Aalsuppe vom Neusiedlersee

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Stets findet Überraschung statt. Da, wo man`s nicht erwartet hat. Dieser Spruch von Wilhelm Busch könnte einem durch den Kopf gegangen sein, als wir bei Eishken Estate geräucherten Aal entdeckten. Ohne zu wissen, was damit anzufangen ist und obwohl wir schon eine lange Liste anderer Meereskostbarkeiten eingekauft hatten, kam der Aal in filetierter Form mit. Im Burgenländischen Kochbuch fanden wir diese Aalsuppe.

Ceviche Tropical

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Aber mit Forelle! Dieser heimische Fisch lässt uns an tropische Gefilde denken: eine ungewöhnliche Kombination und doch steht die Forelle in völligem Einklang mit Quinoa, der süßlich-sauren Maracuja und den peruanischen Klassikern Süßkartoffel- und Kochbananenchips. Die Tigermilch, in der die Forelle ein Bad nimmt, gehört zum Standardrepertoire der peruanisch-japanischen Küche.

Die beste Paella der Stadt

Müsste ich in Valencia für die „beste Paella der Stadt“ in einer Schlange stehen, bis ich in das Restaurant eingelassen würde? Würde ich mir das antun? Wegen des weiten Weges, den man auf sich genommen hat, geduldig in der Hitze warten? Angesichts langer Schlangen in der Inneren Stadt vor ausgesuchten Etablissements (wie vor dem Lokal mit dem „besten Schnitzel in Wien“ (Figlmüller) oder bei Chanel) keimen solche Gedanken auf. Wir gehen weiter, holen uns den Paellareis von Julius Meinl am Graben, sonst haben wir Bomba nirgends gefunden, und fahren nach Hause, um die beste Paella der Stadt zu machen. Ohne in der Schlange anzustehen versteht sich.

Lachssteaks mit einer Chraimeh-Sauce auf die Ungarische Art

Hierfür wurde auf Majoran und Kümmel als Gewürzmischung zurückgegriffen, vor allem aber auf die direkt aus Ungarn eigenimportierte, getrocknete Kirschpaprika (cseresznyepaprika), die als Chili hineinkommt. Die Kirschpaprika ist selbst eine Chili, eben eine Paprikaart, die in Ungarn genauso wie in Mexiko angebaut wird. Sie hat zwischen 1.000 und 5.000 Scoville, ist also nicht extrem scharf. Unsere zwei Kirschpaprika waren fast zu wenig, da sie beim Kochen sehr viel an Schärfe verlieren. Ob das noch eine Chraimeh-Sauce ist, kann ich nicht sagen. Diese hat ja doch eine etwas andere Geschmackskomponente, wenn auch sie genau so fett ist.

Thunfisch-Ceviche mit Süßkartoffelchips und -würfel

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Dazu gebratener Mais, echt peruanisch, aber machbar. Chilischoten und Mais, die für Südamerika typischen Lebensmittel, sind auch hierzulande geläufig, hier gibt es sogar Maiskeimöl. Auch Süßkartoffeln, Thunfisch  und Limetten sind zu bekommen.

Sardinen mit saftigem Paprikasalat

Ein paar in Maiskeimöl herausgebackene Sardinen „butterflied“, d.h. als zusammenhängende Filets, ein paar Spritzer aus der Limette, ein saftiger Salat mit Tomaten und Paprikararitäten, ein getoastetes Ciabatta, darüber ein paar Tropfen sizilianisches Veronelli-Olivenöl – oder auch damit getränkt, so wie ich das mache. La dolce vita. Das Mittelmeer lässt grüßen.