Unübertrefflicher Jamie! Fish ’n‘ Chips sind ein Klassiker der Englischen Küche, man könnte meinen, dazu wurde schon alles gesagt. Und da traut man sich dann nicht so drüber; Jamie Oliver hat es getan, der Fisch wird zwar paniert mit Mehl und Ei wie eh und je, aber es kommt eine spezielle Knusperkruste drauf, mit Speck, Brot und Olivenöl.
Wir haben das gemacht wie im Buch. Nur den Speck und das Brot haben wir etwas gröber im Standmixer zerkleinert als er das will; eher so groß wie Grammeln. Die sind ja auch sehr knusprig, deshalb haben wir vielleicht auch noch extra dazu einen optisch knusprigen Effekt erzeugt. Die Minzsoße haben wir püriert im Standmixgerät, Jamie sagt im Mörser. Im Backrohr wird das Fischfilet gegart, also nicht in der Pfanne. So wird die Knusperkruste überbacken, da kann man nichts falsch machen. Warum das bei Jamie Oliver Mogelmeisters Fish & Chips heißt, kann ich nur vermuten. Vielleicht wegen der speziellen Knusperkruste mit Speck, der macht schon was her. Aber warum das gemogelt sein soll, wenn man ein Gericht optimiert, weiß ich nicht. Und das Motto dieses Kochbuchs ist ja wie der Titel schon sagt, mehr oder weniger bekannte Gerichte neu oder „anders“ zu interpretieren. Das ist gelungen! Und viel Geschirr macht es auch nicht, weil ja der Backofen herhalten muß und nicht die Pfanne. Da macht man gleich noch einen Freudensprung! Der Speck war Pancetta, das Fischfilet vom Heilbutt.
Nach Jamie Oliver, 7 mal anders, 2020, Mogelmeisters Fish&Chips, S. 233
Kann man im Sommer Linsen essen? Diese Frage stellten wir uns und so probierten wir es aus. Fazit: Man kann; man muß aber nicht. Linsen ergeben ein wohligwarmes Gefühl im Bauch, das man im Sommer, wenn es heiß ist, nicht braucht. Es gibt eine arabische Legende, nach der drei Schwestern einen Prinzen zum Tee in der Sahara einladen, sie trinken also Tee in der Sahara und er verspricht, wieder zu kommen, er reitet weg und kommt nicht wieder zurück und sie warten und warten und warten, bis es zu spät ist*.
Also, warum sollten wir dann nicht im Sommer Linsen essen? So wurde daraus ein indischer Abend, ausgedacht von Jamie Oliver, den wir im Sommer zu Mittag hatten.
Nach Jamie Oliver, Together, Kap. „Curry-Abend“: wir wählten aus:
Rauchiges Auberginen-Dal mit Linsen und schwarzen Bohnen, Kardamom und Zimt, schwarzen Senfkörnern, Kreuzkümmel, Thymian (S. 50)
Würfelsalat mit Radieschen, Romanasalat (Kochsalat), Salatgurke, Kräuter sind Minze und dazu Orangensaft (S. 58)
Karotten-Raita mit Schwarzkümmel und Zitronensaft (S. 59)
Naan mit Fenchel (S. 56)
Wir haben Naan mit Fenchel, das indische Fladenbrot, selbst gemacht, man muß es nicht backen, es wird in der Pfanne gebraten.
Ein feierlicher Moment war, als der Zimt angezündet wurde und die Küche im Zimtrauch stand. Allerdings zündete der Zimt nicht wirklich, er glühte nur vor sich hin, wenn man die Flamme daran hielt. Aber es roch sehr gut! Das kann ich mir an einem kalten Winterabend gut vorstellen.
* The Police „Tea in the Sahara” aus dem Jahre 1983 wurde von dieser Geschichte in Peter Bowles Roman „The Sheltering Sky“ aus dem Jahre 1949 inspiriert.
Uns hat die Currypaste, die wir bei Gurkerl bekommen haben, gut geschmeckt, da haben wir uns gedacht, auf der Schiene möchten wir weitermachen; und tatsächlich, da gibt es wirklich ein indisches Kochbuch mit Rezepten von diesem Ayurvedic Chef, den es da nach Wien verschlagen hat. Wir haben zwar das fertige Papa Marsala gekauft, machen aber das Ghee selber, also handelt es sich hierbei um langsames Kochen. Nur die Currywurst geht schnell. Man bekommt auch noch ein paar Erziehungstipps ab, aber das hat es früher auch schon gegeben, wie Stefan Maiwald in einem antiquarischen Büchlein über Triest herausgefunden hat. Damals waren die zu erziehenden Kinder gemeint, wenn es hieß, es sei darauf zu achten, daß die Kleinen nicht mit vollem Magen ins kühle Naß steigen; man spürt richtig den erhobenen Zeigefinger! Heutzutage dürfen Kinder machen, was sie wollen, dafür will man uns erziehen: „Halte beim Einkaufen die Augen nach Milchprodukten, die demnächst ablaufen, offen und greif zu. So rettest du sie vor dem Müll und sparst oft auch noch Geld“. Eigentlich ist das mehr so eine Art Kochführer und Ratgeber für alle Lebenslagen, aber die Rezepte sind gut. Und ein paar Gstanzln muß man wohl in der Kiste mit den ewig unverständlichen Zen-Mantras ablegen: „Der Schüler vertraut auf die gefühlte Wahrheit, der Meister auf die gefüllte Wahrheit.“
Das ist der Weg zum rum-fort-Curry. Alles kommt rein was rum liegt und fort muss.
Hartmut Falk, Blogger, Zahnarzt und Bäckermeister, der schon vorher gewußt hat, wo bei uns die Reise hingeht.
Wir haben uns für das Korma-Gemüse-Curry entschieden, weil wir zum Beginnen ein typisches Curry haben wollten. Und nicht weil es grad passt zur Resteverwertung; dazu eignet es sich angeblich wunderbar, empfiehlt der Ratgeber; das haben wir erst nachher gelesen, uns bleibt aber auch selten was über. Wir haben uns an das Rezept gehalten, also rein mit der für dieses Curry erstandenen Süßkartoffel, dem Zucchino, der Aubergine und dem Paprika. Die Korma-Paste haben wir nicht selbst gemacht, sondern die von Karma Food genommen und für den halben Teelöffel Garam Masala „Papa Masala“, weil das schärfer ist als „Mama Marsala“. Auf dem ganzseitigen Bild gegenüber vom Rezept ist uns eine Pfanne mit Erbsen-Reis angesprungen, was wir als Anreiz des Kochführers verstanden, daß man das dazu machen soll. Ein paar Seiten später haben wir ein der Abbildung verdächtig ähnlich klingendes Rezept gefunden, den „Gemüse-Reis“. Kurz weitergeblättert stießen wir auf Raita, bei dem steht, daß es kaum ein indisches Rezept gibt ohne diese Begleitung. Nun also haben wir unser phänotypisch indisches Curry zusammengestellt.
Korma-Gemüse-Curry
Reis mit Erbsen
Raita, das indische Tsatsiki mit Gurken, Knoblauch, Koriander und Minze
Wir sind zwar noch Anfänger was das Indische betrifft, dennoch hat es hervorragend geschmeckt. Das Curry war nicht so flüssig, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber wir haben uns genau an das Rezept gehalten, vielleicht gehört es ja so.
Nach „Karma Food“, Simone & Adi Raihmann, 2019, S. 88 „Korma-Gemüse-Curry“, S. 118 „Gemüse-Reis“, S. 121 „Raita“
Schon seit 2 Jahren kein Jamie-Oliver-Kochbuch gekauft! Das wurde nachgeholt und so machen wir gleich 6 Seiten aus dem neu erstandenen Together-Kochbuch, also alle Beilagen die Jamie Oliver für Rumpsteak vorsieht. Wir haben ein Steak vom Beiried von der Fleischerei Ringl. Schon knapp nach Tagesanbruch kurz nach 6:00 morgens waren wir dort!
Rezepte von Jamie Oliver, Together, 2021. Das andere Kochbuch, das wir von Jamie Oliver erstanden haben, ist das da: 7 mal anders, 2020. Davon kommt sicher noch was von uns. Der unermüdliche Jamie Oliver veröffentlicht jedes Jahr ein neues Kochbuch, das nächste gibt es am 1. September 2022. Da können wir uns schon auf was freuen nach dem Sommerurlaub.
Zutaten
Gegrillte und geröstete Kartoffeln: Salbei, Knoblauch, etc.
Rote Röstzwiebeln: Knoblauch, Thymian, Honig, Essig, etc.
Brunnenkressesauce: pfeffrig, spritzig mit eingelegten Silberzwiebeln, Kapern, Sardellenfilets, etc.
Saftige Steaks vom Beiried. Das Wichtigste bei der Steakzubereitung ist, daß man es 5 Stunden vorher aus dem Kühlschrank nimmt. Sonst nützt die heißeste Pfanne nichts.
Knackiger Kopfsalat: Sardellenfilets, Feta, Parmesan, Joghurt, etc.
Da ist uns ein kleines Malheur passiert. Rist wird sich freuen!
Steak und Beilagen aus dem Together-Buch
Beiriedschnitten
Am Teller angerichtet. Das Grün vom Teller und das von der Brunnenkressesauce.
Rezept Croûtons 4 Scheiben Toastbrot in große Stücke würfeln. Olivenöl mit geriebenen Knoblauchzehen und Salz vermischen. Die Brotwürfel dazu geben und durchmischen, damit die Brotwürfel alles schön aufsaugen. Bei 200° knusprig im Backrohr auf mittlerer Schiene anrösten. Dressing 2 Dotter mit 2 EL Zitronensaft (Amalfi), 2 TL Dijonsenf, 2 Prisen Salz, 1 TL Akazienhonig, 5 zerdrückte Anchovis, 1 kleine geriebene Knoblauchzehe und 2 TL Worcestersauce in ein hohes Gefäß geben. 140 ml Olivenöl dazu geben und den Pürierstab von unten hochziehen wie bei Quick-Mayonnaise. Im Kühlschrank kaltstellen. Huhn 2 Hühnerbrüste in längliche Streifen schneiden. Salzen. Und in der Pfanne in Olivenöl anbraten. Romanasalat(Kochsalat) In der Zwischenzeit 2 Romanasalat waschen, in mundgerechte Stücke schneiden. Vor dem Servieren in das Dressing 30 g fein geriebenen Parmesan einrühren. Romanasalat mit dem Dressing vorsichtig verrühren. Croutons und Hühnerstücke darauf platzieren. Mit grob geriebenem Parmesan und mit Kapern bestreuen. Und mit Croûtons servieren.
Mengen für 2 Teller.
Der Caesar`s Salad ist ein American Icon. Er wurde vor knapp 100 Jahren im Restaurant „Caesar’s Palace“ in Tijuana von einem Italo-Amerikaner erfunden. Wir haben versucht, den Caesar’s Salad so originalgetreu wie möglich zu machen. Deshalb haben wir im Internet gesucht und haben da Anleihen genommen: http://reisehappen.de/caesar-salad/
Mehr zum Salat der Cäsaren und zur Frage, was das alles mit dem alten Julius zu tun hat: hier!
Gemüse würfeln. Gelbe und rote Karotten, Paprika, Zucchini. Lauch in Scheiben schneiden. Brokkoli in Röschen teilen. Zwiebeln fein hacken. Die Cashewnüsse in der Pfanne ohne Öl anrösten. Vom Herd ziehen, salzen und mit ein wenig Honig karamellisieren. Auskühlen lassen. Fein gehackte Zwiebeln in Kokosöl anschwitzen. Das Gemüse nach Härte hineingeben, zuerst die Karotten, ein paar Minuten mitschwitzen lassen, dann die Brokkoli, Lauch, Paprika, Zucchini. Alles ein bißerl mitschwitzen lassen. Die Curry-Sauce hineingeben, verrühren und mit 400 ml Kokosmilch aufgießen. Ein paar Minuten köcheln lassen. Zum Schluß vor dem Servieren Spinatblätter und gehackte Petersilie unterheben. Mit gekochtem Reis und den Cashewnüssen servieren.
Allfällige Ähnlichkeiten mit anderen Currys sind rein zufälliger Natur, der Schlichtungs-/ Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Wilhelm Maria Eisenring von der Feuerversicherung hätte seine Freude daran gehabt.* Alles hatte ganz harmlos damit angefangen, daß ich Tee kaufen wollte. In der Theehandlung Schönbichler in der Wollzeile gibt es Assam Greenwood, China Golden Yunnan, Nepal Sunderpani u.s.w. und Darjeeling First Flush, eine Rarität, die extra eingeflogen wird, gleich nachdem sie geerntet wurde. Dieser Tee wird von den jungen, zartgrünen und frischen Trieben geerntet, wenn sie gerade mal zwei Blätter und eine Knospe haben, deshalb ist er besonders mild und zart im Geschmack. Aber es gibt auch härteren Stoff bei Schönbichler: Carolina Reaper; das ist zwar kein Tee, aber ein Chili im Flachmann. Im Guinness-Buch der Rekorde wird Carolina Reaper als schärfster Chili der Welt geführt, mit einem gemessenen Spitzenwert von 2,4 Millionen Scoville, der Einheit vom Schärfegrad, nur so zum Vergleich: Jalapeno-Chili hat bis zu 8.000 Scoville, Peperoni bis zu 500. Nun das war mir nicht so bekannt, als ich gleich zwei Flaschen davon nahm, in diesem handlichen Format, eine beinhaltet 9 g Chilipulver. Mittlerweile ist mir zwar klar geworden, was ich da eigentlich gekauft habe. Klar dürfte sein, daß man davon nur die Messerspitze einer Messerspitze einer Messerspitze nimmt. (Aha, deshalb diese kleinen Flacons!) Carolina Reaper kann zu gesundheitlichen Beschwerden führen, zu Kreislaufproblemen, Übelkeit oder zu den berüchtigten Donnerschlagkopfschmerzen, die schlagartig auftreten, daher der Name.
Bitte nur winzigste Mengen verwenden!
Flehentliche Bitte auf der Homepage von Maknus.co, Lieferant von Carolina Reaper
Da gibt es ja die nette Geschichte von dem Mann, der in New York an einem Chiliwettessen teilgenommen hatte und anschließend ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Diagnose: Donnerschlagkopfschmerzen! Er hatte Carolina Reaper gegessen. Ein anderer hält den Rekord für die meiste Einnahme von Carolina Reaper: 120 g in einer Minute! Was mit diesem Herrn danach geschah, Notaufnahme, Reha oder Schlimmeres ist mir nicht bekannt. Ich glaube nicht, daß er einfach so davonspaziert ist. Ein anderer hält den Rekord für die schnellste Zeit, drei Carolina-Reaper-Schoten zu verspeisen: in 9,72 Sekunden hat er sie weggeputzt! Nicht nachmachen, was diese Mädels so treiben! Scharfer Chili hat aber angeblich auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Bei indigenen Bevölkerungen, die häufig scharfe Chilis konsumieren, kommen Herzerkrankungen und Krebs sehr selten vor. Aber… ist‘s Korrelation oder Kausalität?
Rezept CCCP Chili con Carne Party
Anmerkungen:
Fleisch statt Gewolftes
Statt mit Faschiertem verwendet man gewürfeltes Rindfleisch (wir von der Schulter).
Bohnen sind Beilage nicht Zutat
Die Bohnen kommen nicht ins Chili hinein, im Original ist das eine Kann-Beilage und keine Muß-Zutat. Wir hatten Pintobohnen, das sind die allseits bekannten Wachtelbohnen, die schon vor 6.000 Jahren die Inkas angebaut haben. Unsere stammen aus Österreich.
Chilipulver Carolina Reaper
Im Rezept, siehe unten, an dem wir uns orientiert haben, kommt kein Chilipulver vor, da kommt eine ganze Chili hinein und nicht Carolina Reaper. Deshalb – Stichwort „Texturmix“ – kam bei uns eine Spitzpaprika dazu.
Beim Anbraten der Fleischstücke wird der dabei entstehende Saft nicht verdampft, sondern in eine Sauteuse abgegossen und weiterverwendet.
So haben wir es gemacht (für 6 Portionen):
Am Morgen (oder am Tag davor) etwa 1 L Rindsuppe machen.
1,5 Kilo Rindfleisch von der Schulter, in zirka 2 cm Stücke geschnitten, portionsweise in einer Pfanne mit etwas Schweineschmalz anbraten. Den Saft in eine Sauteuse abgießen.
Zwiebeln in Schmalz in der Pfanne bräunlich anrösten.
Herd zurückdrehen. Knoblauch dazu geben, und kurz mitschwitzen. Zwei Mal durchrühren.
Zwiebel und Knoblauch zum Fleisch in die Sauteuse geben.
Mit Rindssuppe soviel aufgießen, sodaß alles bedeckt ist.
Eine rote Spitzpaprika, die Hälfte davon in Ringe geschnitten, die andere gewürfelt – ein EL Oregano ein TL Kreuzkümmel und ein TL gemörserter Koriander dazu geben. Salzen.
Carolina Reaper dazu geben, siehe unten den Einschub „Wieviel Carolina Reaper?“.
Ohne Deckel zwanzig Minuten köcheln.
Herd zurückdrehen. Zugedeckt etwa 1,5 Stunden schmoren. Ein zwei Mal die Schärfe nachjustieren.
Dazu Tacos und Bohnen.
Wieviel Carolina Reaper nehmen?
Blinder als blind ist der Ängstliche.
Max Frisch (1911 – 1991), Biedermann und die Brandstifter (1958), Szene 2
Blinder als blind ist zwar der Ängstliche, doch wie wagt man sich an einen hochgezüchteten Flammenwerfer heran? Wir haben Carolina Reaper zuerst einmal so stark verdünnt, daß wir uns sicher sein konnten, daß er uns nicht weh tun würde. Und zwar haben wir mit einem Teelöffel möglichst wenig aus dem Flacon entnommen. Und dann die verklumpten Teile wieder in den Flacon zurückgeleert! Ja, so vorsichtig sind wir. Alsdann haben wir das verbliebene Pulver in einer Schüssel mit lauwarmen Wasser angerührt und mit dem Umrührlöffel gekostet, aber nur abgeschleckt. Und das war tatsächlich immer noch scharf. Vorsichtig ging es weiter. Wir haben drei Salatlöffel Chiliwasser in den Fleischtopf geschüttet. Nach 20 Minuten köcheln konnte man die Schärfe immer noch schmecken. Sodann haben wir mit weiteren drei Salatlöffeln nachgewürzt. Hat aber nichts gebracht. Also haben wir doch etwas Pulver direkt dazu geben, immer nur ganz wenig, umrühren, eine Minute warten und dann gekostet. Es soll so scharf sein, daß man nicht darüber nachdenken muß, wo die Schärfe geblieben sei. Um das zusätzliche Wasser verdampfen zu lassen, haben wir das Chili etwas länger offen kochen lassen.
Chili Con Carne Party (CCCP) ZutatenDen Saft vom Anbraten ablassenSpitzpaprika, Oregano, Kreuzkümmel, KorianderStarterset Carolina ReaperChili Con Carne Party CCCPChili Con Carne Party CCCPChili Con Carne Party CCCPCarolina Reaper
Und mit Raritäten-Erdäpfeln Mecklenburger Schecke. Da röhren die Frösche fröhlich vor sich hin! Wenn ich denke, daß die Momente, die ich gelebt habe, für immer verloren sind, bin ich über den Eifer erstaunt, noch weitere erleben zu wollen! So schrieb Cioran. Kochen wiederholt das Vergnügen und läßt uns die schönsten Momente immer wieder aufs Neue durchleben. Wer hat nicht schon mal Spargel, Pesto, Lachs und sehr wohl auch Kartoffeln, wenn auch keine Mecklenburger Schecken, gegessen. Damit tricksen wir den alten Cioran aus. So werden Momente zu geronnener Glückseligkeit. Es ist wie mit der Musik. Man kann sie immer wieder zu neuem Leben erwecken.
Das war ein Osterfest ganz nach meinen Vorstellungen! Wir haben es geschafft, ohne Einkaufstress durch Bestellung bei „gurkerl.at“, die schon pünktlich um 06:00 lieferten, für uns ist das kein Stress, wir sind da und freuen uns, wenn schon um diese Zeit so viel erledigt ist. Sodann fuhren wir los zur Fleischerei Ringl. Danach ging es noch zu „basic“, um den Mönchsbart zu kaufen; der ist so exquisit, daß man ihn nur in speziellen Geschäften kaufen kann.
Fernsehen ist seit langem tot. Man hat nur vergessen, es zu begraben.
Eigenzitat
Die Verkäuferin hat uns gefragt, was man damit machen kann, so unbekannt ist der, in unseren Breiten. Wir sind sehr zufrieden mit dem Zustelldienst „Gurkerl.at“, hat uns viele Wege erspart. So hatten wir Zeit genug fürs Kochen, also fürs Wesentliche und konnten schon am Samstag gemütlich die Sauce für die Rindsrouladen am Ostersonntag aufsetzen. Die digitale Transformation ist im Vormarsch. Und wir sind voll dabei! Wir sind am Samstag um 10:00 da gesessen und die Küchenfee hat gefragt, was machen wir jetzt? Einen Kaffee trinken. Sehr gemütlich. Und dann ging es los!
Was sonst noch zu Ostern aufgefallen ist:
Fernsehen ist seit langem tot. Man hat nur vergessen, es zu begraben.
Unser Teilsames: ich kenn das von klein auf, allerdings ist es inzwischen in Vergessenheit geraten. Und jetzt hab ich das wieder, Gottseidank haben wir die Fleischerei Ringl gefunden.
Familienosterfrühstück
Das Ostermontagfrühstück mußte man behutsam angehen: das Festessen stand ja noch aus. Jonathan, der Elefant, überwacht das Ganze.
Zutatenbild: Hier sehen wir zentral den Kalbsrollbraten, der mit den Kalbsknochen die am Ostersonntag für die Sauce verwendet wurden, insgesamt knapp 5 kg ausgemacht hat.
Der Kalbsrollbraten wird mit einem Pesto aus Petersilie, Bärlauch, Basilikum und Estragon sowie Pecorino und Pinienkerne (und Olivenöl) bestrichen.
Der Kalbsrollbraten als er fertig war aus dem Backrohr bei 160 Grad, ca. 2 Stunden und dann 20 Minuten 190 Grad.
Der Kalbsrollbraaten unmittelbar nachdem der Spagat (Küchengarn) aufgeschnitten wurde. Das ist einer der spannendsten Momente im Leben eines Kalbsrollbraten.
Das Aufschneiden des Kalbsrollbratens.
Kalbsrollbraten am Tisch.
Eine Portion Kalbsrollbraten. Ein Genuß!
Von den Bratkartoffeln war zu wenig, die Familie liebt Bratkartoffeln.
Ein köstliches Gericht mit einem besonderen Stück vom Rind; und ungarisch heißt er, weil er papriziert wird. Der Rostbraten ist ja anders, das ist ja mit Kochen. Den kann man nicht so wie eine Tiefkühlpizza aufwärmen, deshalb gibt es ihn heutzutage nur mehr selten, so populär er auch früher einmal war. Im Grunde hat sich das Kochverfahren in den letzten Jahrhunderten nicht viel verändert, wenn auch einige Kapriolen durchgemacht. Schon im Jahre 1740 taucht er im „Nutzlichen Koch-Buch“, erschienen in Steyr, auf als „eine Zwitter- und Zwischenform des Rost-Bratens und -Dünstens“ wie das im Großen Sacher-Kochbuch aus den Siebzigerjahren des Zwanzigsten Jahrhunderts geschrieben steht. Um und nach 1800 kannte man den Rostbraten in der Wiener Küche in allen erdenklichen Formen: als gegrillten, gedünsteten, gefüllten, sogar als faschierten und gebackenen Rostbraten, mit allerlei verschiedenen Begleitungen: mit Sauce, mit Rahmsauce, mit Kohl, mit Malaga und mit Zwiebeln. Wobei sich ja der Zwiebelrostbraten durchgesetzt hat. Im Fin de Siècle heißt er (bei J.M. Heintz, 1902): „Rostbraten aux oignons à la Viennoise“, à la mode auf Französisch, der damaligen Zeit entsprechend. Der Wiener Rostbraten kehrte wieder zu seiner ursprünglichen Form zurück und fast so machen wir ihn heute noch. Damit ist er aus der Zeit gefallen, einer Zeit, in der es schnell gehen muß, wo unter Kochen das Zusammenwürfeln verschiedener Zutaten verstanden wird; und am besten als Convenience Food mikrowellentauglich allzeit zur Verfügung steht. Eine „Küche“, die ohne Düfte auskommt, keinen Geschmack hat, deren Gerichte programmierbare Typen sind, maschinell vorgefertigt und reproduzierbar wie aus dem Replikator vom Raumschiff Enterprise. Was dereinst Science Fiction war, der Wunsch von Millionen, ist Wirklichkeit geworden. Jeder Zeit ihrEssen ihre Kunst, oder so ähnlich, so steht es auf der Secession beim Naschmarkt. So soll es denn sein.
Mit uns aber nicht. Wir haben ein Schwarzes Scherzel von der Fleischerei Ringl, was sich bestens für Rostbraten eignet und daraus einen Ungarischen Rostbraten gemacht. Um die verschiedensten Beilagen wie das um 1800 modern war, zu würdigen, gibt es ihn bei uns, als einzige Konzession an die heutige Zeit, mit Brokkoli.
Rezept Ungarischer Rostbraten
Zwei Rostbraten à 300 g plattieren, leicht einschneiden, damit er sich hernach nicht aufbiegt, und salzen. Auf einer Seite leicht bemehlen, auf dieser Seite in einer Sauteuse in heißem Fett braun braten, wenden, andere Seite braten. Herausnehmen und den Bratenrückstand mit einer feingeschnittenen mittelgroßen Zwiebel goldgelb rösten, etwas mit dem Sparschäler in grobe Streifen geschnittene Zitronenschale von einer Zitrone und zwei zerdrückten Knoblauchzehen beigeben, paprizieren, mit 1 EL Essig ablöschen und etwa 400 ml Rindsbrühe aufgießen. Die Rostbraten wieder hineingeben, eine nudelig geschnittene grüne Paprika beigeben, zudecken und weich dünsten, etwa 15 Minuten. Dann den Rostbraten herausnehmen, die Zitronenschalen mit der Gabel herausfischen und auf die vorgewärmten Teller placieren und die Sauce mit Mehl und 3 EL Sauerrahm binden. Dazu gibt es als Beilage Bandnudeln. Und gedünsteten Brokkoli.
Rezept inspiriert vom Großen Sacher-Kochbuch, S. 241
Dazu ein Glas Grüner Veltliner 2020, „Bognergasse“ vom Schwarzen Kameel (Kremstal, Weingut Josef Schmid)
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