Weihnachten II

Beim Anblick des Sonderrabatts1 erlitten wir einen Rückfall ins verwichene Jahr. Es drehte sich um ein Karpfenfilet aus dem Waldviertel. Außerdem gab’s Kipfler-Erdäpfeln, und das sind ja bekanntlich die am besten zu einem gebackenen Karpfen Geeigneten… wessenthalben sie samt und sonders stante pede in den Einkaufskorb wanderten. Manchmal muß man über seinen eigenen Schatten springen. Manchmal muß man zum Leben einfach Ja sagen. Und manchmal ist Weihnachten zwei Mal.

Gebackener Karpfen (Grundrezept)

Das geschröpfte Karpfenfilet, m.H., salzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Panieren Die Stücke eines nach dem anderen: durch einen Teller mit Mehl ziehen, überschüssiges Mehl abklopfen, durch einen Teller mit einem oder zwei verschlagenen Eiern ziehen, abrinnen lassen und zum Schluß in einen dritten Teller mit Dinkelbrösel einlegen und wenden, leicht andrücken. Backen In einer Bratpfanne mit hohem Rand Sonnenblumenöl erhitzen, wenn heiß einlegen und beidseitig herausbacken.

Cremiger Erdäpfelsalat mit und ohne Mayonnaise (Grundrezept)

Kipfler in Salzwasser aufsetzen und kochen. Marinade aus Apfelessig, Olivenöl, Estragonsenf, und Salz sowie gehackte rote Zwiebeln verrühren. Die durchgegarten Kipfler sofort als Heiße schälen und in Scheiben schneiden. Einen Teil in die Marinade schneiden. Den anderen Teil in eine Extraschüssel geben. Creme Den Kipflersalat in der Marinade mit heißer Rinderbrühe2 langsam übergießen; dabei die ganze Zeit mit einem Löffel ordentlich und durchaus grob umrühren, sodaß  sich die Erdäpfeln abreiben und der Abrieb mit der Flüssigkeit eine Creme bildet. Nur so viel eingießen, wie für die Cremisierung nötig ist.

Tipp: Die Erdäpfeln ziehen die Marinade viel besser ein, wenn sie heiß sind. Deshalb machen wir es nicht so, wie das in anderen Rezepten steht: die abgeschreckten Erdäpfeln mit einer heißen Marinade übergießen. Das mag vielleicht momentan angenehmer für die zarten Handerln beim Schälen sein, läuft aber dem späteren Geschmackserlebnis zuwider.

Mayonnaise Die Erdäpfeln in der Extraschüssel ebenso mit heißer Rinderbrühe übergießen, umrühren, damit die Erdäpfeln die Suppe aufsaugen und mit dem Abrieb der Erdäpfeln eine Creme bilden. Dann die Mayonnaise einrühren.

Alles ziehen lassen bis der Karpfen fertig gebacken ist. Anrichten: gerupften Vogerlsalat unter den Mayonnaise-Salat unterheben. Und servieren.


1 am Sofa bei http://www.gurkerl.at

2 Gewiefterweise sollte man Rinderbrühe vorbereiten und immer im Tiefkühl haben.

Minestrone für harte Zeiten

Der Hartung1 zieht ins Land… Zeit für Kohl, der im Freien wächst, wenn‘s draußen friert. Diese Minestrone ist eine Spezielle: sie wurde entwurzelt und in nördlichere Gefilde versetzt, aber nicht ihres italienischen Flairs beraubt. Hartung nannte man früher den Januar. Nun, bei Außen-Temperaturen von locker-flockigen 9 Grad kann man nicht gerade von einem harten Winter sprechen: aber vielleicht bringt ja der Jahreswechsel noch was Härteres… Hartung hilf!

Die Küchenfee und ich wünschen euch allen… Prosit? Neujahr!

Wenn draußen ohne Unterlaß Trunkenbolde ihre Feuerwerkskörper sprengen, dann muß Silvester sein. Da schließen wir uns ein im trauten Heim und produzieren unseren höchsteigenen Theaterzettel: wir geruhen uns die Fledermaus von 1972 vorzuführen, zum 50 Jahre Jubiläum sozusagen, als weiland Otto Schenk den Frosch mimte. Die DVD wurde bereits hergerichtet. Zuvor noch die Zauberflöte mit der Gruberova als Königin der Nacht. Und etwas Rameau zum Drüberstreuen.

Am Neujahrstag früh aufzustehen, ist schlechterdings unmöglich. Da gibt’s dann gradmal ein Gabelfrühstück zur Live-Übertragung des Wr. Neujahrskonzerts aus dem Musikverein. Dieses Servis genehmigen wir uns jedes Jahr.

Minestrone für harte Zeiten (Rezept)

Mittelgroßer Topf: 2 rote Karotten, 1 gelbe Karotte, 2 lila Karotten, 1 Kohlrabi, ein Viertel Sellerieknolle, 4 gelbe Rüben und einen halben Wirsing, einen kleinen Bunde Petersilie und Salbei. Das Gemüse putzen, zerkleinern. Einen geräumigen Kochtopf mit Wasser aufsetzen und die Gemüseabfälle hineingeben, Lorbeerblatt, Pfeffer, getrockneter Liebstöckl und Wacholderbeeren. Salbei- und Petersilienstängel dazugegeben, köcheln, lassen, man bekommt eine Gemüsebrühe. Großer Topf: Einen Lauch in feine Scheiben schneiden, 6 Knoblauchzehen reiben und 4 EL Olivenöl hellbraun anbraten. Das Gemüse dazugeben und mitbraten. 3 EL Tomatenmark hineingeben, 3 Minuten mitbraten. 2 TL gemahlenen Kümmel hineingeben. Mit der Gemüsebrühe aufgießen (die Gemüsebrühe aus dem mittelgroßen Topf abseihen). Mit Salz abschmecken , 2 EL Leinöl dazugeben und auf kleinerer Flamme bißfest köcheln. In der Zwischenzeit Petersilie feinhacken und die Salbeiblätter frittieren. Den Parmesan grob raspeln. Zum Schluß die Petersilie hineingeben, anrichten mit dem frittierten Salbei und dem geraspelten Parmesan.


1 für Januar von hart im Sinne von hart gefroren.

Karfiol mit Frischkäse-Tomatensauce und Hühnerbrust-Streifen

Schon beim Abschmecken war es ausnehmend gut – und dann erst bei Tisch. Man merkt sofort, wenn man es mit einem Rezept von Bettina Matthaei zu tun hat. Ich habe nicht gewußt, nach welchem Rezept die Küchenfee gekocht hat – und war aufs Angenehmste überrascht vom exquisiten Geschmack schon beim Abschmecken. Allerdings muß man ein bißerl aufpassen, damit man sich beim Kosten nicht die Lippen verbrennt. Die Karfiolröschen sind wie „Brennstoffzellen“, in denen sich die Hitze gut hält, was den Hitzesensoren Lippen und Zunge wenig konveniert.


Grundsätzlich wird die Hühnerbrust gebraten, der Blumenkohl gebraten, mit den Tomaten; und mit Obers, Frischkäse und Tomatenmark verrührt. Das geht schnell, ist einfach und schmeckt.

Nach Dr. Med. Anne Fleck, Schlank! Für Berufstätige: Hähnchen mit Blumenkohl in Frischkäse-Tomaten-Sauce, S. 103.


Lasagne?

Nein hierbei handelt es sich um ein der Lasagne ähnliches Gericht. Nach einer Übernächtigung im Kühlschrank konnte man sie sogar schneiden. Das ist uns nicht immer ganz so gelungen, bei Lasagneähnlichen. Z.B. hier ist sie uns zerronnen… hat aber trotzdem geschmeckt. Statt Teigplatten wurden Wirsingkohlblätter verwendet und das Ragu wurde mit Wurzelgemüse gemacht, die Béchamelsauce ist gleichgeblieben.


Aus der Reihe „Fleischlose Genüsse“


Rezept

Gehackte Zwiebel, gewürfelte Wurzelgemüse, Petersilwurzel, gelbe, rote und violette Karotten und gelbe Rüben, auf Butter goldbraun braten. Mit Salz und Thymian würzen. Tomatenmark und gedpresster Knoblauch dazugeben, kurz mitrösten und dann mit Wasser aufgießen und etwa 5 Minuten das Gemüse köcheln lassen. Mit Salz und Thymian abschmecken. Während das Gemüse vor sich hin köchelt, Wirsing auseinanderschneiden und den mittleren Strunk ausschneiden. Béchamelsauce mit Butter, Mehl, Milch, Muskatnuß und Salz wie gehabt zubereiten. Aufbauen: Wirsingblätter durch die Béchamelsauce ziehen in einer mit Butter gefettete Form legen. Eine Portion Gemüsesugo daraufgeben, dann wieder Kohlblätter etc. pp. Zum Schluß mit Bergkäse bestreuen, im Backrohr goldbraun anbraten.

Inspiriert von Andrea Fičala, Superfood Einfach & Regional: Lasagne al Cavolo S. 210.

Mythos Tiroler Grauvieh Almochs

Auf hochgelegenen Tiroler Almen, unter dem Gletscher, dort wo es richtig kalt wird, die Temperaturen extreme Grade annehmen, dort wo nur die Widerstandsfähigsten es gemütlich finden, in der rauhen Tiroler Bergwelt, dort haust das Grauvieh, seit Tausenden von Jahren. 350 Ochsen werden jedes Jahr auf die Alm hinaufgetrieben, das ist weniger als es Wagyūrinder in Österreich gibt… dementsprechend rar sind die Orte, wo man es bekommt: beim Hörtnagl. Also waren wir nach langer Zeit wieder, Corona sei Dank – in Innsbruck und sind natürlich zielstrebig gleich zum Hörtnagl gegangen; haben die Vitrine mit dem Fleisch anvisiert; und auf einen Blick das Grauvieh ausgemacht. Wir haben das am selben Tag verspeist in Innsbruck in vorweihnachtlicher Runde; und deshalb baten wir um ein Prospekt, Werbematerial, irgendetwas, um unseren Freunden in Wien etwas von diesem sagenhaften Rind zu zeigen. Da bekamen wir gleich ein ganzes Buch geschenkt. Im Mai 2023 sind wir wieder da!

Wir haben die Tranchen von der Hochrippe kurz gebraten und dann durchziehen lassen; dazu etwas Salz und Braterdäpfeln, sonst nichts, so kam es unverfälscht rüber. Saftig und wohlschmeckend wie es ist, merkt man dem Tier an, daß es nur so vor Kraft strotzt; es zu essen, ist wie ein Gebet: es vermittelt stete Lebensfreude, und innere Ruhe, den Glauben an die Kraft der Natur. „Von einem Ochs kann man nicht mehr erwarten als Rindfleisch“ so heißt’s. Aber dieses Rindfleisch hat’s in sich.

Es mag andere Rinder geben, die größer und schwerer sind. Das Grauvieh ist etwas zarter und leicht im Vergleich zum Flachlandrind, damit es sich auf abschüßigem Terrain bewegen kann – auch bei weniger optimalen Wetterverhältnissen. Wind, Wetter und Kälte – auch Hitze wenn es sein muß, ertragen sie mit einer bewundernswerten Gemütsruhe, als ob sie nichts aus der Fassung bringen könnte. Und sie sind mit elegant geschwungenen Hörnern ausgestattet, wehrhaft wie es sich für ein Tiroler Alpentier geziemt. Wir wollen Tiere mit Hörnern1. Wild und urtümlich wachsen diese Abkömmlinge des Urahnen, dem Auerochsen, auf den Tiroler Almen seit Tausenden von Jahren heran, sie sind an ihren Gebirgsstock angepaßt, sie grasen auf den Almen, die sie auf natürliche Weise düngen – sie brauchen keinen Spezialdünger, es gibt Fladen, die sie selber produzieren und sie brauchen kein Kraftfutter: sie verputzen die alpinen Kräuter und Gräser, die sie noch im hintersten Winkel finden, hoch droben wo die Gämsen schon sind; das genügt ihnen vollauf. Das alles macht sie zu einem echten Tiroler Alpenbewohner, das unterscheidet es wohltuend von den Rindern der Tiefebene. Es ist das Tier, das bei uns dahoam ist. Es erinnert uns daran, daß es abseits von Angus, Wagyū, u.s.w. noch was Eigenes gibt, das gut ist.

In den Alpen gedeiht eine Pflanzenwelt, die sich sehen lassen kann. Rund 4.500 Pflanzenarten gibt es, das sind 40 % aller Pflanzenarten die auf europäischem Boden gedeihen, meist oberhalb der Baumgrenze bis hin zu 3.300 m Seehöhe2. Das also steht auf der Speisekarte des Grauviehs. Ich glaube nicht, daß es viele Rinderrassen gibt, die damit konkurrenzieren können. Kein Wunder, daß man vom Heiligen Land Tirol spricht. Wehe dem, der dieses Land zerstört oder nur in Gefahr bringt.

Diese kleine, alte Rasse Grauvieh ist ein Tirolerisches Wahrzeichen, von der Geburt über die Zucht bis zur Vermarktung 100 % Tirol3. Es bürgt für Fleisch in Spitzenqualität, vor allem die Ochsen.

Von den liegenden wiederkäuenden Kühen auf der Alm geht eine starke Ruhe aus. Es soll schon vorgekommen sein, daß so manch einer bei ihrem Anblick dauerhaft seinen Seelenfrieden gefunden hat.

Hauptexportmarkt ist die Schweiz4. Zeit, daß sich das ändert. Ich wünschte mir, daß der Almochs bis nach Wien kommt.

Unser besonderer Dank gilt Christoph Oberhofer, Fleischsommelier bei Hörtnagl, der sich um uns bei unserem Besuch in der Innsbrucker Filiale am Burggraben so aufmerksam gekümmert hat und an die Fa. Hörtnagl selbst, daß es sie gibt. Und die Metzgereien und die Bergbauern, die das alles erst ermöglichen.

Quellen:

https://www.hoertnagl.at/

Raphael Kuen, Grauvieh Tirol, Brandstätter, 2018

1 Raphael Kuen (Hsg.), Grauvieh in Tirol, 2018, S. 17. „Wir wollen Tiere mit Hörnern“ so lautet das Bekenntnis des Tiroler Grauviehzuchtverbands.

2 ebda. S. 57

3ebda. S. 43

4 ebda. S. 18

Rundfahrt um Österreich mit dem Kekse-Express

Die Rundfahrt um Wien mit dem Weihnachtszug findet auch dieses Jahr wieder pünktlich nicht statt – einstmals konnte man am 24.12. eine Rundfahrt um Wien mit der Krokodil-Lokomotive buchen; das wurde aber vor langer Zeit ad acta gelegt. Deshalb gilt es dieses Jahr um Alternativen zu suchen: am 24.12. bevor das Christkind kommt, die Rundfahrt um Österreich; mit Keksen, z.B. dem Eisenbahnerkeks. Bei dieser imaginierten Nostalgiereise mit einer Lokomotive nach Schweizer Vorbild, dem Krokodil, erbaut in der ehemaligen Lokomotivfabrik Floridsdorf und den ehemaligen Österreichischen Brown, Boveri Werken vor 100 Jahren, steigen wir in Wien ein und delektieren uns an einem Keks bei jedem Halt, zweifelsfrei einer ausgesuchten Spezialität der Region. Derlei Spezereyn gibt es aber just nicht an den genannten Bahnhöfen – au contraire. Wer diese Reise tatsächlich vorhat, müßte sie selber organisieren. Man stelle sich vor: das würd‘ es realiter geben. Bon voyage.

Zu den Keksen ist zu sagen: jedes in seiner Art ist recht – denn es hat jedes einen anderen Caraktère – die Vorarlberger Zwickerbusserl gefallen uns aber noch besser… Jedes hat seynen eigenen individuellen Teig – öfter kommt ein Mürbteig vor, aber nicht der gleiche. Dieses Jahr sind es bodenständige Kekse geworden. Der erste Tag wurde zu Mittag begonnen und um halb vier Uhr morgens beendet; der zweite Tag wurde so um 11 Uhr begonnen und am Abend gegen 7 Uhr beendet. Wenn man die Arbeitszeit der Küchenfee berechnen würde, wären diese Kekse unbezahlbar – oder würde der Arbeitsinspektor einschreiten, Stichwort „Arbeitnehmerschutz“. Sowas geht nur im privaten Bereich. Summa summarum wiegen die Kekse etwa 4 Kg.

Wiener Hausfreunde, Wien Westbahnhof

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Wachauer Marillenknödel-Kekse, Tullnerfeld

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Weinviertler Theresientascherl, St. Pölten Hbf.

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Waldviertler Mohnstangerl,  Amstetten

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Oberösterreichische Mostkekse, Attnang-Puchheim

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Salzburger Mozartkugeln, Salzburg Hbf.

Eigentlich sind das Zserbokugeln, aber die sehen so ähnlich aus und Mozartkugelrezept haben wir keins gefunden.

Tiroler Zitronensterne, Kufstein

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Innsbrucker Schnitten Innsbruck Hbf.

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Vorarlberger Zwickerbusserl, Feldkirch

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Leicht salzige Zitronenkekserl, Franzensfeste

Eigentlich ist das ja ein italienisches Rezept, deshalb mußten wir einen Abstecher nach Südtirol machen.

Inspiriert von https://www.servus.com/r/zitronenkekserl Achtung bei diesem Rezept stimmt mMn nicht die Backmischung, hier wird Mehl:Butter:Zucker im Verhältnis 3:2:2 angegeben. Das ist aber normalerweise 3:1:1. Da zu wenig Mehl drinnen ist, geht es nicht auf. Wir mußten sie nochmal machen. Nach diesem Rezept hier:

https://backenmitleidenschaft.com/2022/12/11/italienische-zitronenkekse-biscotti-al-limone-lemon-crinkle-cookies/

Nußecken mit Honigkaramell, Lienz

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Kärntner Dotterbusserl, Villach Hbf.

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Steirische Eisenbahner, Bruck an der Mur

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https://www.steirische-spezialitaeten.at/rezepte/eisenbahner-kekse.html

Burgenländerkipferl, Bruck an der Leitha

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Das Eisenbahn-Museum in Strasshof an der Nordbahn:

https://eisenbahnmuseum-heizhaus.com/de/

Wild- und Bratwürstel mit gemischtem Kartoffelsalat

Gemischt steht hier für verschiedene Kartoffelsorten. Weil es ja auch verschiedene Bratwürstel gab, das wäre ja sonst ohnpassend.

Kartoffelsorten: Blauer Schwede, Heiderot, und Goldmarie

Würstelsorten: LaBonca-Sonnenscheinschwein-Bratwürstel, Esterhazy-Wild-Debreziner

Salat mit Endiviensalat und hausgemachter Rinderbrühe. Ziehen lassen! Dijon-Senf. Kren.

Home-Office-Salat

Wer im Home Office sitzt, hat‘s nicht leicht. Vieles muß er ertragen, die Abwesenheit des Kantinenessens und das Hämmern und Bohren von Nebenan, falls man das Glück hat, einen unausgelasteten Nachbarn zu haben, der sich zum Heimwerker berufen fühlt und dem die Projekte scheinbar nicht ausgehen, zu allem Überfluß.

Da tröstet einen der Pecorino-Artischocken-Salat mit Rucola schon etwas. Dieser Salat wurde am Sonntag vorgekocht und am Montag zu Mittag gegessen. Vorgekocht deshalb, weil ein Ei gekocht werden mußte. Man kann den Salat gut vorbereiten und ihn dann einfach aus dem Kühlschrank nehmen und essen. Nach Dr. med. Anne Fleck, Schlank für Berufstätige, S. 84, bei uns kam Endiviensalat dazu. Als Begleitung gab’s Pumpernickel und Knäckebrot.

Hähnchen herb

Hähnchen mit Sumach und Salbei auf einem Sellerie-Knoblauch-Püree, dazu Orangen-Endiviensalat mit herbem Orient-Dressing

Das Püree beim Hähnchen ist ganz ohne Kartoffel ausgekommen, also nicht die übliche Mischung aus Sellerie und Kartoffel. Sondern Sellerie und Knofel. Das Hähnchen wurde mit einer Sumach-Salbei-Salz-Mischung unter der Haut mariniert, fünf Stunden!

Ist Safran bitter?

Der Endiviensalat wird was im Titel nicht erwähnt wird, mit Safran gemacht, worauf wohl der Zusatz Orient im Dressing hinweisen möchte. Laut Buch zählt Safran zu den bitteren Lebensmitteln, was mich ein bißchen erstaunt hat, das heißt also, das Risotto milanese, das mit Safran, müßte dann auch zu den Speisen mit bittrem Geschmack zählen. Das wäre mir nicht aufgefallen. Aber vielleicht ist Safran ein Bitter-Zwitter, und er kann beides: süß und bitter.

Bei der Orange ist es mit klar, die Schale der Orange ist bitter, das Fruchtfleisch nicht.

Endiviensalat ein Wintergemüse gibt es nicht überall

Endiviensalat hat unser Haus- und Hoflieferant gurkerl.at nicht im Angebot. Leider auch nicht die örtlichen Supermärkte Spar und Billa, dabei ist der Endiviensalat ein klassischer Wintersalat. Wir, das heißt die Küchenfee, hat weder Kosten noch Mühen gescheut, d.h. vor allem Mühen, denn nur wegen einem Endiviensalat eine kleine Weltreise auf sich zu nehmen und zum Basic hinunter fahren, das hat schon was. Dafür hat die Küchenfee dann auch gleich drei Stück mitgenommen, man weiß ja nie, für was es gut ist. Und auf Empfehlung des Gemüse-Verkäufers beim Basic: der soll ja so gut sein, der Endiviensalat! Und das stimmte dann auch.

Rezept Hähnchen auf S. 198, Endiviensalat S. 107 im Bitter-Kochbuch von Bettina Matthaei.

Vergleichende (Eß-)Kulturwissenschaft: Kräuterbutter beim Steak

Dieses Mal eine Premiere! Zum ersten Mal aus dem Bitter-Kochbuch, und dann gleich zwei! Wir hatten uns für das Steakrezept mit der Fernet-Branca-Kräuterbutter entschieden, weil wir letztens eine Kräuterbutter „Café de Paris“ probiert hatten, von der wir begeistert waren. Die Fernet-Branca-Kräuterbutter ist auch sehr gut.

Karottensuppe mit Earl Grey, Kardamom und Zitronen-Dill-Gomasio

Nach einem Rezept aus Bettina Matthaei, Bitter, wie ebendort auf S, 24. Hier war das Bittere der Earl Grey.

Rostbraten mit Ofenkartoffeln und Fernet-Branca-Kräuterbutter

Nach einem Rezept aus Rezept aus Bettina Matthaei, Bitter, wie ebendort auf S, 24. Wir hatten kein „Hüftsteak“ sondern einen Rostbraten vom Angus, auch kein Rind von Traurigkeit. Hier war das Bittere die Fernet-Branca-Kräuterbutter.

Dazu ein Rucola-Chicorée-Salat mit Orangen nach eigenem Rezept.

Danach Orangen.

Der bittere Geschmack

Das Bittere ist ein Geschmack, an den wir uns noch gewöhnen müssen. Die Suppe war überraschend gut, den Tee hat man nicht herausgeschmeckt, aber für das Bittere hat man über die Karotte hinaus Süßkraft gebraucht, deshalb kommt wohl auch noch der Agaviendicksaft hinein.

In dem Buch gibt es immer einen Pol und Gegenpol, also Bitter bekommt einen kleinen Gegenpol Süß. So ist es ja auch umgekehrt, z.B. kommt beim Guglhupf etwas Salz dazu, um das Süße zu betonen. Nun wird also das Bittere mit Süßem betont. Ob das gut geht, steht zur Diskussion; denn schließlich und endlich war bisher der bittere Geschmack immer ein Warnzeichen dafür, daß etwas giftig ist. Da müssen wir wohl noch etwas warten, bis es Klick macht. Aber zum Beispiel beim Bier schmeckt es mir, das Bittre: im Pils.

Erst ablehnen, dann lieben

Bettina Matthaei im Bitter-Kochbuch auf S. 012 (Das Buch hat dreistellige Seitennummern, mit führenden Nullen, als wäre es aus dem Konsolen-Printer DECwriter gefallen.)

Bordeaux

Dazu ein Glas Bordeaux. Ein Medoc. Ich glaub, ich mag einen Pomerol lieber. Letztens hatte ich versehentlich einen Merlot gekauft, in der Annahme einen Bordeaux zu kaufen. Nun, er war ja aus Bordeaux. Also nächstes Mal einen Pomerol probieren. Oder war es ein Saint-Emilion, der mir seinerzeit so gut geschmeckt hat? Man weiß es nicht…. Probieren, probieren, probieren.

Aber vielleicht verträgt sich auch nur der Wein nicht mit dem bitter schmeckenden Essen. Es gibt im Bitter-Kochbuch auch „Flüßig-Bitter“. Damit müssen wir uns noch auseinandersetzen.

Andererseits ist besonders im Rotwein ein Bitterstoff enthalten, das Tannin; also müßte doch roter Wein durchaus zu bitter schmeckenden Speisen passen.