Wem der Wildgeschmack nicht so behagt, dem sei zu Hirschleber geraten. Diese schmeckt völlig unverfänglich nicht nach Wild, nur halt besonders gut. Das gilt zumindest für die Hirschleber, die wir frisch bekommen haben und ohne Umwege sofort verarbeitet haben. Denn wenn der Jäger einen Hirschen schießt, gibt’s am Abend Leber, das ist das kleine Jagdrecht. So kann man es bei Elisabeth Ruckser, die das in ihrem Kochbuch der fast vergessenen Rezepte herausgebracht hat, siehe weiter unten, nachlesen.
Schlagwort: Rezepte
Candele mit Fleischragout
In diesem Rezept gibt es keine Tomaten, aber trotzdem fehlen sie nicht, weil das Fleischragout dafür mit exotischen Gewürzen abgemischt ist. Nach Anna Dente, der Köchin, deren Rezepte im Quinto Quarto verewigt sind, mit Kreuzkümmel und Curry. Die schmeckt man zwar nicht heraus, aber sie geben diesem Gericht die besondere Note.
Das Monte Ofelio
Die Faella-Nudeln haben tatsächlich einen gleichmäßigeren Biss, im Unterschied zu den industriell Angefertigten, die viel zu schnell getrocknet werden und deshalb innen immer kernig bleiben. Das wahre al dente, konnten wir feststellen, gibt es hier, nachdem wir die Handgefertigten aus Gragnano, der Pasta-Hochburg Italiens, im „Monte Ofelio“ erstanden und sogleich zu Hause zubereitet haben. (Hier geht’s zum Rezept „Spaghettini mit Oliven und Kapern“ am Ende des Artikels.)
Apfel-Erbsensuppe
Die Gewürzmischung haben wir uns bei Tanja Grandits abgeschaut. Da wir eine warme Suppe machen wollten, haben wir uns nicht so ganz ans Rezept gehalten. Bei ihr ist es ein Gazpacho, also eine kalte Suppe. Damit es eine wärmende Suppe wird, kam bei uns auch Lauch und Kokosmilch rein. Aber die Einlage mit den Apfelkugeln und der Basilikum-Creme haben wir doch übernommen, zu sehr gespannt waren wir, wie das wohl schmecken wird.
Leber mit Rosinen und Honig
Dass man Leber auch süß abschmecken kann, wußte ich schon, das hat man früher gerne gemacht. Dieses alte Rezept aus dem Quinto Quarto kommt ganz ohne Zucker aus und verwendet noch Honig. Oder soll man sagen, es verwendet wieder Honig? Es ist so alt, dass es schon wieder modern ist!
Hühnerherzen mit Catalogna
Das Kochbuch „Quinto Quarto“ behandelt die nicht so geschätzten Stücke vom Tier aus der Sicht der Römischen Küche und geht auch im Warenkundenteil auf diese genauer ein. Es gibt aber auch Nicht-Fleisch-Zutaten, die typisch für die traditionelle Küche Roms sind. Ein wichtiger Bestandteil dieses Gerichts mit den Hühnerherzen ist die Catalogna. Was ist aber eine Catalogna, eine Katalonische? Solch treffende Bezeichnungen kommen ja auch bei uns häufig vor: die Krakauer. Oder die Wiener. Weiß doch jeder, dass es sich hierbei um zwei klassische Wurstsorten handelt. Deshalb steht in der Klammer hinter Catalogna Blattzichorie. Aha!
Schweinssteak mit Speckbohnen
Ein Tomahawk-Steak vom Mangalitza. Dazu Tomaten-Bohnen mit Räucherspeck. Statt dem Räucherspeck kann man auch eine Schwarte nehmen, man muss diese nur vorher 1 Stunde lang in Wasser sieden. Also nichts wegschmeißen, man kann wirklich alles in der Küche brauchen.
Sauerkraut mit Lachs
Nun endlich liegt „Nature II“ von Alain Ducasse auf Deutsch vor. Die versammelten Restaurants Alain Ducasse‘ bringen es mittlerweile schon auf 19 Michelin-Sterne. Da könnte man vermuten, dass seine Rezepte viel zu abgehoben sind, zum Nachkochen nicht geeignet. Doch die Rezepte in „Nature II“ sind überraschend einfach! Die Handschrift des Meisterkochs bemerkt man an den kleinen Dingen, die es wert sind, genau zu beachten. Und so entsteht dann doch ein Meisterwerk, wenn auch nicht so grandios wie im 3-Sterne-Restaurant. Man hat einen Ducasse auf den Tisch gebracht.
Ricotta-Ravioli mit Erbsen und Speck
Das Ausstechen mit dem Raviolistecher kann ich nicht empfehlen, zu mühsam ist die Arbeit, zu langsam geht’s voran. Da er bei diesem Gericht auch noch den Geist aufgegeben hat, werden wir uns für das nächste Mal eine Ausstechtafel besorgen. Damit geht es sicher schneller.
Guancialini di maiale ai porcini
Schweinebäckchen zart mit Fett durchzogen sind eine Delikatesse, wenn sie lange genug geschmort werden. In diesem Rezept der Römischen Küche werden sie lange geschmort bei mittlerer Hitze, sodass die verschiedenen Aromen sich vereinigen können. Die getrockneten Steinpilze geben ihr Umami frei, so kann alles zu einem einzigartigen Geschmack verschmelzen. Wer will, macht noch ein paar Polentawürfel dazu, um auch den Rest auftunken zu können.

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