Waldviertler Martini-Gansl wie früher

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Früher leistete man sich etwas, wenn man zu Martini bei einem Ganslessen dabei war. Als es noch keine TK-Gans im Supermarkt gab, hat man sich ein Jahr lang darauf gefreut – und fleißig gespart, um sich ein Ganslessen leisten zu können. Zu diesem Zweck ist man im örtlichen Wirtshaus einem Sparverein beigetreten. Die Verwaltung der Gelder wurde einer vertrauenswürdigen Person, dem Kassier, übertragen, sodass dieses übers Jahr oft vom Mund abgesparte Geld auch tatsächlich am Ende des Jahres, am Auszahltag, meist im November Dezember in der Martiniganslzeit, zur Verfügung stand. „Das Gansl ist da!“ war Ausdruck höchster Glückseligkeit und Bestätigung für die reibungslose Funktion einer Institution, die es heutzutage nur noch selten gibt. Der Sparverein ist eine für unsere Lebensart wie sonst nur das Schweinsschnitzel und der Veltliner stehende Institution, die längst ausgestorben ist. Nur am Land, vereinzelt in irgendwelchen Herrgottswinkeln, trifft man sie noch an. Aber wofür sollte man auch sein Erspartes in einem Sparverein anlegen, wenn doch alles und jedes Erdenkliche an jedem Eck zur Verfügung steht? Und das zu enorm tiefen Preisen. Heutzutage kann man sich ohne weiteres mehrmals im Jahr ein Ganslessen leisten. Eine Gans aus der TK-Truhe kostet nur einen Bruchteil, etwa ein Viertel, von einer Gans, die wie früher aufgezogen wurde. Nur schmeckt es halt nicht so gut wie eine Gans, die sich das Jahr über die Füße auf der Weide vertreten hat und die gemütlich durch den Teich geschwommen ist. Die über den Hof gewatschelt ist und sich von Gras und Kräutern ernährt hat, in echt und nicht nur in der Werbung. Wir hatten eine Martinigans aus dem Waldviertel, die so, wie es früher einmal war, auf der Weide gehalten wurde. Mit Knödel von Erdäpfeln aus dem Waldviertel und natürlich Rotkraut.

Dr. Freuds Lach(s)frage

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Ich möchte auf eine Aktualisierung des Beitrages „Alpen- oder Alaskalachs“ hinweisen.

Irgendwie sind wir auf die Ente gekommen. Die nächste Quietschente ist bereits eingeflogen. Heimat bist du großer Enten! Es ist gar nicht so einfach Quietschenten herzustellen, ohne in die Fänge der Bürokratie zu geraten, wie man liest. Und es gibt tatsächlich Leute, die nicht einmal vor dem Plagiieren einer Quietschente haltmachen. Das müssen Chinesen sein, vermute ich.


Die Quietschente ist erhältlich bei Arcadia in der Wiener Oper.

 

Alpen- oder Alaskalachs?

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Was ist besser? Zucht oder Wild? Nah oder fern? Alpen oder Alaska? Wie hätten Sie sich entschieden? Und was hätte Freud dazu gesagt? Nun, er hätte uns wohl zuerst einmal auf die Couch gelegt und uns mit Fragen, was unsere Antwort in uns auslöst, auf uns selbst zurückgeführt. Wir hatten dreimal Lachs hintereinander, hier und hier und nun hier, doch wir konnten uns nicht entscheiden. Lachs ist Lachs ist einfach gut. Dr. Freud hätte wohl hier eine Entscheidungsneurose diagnostiziert.

Zum 80. Todestag von Sigmund Freud am 23. September 2019.

Tullnerfeld – Petersilwurzel – Schwarze Knoblauchbrösel

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Man merkt dem Gericht an, dass es für Wagyurind konzipiert wurde, Miso, Mirin, Reisessig u. ä. finden sich darin. Wir haben unser Rindfleisch trotzdem von einem Rind, das im Tullnerfeld groß gezogen wurde. Das hat nicht ganz so den internationalen Ruf zu verteidigen wie Wagyu. Dafür ist das Tullnerfeld, nicht gar so weit entfernt wie Kobe, Japan. Wer etwas Gutes haben will, darf den Umweg über Töpfe und Pfannen nicht scheuen.

Eierschwammerl mit Sellerietaler und Kaffee-Kartoffel-Espuma

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Eierschwammerl à la crème ist ein Gericht, das zu den besten Eierschwammerlgerichten gehört, wenn nicht sogar es das Beste überhaupt ist und das seit immer schon. Es ist unveränderbar, traditionell und beliebt: kaum jemand kommt daran vorbei, ob Hauben- oder Mensakoch, alljährlich wird es auf die Karte gesetzt wie Spinat am Gründonnerstag.