Fragt man die in manch Suchmaschine eingebaute KI, um was es bei diesem Blog geht, mit dem Begriff „küchenereignisse blog bedeutung“, – wobei fragen ist übertrieben, die KI meldet sich ungefragt – so bekommt man zur Antwort, daß es sich um einen Foodblog handele. Der Untertitel „Gschichtln rundum Gustostückln“ deute auf eine persönliche, erzählerische Art des Kochens hin. Der Fokus liege auf der Wiener/Österreichischen Küche: Viele Beiträge drehten sich um traditionelle österreichische Gerichte, wie zum Beispiel Tafelspitz, Krapfentests oder Rezepte mit regionalen Zutaten. Was „Krapfentests“ für ein traditionelles österreichisches Gericht sein soll, muß man mir erst verraten. Achso, hier wurden Gschichtln mit Rezept verwechselt, siehe hier und hier oder hier. Unser Faible für frische Kräuter wurde dagegen nicht erkannt.
Daß der „Fokus“ auf der Wiener oder österreichischen Küche liegen soll, greift mir zu kurz. Die hier behandelte kulinarische Chose wie Frankfurter Soße geht in alle Himmelsrichtungen, wie die französische, deutsche, ungarische oder italienische Küche. Der Schwerpunkt liegt auf Europa, andere Küchen sind nicht ausgeschlossen. Gerade wurde im österreichischen Parlament beschlossen, mehr KI und Demokratie in den Schulen zu unterrichten, auf Kosten des Lateinunterrichts. Na wenn das nicht nach hinten losgeht. „Fokus“, eines der Lieblingswörter der KI, ist ein Wort lateinischen Ursprungs und bedeutet so viel wie „Schwerpunkt“.
Und heute gibt es mal wieder etwas französisch Kräuterlastiges:
Ratatouille mit Mangalitza-Schopf und im Mangalitza-Schmalz gebratene Erdäpfeln
Ratatouille hatten wir schon oft am Blog, deshalb sparen wir uns das Rezept.
Lachs und Wels mit Kartoffeln auf Bäckerinnen-Art und gelbem Paprikasalat
Aufgrund unüberbrückbarer Differenzen – trotz Reklamation und Nachlieferung – haben wir und gurkerl beschlossen, uns eine Auszeit zu gönnen. Die Teillieferung von Lachs in nicht bestellter Form und der vermoderte Zucchino ließen uns dieses Mal keine andere Wahl, schweren Herzens, aber doch. Schon tut sich Ersatz auf, wir werden für das kommende Wochenende auf dem Markt auf der Freyung einkaufen gehen, in der Inneren Stadt. Dort gibt es einen Stand von Thum, der hat Mangalitza-Schinken frisch von der Keule, einen Fischladen mit Lachs gibt es auch und einen gutaussehenden Gemüsestand. Auf dem Weg dorthin findet sich das „Schwarze Kameel“, Trzesniewski ist auch gleich in der Nähe, so Öfferl.
REZEPT KARTOFFELN AUF BÄCKERINNEN-ART
Eine Rindsuppe aufsetzen und 3 Stunden köcheln lassen. Abgießen. Mit der Fetttrennerkanne nur die Brühe nehmen. Diese Brühe soll kräftig sein, Piment, Wacholder, Muskatnuß, Lorbeer, Thymian, Rosmarin verwenden und viel Rindsknochen: 0,8 kg. 2kg Erdäpfel „Laura“ schälen, im Fleischwolf mit dem Aufsatz für Scheiben durchjagen. Ebenso 8 mittelgroße Zwiebel. Die Paella-Pfanne ausbuttern. Die Erdäpfelscheiben fächerweise auflegen, dann eine Schicht Zwiebel. Salzen und mit frisch gehacktem Thymian bestreuen. Dann zwei mal: eine Schicht Erdäpfeln und dann wieder Zwiebel, zum Schluß eine Schicht Erdäpfel. Mit Rinderbrühe begießen. Die Kunst ist, nicht zu wenig Brühe zu nehmen, hängt davon ab, wieviel die Erdäpfel aufnehmen. Bei uns ergab das 600 ml. Ein paar Butterflocken darauf legen und bei 180°C eine Stunde goldbraun backen. Vor dem Servieren mit Mikrogreens Kapuzinerkresse und Radieschensprossen bestreuen.
Einem Rezept von Eckart Witzigmann aus dem Buch „Lafer Witzigmann Eine Freundschaft 100 Rezepte“ S. 249 nachempfunden.
REZEPT GELBER PAPRIKASALAT
6 Paprika vierteln und entkernen. Die Haut abschälen. In mundgerechte Stücke schneiden und in einer Pfanne ohne daß es Farbe bekommt, anbraten, eine Viertelstunde unter Rühren. Safran und Salz in einem kleinen Mörser zerkleinern. 2 EL weißem Balsamico-Essig dazugeben. Nach einer Viertelstunde den Herd mit der Pfanne zurückdrehen und die Balsamico-Mischung dazu geben. Einköcheln lassen. Vom Herd ziehen. Frisch gehackten Thymian unterrühren.
Einem Rezept von Bettina Matthaei aus dem Buch „Easy. Überraschend. Low Carb“ nachempfunden,
Davor eine Schwarzwurzel-Zucchini-Suppe.
Kräuterlikör vom Kräuterhaus
Die Vorbereitungen für Weihnachten beginnen! Direkt auf der Freyung in der Inneren Stadt gibt es das Kräuterhaus Dr. Kottas, das ich aufsuchte, um eine neue Flasche Amari zu besorgen. Dabei ging auch der Kräuteransatz für einen Adventlikör mit. Man gibt ihn mit (weißem) Rum in eine Flasche und in drei Wochen, also rechtzeitig zum Beginn der Adventzeit, ist es soweit, dann gibt es selbstgemachten Kräuterlikör. Der Charme an der Sache ist, daß man selber entscheidet, wieviel brauner Zucker da reinkommt und welcher Rum. Wir haben uns notabene für Stroh Inländer Rum entschieden. Diesen Rum, hergestellt aus Zuckerrohrmelasse, gibt es seit k.u.k. Zeiten, ist also ein echtes österreichisches Original.
Aus Innsbruck haben wir ein T-Bone-Steak vom Tiroler Grauvieh mitgebracht. In der warmen Jahreszeit weidet das Grauvieh hochdroben auf den Almen, dort wo die Sonne herunterbrennt, reißende Gebirgsbäche ins Tal hinabstürzen und die Bergziegen stehen. Diese geländegängigen Rinder finden dort alles, was sie brauchen: saftige Gräser und geschmackvolle Kräuter, das gibt’s auf der Alm, wie sonstwo nirgends auf der Welt. Deshalb wäre es ein Frevel, das T-Bone-Steak eines Grauviehs mit einer Grillmarinade á la „Steakmaster BBQ“ zuzuschütten, wie übrigens bei jedem edlen Rassetier, das artgerecht aufgezogen wurde. Im Buch „Grauvieh tirol“ von Raphael Kuen wird es auf Buchenholz gegrillt, das können wir nicht machen. Aber wir haben aus Innsbruck von der Markthalle ein paar Zirbennadeln und Zirbenzapfen mitgebracht, die wir zum Smoken in die Pfanne gegeben haben.
Rezept T-Bone-Steak Tiroler Grauvieh
Alsdann! Das Grauvieh-T-Bone-Steak (ca. 1.1 kg, 5 cm dick) etwa 5 Stunden vorher aus dem Kühlschrank nehmen und warten, bis es Zimmertemperatur erreicht hat. Sodann das T-Bone-Steak auf beiden Seiten mit Salz einreiben. Eine gußeiserne Pfanne mit etwas Olivenöl bepinseln und aufheizen. Bevor es zu rauchen beginnt, das T-Bone-Steak einlegen, andrücken, damit das Fleisch auf der Pfanne aufliegt und 4 Minuten in der Pfanne braten lassen, bei der Hälfte der Zeit auf 6 zurückdrehen. Dann wieder auf 9, das Steak aufstellen und auf dem Fettrand eine halbe Minute braten. In dieser Zeit erhitzt sich die Pfanne wieder ordentlich. Dann auf der anderen Seite 3 Minuten braten lassen. Nach etwa der Hälfte auf 6 zurückdrehen. Fingerprobe machen und falls es noch nicht den gewünschten Garpunkt erreicht hat, weiterbraten. Zum Schluß: Herd abdrehen. Bevor es zum Rasten vom Feuer gezogen wird, kommen die Zirbennadeln, Zirbenzapfen und Zirbenherzen dazu und der Deckel drauf, eine Minute lang. Dann die Pfanne samt Deckel ins Backrohr schieben (ca. 70 Grad) und 15 Min. rasten lassen. (In dieser Zeit den Riebel machen.) Sodann den Saft samt Rauchbeiwerk abseihen und auf die Seite stellen (für den Riebel). Das T-Bone-Steak scharf anbraten, auf jeder Seite eine halbe Minute lang, auch auf den Kanten rundum vom Steak. Danach die Steaks entlang desKnochens herausschneiden und in Scheiben aufschneiden. Servieren. Den Rest im Rohr warmhalten.
Als Zuspeis sind oft Ofenkartoffeln üblich… oder Brat- oder Rosmarinkartoffeln. Mir schwebte aber etwas anders vor, etwas Tirolerischeres, etwas Zünftiges, etwas Traditionelles… unser Riebel wird mit Zirbenpulver aus den Tiroler Alpen aromatisiert, dazu gibt es Graukäse.
Rezept Tiroler Riebel (mit Zirbe und Graukäse)
Einen ½ TL Tiroler Zirbenpulver aus Nadeln, Herz und Zapfen der Zirbe in 2 EL Olivenöl einlegen und ein paar Stunden ziehen lassen.
Maisgrieß nach Packungsangabe zubereiten, dann die Zirbenmixtur daruntermischen. Tiroler Graukäse stückig darunterheben. Beim Anrichten den Bratensatz darüberträufeln.
Das T-Bone-Steak
Das T-Bone-Steak ist so etwas wie das Degustationsstückerl vom Rind, es besteht aus zwei Teilen getrennt durch den Knochen: Lungenbraten (kleineres Stück, manche sagen Filet dazu) und Beiried (größeres Stück, Entrecote).
Die Fingerprobe
Mit dem Zeigefinger auf das Fleisch drücken. Fühlt es sich noch weich an, ist es roh, der Engländer sagt „rare“, fühlt es sich fest an, ist es durchgebraten, „well done“, dazwischen ist es so mittel, also „medium“. Um ein Gefühl für die Fingerprobe zu entwickeln, die Fingerprobe beim rohen Fleisch machen. Von diesem Andruck weg kann man ermessen, wie weit das Fleisch schon ist.
Bei einem T-Bone-Steak sollte man beide Teile, also den Lungenbraten und das Beiried einer Fingerprobe unterziehen, denn der Lungenbraten wird schneller durch als das Beiried. Um den Garfortschritt des Lungenbratens zu verzögern, kann man eine Alufolie unter den Lungenbraten legen.
Der Wein:
Pian delle Vigne, Brunello di Montalcino, Antinori, 2017
In Innsbruck gibt es Wolkenkratzer, in New York hat man versucht, sie als Hochhäuser nachzubauen. Nahezu hinter jeder Häuserflucht erhebt sich das Gebirge.
Graukas
Wir haben beim Käsekulinarikum in der Markthalle alle vier Graukäse aus der Vitrine gekauft; das Loch in der Mitte bedeutet, daß wir den dort ausgestellten Graukäse tutti completti mitgenommen haben. Es gab Graukäse Blau Bergseen Zillertal, Graukäse Premium, Graukäse Laib Weerberg und Graukäse Gelb Zillertal. Wir haben alle vier Graukäse probiert und entschieden uns für den Graukäse Laib Weerberg als Riebelkäse.
Okay.
Aus dem Munde eines Tirolers klingt selbst das Allerweltswort „okay“ eigentümlich tirolerisch, mit dem für Tirol typischen gekrächzten „k“.
Für einen richtig guten Kräutersalat nimmt man wenig Kräuter und mehr Radicchio, Erbsen und Salatblätter, als wir das bisher üblicherweise gemacht haben. Weniger ist mehr, das haben wir bei unserem Besuch in der Greisslerei beim Taubenkobel gelernt. Den heutigen Tag haben wir als Erholung von den Ferien zu Hause verbracht, im verdunkelten Wohnzimmer bei herabgelassenen Rollos. Bei diesen Temperaturen um die 37° gehen wir nicht nach draußen. Das Gewitter heut Nacht bringt hoffentlich die Abkühlung, die wir brauchen, um unsere Ausflüge fortzusetzen. Dieser Kräutersalat ist jedenfalls genau das Richtige, wenn‘s mal so richtig heiß ist.
Erbsen sind ganz wichtig fürs Knackige.
Die Marinade darf keinesfalls zu schwer sein, mit Mayonnaise nur wenn mit Wasabi.
Rezept für einen einfachen aber richtig guten Kräutersalat
Etwas Kräutersalat nehmen (Kerbel, Schafgarbe, Sauerampfer, Vogelmiere), Radicchio, Erbsensprossen, einen Eichblattsalat Rot und einen Batavia Grün. Dann noch blanchierte Erbsen. Dazu eine Marinade: Wasabi-Mayonnaise, Essig, Olivenöl, Salz verrühren. Dazu Gebackenes vom Hendl und Schafkäse, der Schafkäse wurde direkt in Tadten beim Hautzinger gekauft. Gebäck: Urkornweckerl, Weinbergspitz. (von Bäckerei Öfferl im Weinviertel, hat der Gurkerl bracht.)
Blick auf den Oberen Stinkensee, vollkommen ausgetrocknet, war mal eine der seichtesten Lacken. Hat wohl als Brut- und Rastplatz für Vögel ausgedient. Die Hochgstätten-Wiese im Norden ist ebenso vollkommen ausgetrocknet. Furchtbar anzusehen.
Der Bereich der Mangalitzaschweine wurde ein ganzes Stück weit nach hinten versetzt. Wahrscheinlich hat man die Schweine gefüttert.
Die Greisslerei beim Taubenkobel steht ganz im Zeichen der Haute Cuisine: Fruits de Mer. Die Schnecken sind aber vom Gugumuck in Wien. (Nein ich bin kein Schnecken-Fan.)
Speisekarte ist doppelsprachig. Zuerst das Französische im Fettgedruckten, dann erst ein bisserl Deutsch: poisson frit, sauce rouille et salat d’eveline bach oder: backfisch vom zander mit sauce rouille und bachsalat. Die Übersetzung ist nicht ganz genau. Für die ganze Information muss man beide Texte lesen. Und es gibt tatsächlich eine Gärtnerei Eveline Bach, in Stadlau, Wien. Rouille (zu deutsch Rost) ist eine Mayonnaise mit Safran und Piment d’Espelette.
Dicke Rippe, eingelegt in Schmalz, aromatisiert mit feinsten Kräutern, vier Stunden sanft gegart. Dazu Petersilerdäpfeln von den Heurigen, ein Fenchel-Erbsen-Salat mit Bachkresse, Gurken-Sesam-Salat mit Kapuzinerkresse und Fenchelblüten und obendrein, auf speziellen Wunsch, ein Cole Slaw Salat. Frisches Gemüse, feinste Kräuter, bestes Fleisch. Alles zusammen ist einfach nur zum Dahinschmelzen.
Aus dem Wildpflanzenbuch, indem pro Rezept immer eine besondere Pflanze vorgestellt wird. Heute: Der Beifuß, auch genannt Gänsekraut, weil er so gut zu Gänsefleisch passt. Dazu Krenbrioche, nicht zu verwechseln mit Semmelkren, sowie Rote Rüben, alles serviert im Fond der Roten Rüben.
Grüner und weißer Spargel vermischt in einer Eierspeise und vielen verschiedenen Kräutern belegt. Dazu grüner Blattsalat. Eine Art herzhafte Süßspeise.
Inspiriert vom österreichischen Pestomacher Stefan Grossauer, der die Fähigkeit besitzt, die edelsten Pestos, die die Welt gesehen hat, in seiner Werkstatt am Kamp herzustellen und da es ganz einfach so heiß war, beschlossen wir, dass uns ein kalter Pesto-Nudelsalat am Abend zur Erfrischung gereichen soll. Damit die Auswahl nicht so leicht fällt, gab es gleich drei Salate mit verschiedenen Pestos: einmal mit Chili, dann mit Kraut-Speck und noch einen dritten mit Kürbiskern. Go to the English Version
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