Burgenländische Wäschermädeln

Burgenländische Wäschermädeln

In der Waldtzeile entdeckte Mister L auf der Speisekarte eine Nachspeise mit einem außergewöhnlichen Namen: die Wiener Wäschermädeln. Ausnahmsweise aufgrund der besonderen Umstände genehmigten wir uns diese, denn: wie oft werden wir uns hier noch treffen? Außerdem stand die Abreise von Mister L nach Watford bevor (beruflich). Diese sogenannten Wiener Wäschermädeln bestehen aus Marillen (auch Aprikosen genannt) und werden herausgebacken, ursprünglich in Schmalz. Unsere Marillen kommen aus dem Burgenland von Iris Gemüseraritäten, daher nennen wir sie Burgenländische Wäschermädeln.

Gegessen wurden sie bei Ereignissen, die Anlaß zur Freude gaben, so wie zum Beispiel Hochzeiten oder in der Faschingszeit. Sie sollten die Festgemeinde in fidele Stimmung versetzen, wofür eben die Wäschermädeln überaus bekannt waren. Das männliche Pendant, die Wiener Schlosserbuben, sind herausgebackene Zwetschken.

Es ist mir eine besondere Freude, hirmit zu annonciren, daß die Küchenfee noch einmal die alte Küche aufgesperrt hat. Ich konnte sie dazu überreden!

Rezept Burgenländische Wäschermädeln

Teig 250 g Mehl, mit 125 ml Weißwein, 150 ml Mineralwasser, 3 Dotter, 1 Prise Salz zusammenrühren. Eine halbe Stunde ruhen lassen. Nach einer halben Stunde das mit 30 g Zucker hart geschlagene Eiweiß unter den Teig heben.

Die Kerne der Marillen mit Hilfe eines Holzkochlöffels herausstoßen, so bleibt die Marille ganz. (Für die Schlosserbuben ebenso mit den Zwetschken verfahren.) Ein Stück selbstgemachtes Marzipan einfügen. 1 EL Staubzucker mit ½ EL Orangenlikör Grand Marnier verrühren, sodaß ein Sirup entsteht. Die Marille und die Zwetschken im Sirup wälzen und durch den Teig ziehen. Und in heißem Öl frittieren. Mit selbstgemachter Vanillesauce servieren.

Marzipan: 30 g fein gemahlener Mandelkerne mit 20 g Staubzucker und einem Schluck Mandellikör pürieren.

Vanillesauce: einen halben Liter Milch mit Vanille aufkochen. In der Zwischenzeit 2 Eier mit EL Staubzucker verrühren. Wenn die Milch aufkocht, vom Herd ziehen, die Eimischung schön langsam unter ständigem Rühren unter mittlerer Hitze ein paar Minuten köcheln lassen, es darf nicht stocken.


Staubzucker kommt selbstverständlich aus Österreich, nämlich von der Agrana, gemacht aus Zuckerrüben heimischer Bauern. Wir unterstützen unsere Bauern!

Egalité
Fraternité
Pannobilé

Überall wird man an das Burgenland erinnert, selbst im Gasthaus Waldtzeile.

Fotos und Text © 2026 https://kuechenereignisse.com

Winterwald-Krautfleckerl

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In der kalten Jahreszeit sind Krautfleckerl unverzichtbar, sie wärmen von innen her und sie sind einfach zu machen. Aber wie genau soll man die Krautfleckerl machen: mit Pfeffer, Zucker oder Honig? Salzig oder süß? Das ist die große Frage bei Krautfleckerl. Wobei Zucker und Honig ist beides süß. Man könnte die Varianten auch mischen. Und diese dritte Variante mit Karamellisieren und nachher Pfeffer drauf ist die Beste. Noch nie habe ich so gute Krautfleckerl gegessen: was ein bißchen Schweineschmalz und Honig bewirken kann…


Rezept

Kraut Schweineschmalz in der Pfanne auslassen, Honig dazu geben und karamellisieren lassen. Das Kraut mit der Zauberette mit der großen Lochscheibe raspeln. Das Kraut mit Salz vermischen und ziehen lassen, es entwässert sich. Das Kraut gut ausdrücken und das Salzwasser auf die Seite stellen. (Beim Andünsten kann das Kraut austrocknen, und dann nimmt man dieses Wasser.) Kraut in die Pfanne mit dem Honig geben und auf mittlerer Hitze so eine dreiviertel Stunde Stund zugedeckt dünsten. Immer wieder rühren, rühren. Fleckerl nach Packungsangabe kochen. Abgießen und dabei nicht vergessen, eine Tasse Nudelwasser auf die Seite stellen. Nudeln zum Kraut geben und wenn nötig, etwas vom Nudelwasser einrühren. Anrichten Mit Chicorée-Salat servieren. Pfeffermühle dazu stellen.


Zum ersten Adventsonntag

Es treibt der Wind im Winterwalde

Die Flockenheerde wie ein Hirt

Und manche Tanne ahnt wie balde

Sie fromm und lichterheilig wird;

Und lauscht hinaus. Den weissen Wegen

Streckt sie die Zweige hin – bereit

Und wehrt dem Wind und wächst entgegen

Der einen Nacht der Herrlichkeit.

„Advent“, Rilke, Schmargendorf, Berlin, im Dezember 1897

Ribiselschaumkuchen / Marillenschaumkuchen

Dieses Mal ist Erna zu Besuch bei ihrer Freundin. „Was sind denn das für Schälchen? Was hast du denn da Schönes gemacht?“ „Das ist ein Ribiselschaumkuchen. Und das ist ein Marillenschaumkuchen.“

„Da sieht man ja nicht, was da was ist. Ist ja alles mit Schäumchen bedeckt.“ Dabei fiel ihr ein, dass Eiweißschaum mit Zucker gemacht wird, dem Stoff, der zur Zeit gesundheitsmäßig ziemlich in Ungnade gefallen ist. „Wie hast du das denn gemacht? Doch nicht mit Zucker?“

„Koste halt einmal.“

Kaffee und Kuchen

Keine Kohlenhydrate, keinen Zucker und dann schaltet der Körper um in einen Fastenmodus. Das ist die ketogene Diät, bei der der Körper sich vom Körperfett ernährt und abnimmt. Und neuersten Entdeckungen zufolge, die in Cell Metabolism veröffentlicht wurden, altert dadurch der Körper nicht so schnell und man lebt auch noch länger.

Leberkirschen

Für Leute, die gerne Kirschen mögen, kommt hier ein Gericht aus dem NOPI-Buch, das wir schon lange im Auge hatten. Wir waren gespannt, wie die eigenwillige Kombination aus Hähnchenleber und Kirschen wohl schmecken würde. Und jetzt endlich ist es so weit: die Kirschenzeit ist angebrochen, es gibt Kirschen! Zum NOPI kehren wir immer wieder gerne zurück, weil es eines der besten Kochbücher ist.