Außen knusprig, innen ganz weich, das sind Hortobagi-Palatschinken aus Ungarn. Man spricht sie tatsächlich so aus, wie es geschrieben ist: Hortobagi, nicht Hortobadschi. „G“ bleibt „g“, nur aus „cs“ wird „dsch“ wie man an den eingedeutschten Palatschinken sieht. Trotzdem ist natürlich die Wortfindung „Hatschi-Bratschi-Palatschinken“ nicht zu verachten, wie sie mir eine Leserin freundlicherweise zugetragen hat. Wer eine Ungarische Kulinarikwoche vorhat, sollte mit einem Paprikahendl anfangen und dann zügig zu den Hortobagi-Palatschinken fortschreiten. Diese sind nämlich die unmittelbaren Vorgänger, wie ihr gleich sehen werdet. Es gibt nicht viele Rezepte, die als Resteverwertung das ursprüngliche Gericht übertreffen können. Das muss man den Ungarn erst einmal nachmachen.
Autor: Küchenereignisse
In einer kleinen Kuchl verarbeitet die Hofköchin landwirtschaftliche Erzeugnisse, vorzugsweise aus unserem Landstrich. Dabei fallen regelmäßig Küchenereignisse an, über die wir auf diesem Blog berichten.
Küchenereignis, das; -ses, -se: außergewöhnliches Ereignis, das mit schöner Regelmäßigkeit in der Küche anfällt.
Bäckchenpralinen mit Radieschensalat
Geschmort, zerzupft, gekühlt, geschnitten und dann paniert und herausgebacken. Das alles müssen die Schweinebäckchen mit sich machen lassen, bis sie endlich als Praline auf dem Teller landen. Dazu gibt es knackige (weil gewässerte) Radieschen in einer feinen Chardonnay-Essig-Senfmarinade und gebratene Kartoffelscheiben.
Pluma mit Knoblauch-Bohnen-Püree
Das Pluma befindet sich im Rücken an der Vorderstelze beim Schwein. Es ist immens saftig, wenn man das Fett nicht abschneidet, das überschüssige Fett wird beim Grillen ausgelassen. Darüber hinaus ist es fest, sodass man gerne herzhaft zubeißt. Mehr zum Pluma, Rezepte und woher dieser Fleischschnitt kommt, siehe Rüther, 2018.
Geselchte Ripperl mit Erbsenpüree
Geselchtes zählt ja zur deftigen Hausmannskost. Wenn man es bei nicht so hohen Temperaturen räuchert, also „kalt“ räuchert, ist es nicht so deftig und es behält seinen natürlichen Geschmack. Mit einem feinen Erbsenpüree wird das Deftige noch etwas abgemildert, auch Feinspitznasen kommen auf ihre Rechnung. Geselchte Ripperl, kalt und heiß geräuchert, kann man sofort essen und gibt es beim Fleischhacker des Vertrauens. Das ist sehr praktisch, wenn es mal schnell gehen soll. Allein was noch fehlt, ist eine Beilage.
Schweinsbraten mit Kraut und Knödel
Schweinsbraten wird es bei uns nun öfters geben, denn er war so gut. Die Kruste so knusprig! Das Fleisch so zart! Die Sauce so gschmackig-sämig, die Knödel so herzhaft, und dann erst das Sauerkraut… Wir wissen nicht woran es liegt, deshalb haben wir alles genau aufgeschrieben. Auf dass es das nächste Mal wieder gelingen möge! Lag es an der verzinnten Kupferreine? Oder an dem einen Tag Pause nach dem Braten? Das kann kein Zufall sein.
Wiener Sängerknabenschnitzel
Wir haben uns überlegt: was würde wohl den Wiener Sängerknaben am besten schmecken? Wiener Schnitzel! War die einhellige Antwort. Natürlich nicht irgendein Schnitzel, schon wie es sich gehört, also ein echtes Wiener Schnitzel vom Kalb, vom Frikandeau genauer gesagt, in Schmetterlingsform geschnitten, in Weizenbrösel von einer Bäckerei in Eisenstadt paniert und herausgebacken in Schweineschmalz. Und dazu gibt es die Klassiker: Ketchup und Pommes frites. Aus mehligkochenden Kartoffeln, zwei Mal frittiert. Ketchup mit Honig nicht mit Zucker. Einen Häuptelsalat mit einer Marinade mit einem Tropfen altem Chardonnay-Weinessig. Das hätte den Wiener Sängerknaben sicher geschmeckt!
Dr. Freuds Lach(s)frage
Ich möchte auf eine Aktualisierung des Beitrages „Alpen- oder Alaskalachs“ hinweisen.
Irgendwie sind wir auf die Ente gekommen. Die nächste Quietschente ist bereits eingeflogen. Heimat bist du großer Enten! Es ist gar nicht so einfach Quietschenten herzustellen, ohne in die Fänge der Bürokratie zu geraten, wie man liest. Und es gibt tatsächlich Leute, die nicht einmal vor dem Plagiieren einer Quietschente haltmachen. Das müssen Chinesen sein, vermute ich.
Die Quietschente ist erhältlich bei Arcadia in der Wiener Oper.
Wetschescher Saures
Mit „Vecsési Savanyúság“ ist der Stand in einer Budapester Markthalle überschrieben. Vecsés (gesprochen Wetschesch) ist eine kleine Stadt, am südöstlichen Rand von Budapest gelegen. Savanyúság heißt so viel wie Saures, das sauer Eingelegte, „Vecsési Savanyúság“ heißt also „Wetschescher Saures“. Die Markthalle liegt im 11. Bezirk in Budapest (1117 Budapest, Kőrösy József u. 7-9), in einem moderner Glaspalast. Aber das, was darin verkauft wird, sind gute, traditionelle ungarische Lebensmittel. Auf unserem Teller landete einiges Wetschescher Saures. Das waren in Kraut gefüllte Essiggurken, Krautsalat (csalamádé) einmal süß und einmal scharf, mit Kraut gefüllte gelbe und rote Paprika, grüne Melonen, grüne Tomaten, Karfiol, Perlzwiebel, mit Kraut gefüllte Kirschpaprika, gelbe Kirschpaprika (scharf) und vermischtes Gepickeltes (Gurken, Paprika, Perlzwiebeln, kleine grüne Tomaten, Sauerkraut).
Kürbiseintopf mit Paprikahuhn
Zwei Rezepte, ein Gericht. Kürbiseintopf schmeckt schon nicht schlecht. Edel und gut mit Paprikahuhn. Dass man beides zusammentun kann, wusste ich bislang nicht.
Alpen- oder Alaskalachs?
Was ist besser? Zucht oder Wild? Nah oder fern? Alpen oder Alaska? Wie hätten Sie sich entschieden? Und was hätte Freud dazu gesagt? Nun, er hätte uns wohl zuerst einmal auf die Couch gelegt und uns mit Fragen, was unsere Antwort in uns auslöst, auf uns selbst zurückgeführt. Wir hatten dreimal Lachs hintereinander, hier und hier und nun hier, doch wir konnten uns nicht entscheiden. Lachs ist Lachs ist einfach gut. Dr. Freud hätte wohl hier eine Entscheidungsneurose diagnostiziert.
Zum 80. Todestag von Sigmund Freud am 23. September 2019.

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