In einer kleinen Kuchl verarbeitet die Hofköchin landwirtschaftliche Erzeugnisse, vorzugsweise aus unserem Landstrich. Dabei fallen regelmäßig Küchenereignisse an, über die wir auf diesem Blog berichten.
Küchenereignis, das; -ses, -se: außergewöhnliches Ereignis, das mit schöner Regelmäßigkeit in der Küche anfällt.
Gemüse würfeln. Gelbe und rote Karotten, Paprika, Zucchini. Lauch in Scheiben schneiden. Brokkoli in Röschen teilen. Zwiebeln fein hacken. Die Cashewnüsse in der Pfanne ohne Öl anrösten. Vom Herd ziehen, salzen und mit ein wenig Honig karamellisieren. Auskühlen lassen. Fein gehackte Zwiebeln in Kokosöl anschwitzen. Das Gemüse nach Härte hineingeben, zuerst die Karotten, ein paar Minuten mitschwitzen lassen, dann die Brokkoli, Lauch, Paprika, Zucchini. Alles ein bißerl mitschwitzen lassen. Die Curry-Sauce hineingeben, verrühren und mit 400 ml Kokosmilch aufgießen. Ein paar Minuten köcheln lassen. Zum Schluß vor dem Servieren Spinatblätter und gehackte Petersilie unterheben. Mit gekochtem Reis und den Cashewnüssen servieren.
Allfällige Ähnlichkeiten mit anderen Currys sind rein zufälliger Natur, der Schlichtungs-/ Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Statt mit Wein kann man auch mit Verjus ablöschen.
Rezept für 2 Teller
15 g getrocknete Morcheln mit 100 ml heißem Wasser aufgießen und eine Viertelstunde ziehen lassen. Anschließend durch eine Teefilter abseihen. Den Morchelsaft auf die Seite stellen und die Morcheln mit Wasser abspülen und abtropfen lassen. Einen EL Olivenöl in einem Sautoir erwärmen. 160 g Risottoreis (Carnaroli von Magisa) dazugeben und anschwitzen bis der Reis Perlenfarbe angenommen hat. Mit einem Achterl Verjus ablöschen und einköcheln lassen unter ständigem Rühren. Dann den Morchelsaft dazu geben, einrühren, köcheln lassen. Dann die Morcheln dazu geben. Dann nach und nach bis zu einem halben L selbstgemachtemHühnerbrühe einrühren bis das Risotto bißfest ist. Das dauert circa 20 bis 25 Minuten. Dann vom Herd nehmen. Butter und Parmesan nach Gusto einrühren.
Servieren.
Dazu gibt es: nichts. Wir hatten keine Lust in den Supermarkt zu gehen und Salat zu kaufen. Jaja, wir sind gurkerl verwöhnt. Und Monika Sparstrumpf läßt grüßen.
Na dann: schlotz, schlotz!
Gurkerl: Lebensmittel-Lieferservice, der den Einkauf nach Hause bringt.
Caesar‘s Salad ist nicht, wie sich leicht vermuten läßt, deshalb so berühmt, weil es der Salat der Römischen Cäsaren war. Nein, er wurde nur von einem Italiener mit Vornamen Cesare erfunden. Und er ist nicht deshalb so wohlschmeckend, weil er so tolle Zutaten enthält. Römersalat, das ist ganz gewöhnlicher Kochsalat, das Knoblauch-Dressing und die gebratene Hähnchenbrust, alles keine Wellenbrecher. Die Kombination macht es aus. Nach dem durchschlagenden Erfolg in seinem Restaurant „Caesar’s Palace“ verlegte sich Cesare Cardini, der Erfinder des Caesar’s Salad, auf die Kreation von außergewöhnlichen Salatdressings. Salatdressings von Cardini’s® werden geschätzt in ganz Amerika. Wenn ich mir vorstelle, wir hätten den Caesar‘s Salad erfunden, wird mir ganz blümerant zumute. Deshalb gibt es nun den Küchenereignisse-Hähnchensalat. (Nein, nein nur Spaß. Der Salat heute stammt aus der Paleoküche von Pete Evans, auf S. 120.)
Rezept eines dem Caesar‘s Salad ähnlichen Hähnchensalats mit Anleihen vom Waldorfsalat
Avocado, Olivenöl, Apfelessig, Dille, Petersilie, Kokosjoghurt, Salz, Wasser, Senf im Standmixer glatt pürieren. Im Kühlschrank bis zur weiteren Verwendung aufbewahren. Die Hühnerbrust salzen, im Backrohr bei 160° braten. Herausnehmen, abkühlen lassen. In Streifen schneiden. Stangensellerie in Stücke schneiden. Friséesalat zerhacken, Chicorée in Scheiben schneiden, Estragonblätter abzupfen und einen grünen Apfel entkernen und in feine Scheiben schneiden. Walnußkerne ohne Fett anrösten. Dressing aus dem Kühlschrank nehmen. Alles zusammenrühren. Rosinen dazu geben.
Das Dressing schmeckt so gut, wie beim Caesar’s Salad: nur auf grün gepolt.
P.S.
Bei der Erfindung des Caesar‘s Salad handelt es sich um eine Resteverwertung aus der Not heraus. Zum Nationalfeiertag der Amerikaner, am 4. Juli 1924, trudelten im „Caesar’s Palace“ immer mehr Gäste ein, sodaß sich die Küche bald außerstande sah, alle zu bewirten. Man sah sich gezwungen, etwas Neues anzubieten. Reichlich vorhanden war Römersalat. Der Caesar‘s Salad war geboren. Ein solcher Geniestreich gelingt natürlich nicht jedes Mal bei der Resteverwertung.
Würde man nur schnell etwas zusammenwürfeln, käme man wohl nie auf diese Kombination aus Orangen, Fenchel und geräucherter Forelle. Aber sich auf eine Reise in die Stille begeben, Kochbücher wälzen und vor allem nicht gleich dem ersten Affekt nachgeben, nur so kommt man zu einem wohlgestalteten Gericht und zu dem vollen Genuß der Vorzüge, die eine solche Mahlzeit bieten. Sorgfältig überlegt kommt man zu Raffinesse und Einfachheit gleichzeitig. Das ist eben der Unterschied zwischen schnellem Kochen und langsamem Kochen. Nicht nur das Kochen selbst muß in Ruhe und mit Andacht geschehen. Nach etwas Überlegung und einigem Schmökern in Kochbüchern und auf Küchenereignisse haben wir Orange und Fenchel in einem Rezept gefunden und geräucherte Forelle dazu gegeben.
Rezept Orangen-Fenchel-Forellen-Salat
Fenchel in feine Scheiben schneiden, Orangen filetieren, dabei den Orangensaft in einem Schälchen auffangen. Rote Zwiebel in feine Ringe schneiden, Friséesalat putzen, Walnüsse in der Pfanne kurz anrösten. Dille und Petersilie fein hacken. Den aufgefangenen Orangensaft mit Mariendistelöl, Salz, Apfelessig miteinander verrühren und in den Salat rühren. Mit geräucherter Forelle und getoasteten Baguette servieren.
Quellen:
Patrick Leigh Fermor: Reise in die Stille, Zu Gast in Klöstern, Hanser 2000
Daniel Kahnemann: Thinking, Fast and Slow, FSG, 2011 (Schnelles Denken, langsames Denken)
Traditionen soll man hochhalten, besonders dann, wenn sie drauf und dran sind, unabdingbar im Strudel der Zeit umzukommen. Die VW-Currywurst, Synonym für Schaffenskraft, Emsigkeit und Sparsamkeit, hat im Betriebsrestaurant von Volkswagen ausgedient, so wie das Schnitzel und die Königsberger Klöpse. Der Laie staunt und der Betriebsrat wundert sich. Bei der Durchsicht der Küchenereignisse haben wir festgestellt, daß Curry gar nicht so selten bei uns auf den Tisch kommt. Doch dieses Mal haben wir es gewagt, für die Currypaste ein Fertigprodukt zu nehmen, allerdings eines im Glas, das in Wien hergestellt wird, mit Zutaten ohne E-Nummern, ayurvedisch und back to the roots, nach einem alten indischen Rezept, von einem jungen indischen Koch, ders kann. Curry muß schnell gehen, sonst ist es kein Curry.
Rezept Schnelles Hähnchencurry
In einer Paellapfanne (man kann auch einen Wok nehmen) etwas Kokosöl heiß werden lassen und Zwiebeln darin anschwitzen. Dann die gewürfelte Hähnchenbrust von allen Seiten darin braten. Dann die Currypaste hinein. Und einen Mix aus grünen und roten Paprika, Zuckererbsenschoten, Zucchini, Chinakohl und Jungerbsen dazugeben. Mitschwitzen lassen auf mittlerer Hitze. Immer kräftig umrühren. Dann die Fischsauce hineinschütten, mit Kokosmilch aufgießen. Cashewkerne dazu. Ein paar Minuten köcheln lassen und vom Herd nehmen. Spinat- und Korianderblätter dazu geben. Dazu den fertig gekauften Blumenkohlreis erwärmen im Backrohr und extra dazu servieren.
Inspiriert von Pete Evans, Die Paleoküche, Robb Wolfs Schnelles Hähnchencurry, S. 132
Conclusio
Das hat geschmeckt und deshalb werden wir in den nächsten Tagen noch öfters mal was mit Curry machen. Das Glas mit Currypaste ist ja noch nicht leer. Die Currypaste ist so mittelscharf, grad richtig.
Zartes, gebratenes Forellenfilet, mit feiner, leicht knuspriger Haut steht in wunderbarem Kontrast zu einem frischen Salat mit den feinen Blättern der Jungerbsen und knackigen Sprossen in leichtem Apfelbalsamessig und feinem Leindotteröl. Dazu erdige, in der Schale gekochte rotschälige Erdäpfeln. Darüber gestreut Fleur de Sel aus Tirol. Man wundert sich, wie dorthin das Fleur de Sel kommt; aber dann kommt man drauf, daß es ja auch in Tirol die Alpensole gibt, bei der die Gezeiten zwar keine große Rolle spielen. Jedoch kann man aus ihr Salz gewinnen; handgeschöpft von der Wasseroberfläche, wenn der Temperaturunterschied zwischen Luft und Wasser ideal ist.
Zutaten
Bachforelle aus Mariazell, Stmk
Rotschalige Desiree-Erdäpfeln aus dem Weinviertel, NÖ
Alpen-Fleur de Sel aus Rum in T
Apfelbalsamessig aus Niederwaldkirchen, OÖ
Und aus Raasdorf, NÖ kommen die Jungerbsen (wer hier nach Erbsen sucht, sucht vergebens, es sind Blätter), Rioja-Radieschen-Sprossen, rote Senf-Sprossen, Daikon-Radieschen-Sprossen und Boretsch-Sprossen für den Sprossen-Salat
GT steht für „Gran Turismo“, etwa „Große Fahrt“ im Sinne von sportlichem und komfortablem Fahren, wie z.B. beim Ferrari 250 GT. Bei unserem Risotto steht das GT aber für Garnelen und Tomatenpulver. Garnelen hatten wir zwar nicht, aber ca. 250 g Jakobsmuscheln. Und ca. 25 g Tomatenpulver, das aus 1 kg Ochsenherztomaten gewonnen wurde. Tomatenpulver – Jakobsmuscheln – Pesto: Rot weiß grün wie die Farben Italiens.
Risotto 250 GT
1 kg Ochsenherztomaten vierteln, das Gehäuse entfernen und auf einem mit Backpapier belegten Backblech verteilen, mit frischen Majoranblättern und Knoblauchscheiben belegen. Salzen. Vier Stunden bei ca. 90 Grad im Backrohr beheizen, bis sie schön trocken sind. Für das Pesto 40 g Minzeblätter, 10 g geröstete Pinienkerne, 50 ml Olivenöl und 1 TL Zitronensaft im Mixer pürieren. Wenn die Tomaten getrocknet sind, in einem Standmixgerät pürieren. 150 g Risotto mit 8 ml Olivenöl glasig dünsten. Mit 40 ml Weißwein ablöschen. Einköcheln. 800 ml Fischfond nach und nach unter ständigem Rühren dazu geben. In der Zwischenzeit Weißweinessig sirupartig einköcheln, sodass etwa 1 EL übrig bleibt. Spargel schälen und etwa in 3 bis 4 cm große Stücke schneiden und in Salzwasser drei Minuten blanchieren. Jakobsmuscheln in der Pfanne beidseitig anbraten, bis zum Servieren ca. 2 Minuten im 60 Grad vorgeheizten Backrohr warm halten. Wenn das Risotto fertig ist, vom Herd nehmen, 40 g Butter, 50 g geriebenen Parmesan und 1 EL von dem eingeköchelten Weißweinessig einrühren und anrichten.
Eindruck
Rassiges Risotto wuchtig im Geschmack, und doch geschmeidig, das gut in den Geschmackskurven liegt, die Geschmacksnerven kommen schnell in die Gänge, rassig wie das sich aufbäumende Pferd aus Maranello.
Ferrari 250 GT
Das Coupé wurde von pininfarina S.p.A. designt, jener legendären Firma, deren Gründer Battista „Pinin“ Farina war; welch klingender Name – auf Deutsch hieße er Baptist Mehl, das „Pinin“ ist unübersetzbar. Damit ließe sich kein Stückerl Auto verkaufen. Andererseits hat er was mit Franz Liszt gemeinsam. Liszt ist ungarisch und heißt auf deutsch Mehl.
Der Ferrari 250 GT war einer der ersten Sportwagen, der das GT für „Gran Turismo“ im Namen trug. Das Kürzel wurde von anderen Sportwagenherstellern wie Lancia, Alfa Romeo, McLaren, Maserati aufgegriffen, später dann auch von Volkswagen beim Golf GT. Bei diesem Wägelchen klingt „Gran Turismo“ allerdings etwas verwegen.
Der Ferrari 250 GT ist ein Zwölfzylinder, eh klar ein Ferrari halt, wobei ein Zylinder einen Hubraum von 250 ccm hat, daher die Zahl im Namen. Er war lange Zeit der Maßstab für Sportwagen und schrieb Automobilgeschichte. Das Coupé war das erste Auto, das Ferrari in Pininfarinas Fabrik in größeren Stückzahlen herstellen ließ, man wurde dreistellig! Den Ferrari 250 GT SWB California, den Alain Delon zwischen 1963 und 1965 fuhr, hatte man nach rund 50 Jahren in einer Scheune wieder entdeckt. Er war praktisch unversehrt, nur unter einem Stapel alter Zeitungen begraben. Die Zeitungen waren nichts mehr wert. Der Ferrari wurde um 14,2 Mio. Euro versteigert.
Wilhelm Maria Eisenring von der Feuerversicherung hätte seine Freude daran gehabt.* Alles hatte ganz harmlos damit angefangen, daß ich Tee kaufen wollte. In der Theehandlung Schönbichler in der Wollzeile gibt es Assam Greenwood, China Golden Yunnan, Nepal Sunderpani u.s.w. und Darjeeling First Flush, eine Rarität, die extra eingeflogen wird, gleich nachdem sie geerntet wurde. Dieser Tee wird von den jungen, zartgrünen und frischen Trieben geerntet, wenn sie gerade mal zwei Blätter und eine Knospe haben, deshalb ist er besonders mild und zart im Geschmack. Aber es gibt auch härteren Stoff bei Schönbichler: Carolina Reaper; das ist zwar kein Tee, aber ein Chili im Flachmann. Im Guinness-Buch der Rekorde wird Carolina Reaper als schärfster Chili der Welt geführt, mit einem gemessenen Spitzenwert von 2,4 Millionen Scoville, der Einheit vom Schärfegrad, nur so zum Vergleich: Jalapeno-Chili hat bis zu 8.000 Scoville, Peperoni bis zu 500. Nun das war mir nicht so bekannt, als ich gleich zwei Flaschen davon nahm, in diesem handlichen Format, eine beinhaltet 9 g Chilipulver. Mittlerweile ist mir zwar klar geworden, was ich da eigentlich gekauft habe. Klar dürfte sein, daß man davon nur die Messerspitze einer Messerspitze einer Messerspitze nimmt. (Aha, deshalb diese kleinen Flacons!) Carolina Reaper kann zu gesundheitlichen Beschwerden führen, zu Kreislaufproblemen, Übelkeit oder zu den berüchtigten Donnerschlagkopfschmerzen, die schlagartig auftreten, daher der Name.
Bitte nur winzigste Mengen verwenden!
Flehentliche Bitte auf der Homepage von Maknus.co, Lieferant von Carolina Reaper
Da gibt es ja die nette Geschichte von dem Mann, der in New York an einem Chiliwettessen teilgenommen hatte und anschließend ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Diagnose: Donnerschlagkopfschmerzen! Er hatte Carolina Reaper gegessen. Ein anderer hält den Rekord für die meiste Einnahme von Carolina Reaper: 120 g in einer Minute! Was mit diesem Herrn danach geschah, Notaufnahme, Reha oder Schlimmeres ist mir nicht bekannt. Ich glaube nicht, daß er einfach so davonspaziert ist. Ein anderer hält den Rekord für die schnellste Zeit, drei Carolina-Reaper-Schoten zu verspeisen: in 9,72 Sekunden hat er sie weggeputzt! Nicht nachmachen, was diese Mädels so treiben! Scharfer Chili hat aber angeblich auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Bei indigenen Bevölkerungen, die häufig scharfe Chilis konsumieren, kommen Herzerkrankungen und Krebs sehr selten vor. Aber… ist‘s Korrelation oder Kausalität?
Rezept CCCP Chili con Carne Party
Anmerkungen:
Fleisch statt Gewolftes
Statt mit Faschiertem verwendet man gewürfeltes Rindfleisch (wir von der Schulter).
Bohnen sind Beilage nicht Zutat
Die Bohnen kommen nicht ins Chili hinein, im Original ist das eine Kann-Beilage und keine Muß-Zutat. Wir hatten Pintobohnen, das sind die allseits bekannten Wachtelbohnen, die schon vor 6.000 Jahren die Inkas angebaut haben. Unsere stammen aus Österreich.
Chilipulver Carolina Reaper
Im Rezept, siehe unten, an dem wir uns orientiert haben, kommt kein Chilipulver vor, da kommt eine ganze Chili hinein und nicht Carolina Reaper. Deshalb – Stichwort „Texturmix“ – kam bei uns eine Spitzpaprika dazu.
Beim Anbraten der Fleischstücke wird der dabei entstehende Saft nicht verdampft, sondern in eine Sauteuse abgegossen und weiterverwendet.
So haben wir es gemacht (für 6 Portionen):
Am Morgen (oder am Tag davor) etwa 1 L Rindsuppe machen.
1,5 Kilo Rindfleisch von der Schulter, in zirka 2 cm Stücke geschnitten, portionsweise in einer Pfanne mit etwas Schweineschmalz anbraten. Den Saft in eine Sauteuse abgießen.
Zwiebeln in Schmalz in der Pfanne bräunlich anrösten.
Herd zurückdrehen. Knoblauch dazu geben, und kurz mitschwitzen. Zwei Mal durchrühren.
Zwiebel und Knoblauch zum Fleisch in die Sauteuse geben.
Mit Rindssuppe soviel aufgießen, sodaß alles bedeckt ist.
Eine rote Spitzpaprika, die Hälfte davon in Ringe geschnitten, die andere gewürfelt – ein EL Oregano ein TL Kreuzkümmel und ein TL gemörserter Koriander dazu geben. Salzen.
Carolina Reaper dazu geben, siehe unten den Einschub „Wieviel Carolina Reaper?“.
Ohne Deckel zwanzig Minuten köcheln.
Herd zurückdrehen. Zugedeckt etwa 1,5 Stunden schmoren. Ein zwei Mal die Schärfe nachjustieren.
Dazu Tacos und Bohnen.
Wieviel Carolina Reaper nehmen?
Blinder als blind ist der Ängstliche.
Max Frisch (1911 – 1991), Biedermann und die Brandstifter (1958), Szene 2
Blinder als blind ist zwar der Ängstliche, doch wie wagt man sich an einen hochgezüchteten Flammenwerfer heran? Wir haben Carolina Reaper zuerst einmal so stark verdünnt, daß wir uns sicher sein konnten, daß er uns nicht weh tun würde. Und zwar haben wir mit einem Teelöffel möglichst wenig aus dem Flacon entnommen. Und dann die verklumpten Teile wieder in den Flacon zurückgeleert! Ja, so vorsichtig sind wir. Alsdann haben wir das verbliebene Pulver in einer Schüssel mit lauwarmen Wasser angerührt und mit dem Umrührlöffel gekostet, aber nur abgeschleckt. Und das war tatsächlich immer noch scharf. Vorsichtig ging es weiter. Wir haben drei Salatlöffel Chiliwasser in den Fleischtopf geschüttet. Nach 20 Minuten köcheln konnte man die Schärfe immer noch schmecken. Sodann haben wir mit weiteren drei Salatlöffeln nachgewürzt. Hat aber nichts gebracht. Also haben wir doch etwas Pulver direkt dazu geben, immer nur ganz wenig, umrühren, eine Minute warten und dann gekostet. Es soll so scharf sein, daß man nicht darüber nachdenken muß, wo die Schärfe geblieben sei. Um das zusätzliche Wasser verdampfen zu lassen, haben wir das Chili etwas länger offen kochen lassen.
Chili Con Carne Party (CCCP) ZutatenDen Saft vom Anbraten ablassenSpitzpaprika, Oregano, Kreuzkümmel, KorianderStarterset Carolina ReaperChili Con Carne Party CCCPChili Con Carne Party CCCPChili Con Carne Party CCCPCarolina Reaper
Und mit Raritäten-Erdäpfeln Mecklenburger Schecke. Da röhren die Frösche fröhlich vor sich hin! Wenn ich denke, daß die Momente, die ich gelebt habe, für immer verloren sind, bin ich über den Eifer erstaunt, noch weitere erleben zu wollen! So schrieb Cioran. Kochen wiederholt das Vergnügen und läßt uns die schönsten Momente immer wieder aufs Neue durchleben. Wer hat nicht schon mal Spargel, Pesto, Lachs und sehr wohl auch Kartoffeln, wenn auch keine Mecklenburger Schecken, gegessen. Damit tricksen wir den alten Cioran aus. So werden Momente zu geronnener Glückseligkeit. Es ist wie mit der Musik. Man kann sie immer wieder zu neuem Leben erwecken.
Kennengelernt haben wir die Frankfurter Grüne Soße, als es noch ein „FrischeParadies“ in Wien gab. Dort konnte man einen Packen mit allen sieben Kräutern kaufen, die man für die Frankfurter Grüne Soße braucht. So mußten wir Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Sauerampfer und Schnittlauch einzeln besorgen, Pimpinelle haben wir keine bekommen. Ich erinnere mich, das ist schon lange her, im „FrischeParadies“ eine dort frisch gemachte Frankfurter Grüne Soße bekommen zu haben, diese war beeindruckend gut. Trotz Mangels an Pimpinelle hat auch unsere hervorragend geschmeckt. In der Herstellung ist es recht einfach, den Schnittlauch haben wir gehackt, den Rest mit dem Dotter eines gekochten Eis püriert. Dazu Sauerrahm, das Eiweiß hacken, drunter mischen, mit Apfelessig, Olivenöl und Senf verrühren. Dazu ein paar gekochte Kartoffeln und Marchfelder Spargel. Noch nie zuvor haben wir einen so guten Spargel gegessen! Abgesehen davon, daß er nicht holzig war, war er richtig knackig. Das war unser erster Spargel, der nicht aus dem Supermarkt kam, sondern von gurkerl.at. Zusammen mit der Frankfurter Grie Soß ein Genuß!
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