Der ESC-Zirkus ist in Wien

Lecsó mit Schopfbraten vom Mangalica

Panem et circenses, frei übersetzt, Essen (auf öffentliche Kosten) und (seichte) Unterhaltung, so sagte der Satiriker Juvenal im 2.Jh.n.Chr. seien die einzigen Interessen der Römer1. Das läßt einen an den ESC denken. Und doch entzündet sich ein Feuerwerk an Eitelkeiten und Eifersüchteleien. Und das läßt tief blicken, wie wichtig manchen der ESC ist, bzw. das Rundherum. So war aus der Schweiz zu hören, die Pausen-Show in Wien sei eine Kopie des viel bessren Pausenfüllers „Made in Switzerland“, der im Vorjahr beim ESC in der Schweiz ausgestrahlt wurde. Kernaussage der Schweizer Show: „The best inventions are all made in Switzerland.“ Na dann. 

Oh weh! Die Ösis haben den Schweizern die Show gestohlen!


Da Ungarn auch dieses Jahr einer Teilnahme beim ESC widerstehen kann, obwohl es doch gleich um die Ecke wär, kommt hier sogleich als ungarischer Beitrag: Lecsó mit Schopfbraten vom Mangalica.


https://www.heute.at/s/alles-geklaut-schweizer-sind-sauer-auf-swarovski-120195218

https://www.blick.ch/people-tv/tv/eurovision/schrecklich-zuschauer-zerreissen-esc-eroeffnungsshow-von-victoria-swarovski-id21949559.html

https://www.blick.ch/people-tv/tv/eurovision/alles-geklaut-schweizer-fans-haessig-wegen-esc-pausenshow-der-oesis-id21946724.html

https://songcontest.orf.at

Totschnig: Kämpfen jetzt auf dem Rechtsweg für Begriff Emmentaler – Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft


1 Stowasser, Friedensreich-Hundertwasser-Ausgabe,1993, S. 566

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Von der Durchzugsstraße zur Sackgasse

Mörbisch am See

Die Vorbereitungen laufen. In Mörbisch am See gibt es einen Laden mit Spezialitäten aus der Region. Mangalitza, Schafskäse, Verjus,  usw wir freuen uns auf die Neueröffnung in knapp 14 Tagen ist es so weit. Für heute fuhren wir zurück nach Rust, zum Triebaumer. Man kann parken direkt auf dem Rathausplatz, auf Parkplätzen ohne Parkgebühren, und es gibt sogar welche. Eingekauft wurde: das gemischte Bauernbrot, Mangalitza-Käsekrainer, Mangalitza-Leberwurst, Mangalitza-Schmalz, Mangalitza-Paprika-Speck, scharfes Chili, eingelegtes Sommergemüse im Glas. Dazu ein Traminer und ein Blaufränkisch „Ried Oberer Wald”.

Danach Eisessen in Mörbisch mit Blick auf eine der Hofgassen. Tatsächlich gibt es dort noch Aschenbecher auf den Tischen. Man fühlt sich zurückversetzt in lang vergessene Zeiten, und man kann bar zahlen.

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Strohwitwers Gulasch

Rindsgulasch mit Erdäpfeln und Gurkensalat

Wenn ein Strohwitwer sich was zum essen macht.

Rindsgulasch mit Erdäpfeln und Gurkensalat

Schwere Zeiten sind angebrochen, aber ich nehme das locker. Morgen ist się wieder da.

Fallen on hard times – but it’s good to know
that milk and honey’s just around the bend.

Jethro Tull, Fallen on Hard Times, 1982

Der Strohwitwer nahm den Topf aus dem Kühlschrank und stellte ihn auf den Herd.

Nach einer halben Stunde hatte das Gulasch fast Zimmertemperatur.

Er schaltete die Temperatur am Herd ein auf gemächliche 6.

Nachdem das Gulasch erwärmt war, legte er die Kartoffeln ein.

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Debrecziner

Debrecziner Würstel mit Senf

Mit Scherzel und Semmel… der reine Luxus.

Mit Ramsa-Spezialsenf… der totale Luxus.

Debrecziner sind vorsichtig zu genießen, spritzen beim Reinbeißen!

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Lungenbraten mit Spargel und Erdbeer

Teller mit allem

Davor statt einem Frühstück:

  • Verhackertes aus Mörbisch
  • Mangalitza-Blunzn aus Rust
  • Mangalitza-Speck aus Rust
  • Mischbrot aus Rust

Zum Lungenbraten:

  • Tomaten-Basilikum-Salat
  • Gegrillte Paprika mit Zitronen-Knoblauch-Olivenöl
  • Grüne Spargel mit Erdbeeren
  • Karamelisierter weißer Spargel
  • Mango-Chutney
  • Gurken-Melonen-Salat mit Koriander und Minze
  • Rosmarin-Knoblauch-Braterdäpfel aus dem Ofen
  • Selbstgemachte Kräuterbutter
  • Chicorée-Salat

Danach Erdbeer-Topfen-Torte.

Fotos: Olympus PEN-F, die Fotos (außer dem Zutatenbild) wurden mit einem Spezialobjektiv gemacht: mit einem 45 mm Normalobjektiv.

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Wiener Würstchen aus Mörbisch

Wurstkessel

Aus der schönsten Sackgasse Österreichs, aus Mörbisch am See, haben wir mitgebracht: Wiener Würstchen. Wir vergleichen sie mit den Altwiener Frankfurtern der Fa. Windisch in Wiener Neustadt. Diese stellt sie her nach dem Original-Rezept von 1805 vom Frankfurter Metzgermeister Johann Georg Friedrich Lahner.

Als die Küchenfee in der Fleischhauerei Fischl in Mörbisch bestellte, sagte sie „Drei Paar Wiener Würstchen“, schließlich sind wir nicht in Wien, nur dort heißen sie Frankfurter.

Das Brot dazu kommt vom Triebaumer in Rust. Es ist selbst gebacken, das Mehl ist selbst gemahlen und das Korn ist selbst gesät und geerntet. Es ist ein Sauerteigbrot mit Dinkel, Weizen und Johannisroggen, sowie Salz, Rosmarin, Hefe, Wasser – und Schmalz! Vermutlich ist das der Grund, warum es die Küchenfee so an ihre Kindheit erinnert.

Welche Würstel nun besser geschmeckt haben:

Die Altwiener sind der Maßstab.

Kostnotizen

Mörbischer: Fein, wurschtig, ausgewogener Geschmack

Altwiener: Fetter, triefender, grober gewolft, wurschtig.

Die Mörbischer hatten einen Geschmack im Abgang, bis ich draufkam, daß der vom Senf kam, einem mittelscharfen Senf. Man darf diesen Senf nicht zu Würsteln essen, das ist kein Würstelsenf,  am besten nimmt man Ramsa-Senf.


Schwechater Lagerbier zum Spülen zwischendurch zwischen den Würsteln.


In Triebaumers Laden gab es auch Scotch Whisky, aus eigenen Fässern. Ein kurzer Schluck genügte, um festzustellen, davon muß man mehr haben. Wir beginnen mit dem Edradour.

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Vom grünen Spargel zum weißen Spargel

Wenn die Hofköchin den Paul-Bocuse-Wälzer hervorholt, dann weiß ich schon: es gibt was ganz Extraordinaires. Dabei wollte sie sich nur der genauen Mengenangaben vergewissern; – nicht, daß sie nicht weiß, wie eine Sauce béarnaise geht.

Das Menü

  1. Grüne Spargelsuppe mit Croutons und Kapuzinerkresse und in Olivenöl angebratenen Spargelspitzen
  2. Weißer Spargel im Sud von der Schale gedämpft, dazu gekochte, in brauner Butter gebratene Braterdäpfel, mit Sauce béarnaise und Mangaliza Prosciutto
  3. Rhabarber-Kompott mit Topfenknödel aus Dinkelgrieß

Das Kumpf-Pärchen zeigt, wohin die Reise geht.

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Schnitzlein back dich!

Mörbische Schnitzel mit Erdäpfel-Vogerlsalat

Wir waren im mondänen Mörbisch am See, und dort bei der Fleischerei Fischl kauften wir Schweinskotelett. Zu unserer Überraschung waren diese bereits geschröpft, also bereit zum Panieren. Deshalb wurden zu Hause Mörbischer Schnitzeln gemacht.

Mangaliza gab es keine, bei einer anderen Fleischerei in Mörbisch erklärte man uns, das läge daran, daß das Mangalizafleisch so fett sei. Die Dame am Tischchen dort bestätigte uns zwar, daß es sich um das gesunde Fett handele. Mangalizafett ist so gesund wie Olivenöl1. Was aber nichts daran änderte, daß Mangaliza von der breiten Bevölkerung abgelehnt wird, man will nur mageres Schweinefleisch. Man verwies uns immer wieder nach Rust, dort gäbe es einen Laden, vermutlich meinte man Richard Triebaumers Geschäft am Rathausplatz. Jedenfalls konnten wir auch diesmal nicht der Mangaliza-Schweine fündig werden. Irgendwo auf dem Radweg zwischen Mörbisch und Rust treiben sie sich herum. Aber ist es am oberen Radweg oder am unteren Verlauf zum See hin? Die Zufahrt mit dem Auto ist in beiden Fällen nur für Anrainer gestattet, am oberen Radweg kann man ein Stück des Güterweges entlang fahren. Wir werden uns also ein Rad mieten und uns auf Entdeckungsfahrt begeben…


1 Mangalitza Schwein – Forstgut Schloß Calmuth

Mörbisch kann mit gleich zwei Fleischereien aufwarten, Fischl und Piringer. Das ist ein dicker Pluspunkt für Mörbisch! Suchen Sie mal eine Fleischerei in Wien… da muß man weit fahren. Dafür gibt es hier keinen McDonalds und keinen Dönerladen. Was ein Pech.


Auf der Suche nach den verschmähten Mangaliza-Schweinen.

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Ruster Weinschätze 2026

Rust am Morgen

Unter einem Storchennest schliefen wir, wir hatten uns einquartiert beim Kirchenwirten in Rust. Wir waren wegen der Ruster Weinschätze hergekommen. Man zahlt einen Obolus und bekommt die Gelegenheit, bei 26 Weinbaubetrieben das reichliche Weinangebot auszuprobieren. Bevor wir anfingen, stärkten wir uns noch beim Kirchenwirten. Schon beim Treppe hinuntergehen, vom Zimmer – wir hatten das Zimmer „Seeblick“ – als wir bei der Küche vorbeihuschten, bemerkte die Hofköchin, einer der Köche käme ihr bekannt vor. Da dachten wir uns noch nichts dabei und setzten uns draußen hernieder mit herrlicher Aussicht über den Rathausplatz. Die Speisekarte wartete mit aufsehenerregenden Sachen auf, wie einem Kalbsbries! Wir blieben standhaft beim Backhendl mit Erdäpfel-Vogerl, das uns empfohlen wurde, neben den Hascheeknödel, auf das wir schon eingestimmt waren, bevor die Speisekarte kam. Ein Minivan fuhr heran, auf der Seitenwand stand „Taubenkobel“. Die Hofköchin hat sehr feine Antennen. Könnte es sein, daß der Kirchenwirt mittlerweile zum Taubenkobel gehört? Vor langer Zeit waren wir schon einmal da, aber damals war das noch nicht so. Und tatsächlich 2025 haben sie den Kirchenwirt übernommen. Nun ist ja alles klar! Bald kommt der Gault-Millau vorbei und dann schon der Michelin, da gibt’s dann gleich einen Stern! Bei diesem großartigen Essen ist das alleweil gewiß!

https://www.falstaff.com/at/news/kirchenwirt-in-rust-eselboeck-weissgerber-vom-taubenkobel-eroeffnen-neues-wirtshaus

Danach machten wir uns auf den Weg durch die Ruster Weinstuben und zum Abschluß auch in einen Weinkeller! Das Publikum war sehr gemischt, neben Ungarn, Slowaken und Tschechen gab es auch Amerikaner, so vermute ich mal, die sich für den Ruster Wein interessierten. Ein Amerikaner fachsimpelte angeregt mit einem der Söhne vom Weingut Heidi Schröck & Söhne. Die Zeitungen in der Trafik beim Rathausplatz – Financial Times, The New York Times, Süddeutsche Zeitung, Jüdische Allgemeine, Neue Zürcher Zeitung und Tiroler Tageszeitung – stellen den Gästen ein beredtes Zeugnis aus für ihre Internationalität und ihren guten Geschmack.


Das sind die Weingüter, die wir besucht haben:

  • Wind
  • Heidi Schröck&Söhne
  • Landauer
  • CEEL
  • Feiler-Artinger
  • Ernst Triebaumer

Mehr Weinbauern waren es nicht, aber das Weinfest geht ja auch drei Tage. Oder man macht es wie wir, und wartet aufs nächste Jahr und besucht dann die anderen Weinbauern.


Der nächste Termin in Rust steht noch dieses Jahr ins Haus:

Ruster Herbst Zeitlos
23. und 24. Oktober 2026

Rust Neusiedlersee – Kommende Veranstaltungen

Am Abend kehrten wir wieder ein bei „unserem“ Kirchenwirt. Und dieses Mal waren wir geradezu überwältigt. Es gab ein Gedeck, das heißt einen ordentlichen Flocken gesalzene Butter und dazu ein Kruspenweckerl, das ist Brot von seiner knusprigen Seite. Dazu nahmen wir uns die Grammeln mit Knofl und die Chiliwurst. Diese Extrabeilagen waren auf Wunsch von Richard Triebaumer zustande gekommen, wie auf der Speisekarte zu lesen ist. Also wenn Richard Triebaumer seine Hand im Spiel gehabt hat – den kennen wir schon von seinem am Rathausplatz weiter unten gelegenen Geschäft mit seinen Mangaliza-Spezialitäten – dann kann es nur gut sein! Und das war auch so! Die Hauptspeise war wieder etwas Gebackenes, ein Cordon Bleu, genauso köstlich, wir kamen aus der Freude gar nicht heraus…

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Tomaten-Paprikasuppe mit Feta-Creme

Diese Suppe ist wie ein eingeschmolzener griechischer Bauernsalat: mit Tomaten, Paprika und Schafkäse – nur die Salatgurke fehlt. Dafür mit karamelisierten Cherry-Tomaten und Paprika. Die Kurkuma verleiht dem Ganzen eine erdige Note. Der Mensch lebt nicht von Brot allein. Es folgt das Rezept, wie es die Hofköchin gemacht hat.

Rezept Tomaten-Paprikasuppe mit Feta-Creme

Für 4 Portionen

2 rote Zwiebeln, geschält und in Scheiben geschnitten

3 rote Paprika, entstielt, geschält, entkernt und in Streifen geschnitten

3 EL Olivenöl

1 TL Kreuzkümmel, gemahlen

2 TL frische Thymianblätter

1 Kurkuma (Gelbwurz), gewürfelt

8 reife Tomaten, blanchiert, Haut abgezogen, geviertelt

400 ml Gemüsebrühe

Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

120 g Feta

100 ml kaltes Wasser

Für die Einlage: 10 bunte Cherry-Tomaten

1 rote Paprika, geschält und gewürfelt

Zubereitung

1. Zwiebeln und Paprika bei mittlerer Hitze in 2 EL Öl anbraten, bis sie karamelisieren.

2. Kreuzkümmel, drei Viertel des Thymians und den Kurkuma hinzufügen und unter ständigem Rühren eine weitere Minute braten.

3. Tomaten und Gemüsebrühe hinzufügen und zum Kochen bringen. Mit Deckel 20 Minuten köcheln lassen, dann im Standmixer pürieren und anschließend durch ein Sieb streichen.

4. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und warm halten.

5. Während die Suppe kocht, den Feta mit dem restlichen Olivenöl und dem kalten Wasser mit dem Stabmixer glatt pürieren.

6. Für die Einlage: In Scheiben geschnittene bunte Cherry-Tomaten, geschälte und gewürfelte Paprika in Olivenöl in einer Bratpfanne braten.

7. Zum Servieren die Hälfte der Suppe auf 2 warme Schüsseln verteilen, die Feta-Creme und die Einlage darauf geben und mit dem restlichen Thymian bestreuen. Mit Olivenöl beträufeln.

(Die andere Hälfte der Suppe wird für ein andermal aufgehoben).


Inspiriert von Peter Gordon „Eat Well Everyday”, “Tomato, Red Onion and Capsicum Soup with Feta Cream” p. 47

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