Gebratene Lammkeule mit weißer Polenta, haselnussbrauner Sauce und Mangoldfenchelgemüse

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Man könnte in dem Bild ein kleines Kunstwerk sehen, die weiße Polenta vor dem Lammkeulengebirge sich ausbreitend wie ein Sandstrand, umrandet von einer schokoladenfarbenen Sauce, daneben Gemüse-Dickicht. Im Grund geht es aber um die Speise, Lammkeule gebraten und geschmort in Gemüse auf Mangold, Aubergine, Paprika und Zucchino. Daraus wird, lange genug geschmort, zweieinhalb Stunden, eine Sauce von hoher Aromendichte, wie  es schon die satte braune Farbe verheißt. Das Fleisch fällt vom Knochen, saftig, die Polenta aus weißem Maisgrieß, verdichtet mit Schafkäse, das Gemüse, der Braten, wohlan, es geht darum, die Speise zu verspeisen.

Aber zuvor noch ein paar Erledigungen:

Zwei Lammkeulen salzen und pfeffern, auf allen Seiten in wenig Öl in der Pfanne gut anbraten, das ergibt gute Röstaromen. In der Zwischenzeit in einem Bräter zwei grob gehackte Zwiebel, eine halbe grob gehackte Zucchino und acht grob gestückelte Mangoldstiele anbraten, mit 600 ml Rinderbrühe aufgießen, die angebratenen Lammkeulen in den Bräter legen, zudecken und ab damit ins Backrohr: bei 160 Grad zweieinhalb Stunden schmoren lassen.

Eine Aubergine, einen Fenchel und einen Zucchino würfeln, salzen und in einem Sieb abtropfen lassen. Nach zirka 20 Minuten mit kaltem Wasser abspülen mit einem Geschirrtuch abtrocknen, in einer Bratpfanne mit Olivenöl anbraten. Eine rote Paprika schälen, entkernen, würfeln und zur Auberginen-Zucchino-Mischung geben, sowie in feine Scheiben geschnittene Zwiebel und grob geschnittene Mangoldblätter, wir hatten sieben Stück davon, große, lange knackige Mangoldfächer. Dann noch zum Abrunden gehackten Thymian und Rosmarin dazu geben, sowie Salz und Pfeffer.

Für die Polenta 400 ml Wasser aufkochen, 80 g weiße Polenta einrieseln lassen, den Herd zurückdrehen, bei kleiner Hitze unter ständigem Rühren etwa 20 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss 2 EL Ziegenbutter und 2 EL geriebenen Schaferino einrühren, mit Salz abschmecken.

Anrichten: die Keulen aus dem Bräter nehmen. Den Saft aus dem Bräter durch ein Spitzsieb drücken und mit Maisstärke zur Sauce binden.


Mangalica-Pörkölt mit Tarhonya

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„Es braucht harte Brocken, nur das gibt starke Zähne.“ (Cla Biert) Dem stimmen wir zu, wenn auch mehr im übertragenen Sinne. Denn trotz dieser Aussage haben wir auf harte Brocken im Pörkölt verzichtet und es 1 ½ Stunden köcheln lassen, um die Fleischstücke zu erweichen, sie mögen auf dem Gaumen zerfließen. Und Cla Biert, der rätoromanische Dichter, dessen Geburtstag sich am Sonntag, dem 26. Juli 2020, zum hundertsten Mal jährte, hat es ja auch nicht so gemeint, sondern diese Worte seinem fünfzehnjährigen Schüler und späteren Schriftsteller Reto Hänny mitgegeben, damit dieser nicht locker ließe, sich durch den Tausend-Seiten-Roman von James Joyce, „Ulysses“, durchzubeißen.

https://www.nzz.ch/feuilleton/reto-haenny-wuerdigt-den-raetoromanischen-dichter-cla-biert-ld.1566792

Trotz allem, ein bisserl Biss muss ein Pörkölt haben genauso wie Pasta, das heißt, in unserem Fall, Tarhonya, den traditionellen ungarischen Nudelgrieben. Beim heutigen Beitrag kann man tatsächlich von einem original ungarischen Gericht sprechen, denn nicht nur die Tarhonya kommt aus Ungarn, das Fleisch stammt vom Mangalica, der ungarischen Schweinerasse, auch der Speck stammt vom ungarischen Wollschwein. Früher wurden die Schweine aus der pannonischen Tiefebene durch die Ungargasse (Sic!) von ungarischen Schweinezüchtern ins Zentrum Wiens auf die Märkte getrieben. Heute müssen wir das Fleisch selber holen oder uns bringen lassen, was selten vorkommt. Deshalb ist heute ein besonderer Tag.

T-Bone-Steak mit Romanescosalat und Kukuruz

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Ein T-Bone-Steak à 1 kg reicht für etwa 2 bis 3 Personen. Zum ersten Mal Fleisch aus dem Internet bestellt und es hat geklappt, auch die Abrechnung war grammgenau, das Zuviel wird sofort zurücküberwiesen. Gut abgehangen schmeckt das T-Bone-Steak herrlich. So kann man sagen, es wurde in Österreich groß gezogen, geschlachtet, zerlegt und: zernagt. Ohne Pfeffer, irgendwelchen Marinaden oder BBQ-Saucen, das braucht man nicht. Diese erweisen sich als überflüssig, nämlich dann wenn die Grundzutat, das Fleisch, von hoher Qualität ist. Wir haben das Steak in Tranchen serviert.

Zubereitung Das T-Bone-Steak eine Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen, um es auf Zimmertemperatur zu bringen. Dann salzen, mit wenig Olivenöl beträufeln und damit einreiben. Die gußeiserne Grillpfanne bei höchster Temperatur vorheizen. Wenn sie zu rauchen beginnt, das Fleisch einlegen, 6 Minuten lang, wenden und nochmals 6 Minuten lang grillen. Dann die Seitenkanten grillen und anschließend 10 Minuten ruhen lassen, im Backrohr aber auch draußen bei Zimmertemperatur, damit die Wärme durchziehen kann. Und die Fasern sich entspannen.

Dazu einen Romanescosalat mit Tomatenraritäten, wie hier. Und einen gekochten Maiskolben mit Kräuterbutter und in der Pfanne gebratene Eierschwammerl.

Für den Romanescosalat: Alain Ducasse & Paule Neyrat “Ducasse Nature einfach, gesund und gut”, S. 189

https://cdn.shopify.com/s/files/1/1905/5531/files/How_to_do_Steaks.pdf?v=1584873120


Steak mit Bohnen

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Sofrito in Olivenöl anschwitzen, mit Rinderbrühe aufgießen, die weißen Bohnen dazu geben, 10 Minuten leise köcheln lassen, Picada einrühren, vom Herd nehmen, ein paar Minuten ziehen lassen.

Das Wagyu-Steak 2 Minuten auf allen Seiten braten. Über die Bohnen ein bisschen Parmesan reiben.

Für die Picada:

https://kuechenereignisse.com/2020/06/27/huhnerkeulen-mit-paellareis-und-mangoldsalat/

Für die Sofrito:

https://kuechenereignisse.com/2018/09/26/sofrito-geheimtipp-aus-dem-mittelmeer/

Rind mit Lecsó Sauerkirschkuchen

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Ungarisches Ratatouille (Lecsó)

9 Paprika, vierteln und schälen und in Streifen schneiden, 6 kleine Zwiebel, in feine Scheiben schneiden. In Olivenöl anschwitzen, die Paprikastreifen dazu geben, ein paar Minuten mitschwitzen lassen auf mittlerer Hitze, in der Zwischenzeit: 6 Tomaten blanchieren, enthäuten und entkernen, in Streifen schneiden, zur Paprika geben. 2 EL Paprikacreme und ein EL Tomatenmark einrühren, salzen und pfeffern. Rotes Paprikapulver und – wenn nötig – einen Schluck Wasser dazu geben, bissfest kochen.

Dazu ein bei Radatz unter dem Namen „Irish Côte de boeuf“ gekauftes Stück Rind, 29,80 das Kilo. Auf dem Bild im Internet bei Radatz sieht das ein bisserl anders aus, es hat uns aber gut geschmeckt. Das Rindstück war nicht trockengereift, deshalb war es wohl so mürb, von der Konsistenz her nicht so fest, sodass man daraufkommen kann, dass es für Tafelspitz geeignet ist.


Sauerkirschkuchen

Für den Mürbeteig: 50 g Kokosmehl, 50 g Mandelmehl mit 30 g Pfeilwurzelmehl vermischen, 125 g kalte Butter und 3 EL Honig und ein Ei dazu geben und zu einem Teig kneten. Für die Topfenfüllung: 250 g Topfen, 250 Frischkäse, 150 ml Sauerrahm, 2 Eier, 50 g Maistärke, 100 g Butter, 100 g Zuckerersatz (Erythrit), das Mark einer ausgekratzten Vanilleschote und 50 ml Zitronensaft miteinander gut verrühren. Den Teig dünn ausrollen, eine runde Tortenform damit auskleiden, dann die Topfenmischung eingießen, mit Sauerkirschen belegen. Bei 180 Grad zirka 40 Minuten backen.


Schwarzer Käferbohnen-Rindfleischsalat

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Mit Rindfleisch vom Schwarzen Scherzel und schwarz-gefleckten Käferbohnen, mariniert mit feinem Chardonnay-Essig und schwarzem Kürbiskernöl. Man könnte ihn auch mit frisch geriebenem Kren überzuckern. Radieschen, rote Zwiebel und die Jungzwiebeln sind aber scharf genug.