Der Pont-l’Évêque ist ein seit dem Mittelalter in der Normandie hergestellter Weichkäse. Das ist kein Schimmelkäse und trotzdem: Ist erst einmal die Schachtel geöffnet und der Käse ausgepackt, verbreitet er einen extrem intensiven Geruch, der die Sehnsucht hervorruft, sich sofort ein Stück davon einzuverleiben. Widerstand ist zwecklos.
Autor: Küchenereignisse
In einer kleinen Kuchl verarbeitet die Hofköchin landwirtschaftliche Erzeugnisse, vorzugsweise aus unserem Landstrich. Dabei fallen regelmäßig Küchenereignisse an, über die wir auf diesem Blog berichten.
Küchenereignis, das; -ses, -se: außergewöhnliches Ereignis, das mit schöner Regelmäßigkeit in der Küche anfällt.
Mit Cheddar überbackener Bohneneintopf
…mit Nachos dazu Schwarzkohl. Die köstlichen, in einem Kräutersud warm marinierten Karotten und Radieschen im Salat lassen mich nicht ganz über den Schwarzkohl hinwegsehen, Jamie Oliver verwendet stattdessen Grünkohl. Und der hat auch noch ein feines Steak dabei. Am Ende war dann doch alles weg. Die Kombination von Scharf mit Bohnen ist halt unschlagbar.
Linsencurry mit Tomatensalat und Wolkenbrot
Am Neujahrstag gibt es traditionellerweise ein Linsengericht. Dieses Mal ist es ein Linsencurry mit Tomatensalat und Wolkenbrot.
Kaviar und Blinis
Blinis werden wie Palatschinken hergestellt, sie sind nur nicht so groß wie diese und werden mit Buchweizenmehl gemacht. Und sie sind mit Germ, damit sie in ihre typische Form aufgehen.
Harissa-Waffeln mit Kräutersalat
Vollkorn-Waffeln mit Harissa, einer Paste aus Chilis, Kreuzkümmel, Koriandersamen und Knoblauch. Dazu ein Kräutersalat mit Karotten und Spinat. Obendrauf ein Spiegelei und schon hat man etwas Geschmackiges zu essen.
Gemüse-Aufstrich-Silvester-Brote
Eine Auswahl an Broten, belegt mit Aufstrichen wie Frischkäse, Minispargel oder Gurken. Mit roten Rüben und Kren. Oder Minispargel mit Chilifäden. Im Grunde genommen sind das alles ganz normale Zutaten. Und doch haben diese Brote etwas Besonderes, die Kombination macht es aus. Gut geeignet für die Silvesterparty! Da wir sie nun schon gehabt haben, bleibt uns für die letzte Nacht im Jahr nur mehr Sekt und Kaviar. Damit werden wir uns heuer begnügen müssen.
Zwischendurch: Zucchinipuffer
…mit Schafkäse und Brunnenkresse und fertig.
Lebender Wald im Nebel
Dieses Gericht bedurfte wochenlanger Vorbereitung, einige Zutaten wie Trüffelsaft konnten selbst bei einschlägigen Gastronomiehändlern (Transgourmet, Metro) nicht besorgt und mussten bestellt werden (bei Spiceworld). Das Rezept musste auf Haken untersucht werden, für manche Schritte war keine Anleitung vorhanden (für die Teige: Kräuter-Biskuit, Thymian-Steinpilzmürbeteig, Steinpilz-Hippen). Trockeneis, die feste Form des für den Klimawandel verantwortlich gemachten Stoffs, war nicht zu bekommen, also mussten wir uns für den Nebel etwas Anderes überlegen. Wir schütteten Wasser auf gefrorene Eisbeutel, die in einer Wanne unter dem Teller lagen. Die Zubereitung besteht aus einer verhältnismäßig hohen Anzahl von Einzelschritten, es gibt alleine drei verschiedene Teigmassen: Mürbeteig, Hippenteig, Biskuit. Nur in mehreren Stunden war dies zu bewältigen. Für die Equipe im Ikarus war das ein Klacks, für uns eine Lebensaufgabe. Im Ikarus, jenem Spitzenrestaurant im Hangar-7 am Salzburger Flughafen, steht ein Heer von Köchen für die Zubereitung dieses kalten Zwischengangs zur Verfügung. Für uns war es der Hauptgang schlechthin. Gerne wüssten wir, wie es im Ikarus geschmeckt hat.
Pilzschaumsuppe / Ente mit Pilzen, gefüllten Kartoffeln und Sauerampfergewürz / Apfelstreuselkuchen im Glas
…mit Apfel-Zimt-Mousse.
Wer selber kocht, hat in der Hand, was hineinkommt. Statt Aromen, Geschmacksverstärker, Säuerungsmittel, Stabilisatoren, Emulgatoren gibt es natürliche Zutaten. Ausnahmsweise wurde dem Sauerampfergewürz mit ein bisschen Lebensmittelfarbe nachgeholfen, die Versuchung war zu groß.
Eine beschauliche Weihnachtsgeschichte
Ist die Weihnachtszeit eine beschauliche Zeit? Das sollte man meinen. Allerdings, wenn man am frühen Morgen schon eines Besseren belehrt wird, kommen leise Zweifel auf. Als wir bei Eishken Estate, dem Fischhändler im Großgrünmarkt, ankamen, hatten sich schon Schlangen vor der Theke gebildet, draußen im provisorisch aufgebauten Zelt und drinnen, Autokolonnen standen vor der Tür.

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