ziehen lassen. Mit den Händen Knöderln formen, panieren (Ei, Mehl und Bröseln) und in Öl herausbacken.


Inspiriert von einem Rezept von Meinrad Neunkirchner aus „Österreich vegetarisch“ hat aber damit nicht mehr viel am Hut.

Schweinsbraten vom Iberico mit Schwarzwurzeln

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Schwarzwurzeln stammen ursprünglich aus Spanien, weshalb wir der Meinung sind, dass dann ein Iberico-Schwein wohl gut dazu passe. Gerade noch konnten wir den letzten Sack Schwarzwurzeln ergattern. Waren wir schon zu spät einkaufen, es war zirka 09:00 Uhr, oder liegt es am reduzierten Warenangebot in den Gastro-Großmärkten, dass nur mehr ein Sackerl da war, auf Schildern wird darauf hingewiesen, dass wegen dem Lockdown weniger Waren als üblich vorrätig sind. Oder ist es, weil ein Griss ist um die Schwarzwurzeln und die Leute im Lockdown vermehrt zu Hause kochen? Aber was nützt es schon, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Genauso gut könnten die Gastro-Großmärkte geschlossen sein, die Gastronomie wurde in Österreich wegen der Covid-19-Gefahr per Verordnung am 3. November geschlossen, nur noch Speisen zum Mitnehmen sind erlaubt. Die Mitarbeiter der Gastro-Großmärkte wurden in Kurzarbeit geschickt, doch die Märkte halten weiterhin offen. Man hofft offenbar vermehrt auf Privatkunden, um einen Totalausfall zu vermeiden. Das heißt also, auf uns! Und so übernahmen wir die volle Verantwortung und nahmen den letzten Sack Schwarzwurzeln mit.

Rezept Iberico-Schweinsbraten

Den geriebenen Knoblauch, die getrockneten Gewürze Oregano, Basilikum, Rosmarin und Thymian sowie Salz in Olivenöl verrühren. Diese Paste ins Schweinefleisch massieren. Vier Knoblauchzehen mit Schale halbieren, in die Bratform legen und dieselbe mit Karotten und Stangen vom Stangensellerie auslegen, das Fleischstück darauf legen. Im Backrohr eineinhalb Stunden bei 180 Grad garen und dann noch eine gute halbe Stunde bei 120 Grad weitergaren.

Schwarzwurzeln, wie hier.

Dazu Romanasalat mit Chicorée und eine Kartoffelmischung: mit Olivenöl und Salz einfetten und im Backrohr durchgaren.

Süßkartoffelsuppe, wie hier.

Wolfsbarsch, Spinat, Tomaten und Sauce Dugléré

Wenn man einen Fisch kauft, genauer gesagt, wenn man einen Fisch im Ganzen kauft, nicht nur ein Filet, steht man vor der edlen Aufgabe, den Fisch gesamthaft zu verwerten. Abgesehen davon, dass Fischfleisch viel besser schmeckt, wenn er frisch abgeschnitten wurde, kann man den Rest zu einer Sauce verarbeiten. Kauft man also einen ganzen Fisch, so hat man die Zutaten für die Sauce mit dazu, die man ansonsten erst wieder kaufen müsste. Und wer macht nicht gerne eine Fischsauce selber, wenn er weiß, dass dann nichts drin ist, was dort nicht hineingehört. Oder?

Eine Sauce, bei der auch der Kopf verarbeitet wird, ist die klassische Sauce Dugléré, benannt nach Adolphe Dugléré, dem Mozart der französischen Kochkunst, wie ihn Giacomo Rossini nannte, einem profunden Kenner der Materie, berühmt nicht nur für seine Opern, sondern auch dafür, dass er gute Küche zu schätzen wusste. Die Sauce Dugléré ist im Prinzip eine Mixtur aus zwei Saucen, die in sorgfältiger Ausgewogenheit vermischt werden, wodurch sich jeder Koch seines exquisiten Gaumens beweisen und in der Folge für seine Kochkunst rühmen kann. Da ist einmal die aus den Karkassen des Fisches gemachte Grundsauce. In ihr materialisiert sich der pure Geschmack des Fisches, man koste von dieser Sauce; und Meer und Wolfsbarsch erscheinen vor dem geistigen Auge. Doch der Geschmack des Basisfonds ist zu intensiv und – zu einseitig. Abgemildert wird er durch die zweite Sauce, einer Essenz aus Tomaten und Fenchel, die das Gegengewicht bildet, das Geschmacksbild komplettiert und die mit gefühlvollem Abschmecken die Sauce in ein harmonisches Verhältnis bringt. Und sie so zu einem wahren Kunstwerk macht.

Rezept Wolfsbarsch, Spinat, Tomaten und Sauce Dugléré

Die Sauce Dugléré

Fischfond etwas Olivenöl und Butter in einem Topf erhitzen, eine Wolfsbarsch-Karkasse samt Fischkopf hineingeben und kräftig anbraten, sodass sie sich braun färbt, nach einiger Zeit hin und wieder umrühren, sodass die Karkasse zerfällt. Zwei klein gehackte Schalotten, einen kleinwürfelig gehackten Fenchel und vier gewürfelte rote Tomaten sowie zwei Knoblauchzehen dazu geben, kurz mitbraten und dann mit zirka 150 ml Malagawein ablöschen. Dann mit Geflügelfond aufgießen. Petersilienstängel dazu geben und zirka eine Stunde köcheln lassen. Durch ein Haarsieb passieren. Tomatenreduktion fünf große rote Tomaten halbieren, mit Salz und reichlich Olivenöl vermischen und mit der Schnittfläche nach unten in eine feuerfeste Form legen. Sechs, sieben zerdrückte Knoblauchzehen mit der Schale dazu geben, mit Alufolie abdecken und in das Backrohr schieben. Eineinhalb Stunden bei 180 Grad schmoren lassen. Aus dem Backrohr herausnehmen und mit etwas Fischfond aufgießen. Mit etwas grobem Pfeffer aus der Mühle bestreuen, ein paar Blätter Basilikum dazu geben und im Backrohr etwa eine Viertelstunde ziehen lassen. Herausnehmen und durch ein Haarsieb passieren. Abschmecken den Fischfond mit etwas von der Tomatenreduktion vorsichtig vermischen, abschmecken, wieder etwas Tomatenreduktion dazu geben, bis es zur Vollendung. Mit Butter binden.

Beilagen

Tomaten Zehn Tomaten blanchieren, die Haut abziehen, das Gehäuse samt Kernen entfernen und in Streifen schneiden. Die Hälfte der Tomaten bis zum Servieren auf die Seite stellen, die andere Hälfte mit Olivenöl vermischen und bei 10 Grad im Backrohr trocknen lassen. Spinat in Teebutter in einer Pfanne erhitzen, Spinatblätter dazu geben und in sich zusammenfallen lassen. Champignons putzen und vierteln, in einer Pfanne mit Butter hell erwärmen und unter den Spinat mischen.

Wolfsbarsch Das Fischfilet mit Olivenöl bepinseln und auf einen Teller legen und bei 100 Grad im Backrohr erwärmen.

Servieren

Spinat auf dem Teller anrichten, frische und getrocknete Tomatenhälften darauf legen, den Fisch daneben legen und mit der Sauce Dugléré begießen. Mit rohen Spinatblättern und Petersilie garnieren.

Inspiriert von diesem Kochbuch: Alain Ducasse, meine Bistro-Küche, die besten 110 Rezepte.