Sauvignon Blanc und seine kulinarischen Umwege

Umwege

Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist die Gerade. In der kulinarischen Topographie ist es das Rezept, das der Geraden entspricht und das ein für alle Mal niedergeschrieben, alle weiteren Niederschriften unnötig macht. Wenn das tatsächlich so wäre, könnte man es sich ersparen, ein Rezept ein weiteres Mal wiederzugeben. Umwege, die man einschlägt, sei es notgedrungen, sei es absichtsvoll oder unbewußt, führen zu einem neuen Ergebnis. Und genau diese individuellen Abänderungen machen ein Rezept von Neuem interessant. Unser Ziel war es, Rezepte aus dem Buch „Zu jedem Wein die passende Leckerei“ einmal für einen Rotwein und einmal für einen Weißwein umzusetzen. Als Ausgangspunkt für den Weißwein haben wir uns den Sauvignon Blanc erkoren, der uns schon letztes Wochenende so gefiel. Der sollte nun die gemäß dem Buch anempfohlene Akkompagnierung erfahren, mit individuellen Selektionen, versteht sich. Der Rotwein kommt morgen dran.

Nur wenn wir Umwege einschlagen, können wir existieren.

Gingen alle den kürzesten Weg, würde nur einer ankommen.

Hans Blumenberg, Die Sorge geht über den Fluß, zitiert nach Rüdiger Zill, Der absolute Leser, S. 562


Nach einem letztmaligen Besuch im Café Central, vor der Renovierungssperre, sind wir mit der zischschnaubenden Bahn nach Hause geruckelt, mit allem nötigen Pfeffrigen und Schokoladigem im Gepäck; – einzig und allein den Honigkuchen konnten wir nicht erstehen; ist der zu deutsch, als daß es ihn in Wien nicht gäbe? Nicht einmal beim Meinl am Graben gab es ihn, wo sich jedoch das versierte Personal daran erinnern konnte, daß ihn Meinl einmal geführt hatte. Für den Pfeffermix kamen zwei kleine Pfeffermühlen hinzu, aus Lackstätters feinem Geschirrladen auf der Wollzeile. Denn niemand Geringerer als Bettina Matthaei, vom Familien-Unternehmen „1001 Gewürze“ in Hamburg, hat das Buch, aus dem diese Rezepte stammen, verfaßt.

Beim Meinl gab es auch eine 7-Pfeffer-Mischung, wir wollten aber die Pfeffermischung aus dem Buch machen.

Ohne Umschweife wissen wir nun, was zu einem Sauvignon blanc paßt. Bei jedem Bissen merkt man den Sauvignon blanc, der im Hintergrund steht, auch wenn beim Estragon-Hähnchen kein Sauvignon blanc dabei war, wie im Rezept vorgeschrieben.

Estragon-Hähnchenbrust

Statt dem Rotbarsch gab es Wels von blün beim Fischfilet auf Gemüse-Obst-Salat mit Kiwi-Dressing

Gepfefferte Melone mit Ziegenkäse und Gurke

Kleines Wein-Schwein mit Zuckerschote, vom Duroc.

Dazu ein Kornspitz von Josephbrot

Was man alles um eine Flasche Wein herum machen kann…. Sagenhaft!           

Schokolade:

Tiroler Edle mit Karamel und Salzkristallen, Schokolade vom Grauvieh

Tiroler Edle mit Walnüssen aus Tirol, Schokolade vom Grauvieh

Cluizel, Paris, Kayambe, Grand Ivory, weiße Schokolade

Käse: Selles-sur-Cher, Xavier David, dazu Birnen und grüne Oliven


Die Rezepte gibt es im Buch nachzulesen. Das Buch kostet 9,99, eine echte Mezzie.

Wein: Sauvignon Blanc, Ried Grassnitzberg Riff, Tement, 2022,  S-Stmk. Mehr dazu hier.

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Prime Beef Wagyu F1 Burger Patty mit Bratkartoffeln und Misosauce

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Bedauerlicherweise ist uns das Fleur de Sel ausgegangen, doch wir brauchen das gar nicht. Die Misopaste selbst ist schon salzig genug. Nur ein bißchen mit der Drei-Pfeffer-Mischung drüber und paßt schon.

Hat man kein Salz, nimmt man Misopaste!

Wer sagt, daß Pattys in einen Burger hinein müssen? Dieses Burger Patty vom Wagyu F1 Rind schafft es auch so.

Wagyu F1 Rind? Hat das was mit Autorennen zu tun? F1 bedeutet, daß das Wagyu-Rind mit einer anderen Rinderrasse gekreuzt wurde, wie z.B. Simmentaler Fleckvieh, Black Angus oder Pinzgauer Rind.

Die Drei-Pfeffer-Mischung aus Tellicherry Pfeffer, Cubebenpfeffer und Bengalischer-Langpfeffer ist so köstlich, daß wir ausnahmsweise auf das direkte Mahlen aus der Pfeffermühle verzichten.            


Rote Zwiebeln in dickere Scheiben schneiden. Braune Champignons vierteln, die rote Paprika entkernen, die Haut mit dem Sparschäler abziehen und in Rauten schneiden. In der Schale vorgekochte Erdäpfeln schälen und in Scheiben schneiden. In einem Topf mit wenig Olivenöl die Zwiebeln auf mittlerer Hitze langsam anschwitzen, gleichzeitig dazu die Champignons auf höherer Hitze ohne Fett anbraten. Die Paprika ebenfalls auf mittlerer Hitze mit etwas Olivenöl anschwitzen und mit den Champignons zu den Zwiebeln geben. Dann die Erdäpfelscheiben auch in der Pfanne mit wenig Olivenöl beidseitig schön anbraten, parallel dazu die Pattys in eine Bratpfanne geben und bei hoher Hitze beidseitig braten. Misosauce: Misopaste, Mandelmus mit Zitronensaft und geriebener Zitronenschale und Wasser, damit es cremiger wird, zu einem Dip zusammenrühren. A n r i c h t e n mit Petersilie und Micro Greens.

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Geeiste Radieschen-Tomatensuppe mit Rosapfeffer

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Diese Suppe ist genau das Richtige bei dieser Hitze, denn diese Suppe kühlt. Und damit das so ist, wurden einige Vorbereitungen getroffen: Radieschen wurden in feine Scheiben geschnitten und in kaltes Wasser mit Eiswürfeln gelegt. Passierte Tomaten wurden lange im Kühlschrank aufbewahrt. Der Clou jedoch ist, dass im Ziegenfrischkäse gemörserter Rosapfeffer versteckt ist.

Crevetten-Curry mit grünem Pfeffer und Tomaten

Streut man da noch Kokos-Cashewnüsse drauf, sowie Sprossen und Crevetten und serviert man dazu schwarzen Reis, wird daraus ein Geschmackserlebnis. An dem hat der grüne Pfeffer einen erheblichen Anteil, seine grasgrüne Frische und feine Schärfe verbindet sich aufs Angenehmste mit dem Curry. Man muss Tanja Grandits unumwunden Recht geben, wenn sie frischen grünen Pfeffer in diesem Gericht verwendet. Nachdem ich dieses Gericht genossen habe, muss ich sagen, man müsste grünen Pfeffer noch viel mehr einsetzen. Tanja Grandits schreibt in ihrem wunderbaren „Tanjas Kochtagebuch“, dass grüner Pfeffer ebensogut zu Gemüse und Fleisch passt wie zu Fisch, Hauptsache grüner Pfeffer!

Schnitzel mit Rote-Bete-Salat und Frischkäse-Creme

Rote Bete und roter Pfeffer, das passt zusammen. Endlich mal ein Rezept, bei dem man den roten Pfeffer verwenden kann. Zum Rote-Bete-Salat gibt es Haselnüsse, in gewohnter Qualität aus Neapel. Dazu kommt eine Frischkäse-Creme, edel gewürzt und auch hier ist roter Pfeffer mit drin. Wir haben das mit einem Schnitzel ergänzt, handgeschnitten aus der Schale vom Duroc-Schwein aus Niederösterreich mit einer Panier, die verfeinert wurde mit Greyerzer Käse. Und mit Chili, weil uns der rote Pfeffer ausgegangen ist. Selten kommt roter Pfeffer in der Küche zum Einsatz, man meint, man braucht nicht viel. Aber wenn man ihn mal benötigt, dann richtig.

Schweinsbraten mit Kraut und Knödel

Der eine oder andere mag einwenden, Schweinsbraten ist ja nicht gerade originell. Ein Rezept ist in vielen Kochbüchern zu finden. Schaut man sich aber das üppige Zutatenbild an, so kommt man zu dem Schluss, es kann ja doch nicht gar so einfach sein.